Vulkan Bike Marathon in Schotten

Lange ist es her, aber in diesem Jahr passte der Marathon wieder in den Rennplan. Muss gestehen, dass sich einiges in Schotten geändert hat. Zum Schlechten zählt hierbei der Konkurs meiner beliebten Unterkunft mit integrierter Schlachterei. Eindeutig zum Guten ist die geänderte Strecke, die die beiden Jungs neben mir entdeckt haben.

DSC02037.JPG Trotz eines späten Aufschlagens in unserer Pension, wollte ich noch das neue Stück Strecke abchecken. Zunächst ging es ganz smooth im stetigen Anstieg hoch zum Hoherodskopf. Es lief gut, warm war mir aber trotzdem. Nun ging es rein in den neuen Singeltrail. Zunächst folgte ein ständiger Richtungswechsel um unzählige Bäume und hervorstehende Wurzel. Später wurde der Trail flüssiger und schneller. Hier kamen am Ende wieder die beliebten Wurzel, so dass man sich ein Freeride-Bike wünschte.

DSC02038.JPG Der Renntag begann frostig, obwohl erst um 10Uhr der Startschuss für die 2x53km fiel. Es ging danach eher gemächlich oder verhalten los, was mir sehr zu gute kam, denn wirklich frisch fühlte ich mich nicht. In einer Fünfergruppe, die teilweise sogar noch grösser war, ging es ohne weitere Vorkommnisse in den Singeltrail. Hier wurden alle aufgeweckt, denn im Renntempo hatte ich das Gefühl die Kette will meine Kettenstrebe zertrümmern, was ihr aber nicht gelang. Auf dem Rest der Runde erfolgten noch einige Attacken, aber wir blieben bei der Durchfahrt zu fünft.

DSC02225.JPGBei Einfahrt in Runde zwei verloren wir einen bis dato unbekannten Dänen, der bei seiner Rückkehr in die Gruppe gleich durchattackierte und Rood Bram (Mitsubishi Mountainbike Team) und mich abstellte. Der Rest ist schnell erzählt, denn wir befanden uns nun im Rennmodus und alle fuhren am Anschlag. Die restlichen 40km ging es dann alleine durch den Wald. Die zwei Verfolger mit Michael Schuchardt (Texpa) waren in Sichtweite, konnten aber nicht aufschließen.

DSC02267.JPG So bog ich als Dritter unter den Zielbogen ein. Sören Nissen, eigentlich ein Strassenprofi, gewann souverän vor Rood, der auch sehr überrascht aussah. Ich war zufrieden mit dem Platz, denn meine Altersklasse hatte ich ja gewonnen und ich war endlich mal nicht Zweiter.

So war es

Vizemeister der Deutschen Marathon Meisterschaften

So langsam gehen mir zweite Plätze auf den Senkel, denn die Präsente auf dem mittleren Podiumsplatz sind einfach besser, besonders wenn es ein Meistertrikot umsonst vom BRD gibt. Der rückt freiwillig nämlich nicht so viel raus.

DSC01805.JPG Nach unserem Transfer vom Gardasee nach Singen am Bodensee war die erste Rundenbesichtigung ein Schock. Felsen, steile Anstiege, knifflige Passagen und Singletrails gab es hier einfach nicht. Die 47km Runde ging über Forst- und Wirtschaftswege mit ständigen Richtungswechseln rund im Hegau umher. Das ständige Auf und Ab machte einem aber schon zu schaffen, denn man nahm die Hügel nie ernst und bretterte immer mit Vollgas hoch.

Da die Sonne bis zum Samstag schien, genoss ich die Tage auf der Runde und auch die Fahrten am Rhein nach Schaffhausen. Die Ecke ist hier schon nett, aber ein paar mehr Wurzeln hätte ein MTB-Rennen schon verdient. Hier sollten die Veranstalter bis zur Marathon EM 2013 nochmals in die Wälder nach Alternativen schauen, oder mit der Teerfräse den Geländeanteil erhöhen.

