Heimspiel oder Heimrennen

DSC00094.JPG Zuerst die Fakten: Freunde werden die Strecke in Hamburg Horn und ich nie werden. Bei einer 5 min. Anreise per Rad kann aber von meinem Wohnzimmer gesprochen werden. Also fing ich langsam an mich an die Strecke zu gewöhnen und es einfach hinzunehmen. Mache ich ja bei der Einrichtung zu Hause auch, die meine Freundin angeschleppt hat.

Bereits am Freitag schaute ich mir die Runde an, die wohl JS in das Innenfeld der Pferderennbahn gerammt hatte. Man war das eckig und unrhytmisch. Es gab außer der Zielgeraden kaum ein Stück, was wirklich gut lief. In der Ebene spritze entweder die Pferdescheiße ins Gesicht oder das Rad klebte am Rasen. Die restliche Zeit verbrachte man mit ab- und aufspringen, denn man musste 5 mal pro Runde vom Rad. Die berüchtigte Sandpassage war nur nervig, wenn Vadder Cords mit der Fräse 10cm losen Sand erzeugte.

DSC09948.JPGAus dem Schatten der Zuschauertribühne ging es bei kaltem aber sonnigem Wetter pünktlich auf die Runde. Den Sprint Richtung Geländeeinfahrt konnte ich knapp vor Timo Berner (Berner Bikes) entscheiden und danach meine Linie suchen. Natürlich wollte ich Timo so schnell wie möglich distanzieren, was lange nicht gelang. So zog ich nach jeder Kurve an und Timo ekelte sich bis zum nächsten Richtungswechsel wieder zu mir hin. Erst drei Runden vor Schluß ließ er locker und ich konnte 30sek. Vorsprung bis ins Ziel herausfahren. War mein schwerstes Rennen in dieser Saison. Glückwunsch somit auch an Timo und Armin Raible (TrengaDe).

DSC00101.JPG Nach drei Siegen ist nun etwas Pause beim Deutschlandcup, denn der Tross zieht in den folgenden Wochen weit in den Süden. Ich werde deshalb beim Stevens-Cup in Neumünster starten, denn hier gibt es null Meter Wiese und keine Treppen. Außerdem gilt immer noch: Der Norden rockt.

Diesmal geht mein Dank an die heimische Unterstützung, welche zahlreich und laut war.DSC00149.JPG Der sonnige Herbst in bunten Bildern: Hier waren wir

Es lohnte sich in Lohne

DSC09594.JPG Der Crosssport ist schon etwas bekloppt, denn man packt das Auto voller Material als ob man drei Wochen durch Frankreich radeln möchte. Die Vorbereitung besteht aus schnellen Testrunden zwischen den Rennen der anderen Klassen und das eigentliche Rennen ist dann kürzer als die Radpflege am Vorabend. Geil ist es aber dennoch, wenn man im Herbstwald um die Ecken driftet.

Natürlich ist es auch anstrengend den Puls während der 40-Minuten nie unter Maximalpuls fallen zu lassen. Dies bewirkte auch bei mir Sauerstoffmangel im Resthirn, wie man im Interview unschwer erkennen konnte. So nannte ich den Timo „Ralph“. Hätte lieber einmal dem Sprecher zuhören sollen. Muss mich hier also bei den Berner-Brüdern entschuldigen. Gelobe Besserung, bzw. versuche mehr Blut im Gehirn zu behalten.

DSC09484.JPG Der Spätsommer hatte die Veranstaltung in Lohne fest im Griff, so dass die Reifen mit mäßigem Profil gewählt wurden. Der Kurs war im Wald wie immer sehr, sehr nett. Nach dem langen Startberg musste aber auch etwas Erholung im Wald folgen. Die Passagen um das Stadion herum waren so gesteckt worden, dass man fast stand um die Schleifen zu bewältigen. Es waren hier also immer wieder Antritte nötig um die Gegner im Schach zu halten.

