EuroEyes Cyclassics

Man mag es gar nicht glauben, aber seit 1996 gibt es dieses Jedermannrennen schon und es hat sich sehr verändert. Ist natürlich auch klar, dass die Anforderungen für ein Pro-Tour-Rennen die gesamt Veranstaltung aufwerten. Dennoch waren in diesem Jahr auf der neuen 100km-Schleife Streckenabschnitte drin, die nicht einsehbar waren und somit zu Stürzen führten. Hier muss der Veranstalter ran, denn halbhohe Warnbarken sind im Feld einfach „unsichtbar“.

Nun ist aber genug gemeckert, denn eigentlich war der neue Abschnitt gut zu fahren. Ich durfte aus Startblock B auf die Jagd gehen, was zunächst auch gut klappte. Viel Platz und reichlich Geraden zum Überholen. Der Riesencrash zerlegte aber die Gruppen, so dass genau 83 Leute weit weg waren und wir trotz anstrengender Führungsarbeit die Lücke nicht zubekamen. Geht halt schlecht zu 6 den 42er Schnitt auf 44 anzuheben.

Was mich allerdings wunderte, dass das wellige Terrain im Osten von Hamburg überhaupt nicht spürbar war, denn die großen Gruppen rollten da Problemlos rüber. Mit dem Rüberrollen war dann aber auf der letzten 60km-Schleife Schluß. Erst quälten wir uns alleine gegen den Wind und dann kamen die Hügel in Blankenese. Hier begann dann mein Radrennen. Schon die erst Erhebung nutzen wir zu viert um uns vom Rest abzusetzen. Danach folgte ein schönes Rein und Raus in der Führung und man fühlte sich wie Pascal (vor seinem Sturz natürlich).

Wir hatten dann am Ende Luft zu unseren Verfolgern und genossen die Einfahrt in die Mönckebergstrasse. Ist immer noch schön dort ein Rennen zu beenden. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, auch wenn nur Platz 85 erreicht wurde. Es wurde in unserer Gruppe gut gefahren und es gab keine brenzlige Situation.

Weil ich beim Rennen keine Selfies mache, greife ich auf Fotos von Pam zurück, welche mit der Bergamont Crew auch am Start war. Ihr erkennt auf den Nachherbilder die Anstrengung, aber auch die Genugtuung. Ich denke, Bergamont wird auch im nächsten Jahr für viel Farbe im Fahrerfeld sorgen.

Immer an der schönen Steinmauer entlang

Eigentlich hätte die Überschrift: Pleiten, Pech und Pannen besser gepasst, aber negative Stimmungen lassen wir gar nicht erst aufkommen, besonders wenn es um das jährliche Trainingslager geht! Für uns ging es wie im letzten Jahr nach Mallorca, um dort mit einigen Mountainbikern ein paar Straßenkilometer zu sammeln. Was wir so erlebt haben, folgt in den kommenden Absätzen.

Unsere Anreise war wirklich entspannt und auch das Gepäck, inkl. Fahrrad kam unversehrt an und passte auch in den Mietwagen. Wir wohnten wie im letzten Jahr in einem Appartement, wo uns allerdings eine Maus besuchte, weshalb wir abends nochmals umziehen konnten. Gott sei Dank waren wir erst mal ein Bier trinken und hatten die Koffer noch nicht ausgepackt.

Nach meiner Erkältung war der erste Dreierblock echt schwer für mich. Habe selten auf dem Rad so gelitten und Christian und Rico zogen mich artig über die Insel bei widerlichem Gegenwind an der Küste. Zumindest schien die Sonne und die Stimmung war gut. An einigen Tagen gesellte sich auch Marcus Werner zu uns, so dass wir zumindest zu viert dem Wind trotzen konnten. Unser eigentliche vierte Mann wurde am Anreisetag krank und musste zu dem deutschen Arzt, der über dem Aladin wohnt.

Im zweiten Block ging es mir schon besser und wir kurvten schon mal ins hügelige Bergvorland. Nach unserer sportlichen Runde und einigen Späßen auf dem Rad kam es aus unerklärlichen Ursachen zu einem Sturz. Nach dem ersten Schrecken und der wirklich sehr hilfsbereiten Kooperation mit der Krankenwagenbesatzung und einer spanischen Ersthelferin, hatten wir am Abend ein neues Ausflugziel: Box 8.