Pünktlich zum Renntag verschlechterte sich das Wetter. Die Verhältnisse auf der Strecke wurden aber nicht dramatisch, da der Boden viel Wasser verkraftete. Schwerer zu verkraften war das Hin und Her wo die ausländischen Fahrer, die das Rennen als EM-Probe unter die Reifen nahmen, aufgestellt werden sollten. Man entschied sich dann doch die Leute nach uns starten zu lassen, was wohl auch richtig war. Für mich als Master 2 Fahrer ging es also hinter der Elite und den Master 1 Fahrern an gefühlter Position 120 ins Rennen.

DSC01972.JPG Es war natürlich schwierig in diesem Gewühl den Überblick zu behalten und trotzdem den Zug mit Windschatten der Elite zu erwischen um Kräfte zu sparen. Am Ende des ersten Berges hatten sich aber die möglichen Gegner artig versammelt und das Rennen konnte beginnen. Schnell zeigte sich, dass Siggi Tröndle der Gegner sein würde, der auch ein neues Trikot haben wollte. Für mich war es hart an Siggi dran zu bleiben, denn der Typ fährt noch dickere Gänge als ich und dann noch schneller als ich wollte.

DSC02000.JPG Jetzt mal kurz und knapp: Es ging in trauter Zweisamkeit mit wechselnden Begleitern in die zweite Runde. Hier keuchte Siggi ordentlich und bei mir begannen die Krämpfe. Wir schenkten und nichts und auch der einsetzende Regen stoppte nicht unseren Vorwärtsdrang einige Elitefahrer einzusammeln. Ich wusste, dass der letzte steile Anstieg ca. 3km vor dem Ziel die einzige Chance war um mich absetzen zu können. Ich zog also an und brachte etliche Meter zwischen uns. Mit dem Messer zwischen den Zähne und Sabber in den Mundwinkeln gab ich alles. Leider reichte es genau bis 300m vor dem Ziel, wo Siggi und die Verfolger aufschlossen. Beim anschließenden Sprint zog ich den Kürzeren und wurde enttäuschter Zweiter. Noch nie war ich so dicht an einem Titel, weshalb die Enttäuschung größer war, als die Freude über den Vizemeistertitel.

Natürlich gratuliere ich dem neuen Meistern zu ihren Titeln. Werde jetzt die 5 Liter Rothaus- Schwabenbier trinken. Danach sieht die Welt garantiert anders aus.

Hier ein paar Eindrücke…

Das Bikefestival in Riva am Gardasee

DSC01151.JPG Nach zwei Jahren Pause ging es für uns in diesem Jahr wieder zum Festival nach Riva. Der Freitag war für die Anreise reserviert, denn für die 1154 km benötigt man schon ein paar Stunden. Am frühen Abend drehte ich aber noch eine Runde bei sommerlichem Wetter und bester Stimmung. Hohe  Berge mit Schnee, der malerische Gardasee und  ein blauer Himmel lassen die Sorgen, wenn man welche haben sollte, schnell vergessen.

Diesmal groß am Start mein Sponsor Bergamont und die dazugehörige „Group of velofriends“ mit BMC. Direkt im Eingangsbereich des Geländes empfing man die Besucher mit der hanseatischen Produktpalette, welche auch ausprobiert werden durfte. Ich genoss die Sonne bei fetter Musik auf der Dachterrasse des Trailers. Zuvor hatte ich natürlich schon fleißig geübt für den Marathon am Sonntag:

DSC01248.JPG Beim Einfahren auf der Startrunde konnte man die Gegend richtig genießen und die Augen schweifen lassen. Es war ein wunderschöner Tag zum Biken, was auch die Anstrengung etwas milderte. Hatte mir als Trainingsstrecke mal die 50km-Runde des Marathons ausgesucht. Die Schilder hingen schon an jeder Ecke, so dass dem Unterfangen nichts im Weg stand, außer der erste Berg. Hatte vergessen die 1000Hm am Stück in Betracht zu ziehen, so dass ich doch länger als geplant unterwegs war. Es hat sich aber gelohnt.

