Die Titelkämpfe

Die WM in Gossau, das Cross-Race in Albstadt, die DM in Borna und das Stevens-Cup Finale in Bucholz waren die Stationen der letzten zwei Wochen. Am Ende der Saison bin ich der Deutsche Serienvizemeister, der gegen den französischen, italienischen und spanischen Meister verliert, aber bei der norddeutschen Elite den zweiten Platz in der Stevensserie belegt. Also alles gar nicht so übel.

Die Master WM in Gossau | Es waren drei Tage, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Wir reisten in den Winter und fanden eine geräumte Strecke vor. Das erste Training auf der Runde machte richtig Spaß, denn die Runde war schnell und der verschneite Untergrund forderte die Technik des Fahrers. Bereits am folgenden Tag war alles anders, denn das Eis und der Schnee war geflüchtet und es wurde jetzt matschig.

DSC01445.JPGAn meinem Renntag waren dann die Bedingungen wie im letzten Jahr, nur schlimmer. Die 20cm Schnee waren über Nacht geschmolzen und befanden sich in dem 20cm tiefen See hinterm Depot. Aus der ersten Reihe durfte ich starten und fuhr auch an zweiter oder dritter Position in den Schlamm. Leider war ich nach der Seedurchfahrt schockgefrostet und wurde auf Platz 6 zurückgeworfen. Als ich wieder ins Rennen fand wurden auch schnell ein Schweizer und ein Belgier überholt und Platz 3 ins Visier genommmen. Leider reichte es nicht an diesem Tag die Lücke zu schließen und es wurde erneut die Holzmedaillie mit Platz 4. Natürlich gab es dort nicht diese tollen Pokale, sondern erst in Buchholz von Lolo an Lars Erdmann (Ü50) und mich (Ü23).

Challenge Cyclo Cross Race in Albstadt | Auf unserer Reise durch Deutschland war ein Stopp in Metzingen geplant um den Kleiderschrank wieder aufzufrischen. Nach einem Tag bei Gucci und Boss war ich wieder bereit zum Radeln. Da Stephan Salschneider kurzfristig das Crossrennen in Albstadt wiederbelebt hatte und die Sonne schien, machte ich mich auf den Weg. Ich fand bei winterlichem Sonnenwetter einen modernen Kurs vor, der als natürliches Hinderniss einen Bahndamm hatte. Der Rest der Runde war ein Mix aus Wiese, Wegen und Passagen mit Treppen durch die zwei Fußballstadien.

Die Sandpassage fiel dem Bodenfrost zum Opfer, weshalb ich die gar nicht entdeckt habe. Es machte aber Spaß, denn der Wechsel zwischen Schnee, etwas Matsch und befestigtem Untergrund war ein guter Test für die DM. Mit einer Fahrzeit von 35min gewann ich das Masterrennen ohne große Probleme. Hätte mir auch Sorgen gemacht, wenn dies nicht so gewesen wäre. Auch das Kuchenbüffet war gut, weshalb man diese Veranstaltung unbedingt wiederholen sollte, insbesondere da man am Feiertag ja sowieso nichts zu tun hat.

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Deutsche Meisterschaft in Borna | Nach einem weiteren Kulturstopp in Weiden ging es ins Braunkohleland nahe Leipzig. In einer netten FeWo schlugen wir zusammen mit Hauke und Mark unsere Bergamont Basisstation auf. Kurze Wege zur Strecke machten das Training unkompliziert, allerdings war man schon ziemlich dreckig nach dem Abfahren der schönen Runde. In einem Waldgebiet ging es ziemlich rauf und runter über einige Erdwälle mit steilen Abfahrten. Leider war die Wiesenpassage schon umgepflügt, so dass man mit 400Watt in Zeitlupe durch den Morast schlich.

Bei unserem Rennen der Masters 2 war das Wetter perfekt, denn die Sonne schien und wir hatten 15°C. Ich erwischte einen Blitzstart und führte die Meute aus dem Stadion. Als einziger fuhr ich den ersten Wiesenanstieg hoch und sicherte mir so einen Vorsprung für die kommenden Passagen. Bis in die zweite Runde konnte ich in der ersten Position bleiben, bevor der Titelverteidiger Ralph Berner aufschloß und mir mein Leben schwer machte. Nun wurde gekämpft um sein Hinterrad zu halten. Leider zogen mir die Wiesen- und Laufpassagen den Saft aus den Beinen und ich fiel auf Platz 3 zurück.

Ich konnte aber die Schmach gegen einen Bremer, Vladi Riha, zu verlieren dann doch noch abwenden und fuhr erneut als Vizemeister nach großem Kampf über die Ziellinie. Hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht, aber Ralph war wieder Top-Fit an diesem Tag und der schwere Boden fand auch seine Gegenliebe. So bin ich zwar Sieger der Herzen, aber dafür gibt es kein eigenes Trikot. Mal sehen, was im nächsten Jahr in Vechta so passiert.

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Stevenscup-Finale in Buchholz | Zum Schluss folgt immer das große Kino in der Schützenhalle in Buchholz: Bier, Suppe, Kuchen und viel Applaus. Einmal für die Sportler, zum anderen aber auch für die vielen Veranstalter und ehrenamtlichen Helfer mit einer stehts gut gelaunten Lolo und einem redewütigen Rene. Schön war es und ich glaube alle fuhren glücklich nach Hause.

Zuvor war aber nochmals Radrennen angesagt. Der einsetzende Schneefall machte die Strecke rutschig, so dass meine Slicks etwas zu glatt für den Untergrund waren, aber die Reifen waren nicht ursächlich für meinen verpassten Start. Von einer hinteren Position ging es aber dann doch relativ gut nach vorne, obwohl an diesem Tag nicht mehr als Platz 6 drin war. Mit Max Lindenau und Jannick Geisler, sowie einem niederländischen Sportsfreund waren auch die Podiumsplätze schnell vergeben. Ich hatte mit Tim Rieckmann zwar Platz 5 noch in Sichtweite, aber ich konnte ihn heute nicht stellen.

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Es reichte aber in der Gesamtwertung für Platz 2  des Stevens-Cups hinter Jannick und vor Sebastian Sattler. Das war ein gelungener Abschluss der Saison und ich freue mich nun auf ein paar ruhige Wochen, wo das Leben ohne Sport wieder im Vordergrund steht. Ab März heisst es dann wieder „always Vollgas“ und zwar auf Mallorca für das Bergamont Factory Team.

Bis dahin chille ich das Leben. Dano

Hier die neusten Bilder des Bergamont Cyclocross Teams: always Vollgas