Das Schachhalten war an diesem Renntag die entscheidene Maßnahme, denn nach zwei Runden schloß Timo Berner (Berner Bikes) zu mir auf und bestimmte für eine Runde das Tempo. Zu dieser Zeit war das Hirn blutleer und ich musste alles geben um dran zu bleiben. Eine Runde später wendete sich aber das Blatt und Timo hatte die Probleme, die ich vorher hatte. Ich nutzte die Chance und hängte ihn ab, bzw. vergrößerte den Abstand zu Lars van der Slot (Felt).

DSC09716.JPG Nun gab ich am Berg so ziemlich alles, um den Rest der Runde auf einer guten Linie um die Sträucher zu gleiten. Mit dieser Fahrweise fuhr ich in der letzten Runde meine schnellste Zeit und sicherte mir erneut den Sieg in einem Deutschlandcup-Rennen. Schön war es, denn wirklich frisch fühlte ich mich nach dem Training am Samstag nicht. Ein Jägermeister am Abend wirkt aber wie das Einölen der Beine, nur halt von innen.

Nächste Woche folgt der dritte Streich vor meiner Haustür auf der Pferdebahn in Hamburg Horn. Hier fehlt es an Höhenmetern, dafür hat man teilweise ein wirklich schweres Geläuf.

Der sonnige Herbst in bunten Bildern: Hier waren wir

……und schon wieder Bad Salzdetfurth

DSC08552.JPG Ich wollte Euch eigentlich länger schonen, doch nun sitze ich schon wieder auf dem Crossrad. Die Bremer, welche bekanntlich auch nicht Fußballspielen können, können auch keine DM im Cross ausrichten. So musste alternativ die MTB-Hochburg des Nordens ran – Bad Salzdetfurth. Dem Cyclocrossgott sei Dank sind nun Leute im Boot die es richtig machen, wenn sie etwas machen. Als Generalprobe zur DM stand also schon am Sonntag der Start des Deutschland Cups in den amtlichen Bekanntmachungen.

Die beiden Crossmaschinen waren schon lange fit, aber wie sah es um den Steuermann aus, der die letzten Wochen sehr ruhig angegangen war? Ein wenig nervös war ich dann doch vor dem Start, denn das Master 2 Feld war riesig. Mit der Nummer 1 wollte ich zumindest heil durch die ersten Kurven und den steilen Sandanstieg kommen. Oben angekommen nahm ich Fahrt auf und hatte direkt ein Loch zu Armin Raible (TrengaDe) und Lars van der Slot (Felt). Ich versuchte nun einen guten Rhythmus bei dieser sehr kräfteraubenden Runde zu finden.

DSC08851.JPG Ab Runde zwei wurde mein Tempo durch einen Luftschleicher im Vorderrad bestimmt. Großkotzig hatte ich das Wechselrad im Auto gelassen, was sich nun Rächen sollte. So musste ich die zahlreichen Kurven langsamer fahren um nicht den Reifen von der Felge zu ziehen. Lediglich an den längeren Anstiegen konnte ich volles Tempo fahren. Da der Kurs so angelegt war, dass man seine Gegner beobachten konnte, hatte ich immer eine direkte Rückmeldung über den Vorsprung.

DSC08584.JPG Mit ca. 30 sek. Vorsprung auf Lars rollte ich auf die Zielgerade ein und nahm wohlvollend den ersten Sieg der Crosssaison für das Bergamont Cyclocross Team im Empfang. Die Pause tat gut, meine Rundenzeiten sind aber im Vergleich zur Elite noch verbesserungsfähig. Es gibt also immer etwas zu tun, sei es nun Reifen reparieren oder an der Form schrauben. Es war eine gute Generalprobe von Bad Salzdetfurth und es wird eine anspruchsvolle und schmerzhafte DM werden.

Ick freue mir beim Blick auf die Fotos:  Hier waren wir