DSC01201.JPG Ein Klassiker unter den Marathonrennen ist bestimmt dieser hier am Gardasee. Selbst ich traute mich mit Startnummer 5 nicht in die erste Reihe, da hier Landesmeister, Welt- und Europameister dichtgedrängt auf den Start warteten. Es begann sofort das Rennen, denn es wartete der berühmte 2m breite Torbogen vor der langen Steigung, der immer noch das Nadelöhr am Anfang ist. Ich kam, trotz eines Sturzes neben mir, gut in den Anstieg. Nun musste jeder alleine sein Tempo finden. Bei einer hohen Promidichte, sollte man nicht mit der Spitzengruppe mitgehen. Ich hielt mich so an Position 25 auf, was relativ weit vorne ist bei tausenden von Bikern, insbesondere wenn man schon französische Bulls-Fahrer abgehängt hatte.

Nachdem der erste Berg ganz gut lief, musste man in der folgenden Abfahrt schon mal den Lenker festhalten. Diesmal gelang es mir nur wenige Plätze zu verlieren und in einer sportlichen Gruppe den Anschluss nach vorne zu suchen. Gemeinschaftlich sammelten wir einige Leute ein, für andere war das Tempo zu schnell, so dass wir zu viert in Richtung zu der Streckenteilen: “ich bin weich und fahr nach Hause” oder “Ronda Extrema“ kamen. Hier fuhren meine Begleiter nach Hause und für mich standen nochmals 1000Hm an.

DSC01334.JPG Also rein in den Berg und locker hochkurbeln, denn der Anstieg ist relativ fließend. Zwei Kurven später erspähte ich aber ein Vaude-Trikot, was evtl. einem Konkurrenten aus der Master 2 Klasse gehören könnte. Ich schloss auf und fragte Andi Strobl, ob da noch jemand „Altes“ vorne raus sei. Er verneinte und wünschte mir noch eine gute Fahrt. Nun begann der Kopf mit dem Nachdenken, denn das Podium war sicher und eigentlich der Sieg möglich…..Ich fuhr auf Sicherheit weiter und holte noch zwei weitere Fahrer ein, die mir auf der langen Abfahrt wieder abhauten.

DSC01436.JPG Der Weg zurück nach Riva ist auch immer eine Katastrophe. Da heizt man zunächst 20min nur bergab auf Schotterpisten um dann die letzten Kilometer auf geraden Teerstraßen mit Gegenwind zum Ziel zu gelangen. Die Beine wollen da schon lange nicht mehr, aber so ein Sieg vor Augen, der beflügelt natürlich. Schon vom Weiten hörte ich Sven Simons Stimme: „ Und hier kommt der zweite Master 2 Fahrer aus Hamburg….“! Was, wie und wer war denn bloß vor mir? Ein Velofriend von BMC, Alexander Moos, war der Gesamtsieger des Marathons und somit auch Sieger der Master 2. Kurz enttäuscht, dann aber total glücklich, denn ein Podiumsplatz in Riva ist einfach geil. Nach einer schnellen Entspannung ging es zu einer tollen Siegerehrung und der Bergamont-Grillparty. Hier war ich nach 5 Dosenbier wieder der Alte und genoss den Abend.

Nun machen wir ein paar Tage frei und schauen uns die Kulturstätten rund um Singen an. Evtl. werde ich auch mal mit dem Rad die DM-Strecke abfahren, denn das kann bekanntlich nie schaden, wenn man am kommenden Wochenende die Marathon-DM bestreiten will.

