Keine Zeit für Besinnlichkeit, oder?

Die Adventszeit ist ja die Zeit im Jahr, wo alles etwas ruhiger und besinnlicher wird. Dies ist für Crossfahrer, welche jetzt ja mitten in der Saison stecken gar nicht so leicht. Zum Einen wird es früh dunkel und man muss hektisch jeden Lichtstrahl ausnutzen, zum Anderen ist die besinnliche Schokoladenzeit pure Folter. Hilft aber alles nichts, diese 4 Wochen überlebt man auch.

Am Anfang des Monats stand mit der Weltmeisterschaft der Masters im belgischen Mol der erste Saisonhöhepunkt an. Pünktlich am Mittwoch war die Erkältung da und das Drama begann. Ich lebte die darauffolgenden Tage zwischen Honig im Tee, Minzöl im Inhalationsbad und Erkältungsbädern. Wir reisten trotz dieser Umstände an, da ich zumindest kein Fieber hatte.

Der Rundkurs am Zilvermeer ist schön und schön sandig. Da ich in diesem Herbst mal unsere Dünen, ja solche haben wir in Hamburg, zum Training genutzt hatte, gefiel mir die Spielerei im Sand ganz gut. So trainierte ich die Tage immer ein wenig um danach in unserem B&B-Hotel mit vier durchgeknallten Amerikanern und einer Engländerin, welche sich selbst als „over excited“ beschrieb, ausgiebig über das Crossfahren zu schwärmen.

Mit einem Start aus Reihe 2 ging es dann ins Rennen. Direkt hinter dem amtierenden Europameister endete die lange Startgerade, welche wir ohne Sturz absolvierten. Dies ist bei 80 Startern nicht immer möglich. An Position 4 ging es dann das erste Mal in den Sand. Ich konnte das Tempo gut mitgehen und kam am Ende der Sandpassagen als Erster raus. Mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr, verwarf ich eine Flucht, was auch gut war.

Ich konnte mich zwei Runden lang unter den Top Fünf halten, bevor meine Luft alle war und ich kein Druck mehr hatte. Ich verlor danach in zwei Runden ungefähr 10 Plätze, wobei dies nicht in den Sandpassagen passierte. Gegen Rennende war die Nase zwar wieder etwas freier, dennoch war kein Platz mehr zu gewinnen. So beendete ich das Rennen auf Platz 15, was überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprach, aber mehr ging einfach nicht.

     

Etwas frustriert wurde die Woche in Frankreich auf Dienstreise verbracht, wo Laufeinheiten an der Loire den letzten Schleim aus den Nebenhöhlen holte. Kurzentschlossen nahm ich dann mit Danny Götze den Ritt nach Erfurt auf, da dort die Biehler Cross Challenge ausgetragen wurde und wir sowieso im Harz den ersten Schnee genossen.

Bei unserem Rennen fing der Boden gerade an zu tauen, ohne das wirklich Matsch entstand. Nachdem ich beim Start aus dem Pedal geflogen war, ging es zunächst hinter Danny ins Gelände. Als er aber Luft holte, zog ich an und ihm und seinen Begleitern davon. Bei mir lief diesmal nicht die Nase und ich konnte mein Tempo das ganze Rennen gut fahren. Es waren zwar noch nicht die 100%, dennoch war ich zufrieden mit dem Sieg in der Masterklasse vor Sven Mehner und Silvio Hausschild. Für Danny blieb leider nur Platz 4, weshalb ich ihm auch das Rad putzte, damit nicht alles Scheiße war an diesem Samstag.

Die Strecke in Erfurt war schnell und kurz, weshalb wir einige Runden drehen mussten. Wenn man die lange Startgerade noch mit einem Abstecher ins Gelände verziert, dann wäre der Kurs noch ansprechender….

An diesem WoEn sollte es eigentlich nach Bad Harzburg gehen. Hier müssen die Locals mir aber erst mal berichten, ob die Strecke auch schön vom Schnee befreit ist.