Box 8, war das Zimmer in der Notaufnahme, wo wir unseren Kollegen mit Kleidung versorgten und mit Abwechslung auf andere Gedanken brachten. Neben der Platzwunde über dem Auge war wohl nix weiteres passiert, aber man wird sich erst dann wieder bewusst, wie schnell Unglücke entstehen.

Aus den fantastischen Vier waren nun „die Zwei“ geworden, welche über die Insel heizten. War alles anders geplant, aber so ist das Leben. Zumindest trafen wir uns alle am Abend beim Bier und genossen so unsere Trainingslagerurlaub-Reha. Natürlich kamen an den Ruhetagen die Besuche zahlreicher Märkte nicht zu kurz. Ferner wurde eine „Auswanderin“ aus Hamburg besucht und einige Dinge geshoppt.

Bevor ich die letzten Tage alleine trainieren musste, wurde der Abschied nochmals so richtig im Bierkönig gefeiert. Der Abend wird in die Geschichte eingehen, zumindest für meine Freunde aus Sachsen. Also feiern könnt Ihr, Respekt!

In der letzten Woche musste ich etwas umplanen, da sich einige Regentage androhten. So wurden die Kilometer pro Tag etwas hochgeschraubt und die 5Std-Runde in 4,5Std. absolviert. So schafft man Grundlage und ist immer der erste am Kuchen-Büffet. Natürlich war in diesem Jahr auch eine Königsetappe dabei, wo man von einer Seite in die Berge fuhr um auf der anderen Seite rauszukommen. Man hat dann auch 200km auf dem Tacho und den ganzen Tag Bewegung an der frischen Luft. Zwar lag etwas Schnee am Wegesrand auf dem Puig, aber die Abfahrten waren trocken und es war eine tolle Runde.

Nun wird im winterlichen Frühling versucht etwas für die Schnelligkeit zu tun um am ersten Aprilwochenende mit einem MTB-Biathlon der IGAS-Wendland zu starten.

 

Familie, Freunde, Kultur, Wein und die Cyclassics

Nach der Transalp war die Luft etwas raus und ich trat mal kürzer. Musste feststellen, dass das auch wunderbar funktioniert. Habe mir dabei schon mal den Crosser geschnappt, damit man sich auf neue Ziele konzentrieren kann. Ferner ist das norddeutsche Wetter auch schon eher herbstlich.

Bevor es aber wieder auf die schmaleren Geländereifen geht, stand noch ein schöner Marathon im Süden auf dem Programm. Wir hatten Asyl bei meiner Cousine in Darmstadt bekommen, so dass wir dort einen netten Zwischenstopp einlegten und ich die Trails der Burg Frankenstein für mich entdeckte.

Von dort fuhren wir dann weiter nach Neustadt an der Weinstraße. Alle hatten von den tollen Singletrails geschwärmt, so dass ich das mit meinem BERGAMONT Fastlane ausprobieren musste. Zuvor trafen wir uns aber noch mit Freunden in Karlsruhe um mal die heimische Küche zu testen. Ja, Essen kann man da gut!

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Natürlich standen beim Rennen , dem Sigma-Marathon Neustadt, für mich zwei Runden a 45km an. Wenn man schon da runter fährt, dann bitte jeden Trail zwei mal. Es war die richtige Entscheidung, denn die Runde war echt galaktisch. Selten ein Rennen gefahren, wo es einen so großen Trailanteil gibt. Technisch war es auch nicht ohne, so dass das Fully schon die richtige Wahl war. Kurzzeitig gelang mir der Sprung in die Spitzengruppe zu Karl Platt, bevor ich mich wieder auf der Verfolgung befand.

In der zweiten Runde wurde es dann echt hart. Ich kämpfte mit Krämpfen und musste Platz 5 und 6 schweren Herzens ziehen lassen. Den siebten Rang konnte ich aber behaupten und bog völlig ausgepumpt ins Ziel. Eine wirkliche tolle Runde mit einer sehr guten Organisation. Da muss man einfach gewesen sein.

An diesem Wochenende war Hamburg wieder unter Kontrolle der Rennradfahrer. Bei den Euro Eyes Cyclassics wurden wieder an die 20.000 Radsportbegeisterte in die schönste Stadt Deutschland gelockt. Für mich standen die 155km an, während sich die BERGAMONT Deerns und mein Vater die 60km ausgesucht hatten. Bei besten Bedingungen standen wir alle gespannt in den Blocken.

