Mon Chéri essen nur Frauen

Um die Zeit bis zur Siegerehrung zu überstehen, untermauerten der Streckensprecher Jens W. und ich alte Thesen. Fakt ist und bleibt, dass Mon Chéri nur von Frauen gegessen wird. Männer essen Gilsenberger Landbrote und Trinken alkoholfreies Weizen, zumindest beim Autofahren.

DSC00908.JPG Jetzt aber zu den Fakten des Wochenendes. Den Kellerwald Bike Marathon zeichnen viele Dinge aus. Was mich aber als Langstreckenfahrer immer wieder dort hinlockt, sind die 120 km Streckenlänge, welche man sonst im April nicht geboten bekommt. Natürlich sind die Mädels und Jungs um Veranstalter Steffen auch immer gut drauf, so dass es auch bei Hagel total toll ist.

DSC00972.JPG So ein Aprilwetter kann schon ganz schön gemein sein. Zwar regnete es beim Start nicht, aber die Downhillpassagen im Wald waren reichlich zerfahren. So schoss ich schon mit etwas Rückstand zur Spitze in den Matsch. Hatte zumindest vorne einen Stollenreifen aufgezogen, so dass der Grip mich wieder nach vorne brachte. Grip bringt aber nichts beim Bergauffahren, so dass ich wieder in der Verfolgergruppe war.

3 Runden a 40 km war der Tagesplan. Am Hinterrad des Vorjahressieger Ramses Bekkenk und Leuten der Mitteldistanz ging es in die zweite Runde. Wir fuhren gemeinsam ein gutes Tempo, obwohl uns Ramses auch hier kurz verließ um nach vorne aufschliessen zu wollen. Hier verbrannte er wohl seine Energie, denn ab Einfahrt in die Dritte Runde hatte ich ihn abgestellt. Da viele Fahrer auf den 80km unterwegs waren, lag ich plötzlich auf Podiumskurs.

DSC01017.JPG Die letzte Runde mit etwas Regen, Hagel und tiefem Boden sollte nun die Entscheidung bringen. Als ich Wolfgang Mayer (Firebike) überholt hatte und der führende Roland Golderer (Texpa) in Sichtweite kam, wurde mir warm und das Rennfieber brannte. Beherzt zog ich an ihm vorbei und nahm die letzten 15 km von vorne. Es dauerte etwas, aber dann waren sie beide wieder da und erst der letzte Berg brachte die Entschiedung. Der Elitefahrer Wolfgang, siegt vor mir und Roland. So gut hatte ich mir den Tag nicht vorgestellt…

DSC00894.JPG Wie kommt man eigentlich bei diesem Marathon in den ersten Startblock, wenn UCI-Punkte nicht anerkannt werden? Ganz einfach, entweder man hat hier schon gute Leistungen gebracht, oder man kennt mich. Da ich in diesem Jahr die Selektion vornehmen durfte, wunderte es keinen das der Deutsche Meister Max Friedrich nicht in den Block durfte, oder? Also immer rechtzeitig melden, gelle Max.

Drecksfotos

Laufen wäre wohl besser gewesen

DSC07103.JPG Traditionell ist der Kyffhäuser Berglauf schon, denn sonst wäre man nicht beim 34. angelangt. Auch wenn man dort schon über 20. mal hätte teilnehmen können, als Norddeutscher, war es, so glaube ich, erst meine vierte Teilnahme. Liegt aber daran, dass die MTB-ler sich erst später bei dieser Laufveranstaltung breit machten. In diesem Jahr bot man uns sogar neuen Streckenlängen und neue Startzeiten.

Wir, also Fabian Rexhausen, André Zamponi und ich aus Hamburg, sowie André Kleindienst aus Niedersachsen, nutzten diesen Rennen um zu schauen, ob man in Form ist. Die Antwort ist einfach: Nein! Mein Teamkollege Herr Kleindienst sieht es zwar anders, aber die Hamburger Fraktion, welche vor dem Rennen noch Rahmen verbiegen konnte, fuhr sprachlos und geknickt nach Hause.

