Über Umwege in den Harz

Bevor es zu meinem Heimrennen in Altenau, Hamburg richtet ja keine MTB-Veranstaltung mehr aus, ging, machten wir in Buchholz einen Stopp. Buchholz bietet nicht nur einen Möbelkraft und Wohnraum für meinen Cousin, sondern auch den “Großen Preis von Buchholz”. Früher ein Schaufahren für Straßenprofis und heute eine sehr schöne und anstrengende Sportveranstaltung für den Nachwuchs bis zur Altersklasse Ü40.

DSC08961.JPG Der berüchtigte Berg ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt des Rennens, denn hier werden die Entscheidungen ausgefahren. Nach einer kurzen Einrollphase kündigte der Sprecher eine Prämie an. Hier funkelten gleich die Dollarzeichen in meinen Augen, weshalb ich von Position 5 in den Berg sprintete um die Ausreißer noch zu stellen. Dies gelang mir souverän. Danach waren meine Beine aber schwer wie blei, so dass ich die Attacken des Feldes nicht parieren konnte.

Den Rest des Tages hieß im Feld Luft zu schnappen um nicht abgehängt zu werden. Zwei Gruppen waren weg und den Berg kam ich kaum noch hoch. Also war der erste Sprint auch der Letzte des Tages. Lars Erdmann und Jörg Bertram gaben mir auch noch richtig ihre Meinung mit auf den Weg: “Du Penner, wegen dieser Scheiß 50€ sind wir hinten aus der Gruppe geflogen und mussten das Rennen beenden. Das hast du doch nicht nötig!” Recht haben sie, war aber ein schöner Bergsprint.

DSC09157.JPG Meine zweite Heimat, der Harz, stellte erneut eine Doppelveranstaltung in den Rennkalender. Als Seriensieger darf man dort nicht fehlen, insbesondere wenn die jungen Wilden in meinem “Wohnzimmer” rocken wollen. Ich hätte aber schon beim Besuch meines Lieblingsschlachters stutzig werden sollen, denn wenn man Grillwurst haben möchte, dann sollten wir die vorbestellen….Grillwurst ist knapp im Harz!

NunDSC09197.JPG wieder zum sportlichen Warm-up am Samstag. Ein netter CC-Kurs mit etlichen Höhenmetern wartete auf die 30 Mann. Hier nutzte ich einen kurzen Wackler der Konkurrenz und entwischte dem Feld. Ich konnte nun schön mein Tempo fahren und die beiden Downhills auf der Ideallinie nehmen. Leider hielt diese Situation nicht bis zum Ziel an. Peter Hermann (Firebikes) hatte es auf mich abgesehen und ließ sich auch mit Attacken an den letzten zwei Anstiegen nicht abschütteln. So ließ ich locker, denn er hatte sich den Sieg richtig erkämpft. Andre Zamponi schaffte den Sprung auf Platz drei bei den Herren. Es war ein guter Auftakt.

DSC09631.JPG Am Sonntag waren wir froh, dass Hauke mit dem Bergamont-Stand auch dabei war, denn der Harz zeigte sich von seiner unschönen Seite. So 5.5°C hatten wir bei leichtem, aber beständigen Regen. Für mich war es mein erstes Rennen mit Thermojacke, Mütze, Überschuhen und Regenshorts. Leicht belächelt wurde ich schon, allerdings nur bis zur ersten Abfahrt. Es zeigte sich auf den drei Runden a 40km, dass die Kleidung das Rennen entscheiden wird. 1/3 oder mehr der Starter auf den langen Runden stiegen aus, da die Kälte und die Nässe zu kraftraubend war.

DSC09652.JPG Mir ging es im Winteroutfit ganz gut und ich beobachtete das Geschehen aus der zweiten Reihe, denn die Jungs der 80km-Runde sollten mal das Tempo machen. Die 1. Runde absolvierten wir noch in einer 5-er Gruppe, die zweite Runde beendete ich mit leichtem Vorsprung um in die letzte Runde zu gehen. Dieser reichte aus um den Gesamtsieg einzufahren, obwohl die Federgabel nun nicht mehr federte und die Bremsen nicht mehr bremsten. Es waren unwirkliche Bedingungen und Sieger waren alle Leute die ins Ziel kamen. Platz 2 ging an Arne Vettermann (Team Specialized) vor Norman Carl (Bad Bikes).

