Deutsche Meisterschaft in Arnstadt?

Nanu, was ist das denn für eine Überschrift? Meine Sportpsychologin hat mir aber geraten, ich solle negative mit positiven Erlebnissen mental verbinden. Na dann, nichts leichter als das. Nicht so tolle Veranstaltung versus sehr geile Veranstaltung. 120km Wald- und Wiesenautobahn oder doch lieber endlose flowige Trails? Wer die Deutsche Meisterschaft im Schwarzwald gefahren oder bei den Bewegungswelten Arnstadt gestartet ist, der weiß was gemeint ist.

Meine Deutsche Meisterschaft in Furtwangen im Schwarzwald war ein Desaster. Schon die Begutachtung der Strecke in den beiden Tagen vor dem Rennen war eher zufälliger Natur, denn eine durchgängige Ausschilderung war nicht vorhanden. Am Renntag stand aber die Strecke und mit der Startzeit um 7:00Uhr morgens hatten wohl alle ihre Probleme. Nach 7km im großen Feld auf einem Radweg ging die DM dann los.

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Rein in den ersten Anstieg kam ich noch gut um dann festzustellen, dass ich Betonbeine habe. Mann lief das schwer und die ersten Kollegen aus meiner Klasse fuhren an mir vorbei. Ab nun begann der Kampf gegen sich selber und die Hoffnung auf ein „Öffnen“ der schweren Oberschenkel. Dies wollte aber nicht so richtig gelingen, so dass ich zur Hälfte des Rennens auch Platz 2 ziehen lassen musste.

Froh war ich dann, als auch der dritte Rang 20km vor dem Ziel an jemand anders vergeben wurde. Ich hatte wirklich starke Krämpfe und null Motivation noch zu fighten. Hatte ja auf den letzten 100km Zeit über die vergebene Chance nachzudenken. Es ging einfach nicht, was man auch mal hinnehmen muss. Lieber einen schlechten Tag haben, als mit Bombenform am Material zu scheitern. Glückwunsch an alle Sieger der DM. Besonders freut es mich, dass Karl Platt es bei den Männern nochmals geschafft hat.

DSC09811.JPGIm völligen Gegensatz zur DM zeigte sich die Veranstaltung in Arnstadt. Beim Bergzeitfahren setzte ich auf mein neues Crossrad. Schon beim Start war es eigentlich vorbei, denn ich verfuhr mich in der ersten Kurve. Danach half aber das dann doch etwas leichtere Rad um mich auf Platz 4 zu katapultieren.

Im Eliminator, also dem Rennen der vier Besten, war es nicht wirklich spannend, denn mit Steffen Thum, Simon Gegenheimer und Markus Werner waren nur wirklich Superschnelle am Start. Dass der Worldcupsprinter Simon vor Steffen gewann war dann keine Überraschung. Mein Platz vier mit ein paar Sekunden Rückstand war o.k und stimmte mich zuversichtlich.

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 Am Samstag folgte dann das Cross Country Rennen im Rahmen des Mitteldeutschlandcups, was direkt über und um den Marktplatz und in den Stadtwald ging. Wer mehr von der geilen Runde mit etlichen Höhenmetern und einigen kniffligen Stellen sehen möchte, der sollte hier meinen Kampf miterleben. Ich glaube es war mein erster Sieg, denn ich in einer Abfahrt holte. Während der Europameister Klaus Reinisch (Fokus Rapiro) die Mädchenspur wählte, polterte ich mit dem Bergamont Fastlane über die Northshore-Rampe. Hier gewann ich die Meter, die zum Sieg führten.

Mit den besten Wetteraussichten ging es dann am Sonntag auf die verschiedenen Schleifen. Einmal A und dreimal B macht 75km puren Spaß. Nach dem Start suchte ich mir das Hinterrad von Marcel Kittel aus, der tatsächlich auf dem MTB die lange Schleife in Angriff nahm. Während Markus Werner und Christian Kreuchler die Flucht nach vorne antraten, musste ich auf der ersten Abfahrt zunächst das Loch zu Marcel wieder zufahren, da einige Sportsfreunde eine Lücke haben entstehen lassen.

DSC00601.JPGDanach ging es sportlich zügig mit Klaus und einigen anderen Fahrern auf die Verfolgung. Während ich auf den Trails stets fluffig eine Lücke reißen konnte, rollten die Jungs auf der Ebene wieder ran. So hatten wir alle einen Riesenspaß bis zur dritten Ortsdurchfahrt, da zwei Begleiter ins Ziel fuhren. Hier wurde mir auch zugerufen, dass ich nun auf Platz 2 liege, da Christian wieder ein paar Platten hatte. Nun musste nur noch Robin Oster abgehängt werden. Der war aber eine wirklich harte Nuss, da er sich zahlreichen Attacken erfolgreich widersetzen konnte. Am Ende konnte ich aber den letzten tollen Trail genießen und freudig als Gesamtzweiter ins Ziel einbiegen.

Hinter mir lagen drei schöne Tage auf einer toll organisierten Veranstaltung mit einer der besten Strecken auf deutschem Boden. Hier stehe ich im nächsten Jahr erneut am Start, ob mit oder ohne DM. Bewegungswelten 2016 ist schon gebucht.

Hier die neusten Bilder des Bergamont Factory Teams: always Vollgas