Auf der langen Schleife ging es sportlich, aber ohne Hektik und Stürze los Richtung Köhlbrandtbrücke, Harburg, Buchholz, Jesteburg, Harburg und zurück in die Innenstadt. Ich konnte mich gut im vorderen Feld aufhalten, da manche Windkanten kurzzeitig Gruppen entstehen ließen, welche das Feld sporadisch teilten. Nach der Innenstadtdurchfahrt gab mir Petra noch eine Trinkflasche um die letzten 60km mit einigen Hügel zu überleben.

Beim letzten Anstieg versuchte ich dann mein Glück. Mit dem späteren Sieger  zerflückten wir die Gruppe und es entstand ein kleines Loch. Leider war man sich danach mit den aufgeschlossenen Fahrern nicht einig, so dass wir wieder in einer geschlossenen Gruppe auf die Zieleinfahrt zurollten. Hier verhakten sich zwei Jungs und ich musste etwas abbremsen, so dass der Sprint eher eine schnelle Alleinfahrt wurde. Am Ende war es Platz 7 in der Altersklasse und 22 Gesamt. Was mich aber noch mehr freute war der Gewinn der Kösterbergwertung. Ist halt typisch BERGAMONT, dass der Hanseat die Bergwertung gewinnt.

Die Deutsche Meisterschaft um die Kronjuwelen

In Görlitz wurden die Deutschen Meister auf der Strasse gesucht und gefunden. Bei mir ist der Bann gebrochen, denn ich bin nicht Vizemeister geworden. Also alles Gut? Nicht ganz, denn mit meiner Leistung war ich nicht zufrieden, der Rest war aber gut und Görlitz ist eine Reise, wenn auch weite, wert.

Für meinen Auftritt hatte ich mir den kompetentesten Betreuer geschnappt. Mit Marc Seekircher, einem Ex-Mechaniker aus dem Profiradsport, hatte ich schon auf der Hinfahrt reichlich Radsportdetails durchzusprechen. So fielen wir nach 4 Std. Anreise im Hotel direkt ins Bett um die Tour Etappe anzuschauen. Danach fuhren wir dann noch zwei Runden auf dem hügeligen DM-Kurs um EM-typisch beim Italiener zu speisen.

Ein perfekter Männertag, der auch am Sonntag gut startete (obwohl wir immer noch beim Italiener waren). Das Wetter war perfekt und der Kurs war toll. Eine 18km Runde mit etlichen Höhenmetern, gute Strassen und wenig gefährliche Stellen. Kein Wunder, dass das Rennen 81. Rund um die Landeskrone hieß.

Ich als Crosser bin immer erschrocken, wenn der Puls bis Kilometer 80 nicht wirklich zuckt. Als ich dann hätte zucken müssen, war die Spitze leider schon weg. Nachdem drei Eilige herausgefahren waren, war zwei Runden vor Schluß eine beherzte Attacke fällig, der ich leider aus der Mitte des Feldes nicht folgen konnte. In der letzten Runde versuchten wir zwar den Anschluss herzustellen, aber die Beine wollten nicht.

Auch über den letzten Berg bei 115km kam ich gut rüber, aber den Zielsprint aus unserer großen Gruppe um Platz 10 ließ ich aus, da nichts mehr ging. Ist schon komisch, dass man zu erst fast einschläft und am Ende auch nichts auf die Kette bringt. Nachdenklich ging es nach Hause, denn schon an diesem Wochenende folgt die Deutsche Meisterschaft im Marathon in Saalhausen. Bin gespannt, was das so wird. Eins ist klar, 80km mit Ruhepuls wird es nicht geben.

 …….und nun geht es ins EM-Finale

Von der Küste bis zum Sauerland

In der letzten Saison hat mir die Kombination aus Straßenrennen und MTB-Marathon ziemlich gut gefallen, weshalb der Scanhaus-Cup in Marlow und in der Woche darauf der MEGA-Sport in Sundern wieder angesteuert wurden. Auch wettertechnisch war der Ausflug in den Norden die richtige Wahl. Wird ja immer wichtiger die alten Knochen bei Trockenheit zu bewegen.