Nun wird es aber Frühling!: Hier waren wir

Bikefestival Riva del Garda

20 Jahre Bikefestival am Gardasee mit neuer Jubiläumsstrecke stand lapidar in der Ausschreibung zum größten und wahrscheinlich schönsten Festival. Da darf und kann Bergamont nicht fehlen, da die Hamburger wissen, wo man sein muss. Während der Showtruck direkt den Gardasee ansteuerte, machten Petra und ich eine kleine Etappenfahrt. Sundern, Darmstadt, Karlsruhe und dann Torbole. So sieht man die Familie, genießt die Kultur und gurkt nicht 1200km am Stück.

DSC08780.JPG Die Prognose für unser Wetter ab Mittwoch war eher schlecht. Da die italienische Vorhersage aber so unzuverlässlig ist wie die Regierung in Rom, hatten wir tagsüber Sonne und nachts kurze Gewitter, also perfekt. Der Gardasee zeigte sich von seiner besten Seite und ich konnte mir in den verbleibenden Tagen vor dem Rennen noch einige neue Streckenpassagen anschauen, sowie am Bergamontstand abhängen.

Motiviert ging es am Donnerstag auf den ersten Streckenabschnitt. Während der Anfang noch gleich war, zeigte die erste Abfahrt, dass der Streckenchef mal etwas für den anspruchsvolleren Mountainbiker im Programm hatte. Im Flußbett bergab – das hat immer etwas. Am Samstag nahm ich dann den letzten Abschnitt in Angriff. Hier war der Anstieg schon echt lang und nicht endend. Die folgende Abfahrt wurde seit der Überquerung von Hannibal über die Alpen auch nicht mehr gepflegt, so dass man die losen Steine unter dem Laub selber suchen musste.

DSC08788.JPG Die Startlinie am Sonntag war dann voller klangvoller Namen aus der Szene, denn eine Woche vor der EM wollten wohl alle Marathonprofis noch ihre Form testen. Wie bei einem Zielsprint ging es nach dem Start zur ersten Torenge, wo es in den langen Anstieg ging. Zwischen den Bulls-Piloten kam ich ohne Sturz weit vorne in den Berg. Von nun an hieß es seine Kräfte zu schonen und nicht zu überziehen, denn die 3800Hm auf 96km hatten es in sich.

Schnell befand ich mich in einer Gruppe, wo es um Platz 2 in der Masterwertung ging, denn Andi Strobl (Vaude) kann ich bei den langen Anstiegen nicht das Wasser reichen.  So kämpfte ich gegen Carsten Bresser und Hans Grasseger, bzw. gegen mich selber, denn der richtige Zug am Berg war leider nicht da. Kann auch daran liegen, dass 1000Hm am Stück für mich etwas zu lang sind. Am Ende des zweiten Berges waren die späteren Positionen schon vergeben. Nun hieß es nur noch das Material heil lassen und den letzen Finalanstieg zu überleben.

DSC08862.JPG Diese beiden Dinge waren aber nicht so einfach, denn die letzte Zusatzschleife hatte es in sich. Nachdem man sich nochmals 400Hm auf losem Schotter hochgequält hatte, ging es bergab. Hier waren eher ein Freeridebike und Protektoren angesagt, insbesondere wenn man schon etwas schielte vor Anstrengung. Also beschloss ich mal etwas zu wandern, was auch nicht besser ging. Mit verkrampften Händen und einem unguten Gefühl ging es über unendliche viele Gesteinsbrocken und Felsabsätze. Würde mich mal interessieren, wie viele Leute im hinteren Drittel genauso geflucht haben wie ich. Im nächsten Jahr nur mit einem vollgefederten Bergamont-Bike!

DSC08883.JPG Knapp über fünf Stunden habe ich gebraucht um Dritter in der Masterklasse auf der Ronda Extrema zu werden. Glückwunsch an Andi und Hans, die mir gezeigt haben, wie schnell mal bergauffahren kann. Was aber noch unglaublicher ist, ist die Siegerzeit von Alban Lakata in der Männerklasse, der mir 40min. abnahm und bei weitem nicht so scheiße aussah wie ich. Jetzt folgen kleinere Rennen, mit einer kürzeren Anreise, denn Autobahnen können auch abschreckend sein.

