Zwei kurz, zwei lang und dann?

Wenn man in der einschlägigen Fachliteratur nachlesen würde, was ich natürlich nur selten mache, dann käme dort der Rat der wechselnen Belastungen als Bereicherung für die Fitness des Athleten. Nahm ich mir zu Herzen und zog mal nach zwei kurzen Rennen am letzten Wochenende, zwei lange Rennen aus dem Terminkalender.

DSC06678.JPGDie Mega-Sport Veranstaltung in Sundern mit Runden von 50 und 100km waren der Auftakt zu einem sehr anstrengenden Wochenende. Nach 45min. waren wir noch in Blickweite unseres Wohnzimmers. Toll, so ein Stau in der Hansestadt zu Ferienbeginn. Wir kamen aber noch rechtzeitig zum Essen in Sundern an und fielen danach erschöpft ins Bett.

Geweckt von Jens W., der Stimme des Marathons, machte ich mich langsam rennfertig. Ist halt praktisch ein Zimmer am Startbogen zu haben, obwohl dann doch noch etwas Hektik aufkam, als kurz vorm Start eine Speiche riss. Das Ersatzlaufrad war aber griffbereit und ein lehrreicher Tag begann. Zuversichtlich fuhr ich als Dritter mit Startnummer drei ins Gelände um dann festzstellen, dass hier heute die schnellen Leute das Sagen haben und nicht die Platzhirsche.

DSC06766.JPGSo ging es eher nach hinten in die Verfolgergruppe. Hier fuhren wir aber anständig Rad und wechselten uns schön in der Führung ab. Einige Male schafften wir noch den Anschluß, bevor wir dann endgültig den Kontakt verloren. Gemeinsam ging es mit Sven Pieper und Klaus Reinisch (Rapiro) in den letzten Anstieg der ersten Runde. Hier verabschiedete ich mich von den Kurzstrecklern und fuhr in die zweite Runde.

Hier kam mein Diesel langsam in Schwung ich ich bolzte ordentlich Tempo. Ich fühlte mich gut und hoffte noch darauf einige Starter vor mir einzuholen. Dies war bedauerlicher Weise nicht der Fall, sondern Roland Golderer rollte von hinten auf. Unglaublich, damit hatte ich nicht gerechnet. So ging es den Rest der Runde gemeinsam weiter, bis er mich am letzten Anstieg abstellte. Ich kam somit als 7. ins Ziel mit viel Rückstand auf Sören Nissen (DEN). So hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber die Jungs vor mir sind auch 15min. schneller gewesen, als im letzten Jahr.

DSC06866.JPGWas folgt auf ein langes Rennen? Ein langes Rennen in Bad Harzburg natürlich. Ich muss aber ehrlicher Weise gestehen, dass ich die Entscheidung direkt nach dem Start im ersten Single Trail bereute. Während die Markworth-Brothers flockig den Berg hochkurbelten, brach ich mir fast die Kniescheibe um nicht umzukippen. So kam ich als 6. aus der ersten Runde.

Auf den folgenden vier Runden änderte sich aber die Lage dann doch noch. Zunächst musste Danny Götze abreißen lassen. Danach fuhr ich auf Platz 3, der von Arne Vettermann belegt wurde, auf. Die M-Brothers schalteten sich selber aus, denn der eine hatte Defekt am Rad, der andere an den Beinen. So waren wir mit Arne auf einmal die Führenden. Nach 80km war aber mein CERS alle und Arne hatte freie Fahrt. Völlig fertig kam ich als 2. ins Ziel. 5-mal diesen Berg hoch ist einfach nichts für mich!

DSC07512.JPGEs war ein gutes Wochenende für kommende Rennen, denn 200km im Renntempo fährt man selten. Ferner wurden an beiden Tagen die Master 2-Wertung gewonnen, so dass das Bergamont Hayes Factory Team mal wieder ein paar Pokale gewonnen hat. Am kommenden Wochenende geht es nach Wetter. Hier gibt es einen Marathon, der nur um die Ecken geht. Da freue ich mich schon drauf.