Marlow der kleine Ort hinter Rostock bot wieder eine tolle Zweitagesveranstaltung mit einem Rundstreckenrennen und einem Rennen auf einer 16km-Schleife. Insbesondere der Rundkurs mit Berg und Kopfsteinpflaster fand dabei mein Gefallen. Leider reichte es in diesem Jahr nicht eine Ausreißergruppe zu formieren. Das hohe Tempo sorgte aber für ein Ausscheidungsfahren, so dass der Sieg zwischen 7-8 Fahrern ausgemacht wurde. Ich fühlte mich gut und hatte am Berg nie Probleme, lediglich in der entscheidenden letzten Runde kamen die Krämpfe. Man sollte doch mal was trinken und auch eine Trinkflasche mitnehmen ist die Erkenntnis des Tages zu Platz 5 und einer Prämie.

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Den Abend genossen wir am Strand von Graal Müritz mit lecker Fisch und lecker Bier bis die Sonne hinter dem Dünenhotel verschwand. Der neue Tag begann mit Sonne und einem Frühstück der Extraklasse. Wenn der Start um 11 Uhr erfolgt, dann geht auch Rührei auf dem Lachsbrötchen.

Das Rennen mit seinen 4 Runden startete verhalten, denn die Temperaturen waren kühl. Auf der Windkante wurde es immer etwas hektischer, aber auf der restlichen Runde lief es problemlos. Ende Runde zwei kam es dann auf der Windkante direkt vor mir zu einem Sturz. Als Crosser wählte ich die Geländeausfahrt auf´s Feld. Ohne einen Fuß auf die Erde setzen zu müssen fuhr ich durch den Winterweizen zurück zur Straße. Leider schaffte ich den Anschluß an die Gruppe nicht mehr.

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Die restliche Zeit des Rennens gaben wir zu viert zwar noch mächtig Gas, aber es reichte einfach nicht um näher zu kommen. Wir verloren in der letzten Runde zirka 3min. was nicht wirklich viel ist, wenn man fast nur zu zweit die Führung macht. Mir war es egal, denn als Training war es perfekt und wir hatten unseren Spaß. Was mir bei Straßenrennen immer auffällt ist die Herzlichkeit der Teilnehmer. Habe noch nie erlebt, das man die Polizisten als „Wichser“ betitelt, auch wenn sie etwas früh die Straßensperrung aufgemacht hatten. Ging ja um wirklich nichts mehr bei uns!

MEGA-Sport Marathon in Sundern ist eigentlich seit 10 Jahren eine Plichtveranstaltung für mich. Die Unterkunft direkt am Start, das beste Abendessen im Gasthaus Willecke und zuvor noch ca. eine Stunde auf der Runde trainiert. Da geht was am Renntag, war so meine Einschätzung der Gesamtlage am Freitag. Am Renntag war es dann doch etwas feucht von oben und kühl von allen Seiten. Ich wählte die Crossbekleidung mit Thermoüberschuhen und Winterhandschuhen, was auch richtig war.

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Nach DSC04134.JPGdem Start und auf den ersten 5 Kilometern hielt ich mich vorne im Feld auf, um bei der Geländeeinfahrt unter den ersten zu sein. Dies gelang und auch die folgenden Kilometer konnten ich mich in der Spitzengruppe behaupten. Hatte schon lange keine so große Gruppe mehr bei einem Marathon erlebt. Lag entweder an den Temperaturen oder der geänderten Streckenführung, welche einfach harmonischer war und mir sehr entgegen kam.

Alles lief für mich nach Plan, bis zum letzten Anstieg auf der ersten Runde, da hier das Tempo extrem hoch wurde und ich leider zurück fiel. An Position 8 ging es für mich auf die zweite Runde und an meinem Hinterrad hing Bram Rood, der Ex-Champion aus den Niederlanden. Heute war aber mein Tag und nicht seiner. Ich ekelte mich langsam aber bestimmt weg. Mehr passierte auf der zweiten Runde sonst nicht, denn Platz 7 war nie in Sicht und nach hinten war Luft. Gefühlt war es mit eines der besten Rennen, was ich hier gefahren bin, allerdings war die Konkurrenz noch nie so stark wie in diesem Jahr.