Wie kam es dazu? Bei sonnigem Wetter und kühlem Wind machte sich das große Starterfeld auf, um zunächst auf der Straße auf Temperatur zu kommen. Dies gelang mir gut und ich fuhr an Position 3 ins Gelände. Über der ersten Berg kam ich mit der Spitzengruppe um dann beim zweiten Berg den Schleppanker zu werfen. Es ging nix mehr und es fuhren etlich Leute vorbei. Erst in der dritten Verfolgergruppe konnte ich mich fangen und langsam ins Rennen zu finden.

Die Gruppe lief ganz gut und wir konnten so einige Leute wieder stellen. Bei mir fehlte aber völlig die Kraft, so dass ich auch auf der Ebene kämpfen musste wie Barbarossa. Erst  auf dem neuen Strecketeil, der Halbmarathonstrecke der Läufer, ging es wieder besser. Weitere Fahrer wurden abgehängt und meinen letzten Begleiter hängte ich tatsächlich im Downhill ab. Als Resultat stand dann Platz 7 in der Gesamtwertung und Platz 1 bei den Senioren 2, was ja prinzipell nicht schlecht ist, aber bei weitem hinter meinen Erwartungen lag.

Als eigens auferlegtes Straftraining erfolgte am Sonntag die RFT in Hausbruck. 120Km Straßentraining sollte man schaffen ohne abgehängt zu werden. Nach der 25km Anreise per Rad ging es auch gut los. Wie immer wollte ich mit der Gruppe gesellig trainieren. Nach der ersten Verpflegung waren wir aber nur noch zu viert und fuhren eher ein Rennen als Ausreißergruppe, als eine RTF. Was soll´s nach 3:12 Std. war es geschafft, sowohl die Strecke, als auch ich. Auch die Jungs haben mich echt fast abgehängt…..

Nun wird in der Woche noch fleißig geübt, um dann am WoEn im Kellerwald wieder anzugreifen. Nächstes Mal ist Petra auch wieder am Start, die an diesem Wochenende lieber Stühle in Bergamontblau beziehen wollte.

Auf Hasenjagd

DSC00701.JPG Ich muss gestehen, dass unser erster geplanter Renneinsatz den Benzinpreisen zum Opfer fiel. Das Trainingsrennen in Ilsenburg, welches von den HRT-Jungs ausgerichtet wurde, schenkten wir uns. Wir bevorzugten zu Dritt lieber eine ausgiebige Ausfahrt in den Harburger Bergen. Kurze Anreise per Rad, kein Zeitverlust, immer Sonnenschein und unendlich viele Wege sind nur einige Vorteile der Hausstrecke. Nebeneffekt ist natürlich die Strafsanktion für die Ölmultis, die nun auf 100 Liter Peng sitzen geblieben sind. So!

Die restliche Osterzeit sah dann trainingstechnisch schon etwas spezifischer aus, denn allmählich rücken die Rennen näher und der Zug auf der Kette ist noch eher rostig. Es hieß also an den folgenden Eiertagen mal die Gleichnamigen richtig durch den Wald zu scheuchen.Zuerst läuft es nie, nach einer gewissen Zeit kam aber auch wieder das Tempogefühl zurück. Den Rest des Tages verbrachte ich dann wirklich ostertypisch auf dem Sofa, denn die Ente mit Rotkohl und Eis lag wirklich schwer auf den Schokoeiern….

DSC00502.JPG Der Montag war dann dazu da den inneren Schweinhund an seine Grenzen zu führen. Zunächst hat er versucht durch Wetterdaten die Regenfront größer werden zu lassen, danach wollte er die Uhr vorstellen, so dass man keine Zeit mehr gehabt hätte. Nützt bei mir natürlich wenig, denn die Alternative war Küchen-AG oder Reifenwechsel am Auto. Die Fahrt durch die menschenleere Stadt mit einem Ausflug auf den ehemaligen Truppenübungsplatz war nett und gar nicht so kalt wie erwartet. Reuig kroch der Schweinehund zurück in seine Ecke….

Jetzt wird es ernst, denn am Samstag steht das erste Rennen am Kyffhäuser an. Was als Alternative zum Marathonlauf entstand, wird ab diesem Jahr ein MTB-Marathon mit 64km Streckenlänge. Die Meldezahlen liegen schon bei 200 Leuten, was sofort auch Hektik auf der Einführungsschleife Richtung Gelände bedeutet. Das werden wir aber meistern, denn mit dem 29“ MTB rollt man einfach drüber….