Partybilder unzensiert…

Mon Chéri essen nur Frauen

Um die Zeit bis zur Siegerehrung zu überstehen, untermauerten der Streckensprecher Jens W. und ich alte Thesen. Fakt ist und bleibt, dass Mon Chéri nur von Frauen gegessen wird. Männer essen Gilsenberger Landbrote und Trinken alkoholfreies Weizen, zumindest beim Autofahren.

DSC00908.JPG Jetzt aber zu den Fakten des Wochenendes. Den Kellerwald Bike Marathon zeichnen viele Dinge aus. Was mich aber als Langstreckenfahrer immer wieder dort hinlockt, sind die 120 km Streckenlänge, welche man sonst im April nicht geboten bekommt. Natürlich sind die Mädels und Jungs um Veranstalter Steffen auch immer gut drauf, so dass es auch bei Hagel total toll ist.

DSC00972.JPG So ein Aprilwetter kann schon ganz schön gemein sein. Zwar regnete es beim Start nicht, aber die Downhillpassagen im Wald waren reichlich zerfahren. So schoss ich schon mit etwas Rückstand zur Spitze in den Matsch. Hatte zumindest vorne einen Stollenreifen aufgezogen, so dass der Grip mich wieder nach vorne brachte. Grip bringt aber nichts beim Bergauffahren, so dass ich wieder in der Verfolgergruppe war.

3 Runden a 40 km war der Tagesplan. Am Hinterrad des Vorjahressieger Ramses Bekkenk und Leuten der Mitteldistanz ging es in die zweite Runde. Wir fuhren gemeinsam ein gutes Tempo, obwohl uns Ramses auch hier kurz verließ um nach vorne aufschliessen zu wollen. Hier verbrannte er wohl seine Energie, denn ab Einfahrt in die Dritte Runde hatte ich ihn abgestellt. Da viele Fahrer auf den 80km unterwegs waren, lag ich plötzlich auf Podiumskurs.

DSC01017.JPG Die letzte Runde mit etwas Regen, Hagel und tiefem Boden sollte nun die Entscheidung bringen. Als ich Wolfgang Mayer (Firebike) überholt hatte und der führende Roland Golderer (Texpa) in Sichtweite kam, wurde mir warm und das Rennfieber brannte. Beherzt zog ich an ihm vorbei und nahm die letzten 15 km von vorne. Es dauerte etwas, aber dann waren sie beide wieder da und erst der letzte Berg brachte die Entschiedung. Der Elitefahrer Wolfgang, siegt vor mir und Roland. So gut hatte ich mir den Tag nicht vorgestellt…

DSC00894.JPG Wie kommt man eigentlich bei diesem Marathon in den ersten Startblock, wenn UCI-Punkte nicht anerkannt werden? Ganz einfach, entweder man hat hier schon gute Leistungen gebracht, oder man kennt mich. Da ich in diesem Jahr die Selektion vornehmen durfte, wunderte es keinen das der Deutsche Meister Max Friedrich nicht in den Block durfte, oder? Also immer rechtzeitig melden, gelle Max.

Drecksfotos

Laufen wäre wohl besser gewesen

DSC07103.JPG Traditionell ist der Kyffhäuser Berglauf schon, denn sonst wäre man nicht beim 34. angelangt. Auch wenn man dort schon über 20. mal hätte teilnehmen können, als Norddeutscher, war es, so glaube ich, erst meine vierte Teilnahme. Liegt aber daran, dass die MTB-ler sich erst später bei dieser Laufveranstaltung breit machten. In diesem Jahr bot man uns sogar neuen Streckenlängen und neue Startzeiten.

Wir, also Fabian Rexhausen, André Zamponi und ich aus Hamburg, sowie André Kleindienst aus Niedersachsen, nutzten diesen Rennen um zu schauen, ob man in Form ist. Die Antwort ist einfach: Nein! Mein Teamkollege Herr Kleindienst sieht es zwar anders, aber die Hamburger Fraktion, welche vor dem Rennen noch Rahmen verbiegen konnte, fuhr sprachlos und geknickt nach Hause.