Am Tag der Arbeit geht es nun erneut auf die Straße zum Rennen „am Lindener Berg“. Auch hier gibt es einen Berg und auch Kopfsteinpflaster, also alles nach meinem Geschmack.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

Vattenfall Cyclassics

Wir sind auf dem Weg nach Olympia und das nicht nur weil der HSV und St.Pauli gewonnen haben, sondern weil die schönste Stadt Deutschlands bei einer Radrennübertragung eine sehr gute Figur macht. So genoß ich das Weltcuprennen, wo der André seinen Sprint souverän gewann, vorm Fernsehen anstatt wie der Rest der Bevölkerung am Streckenrand zu stehen. Entschuldigt mein Fehlen am Waseberg, aber auf der Couch war es so schön.

Bevor ich aber auf dem Sofa zum Erliegen kam, war auch für mich etwas Sport angesagt. 155km entsprachen zwar 161km, aber im Kalkulieren waren die Hanseaten in den letzten Jahren nie so toll, was mir im Rennen aber nicht auffiel. Um 8:20 Uhr startete ich mit 500 Leuten aus Block A durch die Hafencity Richtung Köhlbrandbrücke. Das Tempo war wie immer: schnell fahren um dann mit einer Vollbremsung die Sinne der Fahrer aufzuwecken. Hatte sich aber alles schnell eingeschwungen und es ging relativ zivilisiert in den Anstieg. Obwohl ich nicht wollte, zog ich doch das Tempo an der Brücke an, oder wurden die anderen nur langsamer? Egal, denn flüchten, wie zwei andere Weggefährten, wollte ich nicht.

So ging es dann in schönem Tempo in die Harburger Berge, wo meine erste Trinkflasche wartete (Danke Rexe) um dann weiter durch das niedersächsische Hinterland nach Buchholz und Jesteburg zu fahren. Insgesamt war es eine angenehme Schleife, da das Wetter toll war und viele Leute an der Strecke standen, und das obwohl die Profis die südliche Schleife gar nicht fuhren.

Nach 90km ging es dann erneut über die Köhlbrandbrücke. Erneut ließen alle Ihre Beine hängen, so dass 19345 Leute bei mir im Windschatten fuhren. Wenn eine Person im Windschatten ca. 5% an Energieeinsparung für den Vordermann bewirkt, dann hätte ich theoretisch bei einem Krafteinsatz für 25km/h mit ca. 24.181 km/h über die Kuppe bügeln können und wäre dann ins Ziel geflogen. Da dies nicht so war, stelle ich auch die Theorie mit dem Windschatten und so in Frage.

Mir ist bei der ganzen Runde aufgefallen, dass die Veranstalter sich wirklich Gedanken um die Streckenführung im Detail gemacht haben. Scharfe Kurven wurden, so weit wie möglich, durch den Wechsel von Fahrbahnseiten, vermieden. Es gab keine Begegnungen mit anderen Starterfeldern und auch die Zieleinfahrt war ohne dramatisches Zusammentreffen zweier Geschwindigkeitswelten (55km-Runde = 25km/h; 155km-Runde = siehe oben 24.181Km/h).

Bevor es aber für uns ins Ziel ging, war noch die Schnelsener-Pinneberger-Wedeler-Elbhang-Runde zu drehen. Diesmal ließen die anderen nicht die Beine hängen, als ich am Kösterberg mal den Bergfloh machte. Schnell hatte ich eine Lücke und ich schoß in die Blankeneser Landstraße. Mir war natürlich klar, dass ich alleine gegen den Wind null Chance habe allein ins Ziel zu kommen. Dennoch gönnte ich mir den Spaß. Danach ging es dann gemeinsam dem Ziel entgegen. Wir hatten Jahre, wo die Zielankunft wirklich chaotisch war. Dieses Jahr war sie relativ schnell und wohl auch deshalb ohne große brenzliche Situationen. Schon am Rödingsmarkt fuhren wir in Einerreihe mit kleinen Lücken Richtung Mönckebergstrasse.

Ich habe überhaupt nicht mit einem Sprint für mich selber gerechnet, da es in der Vergangenheit eher ums nicht stürzen ging, so hob ich meinen Arsch nicht mal aus dem Sattel. Ich fuhr mein hohes Tempo bis zum Ziel durch und versenkte somit einige Leute, bei denen die Beine schwer wurden. Mit einer Sekunde Rückstand auf Daniel Knyss kam ich als 5. Overall und zweiter Senior 2 ins Ziel. Da war selbst ich sprachlos, denn mit dem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Habe mich wirklich gefreut in meiner Stadt vorne dabei gewesen zu sein. Insgesamt war die Jubiläumsausgabe der Cyclassics mit die beste Auflage.

