20 Jahre Salzkammergut Trophy

Über die letzten Jahre ist die Salzkammergut Trophy in Bad Goisern zu dem bedeutendsten Rennen in Österreich und zu der ultimativen Herausforderung für den Rest der bikenden Welt geworden, zumindest der 200er. Ehrfürchtig machen andere Fahrer Platz, wenn die A-Strecke kommt, denn min. 200km und 7000HM sind die Eckdaten, welche man an dem Renntag zu bezwingen hat.

Ein Sponsor überredete mich  zum Start bei dieser Herausforderung, welche ich 2001 als Nobody aus Deutschland überraschend gewann. Seit diesem Sieg hat mich das Rennen in seinen Bann gezogen. Es ist einfach überwältigend dort zu fahren, sei es die Strecke, die Zuschauer, die Betreuung als auch die unbeschreibliche Zieleinfahrt.

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Trotz stetig gestiegener Starterzahlen, kämpft man sehr, sehr viel alleine gegen sich und die nie nachlassenden Höhenmeter. Während man nach dem Start die ersten 1000HM fast wie im Schlaf abspult, werden spätestens ab dem Salzberg die Anstiege endlos. Mehrere Male stand ich da schon neben dem Rad und schrie die Wurzeln an. Ist aber zwecklos, denn nach Hause bringt einen ja eh keiner. So bin ich bei meinen 11 Teilnahmen auch 10 mal angekommen. Der Schnee im Jahre 2009 war einfach zu kalt für mich, obwohl der Ausstieg auf Platz 3 liegend sehr schmerzte.

Unvergessen blieb die Trophy von 2006, wo zwei Deutsche (Jörg Hüter und ich) den späteren Sieger Stefan Kogler jagten und der „Betreuer der Deutschen“ neben Trinkflaschen auch Liveinterviews geben musste. Es lief an diesen Tag einfach rund und die Sonne lachte über Goisern, auch später nach einigen Bieren.

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Nicht ganz unschuldig an dieser Trophy ist natürlich Martin Huber, jetzt auch Ehrennadel in Gold Besitzer, der nicht nur die Gemeinde in Bad Goisern von seiner Idee überzeugte, sondern auch immer für interessante Sportler an der Startlinie sorgte. Das Rennen 2002 gegen Tinker Juarez oder 2008 gegen Thomas Dietsch waren echte Highlights für mich.

Natürlich hatte ich bei allen Rennen nach 2001 das Ziel nochmals das Ding zu gewinnen, was mir leider nicht gelang. 2011 war ich dicht dran, aber Wolfgang Krenn rettete die 90sec. ins Ziel, was mich bis heute noch wurmt. Ich bin dennoch mit meiner Bilanz (Sieg 2001, Zweiter 2006/2011, Dritter 2002/2007/2008 und Vierter 2004/2010/2014) sehr zufrieden, so dass es 2017 etwas entspannter in den Startblock ging.

800 Teilnehmer hatten 2017 für den 200er gemeldet. 5Uhr und es regnet stark bei ca 14°. Hier muss man schon eine gesunde Motivation haben und ein Kleidungsstück mehr anziehen. Geändert hat sich über die Jahre das Anfangstempo in der Startphase . Warum man in Einerreihe und 41km/h in den ersten Berg reinhämmern muss, muss Daniel Rubisoier beantworten, der zusammen mit den ganz eiligen in der Wolkendecke verschwand.

Ich hielt mich zurück und reihte mich zwischen Platz 16 und 25 in den ersten Rennstunden ein. Mit zunehmender Fahrzeit und anhaltendem Regen bogen wohl einige Schnelle eher ab und ich arbeitete mich nach der zweiten Durchfahrt in Weissenbach bis auf Platz 11 vor. Auf den Weg zum Salzberg versuchte ich Kräfte zu schonen um die 4.536 Kehren ohne Krämpfe zu bewältigen. Dies gelang mir gut und auch der darauffolgende Teeranstieg ging noch so. Danach war aber der Dano im Arsch.

Nach meinem Trümmerbruch der Hand im April wurde das Radtraining erst wieder vor 7 Wochen aufgenommen. Dies reichte wohl nicht so ganz um das Tempo über die komplette Distanz durchzustehen. So verlor ich in den beiden letzten Anstiegen ca. 10min und 3 Plätze. In diesem Jahr nahm ich es aber sportlich, denn ich hatte nur das Ziel anzukommen und nochmals den 200er zu finishen. Dies gelang mir dann in 11:40Std auf Gesamtrang 14.

Mit dieser Platzierung habe ich mich persönlich vom Salzkammergut und der Trophy verabschiedet. Es ist eine der besten Veranstaltungen überhaupt und sie hat mein sportliches Leben geprägt, aber nun ist Schluß als Aktiver! Mein Glückwunsch geht an den Sieger Konny Looser und allen 504 Finishern.

 

Jetzt wird es ernst: Salzkammergut Trophy 2017

Lange ist es her und ich weiß auch nicht, ob die Entscheidung richtig ist, aber am kommenden Samstag steht für mich die Salzkammergut Trophy an. Nach meinem Sieg in 2001 habe ich es etliche Male erneut versucht, aber ein weiterer Sieg blieb mir verwehrt. Dies wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern, aber beim 20-jährigen Jubiläum darf ich als Ex-Sieger nicht fehlen. Etliche Helden der vergangenen Jahre werden sich nochmals auf die 210km und 7000Hm Strecke wagen und schauen, ob die letzten Jahre spurlos an einem vorbeigezogen sind.

Dano vor Tinker Juarez, der MTB-Legende und Sieger 2002

Meine Vorbereitung stand unter keinem guten Zeichen und ich fahre der Form etwas hinterher. In den letzten Rennen zeigte die Kurve aber wieder etwas nach oben. In Biesenrode konnte ich zwei von drei Runden in der Spitzengruppe mitfahren. Auch wenn es nach hinten raus zäh und hart wurde, der Sieg in meiner Altersklasse war mir nicht mehr zu nehmen.

Beim Strassenrennen in Wernigerode spürte ich dann, wie viel noch fehlt zur Topform. Ich konnte zwar das C-Rennen im Feld beenden, aber es reichte nicht um ansatzweise ein Zeichen zu setzen. Der Kurs „Rund um das Leergutlager“ war auch nicht wirklich mein Profil.

Beim 59km Marathon in Saalhausen gab es dann die zweite Klatsche. Während Klaus Reinisch (Rapiro) das Feld von vorne wie ein Führungsmotorad zerpflückte, kämpfte ich um den Anschluß, bzw. um den Rückstand gering zu halten. Das regnerische Wetter war am Ende dann doch ziemlich kräfteraubend, allerdings auch bei den anderen. So wurde es dann doch der 5. Rang in der Gesamtwertung und der Zweite bei den Masters.

An diesem Wochenende wurde dann doch nochmals die Form auf der Langstrecke getestet. So legte ich den Weg zur Ostsee mit den MTB abseits der Strasse zurück. Hier merkt man erst, wie schön unser Norden ist.

Drückt mir nächsten Samstag ab 5:00Uhr die Daumen.