So beeindruckend kann Cross sein

Mit dem Worldcup im niedersächsischen Zeven hatten wir nach 14 Jahren endlich wieder die Weltelite im Cross vor unserer Haustür. Ich ließ es mir nicht nehmen und besuchte bereits am Donnerstag die Strecke. Wie sehr der erste Eindruck täuschen kann, musste ich am eigenen Leib erfahren. Hätte ein kleiner Verein diesen Wiesenkurs abgeflattert, dann hätten die Fahrer geflucht ohne Ende, denn es holperte überall und nicht mal das Laub aus dem Straßengraben wurde entfernt. Wenn man dann aber die Profis dort gesehen hat und selber auf der Runde gefahren ist, dann war es schon eine coole Strecke.

Rückblende:  Stevenscup Büdelsdorf – Bereits letzte Woche ging es an den Nord-Ostseekanal nach Büdelsdorf. Hier hatten bereits vor 2 Jahren auf einer sehr netten Waldrunde die Landesverbandsmeisterschaften stattgefunden. Der Veranstalter hatte nochmals Hand angelegt und den Kurs modifiziert. Insgesamt gefiel mir die Strecke gut und das Wetter spielte auch mit, aber nur bis kurz vor unserem Start!

Es goß auf einmal für 20min wie aus Eimern und meine Lust verschwand spürbar. Zum Start der Eliteklasse war zwar der Regen vorbei, aber die Strecke hatte sich total verändert. Jede Kurve war schmierig und man musste neue Linien fahren um bergauf noch Grip zu bekommen. Mir gelang ein guter Start und ich reihte mich hinter den Stevens-Sportsfreunden Ole, Max und Jannick ein. Leider spielte an diesem Tag die Technik nicht so ganz mit. So verlor ich einmal die Kette und musste Adrian Rips ziehen lassen. Dann verlor ich nochmal die Kette und der Vorsprung auf Armin war hin. Dann verlor ich wieder die Kette und Armin war vorbei. Als ich ihn überholt hatte fiel die Kette plötzlich runter, auch dies wiederholte sich nochmals. Am Ende konnte ich im Sprint zwar noch fast Adrian einholen, dennoch war’s heute mehr Basteln als Radeln.

Worldcup in Zeven – Den Heim-WC musste man sich natürlich live anschauen, was wir auch mit einigen Freunden machten. Das erwartete Verkehrschaos blieb aus, da wohl leider wenige Belgier und Niederländer den Weg nach Zeven fanden. So hatte man aber als  Zuschauer eine freie Platzwahl und konnte sowohl bei den Rennen als auch im Fahrerlager alles bestens beobachten. Es wurden spannende Rennen in allen Klassen geboten und es war schon ein Wahnsinn wie schnell die Leute um die Kurven heizten.

Das sehr kompakte Gelände machte es einem auch möglich während des Rennen zig verschiedene Passage anzuschauen, ohne die Fahrer aus den Augen zu verlieren, denn zwei Leinwände zeigten die Live-TV-Bilder. Das Eliterennen war dann wirklich ein Highlight, wenn der amtierende Weltmeister von vorne das Feld anführt und der Ex-Weltmeister von Position 20 durch das Feld pflügt.  Matthieu van der Poel hatte so einen Dampf drauf, dass er nach der 60m Sandpassage eine Vollbremsung machen musste – unglaublich. Es hat uns sehr gut gefallen, auch wenn man sich als Nicht-VIP gerne irgendwo aufgewärmt hätte. Ich hoffe ich darf im nächsten Jahr dort erneut die Besten der Besten sehen.

Landesverbandsmeisterschaften auf WM-Kurs in Zeven – Wie bestellt hatte sich der Nebel des Vortages verzogen und bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Strecke unter besten Bedingungen. Ich hatte gehofft, dass nach den diversen Rennen die Strecke ebener geworden ist, was nicht der Fall war. So musste man schon sehr auf dem Rad arbeiten um richtig nach den Kurven zu beschleunigen. Insgesamt brachte aber die Fahrspur mir Sicherheit. Zum Rennen der Masters 2 standen nun die schnellen aus BRE, HAM, SCH und MEV an der langen Startgeraden nebeneinander.

Mein Start war so lala, denn es ging als Dritter oder Vierter in die schmierige erste Kurve. Nach dieser Kurve lag ich auf zwei um danach direkt zu attackieren. Schnell hatte ich ein paar Meter Luft, welche ich nutzen wollte um als erster in die Sandpassage zu fahren. Ich erwischte eine gute Spur und musste lediglich ein paar Meter laufen, während der Rest die halbe Passage zu Fuß bewältigen musste. Danach lief es zumindest bei mir rund. Ohne Fahrfehler konnte ich meine Runden drehen und den Vorsprung stets vergrößern.

Die Sandpassage konnte ich viermal durchfahren und auch den steilsten Laufanstieg schaffte ich einmal fahrend. Da nächste Woche die Master-WM ansteht ließ ich auch zum Schluß nicht locker. Mit Rundenzeiten bei 7:05 (Elite beim WC 6:07) hätte ich auf die Weltspitze zwar etliche Meter verloren, gegen Vladi Riha (BRE) und Lars Kneller (HAM) aber etliche Meter gewonnen. So bin ich erneut Nord- und Hamburger Meister in meiner Klasse. Glückwunsch an die Platzierten, wobei Lars Kneller und Thomas Zühlke (HAM) sich einen spannenden Kampf um Platz 3 lieferten.

Nächste Woche starte ich also bei der Master Weltmeisterschaft in Mol. Der Kurs ist bekannt aus vergangenen Jahren und sollte mir durch zahlreiche Sandpassagen eigentlich liegen. Spannend wird wieder die Startaufstellung sein, denn hier wird wohl gelost und da kann man schnell mal ganz hinten stehen.