Hier die neusten Bilder der Bergamont-Jungs: always Vollgas

Super Strecke, super Veranstaltung, super Rennen….super geil!

Alle haben immer gejammert, dass man Ostern nur Eier suchen, anstatt Rennen fahren kann. Dem Leiden hat Olaf Nützsche und sein 35-eiriger Betreuerstab ein Ende gesetzt. Der Biehler- und Deutschland-Cup in Bad Salzdetfurth ist ein neuer Meilenstein im MTB-Kalender, denn zwei Tage auf diesen neuen Kurs sind echt mal eine Herausforderung für Sportler und den Würstchenbräter.DSC06044.JPG

Ich reiste mit gemischten Gefühlen in die Sole-Stadt, denn hier musste ich auch schon Niederlagen einstecken. Ferner wusste man auch nicht so genau, was Olaf mit dem Radlader so angestellt hat und wie viele „Herzinfaktpassagen“ eingebaut wurden. Ich muss gestehen, dass er einen flüssigen, anstrengenden, kräfteraubenden aber für alle fahrbaren Kurs zusammengebastelt hatte. Respekt Jungs, echt ein Kurs für schnellen Mountainbikesport. DSC06085.JPG

An beiden Tagen wurden alle Master-Klasse gemeinsam auf die Runde geschickt. Während am Samstag noch ein Loch von 15sek. auf die Master 1 zugefahren werden musste, hatten wir am Sonntag gleich eine große Gruppe, welche in den Startloop geschickt wurden um das Feld zu entzerren. Der Matsch von Samstag hatte sich zu Ostern auch verzogen, so dass das Rennen nochmals schneller wurde und noch mehr Spaß machte.DSC06480.JPG

Das Bergamont Hayes Factory Team mit André Kleindienst und mir versuchte an beiden Tagen den maximalen Erfolg ins Nest zu holen. Samstag gelang es uns gut die Master 1 und 2 Klasse zu gewinnen. Nach dem Ostergrillen bei den Kleindienst war am Sonntag wohl etwas Eierlikör in den Waden von André. So übernahm ich früh die Führung und gabe diese auch nicht mehr ab, obwohl Sven Pieper (Rapiro) mich mächtig unter Druck setzte. Platz 3 wurde es für André und somit ein gelungener Einstieg in die Cross Country Saison.

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Mit Olaf Nützsche und Klaus Reinisch (beide Rapiro) am Samstag und wieder Olaf und Clemens Sietas standen bekannte Jungs mit mir auf dem Podest. Es war ein geiles Osterfest in Bad Salzdetfurth was eindeutig mehr Fahrer verdient hätte. Hier ist mal ein Umdenken gefragt, denn man kann auch mit der Familie an der Rennstrecke die Eierchen vernaschen.

DSC06136.JPGNächste Woche wird es dann etwas länger, denn beim Mega-Sport in Sundern stehen 50 oder 100km zur Wahl. Mal sehen, wie im Jahre 2014 das Sauerland so ausschaut….Ach ja, falls das Wetter mitspielen sollte, werde ich wohl am Sonntag noch mal bei Danny Götze zum Cola-Rum oder Bad Harzburger Marathon vorbeischauen.

Hier die ersten Bilder mit neuem Chip in der Kamera: hier feiert man Ostern

Meine Vision 2014

Kein Jahr ohne Ziel. Dies gilt natürlich auch für mich. Man sitzt am Anfang des Jahres vor der Rennplanung und schaut, was so an Saisonhöhepunkten in den Kalender passt. In diesem Jahr steht ein Highlight im Juli an. Ich werde mir wohl zum letzten Mal die Salzkammergut-Trophy „antun“, denn es wird in diesem Jahr noch die leichte Variante mit 210km und 7000Hm geben. Der Veranstalter plant nämlich schon die Trophy 2.0 reloaded the next level….und da wird wieder eine 50% Ausfallquote eingeplant. Und das ist nix für mich.