Wie kam es dazu? Bei sonnigem Wetter und kühlem Wind machte sich das große Starterfeld auf, um zunächst auf der Straße auf Temperatur zu kommen. Dies gelang mir gut und ich fuhr an Position 3 ins Gelände. Über der ersten Berg kam ich mit der Spitzengruppe um dann beim zweiten Berg den Schleppanker zu werfen. Es ging nix mehr und es fuhren etlich Leute vorbei. Erst in der dritten Verfolgergruppe konnte ich mich fangen und langsam ins Rennen zu finden.

Die Gruppe lief ganz gut und wir konnten so einige Leute wieder stellen. Bei mir fehlte aber völlig die Kraft, so dass ich auch auf der Ebene kämpfen musste wie Barbarossa. Erst  auf dem neuen Strecketeil, der Halbmarathonstrecke der Läufer, ging es wieder besser. Weitere Fahrer wurden abgehängt und meinen letzten Begleiter hängte ich tatsächlich im Downhill ab. Als Resultat stand dann Platz 7 in der Gesamtwertung und Platz 1 bei den Senioren 2, was ja prinzipell nicht schlecht ist, aber bei weitem hinter meinen Erwartungen lag.

Als eigens auferlegtes Straftraining erfolgte am Sonntag die RFT in Hausbruck. 120Km Straßentraining sollte man schaffen ohne abgehängt zu werden. Nach der 25km Anreise per Rad ging es auch gut los. Wie immer wollte ich mit der Gruppe gesellig trainieren. Nach der ersten Verpflegung waren wir aber nur noch zu viert und fuhren eher ein Rennen als Ausreißergruppe, als eine RTF. Was soll´s nach 3:12 Std. war es geschafft, sowohl die Strecke, als auch ich. Auch die Jungs haben mich echt fast abgehängt…..

Nun wird in der Woche noch fleißig geübt, um dann am WoEn im Kellerwald wieder anzugreifen. Nächstes Mal ist Petra auch wieder am Start, die an diesem Wochenende lieber Stühle in Bergamontblau beziehen wollte.

Auf Hasenjagd

DSC00701.JPG Ich muss gestehen, dass unser erster geplanter Renneinsatz den Benzinpreisen zum Opfer fiel. Das Trainingsrennen in Ilsenburg, welches von den HRT-Jungs ausgerichtet wurde, schenkten wir uns. Wir bevorzugten zu Dritt lieber eine ausgiebige Ausfahrt in den Harburger Bergen. Kurze Anreise per Rad, kein Zeitverlust, immer Sonnenschein und unendlich viele Wege sind nur einige Vorteile der Hausstrecke. Nebeneffekt ist natürlich die Strafsanktion für die Ölmultis, die nun auf 100 Liter Peng sitzen geblieben sind. So!

Die restliche Osterzeit sah dann trainingstechnisch schon etwas spezifischer aus, denn allmählich rücken die Rennen näher und der Zug auf der Kette ist noch eher rostig. Es hieß also an den folgenden Eiertagen mal die Gleichnamigen richtig durch den Wald zu scheuchen.Zuerst läuft es nie, nach einer gewissen Zeit kam aber auch wieder das Tempogefühl zurück. Den Rest des Tages verbrachte ich dann wirklich ostertypisch auf dem Sofa, denn die Ente mit Rotkohl und Eis lag wirklich schwer auf den Schokoeiern….

DSC00502.JPG Der Montag war dann dazu da den inneren Schweinhund an seine Grenzen zu führen. Zunächst hat er versucht durch Wetterdaten die Regenfront größer werden zu lassen, danach wollte er die Uhr vorstellen, so dass man keine Zeit mehr gehabt hätte. Nützt bei mir natürlich wenig, denn die Alternative war Küchen-AG oder Reifenwechsel am Auto. Die Fahrt durch die menschenleere Stadt mit einem Ausflug auf den ehemaligen Truppenübungsplatz war nett und gar nicht so kalt wie erwartet. Reuig kroch der Schweinehund zurück in seine Ecke….

