Der Rat vom Fachmann

Letzte Woche war auf dem Rückweg aus Schweden ein Stopp bei der Norddeutschen Meisterschaft der Nordverbände in Meck-Pom geplant. Irgendeine Wetter-App drohte Regen an, so dass der Dano auf das Strassenrennen verzichtete. Das schlechte Gewissen folgte am Montag, als der Fahrradhändler meines Vertrauens, Robert Karrasch, die einfache Frage stellte: Wo warst Du, ich habe Dich vermisst! Auf meine Bemerkung, dass Regen angedroht war lachte er und sagte, da wo er fahre regne es nicht.

Bähm, das saß. Mein schlechtes Gewissen hatte er voll getroffen und ich suchte mir sofort ein Rennen für das kommende, also dieses Wochenende aus, auch wenn ich Samstag noch ein paar Flugzeuge bauen musste. Die Wahl fiel auf den Marathon in Erndtebrück im sauerländischen Randgebiet bei Olpe. Das Gute an der Ländlichkeit ist die Netzlosigkeit, so dass die Wetter-App ohne mich auskommen musste.

Der Renntag begann mit einem guten und rechtzeitigen Frühstück und auch die Parkplatzsituation vor Ort war entspannt. Ein kurzer Blick zum Himmel und das Einfahren auf der Runde sagten mir aber, zieh was Wasserdichtes an. Mein Outfit machte einige Konkurrenten skeptisch und sie zogen sich auch noch mal was über,  denn bei einer 90km Runde ist frieren keine Alternative. Pünktlich machte sich der kleine aber hochkarätige Startblock auf ins Ungewisse.

Schnell setzten sich Mathias Frohn (Firebike) und Dominic Klemme (Stevens) ab, während mein Favorit (Robert Mennen / Firebike) wohl schon am reparieren war. Ich hielt mich an Position 4 auf und ärgerte meine Begleiter auf den Abfahrten. Es folgte im Ziel die Ansprache, dass man mir bergab nicht folgen konnte. Grins, liegt nur am Fastlane-Bike von Bergamont.

Die restlichen Kilometer genoß und litt ich im Wechsel. Die Strecke gefiel mir sehr gut, denn sie war abwechslungsreich, anspruchsvoll und nicht gewöhnlich. Auch der Untergrund hatte seinen Reiz, denn es war glitschig, matschig, rutschig und richtig dreckig. Mir gefiel es, auch wenn der zwischenzeitliche dritte Gesamtrang wieder verloren ging und die Führenden wieder aus meinem Blick verschwanden. Am Ende stand Rang 4 und der Sieg in der Masterklasse bei mir an und Ben Zwiehoff gewann mit unglaublichen 9min Vorsprung die 60km-Runde.

Zu guter Letzt gab es noch einen Fahrradständer und einen Fleischwurstkringel für den Sieg. Nette Kombination die diesmal tatsächlich auch Gebrauch bei mir findet, wenn nicht anderweitige Kühlschrankräuber zum Zuge kommen.