Um mich auf die Herausforderung vorzubereiten, suchte ich mir den Kyffhäuser MTB-Marathon und Helmuts Höllenritt an diesem Wochenende aus. Ich hatte zwar an beiden Tagen nur die Hälfte der Trophy-Kilometer und ein siebtel der Höhenmeter auf dem Tacho, aber das sind Nebensächlichkeiten. Hauptsache es klebt wieder eine Startnummer am Lenker und das Wasser tropft aus dem Helm.

Der Kyffhäuser MTB-Marathon war letztes Jahr etwas schlammig, was ich sofort beim Veranstalter monierte. Dies wurde bei der 37. Auflage berücksichtigt und die Strecke war in einem perfekten Zustand. Da gab es an keinem Punkt etwas zu meckern (oder doch?). Nach dem Einrollen über die Landstraße ging es ins Gelände. Hier steht der „Gradmesser“ für die Saison 2014. Kommt man gut über den Berg, dann läuft es in der Saison. Wird man hier abgehängt, dann muss man nachsitzen und fleißiger trainieren.

Bei mir lief es gut, denn ich kam mit dem späteren Sieger (Christian Kreuchler) über die erste Kuppe. Ich malte mir schon aus, wo ich die Attacke aus der Fünfergruppe setzen soll, um nicht wieder im Sprint zu verlieren, als nach 20km in einer unspektulären Passage der Reifen seine Luft und ich spontan die Lust verlor. Ich musste nun einen Platten reparieren. Hier werde ich wohl nachsitzen, denn es dauerte ewig und zig Leute flogen vorbei. An Position 60 nahm ich das Rennen etwas angespannt wieder auf.

Es lief an diesem Tag gut, weshalb ich an der Streckenteilung nach 40km schon auf Platz 20 lag. Alleine gegen den Wind auf den langen Flachpassagen ist natürlich nicht einfach, das werden die Leute bestätigen, welche versucht haben bei mir im Windschatten zu bleiben. So flog ich förmlich an den Leuten vorbei und bog als 10. und 3. bei den Master 2 in den Zielbereich ein. Es war ein gelungener Auftakt, denn die Form stimmt und die Veranstaltung war wie immer nett, besonders das Wetter. Danke ans Kyffhäuser-Team.

Von meinem Zwischenstopp im Harz ließ ich am Sonntag den Wagen umweltschonend Richtung Dannenberg ausrollen. Hier hatte Vatter Brzezinski zum legendären Höllenritt geladen. Da durfte ich als Titelverteidiger nicht fehlen. Heute zog ich das neue Fastlane Teamfully aus dem Auto, um den Leuten mal zu zeigen, was mit so einem Teil möglich ist.

Da Vatter aber diesmal seinen Sohn Fabian dazugeladen hatte, wurde das Rennen schnell und gnadenlos. Ich versuchte auf den ruppigen Passagen das Tempo über die 5 Runden a 8km hoch zu halten, während Fabian am steilsten Berg immer seine Kraft unter Beweis stellte. Bis Runde vier folgten noch Thorben Saßnick und Thomas Zühlke brav schnaufend im Windschatten, bis Fabian erneut attackierte.

Ich konnte Fabian gerade noch paroli bieten, bis zum nächsten kurzen Anstieg. Hier war mein Akku leer und ich musste ihn widerwillig ziehen lassen. Ich hätte gerne meinem Ex-Teamkollegen den Sieg streitig gemacht. Er gab aber zu, dass es der härteste Höllenritt für in war. Obwohl,  ein Höllenritt war es nicht, denn auch hier passte das Wetter, die Strecke und der Rest sowieso. Hölle war eigentlich nur das Kuchenbüffet am Ende der Veranstaltung, denn 10 verschiedene Kuchensorten mit Kaffee für lau ist echt teuflisch gut.