Jetzt wird es ernst, denn am Samstag steht das erste Rennen am Kyffhäuser an. Was als Alternative zum Marathonlauf entstand, wird ab diesem Jahr ein MTB-Marathon mit 64km Streckenlänge. Die Meldezahlen liegen schon bei 200 Leuten, was sofort auch Hektik auf der Einführungsschleife Richtung Gelände bedeutet. Das werden wir aber meistern, denn mit dem 29“ MTB rollt man einfach drüber….

Das ist halt so in Spanien!

DSC00492.JPG Von mir kommt der Satz, auch wenn es einem verwundet, nicht. Ausgesprochen wurde er von einem Sportografen, der sehnsüchtig auf die zu fotografierenden Rennradfahrer von der Cycling Challenge wartete. Man hatte ihn vergessen zu informieren, dass sich die Strecke geändert hat. Habe natürlich gut gelacht. Am Abend war er dann dran mit dem Lachen, denn das Einladungskriterium fiel auch einfach aus. Waren wohl zu wenig Starter eingeladen worden. Das ist halt so in Spanien.

Bevor die staubigen Eindrücke vom Marathon folgen, habe ich mich natürlich akribisch auf der Insel vorbereitet. Am Dienstag ging es voller Motivation und Überdruck gleich rein in die Berge. Ich quälte mich und das neue 29″-MTB durch schönste Täler und geile Anstiege. Ist immer wieder cool auf dem Mountainbike Rennradgruppen zu überholen, insbesondere von auf den Trikots www.xxx.be oder .nl steht. Herrlicher Tag war das, bis der BMC-Profi mich versägte. Die 5 Stunden Vollgas auf der Straße waren aber toll.

DSC00508.JPG Die beiden folgenden Tage verzog ich mich ins Gelände. Für ein Straßentraining waren die Beine dann doch zu schwer vom Vortag. So erkundigte ich an zwei Tagen die lange Marathonstrecke und konnte mir einige heikle Stellen gut anschauen. Läuft irgendwie schon besser so ein großes Rad bergab, auch wenn ich im Rennen wieder links und rechts überholt wurde.

DSC00728.JPG Der Open MTB Marathon auf Gran Canaria begann wie alle Tage: Sonnig und warm. Der Start verlief ruhig auf einem Straßenanstieg bis zur Staumauer, wo dann im Gelände Renntempo eingeschlagen wurde. Mir war dies entschieden zu schnell und ich suchte meine Geschwindigkeit, welche sich mit der, der ersten Verfolgergruppe deckte. So rüttelteten wir uns Richtigung Fartaga. Was nun folgte war der Kampf zwischen Ü50 und Ü40. Mit Matthias Ball gab es ein schönes Duell, denn er versägte mich bergab, ich hingegen überholte immer bergauf. So ging es dutzende Male…..

DSC00817.JPG Zum Schluß der Runde folgte aber kleine Wellen, wo der Drücker der Küste klar seine Vorteile hatte. So sammelte ich Platz 6 und 7 ein und hatte fast alle steinigen Passagen hinter mit gelassen, als ich doch noch einen Durchschlag bekam. Große Schei.., denn es gingen 4 Plätze und mein Sieg bei den Ü40 flöten. Ein Dank noch an SKS-Druckluftpatronen, die mit toll die Hände kühlten, aber kein Gas in den Reifen schoßen. Genervt und mit einem weiteren Platten überquerte ich als 10. in der Gesamtwertung die Ziellinie.

Jetzt beginnt gleich die Marathon-Party, wo wir mit den Piraten den Frust “kielholen” werden. Morgen geht es dann zum Abschluß nochmals auf den höchsten Punkt der Insel um danach endlich wieder was anständiges zu machen außer Radfahren……Nur blöde Kommentare abgeben.