Diesmal nur die vier Fotos vom Festival in Riva 2013: Hier waren wir

Mega Sport

DSC08371.JPG Der Marathon im Rahmen des Mega Sport Festivals ist für mich das erste Highlight der jungen Saison. Hier wird einem auf den zwei Runden a 50km nichts geschenkt. Dennoch ist das Sauerland um Sundern herum mit seinen Anstiegen nicht zu brutal um einen die Lust auf weitere anstrengende Rennen zu vermiesen. Auch, ich will es gar nicht abstreiten, ist das “Schmerzensgeld” für die ersten 10 Leute immer eine Bereicherung in der Spritkasse.

Ich fuhr diesmal aber mit einem unguten Gefühl nach Sundern. In der Woche kam ich kaum zum Trainieren und die Erkältung war auch noch nicht vollständig verbannt. Kaltes und nasses Wetter war genau das, was ich nicht haben wollte. Also zog ich erneut den Winterpelz an und los ging die wilde Fahrt mit einer Übermacht von Niederländern.

DSC08461.JPG Der erste Anstieg im Gelände brachte Klarheit über meine Leistung im Spitzenbereich: nix Leistung. Hier musste ich die erste Gruppe mit den Favoriten ziehen lassen. Erfreulich war aber, dass ich in der Verfolgergruppe gut mitfahren konnte und somit der Rückstand nie wirklich groß wurde.

Nach der Streckenteilung hatte ich bereits so viel Dreck in den Ohren, dass Petra´s Rufe mit meiner momentanen Platzierung im Ohrsediment versickerten. Ich merkte jetzt allerdings, wie es besser lief und ich mit gutem Druck in den nassen Beinen die sauerländischen Hügel niederrang. Erst als ich Roland Golderer einholte und ihn hoflich nach seiner Platzierung fragte, wurde mit bewusst, es geht hier heute um Platz 3 und somit um das Podium. Dies war Roland auch bewusst und nun herrschte Funkstille und viel sportlicher Ehrgeiz für die letzte Rennstunde.

DSC08486.JPG Manchmal, aber wirklich selten, komme ich dann auch auf den Gedanken mit dem Gegner zu reden und evtl. ein Komplott zu schmieden, was einem das Leben leichter machen würde. Der Gedanke wurde wieder verworfen, als ich merkte, dass an den Steilstücken der norddeutsche Flächländer ein paar mehr Kohlen im Feuer hatte. So wartete ich auf den gemeinen, fiesen, steilen und nicht rollenden Schlußanstieg. Mit Krämpfen im linken Arm und rechten Bein konnte ich die Meter gewinnen, welche ich zu Platz 3 benötigte.

DSC08494.JPG Das war für mich ein tolles Rennen, auch wenn wir mit Roland fast neun Minuten auf das neue niederländische Königspaar (Ramses Bekkenk und Bram Rood) einstecken mussten. Ich fahre nun mit gutem Selbstbewusstsein zu meinen Verwandten (ist auch hier hilfreich) und dann weiter zum Bikefestival am Gardasee.

Das Sauerland 2013: Hier waren wir

So kann es auch mal gehen!

Diesmal lief nur die Nase. Mit leichten Halsschmerzen machten wir uns Richtung Gilserberg auf. Nach einem Shoppingstopp in Kassel ging es abends noch auf die erste Schleife der 40km Runde. Der Kurs befand sich in sehr gutem Zustand und die Matschpassage der vergangenen Jahre staubte schon bei der Streckenbesichtigung. Ich war guter Dinge für den Renntag.

DSC08041.JPG Am nächsten Morgen merkte ich aber schon, dass es eher schlechter mit der Gesundheit geworden war. Egal dachte ich, denn zu Hause wäre ich bei dem tollen Wetter auch gefahren, so dass ich an den Start rollte. Bei Temperaturen unter 10°C wählte ich die dickere Garderobe mit schön warmen Handschuhen. Die ersten Meter waren echt kalt, danach wurde es hektisch und warm. Heiß wurde mir nicht, denn bereits am ersten Anstieg hatte ich Luftverlust am Hinterrad.