Das nächste Wochenende haben André Zamponi, Torben Saßnick und ich ein Männerwochenende. Es geht bereits am Freitag nach Altenau zum Malzbiertrinken um dann am Samstag den Endurothon in Schierke zu bestreiten. Werde damit mein Versprechen brechen dort nie wieder zu fahren, aber wer nett fragt und mir eine Dusche organisiert, den darf man dann auch nicht hängenlassen. Wir freuen uns.

Die MAD East Challenge Master DM

DSC08044.JPGKeine neues Rennen im Kalender ist die MECM-DM, sondern eher die Zusammenfassung meiner letzten beiden Wochen. Mit etwas Unsicherheit fuhren wir nach Altenberg zur Mad East Challenge, einem Zwei-Tages Event auf ständig wechselndem Untergrund (es gab langes und kurzes Gras auf den Wiesen). Ich wollte an den beiden Tagen testen, ob die Form für die Salzkammergut-Trophy reicht und ob es Wege im Erzgebirge gibt, die seit der letzten Eiszeit mal wieder befahren werden sollten.

Auch die Gastfreundschaft ist einzigartig. Als wir gegen 15:00 Uhr die Zimmerschlüssel übernahmen, sagt die Bedienung, dass es die warme Küche nur bis 20:00 Uhr gäbe. Sie fügte nahtlos an, dass ich das ja wohl nicht schaffe werde. Sprachlos stand ich da. Sehe ich so alt aus, ist der Treppenlift kaputt, sind die Flure endlos oder was sollte das?

DSC08432.JPGMan kann es wie folgt zusammenfassen: Es reichte nicht! Schnell merkte ich nach dem Start über den Skihang, dass die Form zu wünschen übrig lässt, denn ich musste die Spitzengruppe kampflos ziehen lassen. In der Verfolgergruppe ging es zunächst ganz gut, denn zusammen mit Rapiro-Reeps bestimmten wir den Takt. Allerdings waren 90km an diesem Tag selbst für mich zu viel. Nach 50km ließ ich die Jungs fahren, da es einfach nicht ging. Später kamen noch Regen und Krämpfe dazu. Kein guter Tag im Erzgebirge.

DSC08443.JPGEs reichte dennoch zu Platz drei bei den Masters, auf wohl der besten Mad East-Strecke, welche ich je gefahren bin. Man hatte einfach alles dabei, von Trails über Wiesen, schöne Anstiege, Brücken an den Bächen und sensationelle Aussichten auf das Erzgebirge. Deshalb hielt sich meine Entäuschung in Grenzen, da es trotz der Qual Spaß gemacht hatte.

DSC08292.JPGDer Sonntag verlief ähnlich, allerdings kamen mir die 50km zu Gute. Gegen Ende der Schleife konnte ich noch zulegen und meine Begleiter distanzieren. Vorteilhaft war auch der Einsatz des vollgefederten Fastlane von Bergamont. Denke das Teil brachte auf den zahlreichen Wiesen und Abfahrten etliche Sekunden. Wieder wurde es Platz drei bei den Mastern. Gegen die Sieger hatte ich nie eine Chance, weshalb ich in diesem Jahr eingestehen muss, dass die Trophy mit 211km eine Stück zu groß für mich ist.

DSC08453.JPGMaster DM Strasse in Harburg. Eigentlich sind Straßenrennen ja nicht so meins, wenn aber die DM vor der Haustür stattfindet und der Veranstalter (Harburg TB) einen kurzen und hügeligen Kurs abschildert, dann fehle ich natürlich nicht. Mein Sponsor hatte mir kurzerhand auch noch ein Straßenrad aufgebaut, so dass die anderen Jungs nicht auf ein Crossrad schielen mussten. Wie ich mich schlagen würde, war nach den vergangenen Wochen fraglich. Lust hatte ich aber schon.

DSC08552.JPGMit etwa 100 Master 2 – Fahrern ging es dann bei gefühlten 35 Grad und 98%  Luftfeuchtigkeit auf die 20 Runden a 5km. Ich kam gut ins Rennen und der Anstieg im Wohngebiet lag mir. Was mir immer noch unbehaglich ist, ist das parallele Fahren mit 20 Leuten bergab um dann rechtwinklig abzubiegen. Nach 5 Runden wollte ich deshalb mal sehen, ob man nicht in einer Gruppe wegkommen könne. Weg kam ich, aber leider waren nach einer Runde wieder alle da. So ging es weiter im großen Feld.