Sind wir hier im Mountainbike-Paradies?

Unser Trainingsprogramm musste an die Höhenmeter angepasst werden. Der geplante Dreierblock wurde auf zwei Tage gekürzt, da wir pro Einheit immer um 3000Hm im Gelände auf der Pulsuhr hatten und dies sichtbare Spuren an uns hinterließ. Ich hatte dabei die Schönerer, denn zwei Abgänge über den Lenker in die Lavafelsen hinterließen tolle Narben. Die Tage ohne Sport widmeten wir der Kultur und Natur.

DSC00114.JPG Wir gurkten also mit Nemo, unserem untermotorisierten Mietwagen, die 285 Kehren hoch zum Roque de los Muchachos auf 2.426Hm. Der Blick war galaktisch und auch die kurze Wanderung war atemberaubend. Den zweiten Tag ohne Rad genossen wir in der Hauptstadt Santa Cruz, welche schnell besichtigt war, denn sie ist nicht wirklich groß. Hier haben die spanischen Kolonialarchitekten wohl zu häufig Siesta gemacht.

DSC00252.JPG Jeweils nach der Entspannung folgten zwei Tage mit ordentlichem Sport. Bereits nach einer Woche war es um meinen Hinterreifen nicht gut bestellt, denn alle Noppen hatte das Lavageroll runtergekratzt. Wusste gar nicht, dass ich so ein Draufgänger bin. Mittlerweile kannten wir uns im Hochgebirge aus und kurvten auf immer geileren Wegen durch den Staub. Angetan hat uns die Abfahrt zum südlichen Leuchtturm Fuencaliente. Hier fährt man durch das schwarze Geröll mit dem Blick auf grüne Fichten und blauen Meer bei 28°C und Sonnenschein. Mehr geht nicht.

DSC00103.JPG Am Sonntag wurde es dann ernst bei unserem ersten Marathon in diesem Jahr. Der 8. La Palma Bike-Marathon mit 88km sollte ein Test für die bisherige Form sein. Da es bei Sven bereits bei Training gut lief, wunderte es mich nicht, dass er mit James Ouchterlony gleich am ersten langen Anstieg enteilte. Ich kämpfte dahinter um den Anschluß, wobei Platz 3 lange in Sichtweite war. Die Ansteige waren etwas lang für mich und auf den Abfahrten verlor ich einfach zu viel Zeit auf die spanischen Jungs.

DSC00290.JPG So ging es für Sven und mich größtenteils alleine gegen den starken Wind und die langen sandigen Anstiege. Während Sven auf der letzten Schleife noch ein paar Minuten auf James verlor, konnte ich von Platz 6 noch zwei Leute abfangen. Mit dem vierten Gesamtrang hatte ich nicht mehr gerechnet, denn ich ging hinter Mr. Kamikaze in den Downhill. Hier sprang ihn aber ein Dornenbusch an und er müsste vom Rad. Der Zielsprint war dann mein Ding, denn ich verliere nur einen Sprint pro Jahr. Während Sven Pieper die Masterwertung gewann, übernham ich den Pokal für den ersten Platz in der Kategorie “Veterano”. Eigentlich ja nett, aber was kommt eigentlich danach?

Heute geht es nun per Turboprop-Maschine rüber nach Gran Canaria um dort mal nach dem rechten zu schauen. Petra Wonisch hatte wieder nett zum Open MTB-Marathon geladen, so dass wir natürlich gerne die Insel wechseln.

So war das!

Urlaub oder Trainingslager?