Ist natürlich sehr ärgerlich gerade am Anfang vom Rad zu müssen, denn man verliert hier hunderte von Positionen. Nach einem kurzen Aufpumpen des Reifens hoffte ich auf die Dichtmilch. Diese Hoffnung verpuffte zwei Anstiege und eine Abfahrt weiter. Nun musste ich das Ding reparieren. Schöne Schweinerei den Schlauch in diese Dichtmilchpampe zu montieren. Danach waren gefühlte 500 Leute von den 1000 Startern vorbei gezogen. Die Motivation war dahin und ich wollte nur noch unter die Dusche. Diesen Tag hatte ich mir anders vorgestellt.

DSC08036.JPG Meinen Rennausstieg nahm der Veranstalter aber nicht zum Anlass das Rennen abzubrechen. Also genossen die Jungs und Mädels noch den schönen Tag im Kellerwald. Der Sieg ging an Hannes Genze, der wohl am letzten Berg den Niederländer Ramses abstellte. Den hätte ich sowieso nicht geschlagen. Nächste Woche geht es dann in Sundern beim MegaSport zur Sache, wenn ich Luft bekomme…

Die Grippe-Tour 2013: Hier waren wir

Wechselnde Klimazonen

DSC07504.JPG Endlich stand der Saisonauftakt an und alle waren aufgeregt. Mehr als rechtzeitig standen alle bekannten Sportsfreunde in Bad Frankenhausen unter dem Startbogen. Pünktlich ging es nach kurzer Ansprache los und ich war auf meinem neuen Revox von Bergamont bester Dinge, denn das Wetter sah gut aus und der Schnee hatte sich auch verzogen.

Nach einer viertel Stunde waren Christian Kreuchler (Texpa) und ich die Ersten, die entdeckten, wo die Schneeschmelze geblieben war. Rein in den Dreck und das Gefluche ging los. Muss mich für die unpassenden Worte bei den Mitstreitern entschuldigen, aber es ging nach 30m nichts mehr. Sowohl das Vorderrad, als auch das Hinterrad drehten sich nicht mehr. Neben dem Fluchen war ich mit meinen Rennradschuhen (man bin ich blöd), mit Laufen und dem Dreckentfernen beschäftigt. Nachdem ich einen weiteren Kollegen mit Dreck beworfen hatte, konzentrierte ich mich wieder auf das Radfahren.

DSC07434.JPG Die Veranstalter des Kyffhäuser Marathons hatten die Strecke schon modifiziert, so dass am Ende nur drei Anstiege unfahrbar waren. Der Rest der Runde lief gut und allmählich sprang mein Diesel an. Als 12. ging es in die zweite Runde, wo wir immer wieder in kleinen Gruppen zu den nächsten Leuten aufschlossen. Eingangs der dritten Runde hatten Peter Hermann (Firebikes) und ich den Anschluss an die Spitzengruppe hergestellt. Leider verlor ich diese im Laufstück (Rennradschuhe!) wieder.

DSC07494.JPG Hatte mich eigentlich schon mit dem Platz abgefunden, als am letzten Anstieg zum Flugplatz wieder eine Gruppe vor mir auftauchte. Also noch mal alles geben, auch wenn Hagel, Wind und Regen das nicht einfach machen. Leider verzählte ich mich etwas, so dass ich nicht realisierte, dass es mit dem Firebiker noch ums Podium ging. Kam also dreckig, aber zufrieden als Vierter und Sieger bei den Master 2 ins Ziel. Da die Siegerehrung ohne Sportler stattfand, mussten wir selber nochmal das Podest ins richtige Licht rücken. Glückwunsch an die beiden Sieger Alexander Reps (Team Focus RAPIRO Racing) und Sebastian Stark (TBR-Bieler), welche händchenhaltend ins Ziel kuschelten.

Das Gegenteil von Streckenbeschaffenheit und Temperaturen bot am Sonntag das Wendland. Die können nicht nur ein Endlager verhindern, sondern auch Radrennen ausrichten. Das bekannte Örtchen Meudelfitz war Ausrichter von “Helmuts Höllenritt”. Was der Name mit dem MTB-Rennen zu tun hat, konnte ich nicht herausfinden. Denn es war nicht die Hölle, sondern eine schöne und schnelle Waldrunde. Auch ein Helmut wurde nicht entdeckt.

