….und so mag ich die Wochenenden

Manchmal passt einfach alles und es läuft dann wie geölt, so wie an diesem Wochenende beim Harzcup in Altenau. Wahrscheinlich war ich einfach mal entspannter, bzw. das Sommerwetter taute den Norddeutschen so richtig auf.

DSC02330.JPG Schon in der Woche hatte ich ein gutes Gefühl auf dem Rad. So nutzten wir den Vatertag für die RTF in Winsen. Nach 30km Anreise per Crossrad nahmen wir mit André Z. und Armin R. die 120km-Runde von vorne um anschließend noch zum Grillen zu radeln. 180 km und ein 37 Schnitt, sowie 5 Bier ließen den Tag sehr entspannend erscheinen. Petra würde dies nicht unbedingt bestätigen, nachdem ich durchaus lustig aus dem neutralen Materialwagen pöbelte…..

Bereits am Samstag startet im Luftkurort Altenau der MTB-Event. Auf einer geänderten CC-Runde ging es für die Master, Herren und Senioren gemeinsam zur Sache. Der Anstieg war nun relativ lang und auch die Abfahrt hatte es in sich. Nach einem schlechten Start dauerte es etwas bevor ich ins Geschehen eingreifen konnte. Danny Götze (Nordharzer Racing Team), sowie André Kleindienst (Bergamont) hatten aber schon das Tempo erhöht und den Rest abgehängt.

DSC02467.JPG Ab der zweiten Runde übernahm Bergamont das Zepter. André zeigte mir wie man bergab fährt. Ich hingegen wies den Weg auf der Ebene und den Anstiegen. Es kam, wie es kommen musste, wenn der Downhill zum Schluss kommt. André gewinnt das CC-Rennen vor mir und Thorben Saßnick. Also Doppelsieg für Bergamont. Ein guter Tag.

DSC02808.JPG Zum Marathon am Sonntag kamen dann bei sommerlichen Temperaturen an die 500 Starter nach Altenau. Nach dem Start wollte ich dem Trubel entfliehen und nahm das Feld ans Hinterrad. Am Ende des ersten Hügels nahm ich etwas raus um nicht allein die 3 Runden a 40km anzugehen, denn das wäre schief gegangen. So stellten wir uns in einer großen Gruppe den ersten Herausforderungen. Hierzu gehörte bestimmt die Fehlleitung an einer Streckenteilung. Hier hatte ein Vollidiot die Ausschilderung umgehängt, was zu Stürzen und unschönen Szenen führte. Wenn der Unbekannte einen Namen hätte, dann würde ich ihn auf die Salafisten-Liste setzen lassen. Soviel zu meiner Besonnenheit.

DSC03223.JPG Nach diesem Adrenalinschock verlängerte Roland Markworth (Göttingen) an einem Anstieg mal die Führung und wir waren mit Volker Lutz (Wolfsburg) zu dritt. Den Rest der ersten und fast die gesamte zweite Runde genossen wir gemeinsam den Harz und manche knifflige Wurzelpassage. Am Ende der zweiten Schleife verlor ich an einem Steilstück meine Begleiter, so dass nun ein 40km Zeitfahren folgte. Es lief aber einfach und ich hätte zu jeder Zeit im Rennen einen Draufpacken können. So fuhr ich einen ungefährdeten Sieg ein. Zwei Gesamtsiege für Bergamont beim Harzcup sind schon ziemlich gut. Werde nun mein neues Trikot waschen, damit ich auch nächste Woche vor der Eisdiele gut aussehe.

Eine große handvoll Fotos

Vulkan Bike Marathon in Schotten

Lange ist es her, aber in diesem Jahr passte der Marathon wieder in den Rennplan. Muss gestehen, dass sich einiges in Schotten geändert hat. Zum Schlechten zählt hierbei der Konkurs meiner beliebten Unterkunft mit integrierter Schlachterei. Eindeutig zum Guten ist die geänderte Strecke, die die beiden Jungs neben mir entdeckt haben.

DSC02037.JPG Trotz eines späten Aufschlagens in unserer Pension, wollte ich noch das neue Stück Strecke abchecken. Zunächst ging es ganz smooth im stetigen Anstieg hoch zum Hoherodskopf. Es lief gut, warm war mir aber trotzdem. Nun ging es rein in den neuen Singeltrail. Zunächst folgte ein ständiger Richtungswechsel um unzählige Bäume und hervorstehende Wurzel. Später wurde der Trail flüssiger und schneller. Hier kamen am Ende wieder die beliebten Wurzel, so dass man sich ein Freeride-Bike wünschte.

DSC02038.JPG Der Renntag begann frostig, obwohl erst um 10Uhr der Startschuss für die 2x53km fiel. Es ging danach eher gemächlich oder verhalten los, was mir sehr zu gute kam, denn wirklich frisch fühlte ich mich nicht. In einer Fünfergruppe, die teilweise sogar noch grösser war, ging es ohne weitere Vorkommnisse in den Singeltrail. Hier wurden alle aufgeweckt, denn im Renntempo hatte ich das Gefühl die Kette will meine Kettenstrebe zertrümmern, was ihr aber nicht gelang. Auf dem Rest der Runde erfolgten noch einige Attacken, aber wir blieben bei der Durchfahrt zu fünft.

