Bundesligarennen in Bad Salzdetfurth

DSC08085.JPG Nach zwei oder drei Jahren Abstinenz bei diesem Rennen, war es in diesem Jahr mal wieder Zeit im Wald von Olaf Nützsche und seinen orangen Helfern einen Wettkampf zu bestreiten. Da im nächsten Jahr hier die DM stattfinden wird, wollte ich die Chance nutzen schon mal ein Rennen auf der Strecke zu absolvieren.

Gesagt, gemeldet und getan. Eigentlich ein Plan für ein normales Wochenende, wenn nicht der Halt beim neuen Outlet in Soltau dazwischen gekommen wäre. Nach dem Vierstundenstopp hätte ich das Sprintrennen, das U23-Rennen sowie alle Eliterennen gewinnen müssen um wieder raus aus den Schulden zu kommen. Egal, denn ich fahre ja nur um die Ehre.

DSC08239.JPGDer Runden-Check zeigte wieder, dass es hier wirklich sportlich bergauf geht und das die Abfahrten sehr rumpelig und technisch nicht unkritisch sind, zumindest für mich. Meine Teamkollegen empfinden dies zwar nicht so, aber die sind halt jung und hatten schon länger Fahrtraining mit Matthias Enduro Faber. Ich kam aber einigermaßen mit der Runde zurecht, so dass einem schönen Sonntag nichts im Wege stand.

Um 9.00 Uhr erfolgte der Start für die Junioren und Masterfahrer bei sonnigem Wetter. Gleich nach dem Schuss ging es direkt zum höchsten Punkt der Runde. Uli Bruckner begann den Tag direkt mit einem Angriff, der ihm gleich den Sieg in der Master 1 Wertung brachte. Dahinter kämpften weitere junge Master Fahrer, so wie Max Friedrich oder André Kleindienst um die weiteren Plätze. Ich gurkte ohne direkten Gegner in meiner Klasse um Position drei oder vier herum.

DSC08166.JPGWie befürchtet lief es hoch ganz gut, aber runter benutzte ich die Bremse zu häufig. So musste ich in der dritten von vier Runden den Kollegen Markus Werner ziehen lassen um als bester Master 2 Fahrer und vierter in der Gesamtwertung Heil und ohne Sturz in der Innenstadt zu landen. Natürlich war die Fahrzeit von unter einer Stunde viel zu kurz, aber als Saisonabschluss war es in Ordnung. André Kleindienst, der kurzzeitig an meinem Rad lauerte, fuhr noch auf Rang 4 bei den jungen Masters.

Nicht in Ordnung war die Ordnung der Ergebnislisten von Datasport, die an diesem Wochenende keinen guten Stand hatten. So wurden Leute geehrt, die weit weg vom Podium waren und andere wurden in anderen Klassen gewertet. Meinen Blumenstrauß habe ich in einer anderen Klasse erhalten, andere Jungs, die hier ihr Heimspiel hatten, erhielten gar keine Ehrung. Wie so etwas bei einem der größten Zeitnehmer der Republik passieren kann, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

DSC08330.JPGWerde jetzt die Pause genießen und ein wenig die sozialen Kontakte pflegen, welche in der Saison manchmal zu kurz kamen. Man sieht sich. Dano

Hier waren wir

Die Elbinsel

Bei dem zurückgekehrten Sommer konnte ich nicht ohne sportliche Ablenkung zu Hause sitzen. Es ging also doch zum Radrennen auf der Elbinsel. Der Landstrich zwischen Autobahn und dem Zusammenfluß von Norder- und Süderelbe zeichnet sich durch Bauernhöfe, Abgeschiedenheit und einer Deichrunde aus. Also war alles da für ein Straßenrennen.

Ich entschied mich für die Eliteklasse, da ich so früher starten konnte und zwei Runden mehr fahren durfte. Die 5.5km hatten 5Hm und eine lange Gegenwindpassage. So fuhren wir auf der Zielgeraden locker mit 60km/h, während auf der anderen Passage auch mal mit 30km/ dahingeglitten wurde. Es war ein Rennen mit ständigen Tempowechseln um die zahlreichen Ausreissergruppen wieder zu stellen. Ich fuhr ein wenig unentspannt in dem 60-Mannfeld, denn mir ist das immer zu eng mit so vielen Motivierten um die Ecken zu fahren.

Gegen Ende ließ ich mich auch bewusst zurückfallen, um nicht bei 70km/h um die Plätze zu kämpfen. Meine Crossübersetzung hätte auch gar nicht für das Tempo gereicht. Dennoch haben wir die 82,5km in 1.55Std. ohne Sturz zurückgelegt und dabei auch noch ein paar Streifen von der Sonne auf die Haut gebrannt bekommen. Locker radelte ich zurück nach Hause und genoß den Abend in der Sonne auf der Terasse. Nächste Woche geht es noch einmal aufs MTB beim Bundesligafinale in Bad Salzdetfurth, bevor die Ruhephase beginnt.

Diesmal ohne Bebilderung der lustren Elbinselveranstaltung.

Kritische Masse

Bislang kannte ich nur zwei kritische Massen. Zum einen ist die arabischen Welt vor dem politischen Umschwung eine Masse die sehr kritisch ist. Zum anderen erinnert mich der Ausdruck an meine AG in der Schule, wo wir die Atomspaltung simulierten und die Zentrifugen manipulierten.

Critical Mass.JPGAm Freitag konnte ich die „critical mass“ begutachten, welche wirklich beeindruckt. Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich ein paar Radfahrer um eine kritische Masse zu erzeugen. Will in diesem Fall heißen: Wenn man mehr als 16 Leute ist, dann gilt man als ein Fahrzeug und darf somit auch mal bei rot rüber, da ja der erste bei grün über die Kreuzung geflitzt ist.

Wenn man jetzt aber mit dem Starterfeld aus Willingen, also so um die 1000 Leute, an einem Freitag durch die Stadt radelt, dann wird es witzig, zumindest für die radelnde Bevölkerung. So schlich die Masse, bestehend aus Radkuriern, Althippies, ADFC-Tourenfahrern, freien Bergamontmitarbeitern, einer Beamtin und mir über die Reeperbahn über Umwege zum Alstervergnügen. Es war ein Erlebnis, was wiederholt werden sollte, allerdings sollte auch ein Bier dabei sein.

Sportlich sollte am Wochenende natürlich auch noch was gehen. So kam es mir entgegen, dass in Volksdorf das traditionelle Rundstrecken stattfand. Für mich war es das erste Strassenrennen in der Masterklasse mit wenig Kilometern und früher Startzeit. Nach einer kurzen Beobachtungszeit, sah ich reelle Chancen auf eine Prämie am Ende der ansteigenden Zielgeraden.

Volksdorf2.jpgWährend der erste Versuch nicht ganz klappte und ich mit einer Tausendstel den Sprint verlor, machte ich es fünf Runden später besser und gewann meine erste Prämie in  einem Straßenrennen. Beim anschließenden Finale fehlte dann etwas der Durchblick und ich wurde im Gedränge irgendetwas um Platz 12. Danach ging es wieder mit dem Rad nach Hause und der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Es kann also auch mal stressfrei gehen an einem sonnigen Wochenende in der Hansestadt.