Sind wir hier im Mountainbike-Paradies?

Unser Trainingsprogramm musste an die Höhenmeter angepasst werden. Der geplante Dreierblock wurde auf zwei Tage gekürzt, da wir pro Einheit immer um 3000Hm im Gelände auf der Pulsuhr hatten und dies sichtbare Spuren an uns hinterließ. Ich hatte dabei die Schönerer, denn zwei Abgänge über den Lenker in die Lavafelsen hinterließen tolle Narben. Die Tage ohne Sport widmeten wir der Kultur und Natur.

DSC00114.JPG Wir gurkten also mit Nemo, unserem untermotorisierten Mietwagen, die 285 Kehren hoch zum Roque de los Muchachos auf 2.426Hm. Der Blick war galaktisch und auch die kurze Wanderung war atemberaubend. Den zweiten Tag ohne Rad genossen wir in der Hauptstadt Santa Cruz, welche schnell besichtigt war, denn sie ist nicht wirklich groß. Hier haben die spanischen Kolonialarchitekten wohl zu häufig Siesta gemacht.

DSC00252.JPG Jeweils nach der Entspannung folgten zwei Tage mit ordentlichem Sport. Bereits nach einer Woche war es um meinen Hinterreifen nicht gut bestellt, denn alle Noppen hatte das Lavageroll runtergekratzt. Wusste gar nicht, dass ich so ein Draufgänger bin. Mittlerweile kannten wir uns im Hochgebirge aus und kurvten auf immer geileren Wegen durch den Staub. Angetan hat uns die Abfahrt zum südlichen Leuchtturm Fuencaliente. Hier fährt man durch das schwarze Geröll mit dem Blick auf grüne Fichten und blauen Meer bei 28°C und Sonnenschein. Mehr geht nicht.

DSC00103.JPG Am Sonntag wurde es dann ernst bei unserem ersten Marathon in diesem Jahr. Der 8. La Palma Bike-Marathon mit 88km sollte ein Test für die bisherige Form sein. Da es bei Sven bereits bei Training gut lief, wunderte es mich nicht, dass er mit James Ouchterlony gleich am ersten langen Anstieg enteilte. Ich kämpfte dahinter um den Anschluß, wobei Platz 3 lange in Sichtweite war. Die Ansteige waren etwas lang für mich und auf den Abfahrten verlor ich einfach zu viel Zeit auf die spanischen Jungs.

DSC00290.JPG So ging es für Sven und mich größtenteils alleine gegen den starken Wind und die langen sandigen Anstiege. Während Sven auf der letzten Schleife noch ein paar Minuten auf James verlor, konnte ich von Platz 6 noch zwei Leute abfangen. Mit dem vierten Gesamtrang hatte ich nicht mehr gerechnet, denn ich ging hinter Mr. Kamikaze in den Downhill. Hier sprang ihn aber ein Dornenbusch an und er müsste vom Rad. Der Zielsprint war dann mein Ding, denn ich verliere nur einen Sprint pro Jahr. Während Sven Pieper die Masterwertung gewann, übernham ich den Pokal für den ersten Platz in der Kategorie „Veterano“. Eigentlich ja nett, aber was kommt eigentlich danach?

Heute geht es nun per Turboprop-Maschine rüber nach Gran Canaria um dort mal nach dem rechten zu schauen. Petra Wonisch hatte wieder nett zum Open MTB-Marathon geladen, so dass wir natürlich gerne die Insel wechseln.

So war das!