DSC02225.JPGBei Einfahrt in Runde zwei verloren wir einen bis dato unbekannten Dänen, der bei seiner Rückkehr in die Gruppe gleich durchattackierte und Rood Bram (Mitsubishi Mountainbike Team) und mich abstellte. Der Rest ist schnell erzählt, denn wir befanden uns nun im Rennmodus und alle fuhren am Anschlag. Die restlichen 40km ging es dann alleine durch den Wald. Die zwei Verfolger mit Michael Schuchardt (Texpa) waren in Sichtweite, konnten aber nicht aufschließen.

DSC02267.JPG So bog ich als Dritter unter den Zielbogen ein. Sören Nissen, eigentlich ein Strassenprofi, gewann souverän vor Rood, der auch sehr überrascht aussah. Ich war zufrieden mit dem Platz, denn meine Altersklasse hatte ich ja gewonnen und ich war endlich mal nicht Zweiter.

So war es

Vizemeister der Deutschen Marathon Meisterschaften

So langsam gehen mir zweite Plätze auf den Senkel, denn die Präsente auf dem mittleren Podiumsplatz sind einfach besser, besonders wenn es ein Meistertrikot umsonst vom BRD gibt. Der rückt freiwillig nämlich nicht so viel raus.

DSC01805.JPG Nach unserem Transfer vom Gardasee nach Singen am Bodensee war die erste Rundenbesichtigung ein Schock. Felsen, steile Anstiege, knifflige Passagen und Singletrails gab es hier einfach nicht. Die 47km Runde ging über Forst- und Wirtschaftswege mit ständigen Richtungswechseln rund im Hegau umher. Das ständige Auf und Ab machte einem aber schon zu schaffen, denn man nahm die Hügel nie ernst und bretterte immer mit Vollgas hoch.

Da die Sonne bis zum Samstag schien, genoss ich die Tage auf der Runde und auch die Fahrten am Rhein nach Schaffhausen. Die Ecke ist hier schon nett, aber ein paar mehr Wurzeln hätte ein MTB-Rennen schon verdient. Hier sollten die Veranstalter bis zur Marathon EM 2013 nochmals in die Wälder nach Alternativen schauen, oder mit der Teerfräse den Geländeanteil erhöhen.

Pünktlich zum Renntag verschlechterte sich das Wetter. Die Verhältnisse auf der Strecke wurden aber nicht dramatisch, da der Boden viel Wasser verkraftete. Schwerer zu verkraften war das Hin und Her wo die ausländischen Fahrer, die das Rennen als EM-Probe unter die Reifen nahmen, aufgestellt werden sollten. Man entschied sich dann doch die Leute nach uns starten zu lassen, was wohl auch richtig war. Für mich als Master 2 Fahrer ging es also hinter der Elite und den Master 1 Fahrern an gefühlter Position 120 ins Rennen.

DSC01972.JPG Es war natürlich schwierig in diesem Gewühl den Überblick zu behalten und trotzdem den Zug mit Windschatten der Elite zu erwischen um Kräfte zu sparen. Am Ende des ersten Berges hatten sich aber die möglichen Gegner artig versammelt und das Rennen konnte beginnen. Schnell zeigte sich, dass Siggi Tröndle der Gegner sein würde, der auch ein neues Trikot haben wollte. Für mich war es hart an Siggi dran zu bleiben, denn der Typ fährt noch dickere Gänge als ich und dann noch schneller als ich wollte.

DSC02000.JPG Jetzt mal kurz und knapp: Es ging in trauter Zweisamkeit mit wechselnden Begleitern in die zweite Runde. Hier keuchte Siggi ordentlich und bei mir begannen die Krämpfe. Wir schenkten und nichts und auch der einsetzende Regen stoppte nicht unseren Vorwärtsdrang einige Elitefahrer einzusammeln. Ich wusste, dass der letzte steile Anstieg ca. 3km vor dem Ziel die einzige Chance war um mich absetzen zu können. Ich zog also an und brachte etliche Meter zwischen uns. Mit dem Messer zwischen den Zähne und Sabber in den Mundwinkeln gab ich alles. Leider reichte es genau bis 300m vor dem Ziel, wo Siggi und die Verfolger aufschlossen. Beim anschließenden Sprint zog ich den Kürzeren und wurde enttäuschter Zweiter. Noch nie war ich so dicht an einem Titel, weshalb die Enttäuschung größer war, als die Freude über den Vizemeistertitel.

Natürlich gratuliere ich dem neuen Meistern zu ihren Titeln. Werde jetzt die 5 Liter Rothaus- Schwabenbier trinken. Danach sieht die Welt garantiert anders aus.

