Die Stille tut weh

In der vergangenen Woche ist die Stimme des Radsportes für immer verstummt. Fassungslos und starr verfolgte man die Nachrichten über den plötzlichen Tod von Peter Rohde. Peter war ein leidenschaftlicher Rennfahrer, der diese Begeisterung scheinbar mühelos bei seinen Moderationen auf die Rennen projizierte. Es gelang keinem anderen Sprecher so viele Emotionen und Spannung in die Kommentare zu legen wie Ihm, wobei er zu jedem Fahrer in allen Klasse etwas berichten konnte.

Schon vor den jeweiligen Starts entstand immer eine explosive Stimmung, die er durch seine Anmoderation auf die Zuschauer und Fahrer übertrug und welche er bis zum letzten Fahrer aufrecht erhielt. Peter war einer von uns und er „lebte“ das Rennen am Mikro mit. Dies wird mir fehlen. Der Familie und den Freunden bleibt die Erinnerung an diesen leidenschaftlichen Sportler, die hoffentlich über den ersten Schmerz hinweg helfen wird.

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Der Übergang zu den beiden Deutschlandcup Rennen fällt mir sehr schwer, da man hier merkte, wie einzigartig Peter´s Moderation war. Beide Rennen wurden quasi im Sprint gewonnen und an beiden Tagen wurde dies vom Sprecher ignoriert.

Deutschland-Cup Vaihingen – Für mich war der Kurs eine Premiere, denn der Weg nach Baden Württemberg ist ja für einen Norddeutschen schon eine Tagesaufgabe. Ich wollte mir aber selber mal einen Eindruck machen, wie man im Süden so den Cross interpretiert. Hier war auf einem kompakten Gelände ein gut einsehbarer Parcour abgesteckt der Wiesen, Asphalt, ein paar Treppen und einige Hürden aufwies. Durch die Regenfälle des Vortages war es dann auch rutschig, aber fahrbar.

Der Start bei den Master 2 gelang wieder gut und ich führte die Meute auf die Wiese. Ich fuhr zunächst zurückhaltend, da die Kurven schon relativ seifig waren. Dies nutzte die Konkurrenz gnadenlos aus. Christoph Müller war der erste, der das Tempo erhöhte. Auf einem Metallgitter wurde seine schnelle Fahrt abrupt unterbrochen, an Position 4 nahm er die Verfolgung wieder auf.

Im Anschluß übernahm dann Sven Kuschla die Initiative. Ihm lag dieser schmierige Boden, der mir so gar nicht gefällt. Es wurde dann auch zum Rennende hin ein Kampf auf Biegen und Brechen, wo ich allerdings an führender Position in die letzten Kurven fuhr. So konnte ich dann auch früher beschleunigen und mir den engsten Sieg im Deutschlandcup holen. Dritter wurde dann doch noch der leider gestürzte Christoph Müller.

Deutschland-Cup Magstadt – Diesen Traditionsrennen hatte ich mit einem schlechten Abschneiden bei der DM 2010 in keiner guten Erinnerung. Umso positiver war ich gestimmt, als nach der Streckenbesichtigung klar war, dass man sehr gut runter- und hochfahren kann. Da lachte das MTB´ler Herz in mir. Die Sonne kam auch noch raus und zahlreiche Zuschauer warteten auf einen spannenden Wettkampf. Die Kursführung war nur leicht verändert zur DM-Strecken, wo der Wiesenanstieg und die Wiesenschleifen schon ziemlich kraftraubend waren.

Mit etwas Starthemmung zog ich und die Masterfahrer den unendlichen Starthügel hoch. Hinter Vladi Riha ging es dann ins Gelände und zum ersten Mal die Waldabfahrt runter. Untern angekommen war das Feld schon sehr aufgereiht. Die folgende Wiesenauffahrt nutzte ich um mich an die Spitze zu setzen und das Tempo hoch zu halten. Im anschließenden Teeranstieg waren wir zusammen mit Vladi und Robert Gorgos schon etwas dem Rest enteilt.

Also wieder gleiches Spiel am kommenden Wiesenanstieg., diesmal blieb nur Vladi übrig, der dann aber nach der Waldabfahrt stürzte. Somit war der Weg frei und ich fuhr einen sicheren Vorsprung raus. Zwei Runden vor Schluß fuhr ich so dämlich gegen einen Baum, das ich gefühlte 20Sek. Benötigte um unterm Rad und dem Flatterband durchzukommen. Somit war der Vorsprung fast weg und die letzten beiden Runden hieß es nochmals Vollgas. Am Ende reichte es mit einem Ausrollen auf dem Zielstrich und 2 Sek. Vorsprung vor Vladi Riha und Stefan Knopf.

Nun folgen ein paar Rennen in Norddeutschland, insbesondere auf den Worldcup in Zeven als Zuschauer freue ich mich. Das wir am Tag darauf dort auch unsere Landesverbandsmeisterschaften haben ist einfach geil.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas