Jeder glücklich Zweiter, keiner mehr Verlierer!

Ja ich weiß, viele denken, der ist zu dämlich zum Gewinnen. Mag schon was dran sein, aber in diesem Jahr freue ich mich über meine Platzierung, denn damit hatte ich nie gerechnet. In den letzten Wochen musste das Training etwas in den Hintergrund rücken, denn Airbus benötigt momentan jeden Mann an Bord.

Da sind die abendlichen Einheiten eher von kurzer Natur, was bei einem Marathonfahrer nicht wirklich als Training verbucht werden kann. Zumindest rostet dann die Kette nicht ein. Mit wenig Hoffnung auf den Titel reiste ich in diesem Jahr nach Saalhausen zur Deutschen Meisterschaft im Marathon. Hatte schon Respekt vor der neuen Runde mit 108km und 2600Hm.

ADSC01749.JPGm Freitag konnte ich noch eine 30km-Schleife abfahren. Die Strecke war gut beschildert und der Untergrund sehr griffig. Neben einer ziemlich langen Steigung waren auch einige schöne Downhillpassagen eingebaut worden. Nach einer 10-km Einführungsrunde sollte eine 49-km Schleife zweimal absolviert werden, so dass uns auch die Betreuer an einem Punkt doppelt beglücken konnten.

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Wie immer bei einer DM war alles was Namen und Titel hatte am Start. Mir war klar, dass es ein schnelles, brutales Ausscheidungsfahren werden wird. So wie gedacht, ging es dann doch nicht los, dennoch zu schnell für mich. Schnell war ich in der 3. Gruppe und die ersten 5 Master 2 waren weg. Toll, fängt ja genau so an, wie ich es befürchtet hatte.

Nach der Einführungsrunde nahm ich mir ein Herz und zog mit dem ehemaligen Meister DSC01813.JPGMichael Anthes (Rocky Mountain) das Tempo an. In einem Gewaltakt fuhren wir das Loch zu den restlichen Master 2 Fahrern zu. Diese freuten sich nicht. Danach verlor ich bei jedem Tempowechsel die Gruppe um auf den Abfahrten das Loch zu schließen. Keine komfortable Situation um Kräfte zu schonen.

Im letztem Downhill der ersten Schleife konnte ich erneut bergab zwei Fahrer aus meinem Rennen distanzieren. Als diese auch nach dem letzten Anstieg nicht wieder bei mir waren, wuchs die Zuversicht mal etwas an Tempo zuzulegen. Ich gab also Gas und der Körper erinnerte sich an das Langstreckenvirus. Also quälte ich meine 1:1 Übersetzung (36:36) die giftigen Anstiege hoch und konnte 25km vor dem Ziel neben zahlreichen Elitefahrern auch den bisherigen Zweitplatzierten Michael einholen.

Motivation pur, denn der hatte letztes Jahr schon mein Trikot geklaut. Also mit Schwung vorbei und weg. Leider nicht ganz, denn er ekelte sich wieder ran. An einem Steilstück hatte ich ihn aber im Sack. Die restlichen 16km waren dann nur noch ein Einzelzeitfahren um den Platz zu sichern. Der Führende kam nie in Sichtweite, so dass ich glücklich und voll zufrieden als Deutscher Vizemeister Marathon Master 2 ins Ziel bog. Glückwunsch geht an Lars Lindemann / Rapiro zum Gewinn des Titels.

Glücklich und zufrieden schaue in nun zur Bike-Transalp, welche ich mit Max Friedrich bestreiten werden. Er schaffte im Sprint leider nicht den Sprung aufs Podium bei den Master 1, dennoch sind wir beide gut in Schuß um als Team mal die Alpen zu glätten.

Verfolgt die Fahrt der beiden bekloppten Ingenieure, welche Verpackungsmaschinen aus Fischertechnik bauen und Carbonlaufräder im Keller laminieren: toMotion Racing by black tusk/Bergamont