DSC07750.JPG Los ging es für die 60 Starter im Windschatten von Herrn Kuberka (IGAS Wendland), der auf dem Crosser am Unterlenker das Feld in die Länge zog. Nach der Geländeeinfahrt ging es mit dem MTB besser und André Zamponi (Bergamont), Thomas Zühlke (RSC Lüneburg) und ich bestimmten das Tempo. Schnell hatten wir uns abgesetzt und fuhren als Dreiermannschaftszeitfahren die nächsten Runden.

DSC07741.JPG Ende der dritten von fünf Runden mussten meine Begleiter am Steilstück reißen lassen, so dass ich meine Chance nutzte und in Führung ging. Von nun an fuhr ich mein Tempo, wobei an den Anstiegen das Tempo hochgehalten wurde, um auf der Ebene wieder etwas Luft zu holen. Am Ende reichte es nicht meinem Ex-Teamkollegen Fabo-Sport den Streckenrekord streitig zu machen, dennoch war es ein ungefährdeter Sieg für Team Bergamont. Mit Platz 3 beging André Zamponi, der neue Bergamoni im Norden, einen gelungen Saisoneinstand.

Es war ein schönes Wochenende mit zwei tollen Veranstaltungen. Für das Wetter und den Untergrund kann ja keiner was, oder strahlt das Wendland schon?

Der Start in die MTB-Saison am Kyffhäuser und in Meudelfitz: Hier waren wir

Es geht auch ohne Schnee

Es ist ja nicht meine Art Euch neidisch zu machen, aber man kann in Europa zu dieser Jahreszeit schon ab 8.30 Uhr draußen in der Sonne Frühstücken. Zuvor war ich schon ein paar Kilometer am Strand joggen um gut in den Tag zu starten.

DSC00895.JPG Dieses Jahr zog es uns nach Lanzarote, da wir Sonne wollten und der Rest aus dem Team, bzw. Freundeskreis Mallorca vorzog. So genießen wir nun die Sonne und eine atemberaubende Landschaft. Sieht hier echt abgefahren aus zwischen den Lavabergen und Vulkankratern. Man kann es richtig genießen einsam seine Runden zu drehen.

DSC00790.JPGWir sind in der Nähe der Hauptstadt Arrecife am Strand von Puerto del Carmen untergetaucht. Von hier habe ich viele Möglichkeiten mit dem Straßenrad meine Runden zu drehen. Der erste Dreierblock war hart, denn hier war es echt windig. So brauchte ich für 140km im Schnitt 5 Stunden, was wirklich langsam ist. Gegen Wind fiel der Tacho aber unter 20km/h, was richtg deprimiert. Habe aber sofort einen Sonnenbrand bekommen, so dass es ein gutes Trainingslager wird.

DSC00918.JPGSo nach drei Trainingstagen hat man die meisten Straßen schon mal gesehen und man kann sich seine Tour nach belieben zusammenbasteln. Hier gibt es einige nette Anstiege und grandiose Abschnitte durch Lavafelsen oder Wüstenabschnitte. Am vierten Trainingstag ebbte der Wind auch ab und ich entdeckte einen herrlichen Anstieg. Die parkenden Triathleten verfluchen mich auch schon, weil ich immer wieder eine Gruppe in den Anstiegen leider stehenlassen muss. Muss ja schnell zurück in die Poollandschaft.

DSC00876.JPGDie zweite Trainingswoche war erneut schön. Schön anstrengend, bergig und der Wind ließ auch nicht nach bei unseren Ausfahrten. Es standen in der Regel 120 bis 150km an, wobei der Schnitt nie über 30km/h reichte, da man auch immer 2000Hm auf dem Navi hatte. Ich genoß es aber, denn die Autofahrer (bis auf die deutschen Vollpfosten) sind rücksichtsvoll, bzw. kaum im Innland zu finden.

DSC00982.JPG Mein Trainingspartner aus Stevenszeiten konnte mir dann doch noch einige neue Abkürzungen zeigen, so dass meine 200km-Runde keine dreifache Inselumrundung wurde. Abends genossen wir beim Grillen mit den Mädels  dann den einheimischen Wein. Herrlich den Abend am Strand und nicht am Kamin zu verbringen.

