Der Ritt durch Helmuts Hölle

Leider ist man irgendwie viel zu selten im Wendland, denn schon bei der Anreise mit meinem neuen Gegner Andre Z. zeigte sich die Landschaft von seiner sehr natürlichen Seite. Bei so viel Natur und wenig Action auf der Strasse, fällt es auch nicht auf, wenn man mit 100km/h durch Ortschaften fährt. Man erkennt aber ehrlich gesagt nicht, dass es Ortschaften sind, denn es stehen dort kaum Häuser. Der Blitzer beendete aber die rasante Fahrt und das Gepäck war platzsparend hinter der Rückbank gestapelt.

Mit dieser leichten Vorspannung erreichten wir den Veranstaltungsort in Meudelfitz. Joachim, der Chef-Organisator, empfing uns freudig in seiner orangefarbenen Waldschratjacke und informierte uns über die Streckenneuerungen. Leider hörten wir wieder nicht richtig zu und schauten uns nur den bekannten, aber gekürzten Streckenanteil mit dem steilen Berg an. Dies rächte sich im Rennen, denn wir alle staunten nicht schlecht, als nochmals eine „Wand“ im Wald zu bewältigen war.

Mit dem limitierten, aber exquisiten Starterfeld von 80 Sportlern ging es dann zum MTB-Rennen mit Wurfeinlage pünktlich um 12 Uhr bei bestem Wetter los. Schnell bildete sich eine 6-köpfige Spitzengruppe, die mit André und Inge das Tempo ziemlich hoch hielt. Nach Runde eins folgte dann die Wurfeinlage mit Tischtennisball in einen Korb. Dies gelang bei allen problemlos und das Rennen ging so richtig los. 5 Runden a 8km standen für die Männer an.

In der folgenden Runde schaute ich dann mal, wie es um meine Schnelligkeit bestellt ist. Eine kurze Tempoverschärfung brachte eine Lücke zwischen die Jungs und mich. Ich nahm das Tempo aber wieder raus, denn 3 Runde alleine waren mir zu viel. Am nächsten Anstieg waren wir aber dann plötzlich doch nur zu dritt. Thomas Zühlke und Leonard Balz hielten das Tempo hoch, so dass die Gruppe halbiert war.

In den kommenden Runden fand nun ein hartes Ausscheidungsfahren statt. Das Tempo blieb konstant sportlich und man wechselte sich jede halbe Runde mit der Führung ab. Thomas war der Erste, der dem Tempodiktat nicht mehr folgen konnte. Nun lag es an mir die Niederlage gegen einen „Bremer“ abzuwehren. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich da in Runde vier meine Zweifel hatte, dass dies gelingen würde. Leonard fuhr auf einem Crossrad mit Cantilever Bremsen und Stargabel. Ich hatte alles am Start, was auch Nino Schurter zum Worldcup an die Linie rollen würde. Dementsprechend war ich echt beeindruckt, was Leonard da auf dem Rad zeigte. In den letzten Anstiegen war es aber dann auch für ihn zu schnell und ich konnte mich absetzen.

Erster Wettkampf und erster Sieg ist immer was Schönes. Der Tag wurde aber abgerundet durch die gute Orga, das perfekte Wetter und den Weltklasse-Streuselkuchen aus dem Wendland. Die geänderte Strecke war noch anspruchsvoller und für das kommenden Jahr steht mein Start bei Helmuts Höllenritt eigentlich schon fest.

Kommende Woche geht es dann im Kyffhäuser in Bad Frankenhausen auf der 60km Runde zur Sache. Da wird sich zeigen, wie gut man durch den Winter gekommen ist.

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