Nun geht es motiviert in die kurzen Osterwochen. Werde wohl am Oster-WoEn mal in Bad Salzdetfurth zur Doppelveranstaltung im Bikepark vorbeischauen. Olaf Nützsche hat so sehr geschwärmt, dass ich mir selbst mal ein Bild machen muss. Habe ja nicht nur gute Erinnerungen an diesen Ort 🙂

Immer auf’m Lack!

Der Trott hat mich wieder und das ist gut so. Nach einer etwas anstrengenden Phase im Büro benötigte ich auch wieder mal die Herausforderung auf dem Rad. Da Teamkameraden und Freunde genug von mir haben oder keinen Urlaub bekamen, mussten wir mit Petra wieder Mal einen kurzfristigen Trainingsurlaub planen. Randbedingungen waren wie immer die gleichen: kurze Hose und Trikot, sowie landschaftlich und kulturell reizvoll.

Foto(3).JPGNach 3min. intensiven Überlegungs waren wieder die Kanaren die erste Option, da mir für die Cape Epic in Südafrika der Partner fehlte. Es dauerte dann aber ein noch paar Tage, bevor ich die Entscheidung gefällt hatte, ob Rennrad oder MTB mit in den Urlaub sollte. Wir entschieden uns erneut für Lanzarote, da man hier auf dem Rennrad gute Bedingungen vorfindet und das Hotel Las Costas in Puerto del Carmen ein perfekter Stützpunkt ist.

Zu meinem Glück hatte Raoul Rothe vom HRV noch seinen Flug verschieben können, so dass wir meinen ersten Dreierblock gemeinsam genießen konnten. Es ist einfach schön, wenn man alles kennt und sich sofort heimisch fühlt. So störte mich der starke Gegenwind am ersten Tag nicht. Auch nicht am zweiten oder dritten Tag!

Foto(5).JPGWir fuhren wieder die schönen Runden durch die Feuerberge oder durchs Gebirge. Das wirklich tolle an der Insel ist die Landschaft und der entspannte Straßenverkehr. Lediglich die Triathleten bringen etwas Hektik in den Alltag, den Grüßen und Schalten in der Liegeposition bei Seitenwind bringt die Jungs gerne mal auf die Gegenfahrbahn. Gut das wir Grüßen , Trinken, Telefonieren und Lenken können!

Was man allerdings anmerken sollte, sind die etwas rauen Strassen. So habe ich innerhalb von zwei Wochen die Hinterradpelle blank gefahren, obwohl ich immer auf’m Lack fuhr. Der weiße Strich am rechten Fahrbahnrand hat einfach den geringsten Reibungskoeffizienten und diese 10cm Lack treffe ich nach den zwei Wochen auch bei 5 Windstärken Seitenwind!

Foto(4).JPGApropos Wind, dieser war in diesmal wirklich ein hartnäckiger Begleiter auf meinen 12 Trainingsfahrten. Es gab keinen Tag ohne Wind und die Kilometer, welche ich fahren wollte schaffte ich einfach nicht in der Zeit, die Petra mir vorgab. Es gab Tage da kehrte ich mit einem Schnitt von 25km/h wieder Heim. Und ich habe den Tag nicht getrödelt, sondern alles auf der Insel verblasen! 16km/h am Unterlenker ziehend auf der Ebene waren gar nicht so schlimm, sondern eher die seitlichen Böen, die einem auf den schnellen Abfahrten erwischten und fast in die Lavafelsen drückten.

Es gibt aber keinen Grund zu klagen, denn das Hotel war wieder Top, wir entdeckten auf Wanderungen und Ausflügen noch zahlreiche beeindruckende Seiten der Insel und die Sonne hat sich nur selten hinter Wolken versteckt. Bin nun wieder gerüstet für die Passagen gegen Wind und für die Berge, wenn ich die Straßenkilometer im Gelände auch umsetzen kann.

DSC05632.JPGAch ja: Wer mein Teambike aus 2012 käuflich erwerben möchte, der erhält ein Unikat in limitierter Teamlackierung mit neuen Schaltungs- und Bremskomponenten. Rest regeln wir unter Männern.