Nun bin ich aber wieder zu Hause und kämpfe mich durch die Kälte zum Training. Man war der kurze Sommer schön.

Bergamont Händlertage

Ich wollte Euch ja bis zum ersten Rennen mit meinen Weisheiten verschonen, aber der kurzfristige Sondereinsatz auf Mallorca mit ausgiebigem Test des neuen Rennbockes “Fastlane” musste einfach niedergeschrieben werden.

Bergamont_Fastlane _29_Advertising (150).jpg Glück hatte ich mit der Wahl des Abflugtages nach Palma, da der Flieger genau in der Streikpause des Sicherheitspersonals planmäßig abhob. Pünktlich um 10Uhr stand ich an der Playa parat um eine Runde zu drehen. Der Plan ging nicht ganz auf, denn Bergamont hatte die ganzen neuen Räder stilecht zu einer Finka gebracht. Also mit dem Teammanager und weiteren Bergamontis rein in den Bus und rüber über die Insel. Dort wurde die Finka ausgiebig begutachtet und die MTB´s vom Hänger abgeladen. Am Abend konnte ich aber noch eine 4Std. Fahrt auf dem “Revox” absolvieren.

Gefühlte 6 Jahre war ich nicht mehr auf Mallorca. Ich war auf der einen Seite erfreut und auf der anderen Seite entsetzt, was man da so straßenbautechnisch hingezaubert hat. Die meisten Straßen haben jetzt einen Flüsterasphalt und sind schlaglochfrei. Allerdings haben mich die neuen Autobahnen und begradigten Schnellstraßen etwas aus dem Konzept gebracht, so dass ich mich tatsächlich verfahren habe.

Bergamont_Fastlane _29_Editors (515).jpg Doch nun zu meiner Arbeit. Ich war der Auserwählte, welcher mit der Presse eine Runde auf dem neuen “Fastlane” drehen durfte. War aber eigentlich keine Arbeit, denn es machte wirklich Spaß das Fastlane über den sportlichen Testparcour zu scheuchen. Auch waren die Jungs von der Presse wirklich nett und wir hatten richtig viel Spaß. Besonders erwähnen sollte man den Bikeredakteur, der unbedingt mit dem Rad wieder zum Hotel fahren wollte. Dankend nahm ich das Angebot an und mein Tag war trainingstechnisch “saved”.

Bergamont_Fastlane _29_Advertising (618).jpg Tags darauf war das Fotoshooting zusammen mit David Simon und Matthias, die Schaufel, Faber angesetzt. Wer die Prozeduren bei einem Fotoshooting kennt, der weiß, dass das sehr anstrengend ist. Rauf und runter, schnell und langsam, lächeln und nicht verbissen und dann nochmal von vorne. Die Bilder können sich dafür aber sehen lassen und wir haben geile Wege entdeckt. Christoph Laue unser Fotograf ließ aber erst von uns ab, als die Sonne ins Meer gefallen war. Nach drei Bier im Hotel war ich auch bereit fürs Bett.

Bergamont_Distributors_2013 (24).jpg Am nächsten Morgen war das Büffet in Bergamont “blue” getaucht, denn viele der 70 Händler bekannten sich zur Marke und trugen diese zur Schau. Heute durfte ich mit einem kleinen Kreis aufs Rennrad. Kurz nach dem Start kam der Regen und ich war endgenervt auf der Sonneninsel einen nassen Arsch zu bekommen. Nach 3 Std. und einem Kaffee war das gute Wetter da und ich führte die Gruppe gegen den Wind wieder nach Hause. Bei dem Sonnenschein musste ich noch eine Schleife dranhängen, so dass ich knapp 190km auf dem Tacho hatten. Auch dieses Neurad war jetzt eingefahren.

Mein kurzer Tripp endete mit einer kühlen Rennradrunde, wo wir ca. 100km durchs Inland abspulten. Wir hatten trotz Wind und Kälte viel Spaß und kamen mit den ersten Regentropfen im Hotel an. Während die Händler noch einen netten Abend in einem Restaurant hatten, quälte ich mich zurück in den noch kälteren Norden. In zwei Wochen geht es dann für mich richtig los, wenn das Trainingslager startet.

