So mag ich den Sport

Es standen zwei Tage Crossrennen in Kleinmachnow an und dies erforderte natürlich eine gewissenhafte Vorbereitung. Um Petra ins Depot zu locken, wurde der Weg am Freitag über das Outlet-Center in Potsdam gewählt. Während Petra glücklich bei Prada am Schaufenster stand, drehte ich eine tolle Runde durch das Naturschutzgebiet der Döberitzer Heide. Abends ging es dann zum Event-Griechen „Korfu“, der mir vier Ouzo aufschwatzte, welche hervorragend zu den Fleischmengen passten.

Bei relativ gutem Wetter ging es dann am Samstag auf meine Lieblingsrunde im D-Cup. In diesem Jahr wurde auch gleich die richtige Fahrtrichtung gewählt, so dass ich gut motiviert ins Rennen startete. Nach einer guten ersten Runde wurde es aber schwer und ich legte den Rückwärtsgang ein. Zuerst gingen Sven Kuschla und Thomas Hannöver, danach folgten Carsten Volkmann und Hendrik Vöks.

Wie immer in solchen Phasen, wird der Dano dann ärgerlich, was sich auch auf seine Geschwindigkeit auswirkt. Nun kam endlich etwas Druck auf´s Pedal und ich verlor nicht den Anschluß zu den Beiden. In der letzten Runde gab ich dann nochmals alles und konnte zumindest das Podium erkämpfen. Boah, war das ein harter Fight.

Am Sonntag sollte dann das schlechte Wetter kommen. Dies tat es auch, aber immer nur mit einem kurzen, heftigen Schauer in jedem Rennen. Der Berliner Boden hat schon so viel erlebt, dass er sich von Regen bestimmt nicht stören lässt. So waren weiterhin Sommerreifen montiert, als es erneut ins Rennen ging. Diesmal verlief der Start schlecht und ich befand mit an Position 5 bei den Masters und an Position 15 insgesamt.

Ich konnte aber von Runde zu Runde Plätze gutmachen, so dass ich bald an dritter Position lag, wobei der Führende Thomas Hannöver nicht mehr in Sichtweite war. Drei Runde vor Schluß war aber auch hier das Unmögliche möglich und ich zog am Berg an Thomas vorbei. Leider hatte ich im Schlepptau Sven Kuschla und Carsten Volkmann. Auf den Geraden verlor ich leider immer ein paar Meter, so dass wir zu viert ins Finale gingen.

Da ich wusste, wo meine Stärke lag, verschleppte ich das Tempo ein wenig, um mit vollem Dampf in die Sandpassage zu fahren. Ich schaffte ich den Sandberg fahrend, während der Rest vom Rad musste. Hier waren die 30m Luft, welche reichen sollten um als erster in Ziel zu kommen. Thomas schaffte zwar noch den Sprung an mein Hinterrad, aber im Sprint war auch bei ihm die Luft weg. Dieser Kampf war spannend und auf Augenhöhe. Freue mich auf die noch zwei verbleibenden Rennen, welche erst zum Jahreswechsel stattfinden werden.

Es geht nun zum Worldcup nach Zeven, allerdings als Zuschauer bei den richtig Guten. Tags darauf darf ich auf gleicher Strecke um die Nordmeisterschaften kämpfen.

Habt Ihr auch noch Gras am Crossrad?

Wer diese Frage mit „ja natürlich und auch das Sitzpolster ist noch sandig“ beantwortet, der war in Vaihingen und Magstadt am Start. Beide Rennen liefen im Rahmen des Deutschlandcups im verregneten Süden. Es waren wirklich spezielle Bedingungen an diesem Wochenende, aber dafür können ja die Veranstalter nichts.

Was natürlich manches entschärft hätte, wäre rechtzeitiges Rasenmähen. Was der Kleingärtner liebt, also auch ich, kommt dem Kurs erheblich entgegen. Aber in beiden Fällen ging es kreuz und quer über die Naturwiese. Mit entsprechendem Regen war es an beiden Tagen eine Quälerei sich durch den Morast zu wühlen. Wer 175er Kurbeln hatte, setzte immer auf, da die Laufräder so sehr im Dreck versanken.

In Vaihingen war meine Motivation im Kofferraum geblieben. Zwar ging ich als Erster ins Gelände um danach pro Runde mindestens zwei Plätze zu verlieren. Nach dem Tausch auf das Wechselrad mit weniger Profil kam noch ein Sturz hinzu, wobei mir der Bremshebel abbrach. Von da an wurde ich dann gallig und kam in Fahrt. Zwar holte ich Platz 2 bei den Master 2 nicht mehr ein, aber der Rückstand war erträglich. Glückwunsch an den Sieger Sven Kuschla und Carsten Volkmann.

