Vattenfall Cyclassics: RTF oder Strassenrennen?

Es war mal wieder an der Zeit das Rennrad, bzw. mein Crossrad mit entsprechender Übersetzung, im Strasseneinsatz auszuführen. Zum einen hatte ich keine Lust erneut mehr Stunden auf den Autobahnen zu verbringen als auf dem Rad und zum anderen hatte ich nach der Transschwarzwald genug Walderlebnisse.

Nach einigen Jahren der Abwesenheit bei den Cyclassics war es in diesem Jahr wieder mal Zeit die 155km unter die Carbonlaufräder zu nehmen. Schnell bei Ebay eine Nummer ergattert, artig über das Ummeldeportal die Startunterlagen beantragt und mit Glück den Startblock A erhalten.

Die Anmeldung und Abwicklung der Meldungen, inkl. der Abholung hat schon eher Renncharakter, denn das läuft professionell. Auch die Aufteilung der 18.000 Starter in Ihre Startblöcke mit entsprechender Kontrolle war schon beeindruckend. Die Startzeit hingegen war mit 7:30Uhr mehr auf RTF-Niveau. Vielleicht kam mir das auch nur so vor, da mir schweinekalt war und ich mit Arm- und Beinlingen, sowie Weste ins Geschehen startete.

Erstaunlich ruhig, ohne viele Bremsmanöver und Stürze ging es raus Richtung Köhlbrandbrücke. Bereits hier setzten sich Fahrer ab, wobei das Feld ruhig blieb. Das hätte schon Renncharakter gehabt, wenn später auf der Verfolgung nicht immer die gleichen 5 Leute in der Führung gefahren wären. Man hatte das Gefühl, da sind 5000 Leute im Windschatten und keiner schafft es mal eine Minute im Wind zu fahren. Hier war mir klar, dass die meisten Jungs diese Taktik von den RTF´s kennen.

Ohne große Probleme absolvierten wir die 100km Schleife um dann raus Richtung Wedel nochmals den Wind voll von vorne zu erleben. Gleiches Bild, also einige Leute am Arbeiten, die anderen lästerten, dass das Stundenmittel so gering ist. Am liebsten wäre ich in die RTF-typischen Verpflegungsstationen abgebogen, hatte aber meine Wertungskarte nicht mit. So nahmen wir mit Rückenwind den Zielspurt in Angriff. Hier ließ ich dann locker, obwohl wir an eine Gruppe noch fast herangefahren sind. Ohne weitere Komplikationen rollte ich als 30er auf die Zielgerade um als 89er gewertet zu werden. Da hatten einige wohl zuvor doch nicht alles gegeben!

Gewonnen wurde das Jedermannrennen von zwei Kollegen, welche alleine 10min. auf das Feld herausgefahren haben. Das ist wirklich sportlich, denn 41km/h auf 155km fährt auch nicht jeder bei dem norddeutschen Wind. Vielleicht hatten die sich falsch gemeldet und wollten bei den Profis starten?! Mein Fazit ist trotzdem positiv, denn auf abgesperrten Straßen in meiner Heimatstadt zu fahren ist einmalig. Man sollte als Rennfahrer aber nicht mit dem Anspruch auf ein Radrennen am Start stehen, sondern den Tag genießen, wie die meisten der Starter auf den 100km- oder 55km- Runden.

Energieberg Rennen | An diesem Wochenende standen zwei Strassenrennen auf dem Programm, wobei ich zum Rennen am Samstag nach Georgswerden locker mit dem Rad fahren konnte. Ein neues Rennen auf einem sonst nicht zugänglichen Bereich, da durfte ich nicht fehlen, insbesondere da die Ringstrasse um den Berg auch etlich Höhenmeter bot.

Im Feld der Masterklasse waren wohl die üblichen Verdächtigen am Start, welche ich als MTB´ler natürlich nicht so genau kannte. Jetzt kenne ich sie, denn bei den Wertungen, welche alle 5 Runden vorgenommen wurden, konnte man die Schnellen gut erkennen. Ich kam mit dem Kurs gut zurecht. Mir gelangen einige Ausreißversuche und sogar das Einfahren einer Wertung, welche mir den 6. Gesamtrang bescherten. Dies war mein besten Ergebnis auf der Straße, weshalb mir das Rennen wohl besonders gefiel.

Sommerkriterium Gutenbergring | Auch wenn der veranstaltende Verein es ungerne lesen wird, aber dieses Rennen war nichts für mich. Im Industriegebiet ging es mehr oder weniger um vier Ecken mit topfebener Topografie. Wahrscheinlich lag es dann auch am Dauerregen und den Schlaglöchern auf der Zielgeraden, warum ich da lustlos rumeierte. Ich konnte in der ersten Gruppe gut mitfahren und auch bei dem einsetzenden Regen auf dem Rad in den Kurven bleiben, was manche nicht schafften.

Es war aber ein gutes Training für den kommenden Einsatz im Saarland. Bereits am Donnerstag starten wir zur Marathon-DM nach St.-Ingbert. Hier wollen wir dann erneut versuchen um den Titel mitzufahren. Die Strecke kommt mir entgegen und die Form scheint nun auch zu passen, so dass ich guter Dinge bin.