 

Das Finale beim Stevens-Crosscup

DSC06457.JPG Zum letzten Crossrennen der Saison hatte der Winter nochmals an der Kälteschraube gedreht. Die Temperatur von -5°C war dabei nicht das Problem, sondern der Wind aus dem Osten, wo bekanntlich nichts gutes herkommt. Es war also schattig auf dem Schützenplatz und dem Stadtwald in Buchholz zum Finale.

Zu meinem Rennen werde ich nicht viele Worte verlieren, denn es war nur noch  Pflichtprogramm. Eingehüllt mit Beinlingen und Thermohose, sowie div. Trikots ging es auf den gefrorenen (klar bei Minusgraden) aber gut zu befahrenen Kurs. Ich brauchte eine halbe Runde um den flüchtenden Armin Raible (TrengaDe) wieder in Sichtweite zu haben. Dabei blieb es auch. Ich konnte zu keiner Zeit seinen Start-Ziel Sieg gefährden. Also einen Glückwunsch an Armin zum Sieg, auch bei der Gesamtwertung. Platz 3 ging an Robert K.W. (Pirate).

DSC03071.JPG Das Highlight folgte diesmal nach dem Eliterennen, da dann die Hobbyklassen in die Winterlandschaft entlassen wurde. Mit dabei zwei Bergamont-Recken (Hauke und Thomas) die unsere grellen Farben ehrenvoll vertraten. Insbesondere Hauke machte der Fangemeinde sehr große Freude. Von Position 6 ging es für Ihn stetig nach vorn und auch Ellenbogen wurden gekonnt in Szene gesetzt. Kurz vor Ende wurde tatsächlich Mountainbiker Frank Jacobsen distanziert um Rang 2 zu erreichen. Nun hieß es nur nach auf dem Bock bleiben, denn der Boden war teilweise sehr glatt geworden. Und er hat es geschafft und diesen zweiten Platz gekonnt ins Ziel gerettet. Glückwunsch an Hauke.

DSC06962.JPG Das Finale des Stevens-Cups findet dann bei der großen Preisverleihung in der Sporthalle statt. Hier hatte die Firma Stevens mal so richtig ihr Lager geräumt und div. Preise für alle Klassen bereitgestellt. Alle warteten aber auf die große Tombola, wo sowohl ein MTB, als auch ein aktueller Crosser verlost wurde. Dementsprechend war die Halle bis zu letzt überfüllt und alle fieberten auf die richtige Losnummer hin. Wie schon die Jahre zuvor gewann ich nichts, dafür ein Nachwuchssportler das High-End Wettkampfrad. Da wird einer beim Crossfahren bleiben.

Eine offene Frage bleibt aber, wo war mein Teamchef? Matthias, die Schaufel, Faber wurde tags zuvor noch beim Streckentrimm gesichtet. Normalerweise gibt er sich dann auch beim Rennen die Ehre, diesmal aber nicht. Was war da los? Sachdienliche Hinweise bitte bei Facbook an alle Bergamont-User. Ich bin jetzt erstmal raus und mache Pause. Genießt also die Zeit ohne Neuigkeiten aus der Hamburger Bergamont-Welt.

Das richtige Finale der Radcrosswelt: Hier waren wir

 

Die Tatortreiniger

DSC03396.JPG Vorweg geht mein Dank an die “Tatortreiniger” von Bad Salzdetfurth. Da waren auf der einen Seite die Leute um Olaf Nütsche, die sich akribisch um die Strecke kümmerten und meine Jungs, welche die Bergamont-Böcke gefühlte 20-mal von der berühmten Sole befreiten. Mit anderen Worten: Es waren wirkliche Deutsche Crossmeisterschaften.

Mit Frost im Gepäck ging es am Freitag Richtung Startgerade. Hier erahnte man, was auf den kommenden 3,2km folgen sollte. Gehofft hatte ich auf etwas trockenere Verhältnisse durch den Frost, was zumindest am Freitag ausblieb. Also badete ich mich und das Rad mit Schlammreifen 2 Runden lang um festzustellen, dass in diesem Zustand ein hartes Stück Arbeit auf mich warten wird.