DSC08698.JPGAls dann die drei Jungs ihre Flucht starteten, war ich irgendwo im Feld, so dass ich nicht mal versuchen konnte zu folgen. Danach setzte auch noch leichter Regen ein, was ca. 6 Leuten zum Verhängnis wurde, da sie sich ablegten und das Feld dadurch natürlich auch Zeit verlor. So pendelte der Vorsprung zwischen 30sek. und einer Minute. Die Versuche, auch von Vladi Riha, verpufften leider, so dass man irgendwann einsehen musste, dass es heute nur um die Plätze ging. So rollte ich als 28. über die Ziellinie. Generell war ich mit meinem Rennen zufrieden, denn in der Woche lief es im Training wesentlich schwerer. Würde ich im Feld sicherer fahren, dann wäre mehr drin gewesen, aber ich bin ohne Sturz durchgekommen und ich fühlte mich gut auf dem Rad.

Nun ist mal etwas Ruhe angesagt, bevor es zur Hamburger MTB-Meisterschaft in den Schröderwald nach Bucholz geht. Darauf freue ich mich schon, denn dort gibt es auch mal eine Bratwurst….Einen Glückwunsch an alle Meister und Platzierten!

Nach 20 Jahren Radsport das erste Mal auf dem Podium bei einem Strassenrennen

Hätte nie gedacht, dass an diesem Wochenende Geschichte geschrieben wird. Ist zwar nur meine Radpsortgeschichte, aber ich habe mich wirklich gefreut. So bleibt Marlow in Meck-Pom in guter Erinnerung, auch wenn beim zweiten Rennen der Erfolg aus blieb.

Es war zwar kühl im Norden, dafür schien aber die Sonne und auf dem Marktplatz war alles für eine tolle Veranstaltung hergerichtet. Pünktlich um 15:00Uhr ging es über 30 Runden um die Kirche und den Marktplatz. Was mir auf der Runde am Besten gefiel war allerdings der lange Anstieg der Richtung Ziel führte, denn das Ding hatte es in sich.

 

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Bis zur ersten Prämie hielt ich mich zurück um dann in der darauffolgenden Runde mal zu testen, was die Jungs von der Straße so können. Ruckzuck war die Lücke da, die nur zwei Leute, Andreas Huth und Stefan Mayer schließen konnten. Zu dritt machten wir mächtig Dampf und der Vorsprung wuchs. Nachdem ich kurzzeitig leider auch etwas zurückgefallen war, war nach dem erneuten Zusammschluß unsere Zusammenarbeit perfekt.

Von Runde zu Runde machten wir Boden gut und die Krönung erfolgte 4 Runden vor Schluß, denn wir überrundeten das Feld. Lag natürlich auch daran, dass meine Mitstreiter aus großen Teams kamen und somit die Nachführarbeit des Feldes vereitelten. In der letzten Runde kam es dann zum Showdown, wobei ich im Sprint das Nachsehen gegen Andreas Huth hatte und Zweiter wurde. Es war mein erster Podestplatz in einem Straßenrennen nach 20 Jahren Lizenzsport. Unglaublich!

Nach einem entspannten Nachmittag und Abend an der Küste in Graal-Müritz stand am Sonntag das Straßenrennen „Rund um Marlow“ auf einer 12km Runde an. Hier war es dann hektisch und im Feld fühlte ich mich nicht wirklich wohl. Kann immer noch nicht begreifen, warum man sich auf einer 8m breiten Landstrasse bei 50km/h mit dem Nebenmann streiten muss und sich dann rumschubst, wenn noch 50 Mann im Windschatten sind. Egal, denn in der Endphase des Rennens konnte ich keine vordere Position behaupten, so dass ich an Position 20 in den Zielberg bog. Oben angekommen war ich zwar 12., aber für die Gesamtwertung beider Tage reichte es dann nur zu Platz 6.

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Ich behalte die Rennen in Marlow in guter Erinnerung, denn sie haben echt Spaß gemacht. Nächstes Wochenende geht es aber wieder auf breiten Reifen durch den Wald beim Mega-Sport in Sundern.