ab jetzt liege ich nur noch auf dem Sofa

Wer mit kennt, der weiß, dass bei fehlendem Newsletter am Montag etwas vorgefallen ist. So zu erklären ist auch dieser Bericht, der meine Deutsche Meisterschaft mit etwas Abstand beleuchtet und auch das Doppelwochenenden mit den Finallauf des Stevens-Cups noch mal beschreibt.

Deutsche Meisterschaften in Döhlau. Das Ziel für die DM war klar. Der Weg dorthin verlief ohne gesundheitliche Probleme und die sportliche Form war sehr gut. Bei der DM fuhr ich dann ein gutes Rennen, was bekanntlich nicht reicht, wenn einer ein sehr gutes Rennen fährt. So blieb für mich, wie im Vorjahr „nur“ der Vizemeistertitel hinter Ralph Berner (Berner Bikes) übrig.

DSC02151.JPGAlles begann nach Plan, denn ich fuhr als erster in die etwas rutschige Abfahrt. Schnell setzten wir uns mit Ralph ab und fuhren gemeinsam in die zweite von fünf Runden. In den aufgeweichten Wiesenpassagen (wo war es eigentlich nicht aufgeweicht) zog mir Ralph allmählich aber zielstrebig davon. Ich war nicht in der Lage das

Tempo mDSC02774.JPGitzugehen, auch am Berg konnte ich die Lücke nicht mehr schließen. Mein Zurückfallen auf Platz drei hinter Timo Berner, machte Timo wieder selbst zu Nichte, da er auf der Abfahrt eine Bodenprobe nahm. Glückwunsch an den alten und neuen Deutschen Meister.

Stevens Cup Elmshorn. Nach einer Woche Arbeit war mir wieder klar, dass das Crossfahren eindeutig mehr Spaß macht. Also ging es zum Nachholtermin nach Elmshorn, um dort eine wirklich tolle und fast trockene Strecke im Stadtwald vorzufinden. Hier war wieder alles vorhanden, was ich für eine Crossrennen benötige. Schmale enge Wege, griffige Kurven, schnelle Richtungswechsel und knackige Anstiege.

DSC09311.JPGDirekt nach dem Start setzte sich Max Lindenau und Jannick Geisler (beide Stevens) an die Spitze und ich schaute mir ihr Treiben an. So ging es dann fast das komplette Rennen, wobei mich die beiden schon gerne abgeschüttelt hätten. Ich konnte aber ihre Tempoverschärfungen mitgehen und nahm auch drei Runden vor Schluss die Führung, bevor es ins Finale ging. Hier bekam ich dann doch Probleme und ich ließ den jungen Nachwuchssportlern ihren Sprint, während ich auf Platz drei zufrieden ins Ziel rollte.

Finale des Stevens Cup in Buchholz. Neuer Tag und neues Glück? Naja, würde ich jetzt sagen. Der Start verlief, trotz Streckenverengung nach dem Start, erneut gut und schnell stellte sich das Bild vom Vortag ein. Leider spielte heute nicht ganz meine Technik mit, denn ich flog mehrmals aus dem Pedal und auch die Kette hatte ein Eigenleben. So war die Lücke nach vorne da und Max und Jannick machten keine Anstalten auf mich zu warten. Jungs, so geht man nicht mit älteren Sportsfreunden um.

DSC05140.JPGGegen Rennmitte wurde es dann doch noch spannend für meine zahlreichen Fans, welche mir lauthals ins Ohr schrien oder tröteten. Der Verlust des dritten Platz stand an, dann Johannes Simmermann (RSG-Lohne Vechta) machte von hinten Druck. So kam er stetig dichter und er machte keine Anstalten auf den Podiumsplatz zu verzichten. Also wurde nochmals alles mobilisiert um das Pedal rum zu kriegen. Am Ende reichte es gerade noch für das Podium. Puh.

DSC05432.JPGDanach folgte noch eine nette Siegerehrung, wo ich die Gesamtwertung der Elite für Bergamont nach Hause fahren konnte. Tim Rieckmann und Sebatian Sattler (BOC-Bergamont) folgen auf den Plätzchen zwei und drei. Somit fährt der Norden „always Vollgas“. Bei der anschließenenden Tombola, wo die Firma Stevens wieder richtig was „rausgehauen“ hat, gewann ich leider nichts. Ich hoffe aber, dass im nächsten Jahr mal wieder etwas für mich rausspringt.