In diesem Jahr stellte sich bei mir tatsächlich die Frage, ob es in den Urlaub oder doch ins Trainingslager gehen sollte. Eine hartnäckige Knieverletzung ließ nicht locker, so dass es mit 4 Wochen Auszeit und “null” Grundlagenkilometer Richtung La Palma ging. Wie im letzten Jahr war Sven Pieper als Trainingspartner nebts Gattin in unserer Reisegruppe vertreten. Unsere diesjährigen Zelte haben wir auf La Palma in Puerto Naos in einem schönen großen Touri-Tempel aufgeschlagen.

DSC09826.JPG Was auf den Kanaren immer funktioniert ist die Kleidungsauswahl: kurze Hose und kurzes Trikot. Was bei unserer ersten Trainingsausfahrt folgte war dann doch sehr überraschend. Lediglich die Promenade zeigte keine Höhenmeter, alles andere ging nur hoch. So kurbelten wir genau 1:32 Std. um auf dem Vulkanrücken die besten Trails zu suchen. Ich war entsprechend etwas im Eimer, als wir ohne Trinken nach 5 Std. total fertig in die Hotelbar fielen. Das Knie hielt aber stand, so dass auch das spanische Bier schmeckte.

DSC09831.JPG Da man hier nur nach oben fliehen kann, ging es auch am zweiten Tag wieder hoch ins Gebirge. Dank GPS-Daten schauten wir uns Teile der Marathonrunde an; was wirklich spektakulär ist, sind die verschiedenen Landschaften. Hier kurvt man durch den Kiefernwald, schiesst über Lavafelder und taucht ins grüne Dickicht wieder ein. Überall sind geile MTB-Pfade und Singletrails, allerdings muss man schon etwas nach dem Navi fahren, denn sonst endet man im wirklichen Nix.

DSC09855.JPG Morgen machen wir mal Ruhe, denn nach gefühlten 10000Hm in zwei Tagen ist der Akku leer und die Kultur, bzw. die Vulkantour ruft. Außerdem braucht das neue Bergamont “Twenty-Niner” mal Ruhe, denn raus aus dem Karton und rein in den Dreck muss erstmal verkraftet werden.

Die Bergamont Welt

Gespannt war ich am Freitag schon, als es zum ersten Teamtreffen Richtung Bergamont ging. Einige Jungs kannte ich schon und die anderen lernten mich schnell kennen. Nach ein paar einfühlenden Worten der Teamleitung ging es zur Vorstellungsrunde. Als die Leute vor mir ihren Lieblingstrick verrieten, wurde mir klar, dass hier auch andere Diziplinen am Tisch saßen. Für alle Leser ab vierzig hier der Link: Slopestyle

Team2012.jpg Danach führte man die gemischte Truppe durch die Ideenschmiede und die Entwicklungsabteilung von Bergamont. Eine Taschenkontrolle am Ausgang fand nicht statt, gerne hätte aber jeder schon mal was für 2013 mitgenommen. Es folgte zum Schluß noch der Besuch der Werkstatt, wo auch noch ein paar Fotos gemacht wurden. Abends begann dann der Zug übern Kiez im Steakhouse. Als aber unser Master 1 Fahrer vor einer Kneipe seinen Ausweis zeigen musste, wusste ich, hier werde ich viel Spaß haben.

Kärtner Hütte 10.00 Uhr! Endlich mal eine Ansage, welche mir bekannt war. Die ganze Truppe bezog Stellung und zog los zum Fotoshooting im Gelände. Zunächst durften wir mit den MTB´s, bzw. Crossrädern ein paar Fahrbilder machen. Da ich schon vor den ersten Fotos meine weiße Kleidung eingesaut hatte, musste ich immer hinten Fahren. Danach ging es durch zwei Anlieger für die Downhiller zur Sache. Ich glaube hier kann ich noch was lernen. Als man aber mit Vollvisierhelm versuchte den Carboncrosser durch die Anlieger zu fahren, fragte man mich, ob das mit den Bremsen immer so schlecht ist……..jetzt weiß ich: hier sind mehrere Welten vereint in der bunten Bergamont-Welt.