DSC03418.JPG In der Nacht zum Samstag kam dann zum Frost noch etwas Schnee, was sich zum Start des Mastersrennen nicht wirklich auswirkte, denn die vorherigen Rennen hatten den Frost aus dem Boden gekloppt und wir hatten wieder belgische Verhältnisse. Nervös ging es zur Startaufstellung des über 100-Mann starken Feldes. Mr. Nervös war aber Timo Berner, der mit seinem Frühstart die Meute schockte. Sein Vorsprung war aber in der Geländeeinfahrt egalisiert und das Rennen begann.

Mein Start war gut und ich reihte mich nach dem Sandberg an Position zwei ein, direkt bei Ralph Berner in der Trikottasche. Im Parallelflug nahmen wir die erste Runde und distanzierten schon mal den Rest. Danach bestimmte Ralph das Rennen. Ich kam nicht aus der Defensive und verlor Meter um Meter ohne wirklich gegenhalten zu können. Es fehlten einfach die 5% Feuer um dran zu bleiben.

DSC03541.JPG Erst zwei Runden vor Schluss lief es besser und ich kam in Schwung. Ich sah noch die Chance das Blatt zu wenden, denn Ralph machte Fehler und ich fuhr weiter ein sauberes Rennen. Bei einer 40min. Fahrzeit reichen aber zwei gute Schlussrunden nicht. Ich kam bis auf 17 Sekunden an Ralph ran, was bekanntlich nicht ausreichend ist, um auf der Zielgerade vor ihm zu sein. Also blieb für mich die Silbermedaille. Glückwunsch an Ralph, für das stärkste Rennen in der Saison. Auch Lars von der Sloot fuhr bei dem letzten Rennen seiner langjährigen Karriere einen Podiumsplatz ein.

DSC03900.JPG Klar war mein Ziel ein anderes gewesen, aber nach ein paar Ouzo sah die Welt nicht so trostlos aus, wie für die Griechen. Mein letztjähriges Ergebnis wurde verbessert, Material und Form passte und ich habe nun auch für kommende Meisterschaften ein Ziel.

Die DM mit vielen Bildern: Hier waren wir

Zur Startaufstellung

DSC01808.JPG In den letzten Tagen ebbten die Berichte zur Deutschen Crossmeisterschaft in Bad Salzdetfurth ab und es wurde stattdessen lieber etwas über Geständnisse irgendwelcher Amerikaner geschrieben. Das kann ich auch und sogar beide Themen zusammen in einem Bericht.

Die letzte Trainingswoche vor einer DM ist eher locker und entspannt. Was soll man in den Tagen nachholen, was man vorher wochenlang versäumt hat? Eben, also wurde noch eine sportliche Einheit gefahren und sich danach um das Material gekümmert. So strahlen die beiden Räder mit neuen Verschleißteilen um die Wette und warten auf den Einsatz.

DSC00287.JPG Könnten sie den Wetterbericht sehen, dann würden sie wahrscheinlich lieber im Keller bleiben, denn bis zum Freitag sieht es eher feucht und dreckig aus. Am Renntag könnte dann der Frost für knüppelharte Spurrillen sorgen. Hier bin ich wirklich gespannt, wie die Streckenverantwortlichen um Olaf Nützsche herum diese Herausforderung bewältigen.

Die Wetter wird also eine entscheidene Rolle bei der Beschaffenheit der Runde spielen. Sollte sie so aussehen wie am letzten Sonntag, dann werden sich einige Leute wundern. Ich habe zumindest sehr gestaunt, denn damit hätte ich nie gerechnet. Da aber die Bedingungen für alle gleich sind, zumindest während der Rennen, zählt es als Ausrede nicht. Ferner habe ich diesmal sogar Betreuer dabei, die nur darauf warten mir das Rad unterm Hintern wegzuputzen.

DSC02526.JPG Also Leute, rein in die Startaufstellung, ein Bein am Boden und nach dem Pfiff/ Schuß gibt es keine Gefangenen. Besucht die Rennen in Bad Salzdetfurth, denn alle Rennen werden spannend und sehr sportlich auf dem anspruchsvollen Kurs.

Ach ja, hier mein Geständnis: Habe letzte Woche tatsächlich warm geduscht und bin auf der falschen Seite gefahren.