Hier ein paar Eindrücke…

Das Bikefestival in Riva am Gardasee

DSC01151.JPG Nach zwei Jahren Pause ging es für uns in diesem Jahr wieder zum Festival nach Riva. Der Freitag war für die Anreise reserviert, denn für die 1154 km benötigt man schon ein paar Stunden. Am frühen Abend drehte ich aber noch eine Runde bei sommerlichem Wetter und bester Stimmung. Hohe  Berge mit Schnee, der malerische Gardasee und  ein blauer Himmel lassen die Sorgen, wenn man welche haben sollte, schnell vergessen.

Diesmal groß am Start mein Sponsor Bergamont und die dazugehörige „Group of velofriends“ mit BMC. Direkt im Eingangsbereich des Geländes empfing man die Besucher mit der hanseatischen Produktpalette, welche auch ausprobiert werden durfte. Ich genoss die Sonne bei fetter Musik auf der Dachterrasse des Trailers. Zuvor hatte ich natürlich schon fleißig geübt für den Marathon am Sonntag:

DSC01248.JPG Beim Einfahren auf der Startrunde konnte man die Gegend richtig genießen und die Augen schweifen lassen. Es war ein wunderschöner Tag zum Biken, was auch die Anstrengung etwas milderte. Hatte mir als Trainingsstrecke mal die 50km-Runde des Marathons ausgesucht. Die Schilder hingen schon an jeder Ecke, so dass dem Unterfangen nichts im Weg stand, außer der erste Berg. Hatte vergessen die 1000Hm am Stück in Betracht zu ziehen, so dass ich doch länger als geplant unterwegs war. Es hat sich aber gelohnt.

DSC01201.JPG Ein Klassiker unter den Marathonrennen ist bestimmt dieser hier am Gardasee. Selbst ich traute mich mit Startnummer 5 nicht in die erste Reihe, da hier Landesmeister, Welt- und Europameister dichtgedrängt auf den Start warteten. Es begann sofort das Rennen, denn es wartete der berühmte 2m breite Torbogen vor der langen Steigung, der immer noch das Nadelöhr am Anfang ist. Ich kam, trotz eines Sturzes neben mir, gut in den Anstieg. Nun musste jeder alleine sein Tempo finden. Bei einer hohen Promidichte, sollte man nicht mit der Spitzengruppe mitgehen. Ich hielt mich so an Position 25 auf, was relativ weit vorne ist bei tausenden von Bikern, insbesondere wenn man schon französische Bulls-Fahrer abgehängt hatte.

Nachdem der erste Berg ganz gut lief, musste man in der folgenden Abfahrt schon mal den Lenker festhalten. Diesmal gelang es mir nur wenige Plätze zu verlieren und in einer sportlichen Gruppe den Anschluss nach vorne zu suchen. Gemeinschaftlich sammelten wir einige Leute ein, für andere war das Tempo zu schnell, so dass wir zu viert in Richtung zu der Streckenteilen: „ich bin weich und fahr nach Hause“ oder „Ronda Extrema“ kamen. Hier fuhren meine Begleiter nach Hause und für mich standen nochmals 1000Hm an.

DSC01334.JPG Also rein in den Berg und locker hochkurbeln, denn der Anstieg ist relativ fließend. Zwei Kurven später erspähte ich aber ein Vaude-Trikot, was evtl. einem Konkurrenten aus der Master 2 Klasse gehören könnte. Ich schloss auf und fragte Andi Strobl, ob da noch jemand „Altes“ vorne raus sei. Er verneinte und wünschte mir noch eine gute Fahrt. Nun begann der Kopf mit dem Nachdenken, denn das Podium war sicher und eigentlich der Sieg möglich…..Ich fuhr auf Sicherheit weiter und holte noch zwei weitere Fahrer ein, die mir auf der langen Abfahrt wieder abhauten.

DSC01436.JPG Der Weg zurück nach Riva ist auch immer eine Katastrophe. Da heizt man zunächst 20min nur bergab auf Schotterpisten um dann die letzten Kilometer auf geraden Teerstraßen mit Gegenwind zum Ziel zu gelangen. Die Beine wollen da schon lange nicht mehr, aber so ein Sieg vor Augen, der beflügelt natürlich. Schon vom Weiten hörte ich Sven Simons Stimme: „ Und hier kommt der zweite Master 2 Fahrer aus Hamburg….“! Was, wie und wer war denn bloß vor mir? Ein Velofriend von BMC, Alexander Moos, war der Gesamtsieger des Marathons und somit auch Sieger der Master 2. Kurz enttäuscht, dann aber total glücklich, denn ein Podiumsplatz in Riva ist einfach geil. Nach einer schnellen Entspannung ging es zu einer tollen Siegerehrung und der Bergamont-Grillparty. Hier war ich nach 5 Dosenbier wieder der Alte und genoss den Abend.

Nun machen wir ein paar Tage frei und schauen uns die Kulturstätten rund um Singen an. Evtl. werde ich auch mal mit dem Rad die DM-Strecke abfahren, denn das kann bekanntlich nie schaden, wenn man am kommenden Wochenende die Marathon-DM bestreiten will.

Partybilder unzensiert…