DSC05015.JPG DSC05014.JPGAb jetzt liege ich für die kommenden Wochen nur auf dem Sofa. Das Rad bleibt im Keller und liegengebliebende Dinge werden erledigt. Auch das wird mal angenehm sein. Ach ja, einen Vorschlag habe ich auch für Veranstalter und Sponsoren. Nehmt den Stevens-Cup zum Anlass und fragt Sportler und sportliche Leiter mal nach einem Feeback zu der vergangenen Crosssaison. Es kämen da wohl Ergebnisse raus, die mancher Funktionär so nicht sehen würde.

Hier die DM und der Stevenscup als Bildpunkte: und er ist nicht zu übersehen

WM Nachbereitung ist DM Vorbereitung

Moin liebe Leute. Lange Zeit war es leer im Postkasten, was weder fehlenden Rennen zum Jahreswechsel noch meiner Unlust zum Schreiben geschuldet war. Irgendein NSA-Hacker hatte sich hier unberechtigten Zugriff verschafft und einen imperialitischen Virus eingeschleust. Diesen hat Dr. Spöttl, von der Bergamont-Security-Agency erkannt und verbannt, so dass Ihr Euch  nun auf vier Rennberichte freuen dürft.

Deutschland-Cup in Vechta. Kurz vor Jahresschluss ist dies eines meiner Lieblingsrennen, da dem Fahrer alles abverlangt wird. Kurze oder auch längere Steigungen, viele Richtungswechsel auf griffigem Boden und auch Passagen zum Durchatmen. Gepaart mit der sehr guten Organisation ist diese Veranstaltung wirklich ein Highlight.

DSC00529.JPGDie Startaufstellung habe ich verpasst, weshalb ich aus der dritten Reihe ins Rennen ging. Auf der langen Geraden konnte ich bis auf Position drei vorfahren um dann vor der rutschigen Baumpassage als erster in die Kurven zu biegen. Den Teil am Stadion zog ich dann auch voll durch um danach mit einem „kleinen Polster“ in den sandigen Teil zu stechen. Die Lücke zu Vladi Riha und Ralph Berner war da und ich drückte weiter auf´s Gas.

Es lief ziemlich rund an diesem Tag. Ich machte keinen Fahrfehler und ich hatte immer Zug auf der Kette, insbesondere den Startberg nahm ich unter Volllast. Am Ende wurde es ein sicherer, ungefährdeter Sieg. Das es aber auch mal anders sein kann, zeigte sich bereits am nächsten Tag.

Deutschland-Cup in Herford. Es ist das Traditionsrennen in Deutschland mit dem Kurs rund um den Elisabethsee. Alle wissen aber auch, hier hat man kurz vorm Jahreswechsel immer sehr schlechte Bedingungen, auch in diesem Jahr. Während es morgens beim Einfahren noch Bereiche der Runde gab, wo man Grip fand, änderte sich diese von Rennen zu Rennen. Mein Start aus Reihe zwei verlief etwas zurückhaltend um im Gelände nach Grip zu suchen. Schon auf den ersten Metern drehte Raplph Berner den Spieß vom Vortag um und zeigte mir, wie man im Matsch zu fahren hat.

DSC00627.JPGAn dieser Konstellation änderte sich nichts mehr. Ich nahm auch noch eine Bodenprobe, wechselte das Rad und versuchte zumindest Platz 2 zu sichern, was mir vor Timo Berner auch gelang. Für mich war es eine Lehr/ Leerstunde. Aber ohne Grip auf rutschigem Boden ist für mich nicht viel zu holen. Also kurz mit dem Dampfstrahler die Räder und den Kopf gereinigt und auf zum nächsten Rennen.

Weser Ems Cup Finale in Gesmold. Viele Leute haben mir von dieser Rennserie vorgeschwärmt, so dass wir uns mit André Zamponi mal davon überzeugen wollten. Wir nahmen also am Sylvestertag an dieser sonnigen Veranstaltung teil. Den Kurs fand ich persönlich sehr geil, denn es ging auf einem Campingplatz mit vielen Richtungswechseln um einen Badesee. Neben befestigten Wegen hatten wir Wiesen-, Schotter-, Matsch-, Sand- und Steilpassagen in der Runde. Perfekt für ein schönes Crossrennen.

