So schön kann Mountainbiking sein

In den letzten Wochen waren die Erfahrungen auf dem MTB eher durchwachsen. Mal lief es besser, dann wieder echt zäh und ich fing schon an den eingeschlagenen Weg anzuweifeln. Dementsprechend unsicher war ich auch bzgl. meines Startes bei den Landesverbands-Meisterschaften NDS und HH in Buchholz. Großspurig hatte ich mich bei der Elite gemeldet um dann etwas überrascht auf die Focus-Rapiro Starter zu schielen. Die Unsicherheit wurde aber mit eckigen Sprüchen übertönt, so dass der Startpfiff die Situation schnell klärte.

DSC01208.JPGRelativ zügig ging es auf die erste Runde. Der Buchholzer Stadtwald hatte in diesem Jahr auch seine ersten Drops und Sprünge. Ferner wurde jede Erhebung mehrfach genutzt, so dass man auf 100Hm pro Runde und 10min. Fahrzeit kam. Die Überholmöglichkeiten waren beschränkt, so dass man vorne sein musste um vorne zu sein. Schnell hatten Marvin Augustyniak (Fokus Rapiro) und ich eine kleine Lücke zum Rest gerissen. Marvin blieb hart am Gas und ich folgte nur.
DSC01276.JPGAn einem Steilstück ging ich dann vorbei um auch mal zu führen. Dieser kleine Rhythmuswechsel brachte ein paar Meter zwischen Marvin und mich. Nun musste die Entscheidung fallen: warten oder durchziehen!? Da ein Bergamont-Fahrer nur „always Vollgas“ kennt, sprintete ich die folgenden Anstiege hoch, um in den Abfahrten etwas Luft zu holen und auf dem rutschigen Boden nicht zu stürzen. Dies gelang gut.
 DSC01296.JPGIn Runde 3 wurde es dann nochmals spannend, als der Local-Hero Johannes Albers bis auf 20sek. aufschloß. Der Buchholzer Ultra-Fanblock schrie seinen Fahrer nach vorne, während ich schon im roten Bereich drehte. Ich konnte aber den Vorstoß abwehren und fuhr die verbleibenden Runden sicher dem Sieg entgegen.
 
Es war einer dieser Tage, wo es einfach lief. Gutes Wetter, ein wirklich sehr gute Strecke und ein gutes Körpergefühl. Man konnte sich quälen, auch wenn es schmerzte und man freute sich auf den nächsten Streckenabschnitt. Gut gelaunt nahm ich dann auch die Ehrung als Hamburger Meister Elite CC an, denn die Schnellsten fahren Bergamont Fastlane. Andre Zamponi wurde Dritter Niedersachse, nachdem er sich der Verfolgergruppe ergeben musste. Der Lokalmatador erreichte als Zweiter das Ziel vor Phillip Becker (HRV). 
Nun geht es weiter mit den Cyclassics auf einer leicht geänderten Strecke. Die zusätzlichen 20km sind aber eher flach, so dass es wohl wieder zum Sprintfinale kommen wird. Dank später Meldung stehe ich wohl sehr weit hinten, so dass es eine sportliche Trainingstour wird. Ich glaube ich nehme den neuen Crosser.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

 
 

Hart, Alt und Kult! Das war mein Wochenende

Hart, Alt, Kult – hätte eigentlich mein Motto sein müssen. Leider ist der Erfinder dieses Leidspruches der Erzgebirgsbikemarathon (EBM) in Seiffen. Seit nun 25 Jahren richten die Edelhelfer um Albrecht Dietze diese Veranstaltung nun aus und es lohnt sich immer noch. Natürlich durfte ich bei dieser Geburtstagsfeier nicht fehlen.

Dass man im Alter nicht rosten muss, zeigte der EBM wieder eindrucksvoll. Neben dem obligatorischen Bergsprint und der Unterhosenfahrt gab es in diesem Jahr ein 300km-Rennen. Unglaublich 10-Runden á 30km und 9000Hm standen für die 17 Starter an. Wenn das Rennen nicht über die Nacht gehen würde, dann hätte ich evtl…..aber nachts schlafe ich und fahre nicht MTB-Rennen.

Für mich standen also nur 100km an. Schon kurz nach dem Start wurde es zügig. Eigentlich dachte ich, dass ich gut drauf wäre, aber das Gefühl täuschte. Schon beim ersten Anstieg war ich weit weg von den Leuten, an denen ich dran bleiben wollte, aber ein Marathon beginnt erst nach 3 Stunden Fahrzeit. So fuhr ich mit Christan Gross die erste Runde um dann ab Runde zwei besser in Tritt zu kommen.

Die geänderte Runde hatte einige technische Leckerbissen, welche bei dem guten Wetter bestens zu fahren waren. Die neuen Anstiege waren mir etwas zu lang, da ich das Sägezahnprofil eher mag, dennoch konnte ich auf der letzten Runde einige Mitstreiter überholen.

Gegen Ende war ich aber auch platt und freute mich auf die letzte Abfahrt. Nach diesem schönen Streckenabschnitt, folgt aber noch der Anstieg des Bergsprintes. Hier war es um mich geschehen und ein Platz ging noch verloren. Am Ende wurde es der 11. Gesamtrang und der Sieg in meiner Altersklasse.

 

In der nächsten Woche geht es in Buchholz um die Hamburger Meisterschaft auf der Cross Country Distanz. Mal sehen, ob die gewonnenen erzgebirgischen Holzschnitzereien die Motivation beflügeln?!