DSC00551.JPGDer Start war aus Reihe zwei problemlos, denn man hatte genug Zeit auf der Geraden ein paar Plätze gut zu machen. Kurz vor der Geländeeinfahrt überholte ich den Rest und setzte mich an die Spitze. Nach einer halben Runde Führung entstanden die ersten Lücken nach dem rutschen Erdhügel an der Rückseite des See´s. Aus der vierer Gruppe wurde immer mal wieder attackiert, bevor Johannes Siemermann (RSG-Lohne Vechta) und ich einen kleinen Vorsprung vor Michael Witte (Buchholz) und Thomas Hannöver (RSG-Lohne Vechta) herausfahren konnten.

Kurze Zeit später konnte ich erneut über den Matschhügel rüberfahren, während Johannes vom Rad musste. Dies brachte die Meter Vorsprung, welche nötig waren um ihm keinen Windschatten auf den Rest der Runde zu geben. In den folgenden Runden konnte ich diesen Vorsprung vergrößern und sicherte mir den Sieg in der Eliteklasse vor Johannes und Michael. Ein guter Jahresabschluß.

Master WM Cross in Gossau /Schweiz. Am ersten Wochenende in 2014 stand gleich ein Höhepunkt an. Eine WM ist immer etwas Besonderes, insbesondere wenn die Form passt und es ein tolles Trikot zu gewinnen gibt. Bereits zwei Tage vorher waren wir vor Ort und schauten uns den Kurs an. Generell war diese WM perfekt organisiert, denn alles war vorhanden, was man für ein Crossrennen benötigt (warme Duschen, Hochdruckreinigen, Rennwürstchen und Zuschauer). Der Kurs war für die Zuschauer fast komplett einsehbar und gut abgeflattert. Der einzige Wermutstropfen war der 80% Wiesenanteil, der natürlich sehr wetterfühlig war.

DSC00661.JPGWährend es tags zuvor noch alles gut fahrbar war, war es am Renntag alles durchgefahren. Es gab kaum noch Wiesenstücke, welche noch die feste Grasnarbe hatten. Flachstücke wurden zu Laufpassagen und die Abfahrt war wirklich ein Lotteriespiel, welche Spurrille man so erwischte. Mein Start lief aus Reihe zwei gewohnt gut und im ersten Wiesenstück konnte ich die Führung übernehmen. Die Abfahrt lief ohne Probleme und ich ging an Position zwei in die folgenden Abschnitte.

DSC00716.JPGDa der Kurs so aufgeweicht war, wechselte ich jede halbe Runde das Rad. Mein Dank geht hier an Iris und Stefan, die mehr schwitzten als ich und immer ein sauberes Rad für mich hatten. Hinter dem Schießstand attackierte ein Franzose und setzte sich an die Spitze unserer Vierergruppe. Ich konnte zunächst folgen, verlor aber in einer 300m Laufpassage den Anschluss und ging an Position vier hinter einem Schweizer in die verbleibenden 4 Runden.

DSC00805.JPGWährend der franz. Sportsfreund sich absetzen konnte, hatte ich Platz zwei und drei in Sichtweite. Der Rückstand wurde geringer, als mir in Runde 3 das Schaltwerk abriss. Die folgenden 750m waren nun zu Fuß zu bewältigen. Da die Wiesen so durch waren, verlor ich keinen Platz bis zum Depot, wo endlich wieder Rad gefahren werden konnte. Kurzzeitig wollte mir aber ein Spanier noch den vierten Rang streitig machen, was ich aber wirklich nicht zulassen konnte, bzw. er hatte nach dem Laufstück einen kurzzeitigen Herzstillstand. So beendete ich doch zufrieden als 4. meine dritte Master WM. Bei den Bedingungen war für mich nicht mehr drin.

Die Zeit bis zur DM in Döhlau am kommenden Wochenende nutzen wir um uns Rothenburg ob der Tauber mal anzuschauen und auszuspannen. Fotos gibt es nur von der WM, da man manchmal das Wichtigste zum Fotografieren im Schrank vergisst (alle Fotos stammen aus Gossau):  und er ist nicht zu übersehen