 

Mit etwas mehr Regen ging es in Magstadt weiter. Dauerregen ist ganz toll bei einer Tagesveranstaltung. Diesmal wollte ich es aber wissen. Ich schaute mir den Kurs besser an und wärmte mich mit der Webasto-Methode auf. Der Start war zwar am endlosen Berg verhaltener, dennoch bog ich als zweiter Master ins Gelände. In der Laufpassage hatte ich den Kontakt hergestellt um dann am Ende der Startgeraden vorbei zu ziehen.

Nun wurde es mein Rennen. Pro Runde konnte ich ein paar Meter von Carsten Volkmann rausfahren und den Vorsprung vergrößern. Ohne Fahrfehler und im Duell mit den U19-Jungs ging es sportlich weiter. Der Starkregen zog dann bei einigen jungen Fahrern den Stecker, so dass ich hier noch ein paar Positionen gut machen konnte. Dreckig und zufrieden erreichte ich endlich wieder als Sieger das Ziel. Damit war mir auch das Wetter egal.

In den vergangenen Wochen hatten wir mit Andre noch ein paar andere Crossrennen absolviert. So waren wir bei Ronny´s Piraten Stevenscup in Mölln auf der Motocrossstrecke, wo Andre gewann und ich Vierter bei der Elite wurde. In Hannover fuhren wir den Ihme-Cross, wo Andre mit Defekt raus ging und ich nach einem Sturz 5. wurde. Besser lief es für uns Beide in Kiel beim Stevenscup. Andre kämpfte tapfer und wurde mit Platz 3 belohnt. Ich hingegen komme beim Stevens-Cup nicht über Platz 4 hinaus.

Nun geht es nach Berlin / Kleinmachnow am kommenden Wochenende. Hier ist traditionsbedingt der Rasenanteil gering und Walter R. wollte nochmals seinen Aufsitzmäher anwerfen….das wird bestimmt toll.

Danke an das Fotokind Britt Graepel

 

Der Deutschlandcup kommt so langsam in Fahrt. Dano auch?

Nachdem der Veranstalter aus Fürth ohne Angabe von Gründen sein Rennen kurzfristig gestrichen hatte, wurde aus dem „Doppelwochenende“ eine Einzelveranstaltung in München. Das Gute an der Absage war, dass ich ein paar sonnige Tage in Pfaffenhofen genießen und den Standort Fürth aus dem Navi löschen konnte. Außerdem genossen wir das Pfaffenhofener Volksfest, also Oktoberfest „light“.

Bei bestem Wetter ging es dann am Sonntag zum dritten Lauf des Deutschlandcups nach München in den Olympiapark. Das Gelände hatte ich noch gut in Erinnerung, da ich dort 1998 mein bestes MTB-Bundesligarennen fuhr. Also ging es voll motiviert auf die Runde. Teile von damaligen Kurs waren dabei, allerdings fehlte der „Berg“ auf den ich mich schon gefreut hatte. Die Runde hatte dennoch genug Anstiege und Abfahrten für die Sportler. Der teilweise leicht rutschige Boden erforderte, insbesondere am Schräghang, die komplette Steuerkunst der Fahrer.

Mein Start mit den Jungs verlief gut, bis zu den Hürden und dem nachfolgenden Anstieg. Zack, zack, zack und alle vier waren über die Hürde gesprungen und fuhren den Berg hoch. Dano hechelte laufend hinterher und verlor hier etliche Meter. Während in der ersten Runde die Lücke fast geschlossen werden konnte, endeilten die Jungs mir in den weiteren Runden. In meiner Klasse hatte ich zwar einen sicheren Vorsprung, dennoch verlangte der Kurs alles von einem ab, denn es musste überall mit Zug gefahren werden. Ich freute mich aber über diesen Start-Ziel-Sieg, denn es war harte Arbeit.

An diesem Wochenende ging es dann erneut zum D-Cup. Mit André im Gepäck reisten wir bei einsetzendem Regen nach Lohne in Niedersachsen. Hier war dann alles wie immer. Ein sehr gut angelegter Kurs, der auch Regen locker wegsteckte und ein Kuchenbuffet der Extraklasse fand unsere Zustimmung. Das Wetter hingegen war kühl und nass, so dass wir die Standheizung als Einfahrprogramm nutzten.

Mein Start ging diesmal etwas in die Hose und ich fuhr erst an 10 Position um den Aussichtsturm. In den folgenden Waldpassage konnte ich allerdings alle Mitstreiter in meiner Klasse einholen, so dass es mit dem Lokalmatador Thomas Hannover und Sven Kuschla in ein spannendes Rennen ging, zumindest für die Beiden. Ich legte mich in Führung liegend an der Hürde auf die „Fresse“ und musste noch den Lenker und Bremsen richten. Die Lücke zu den Jungs war da und meine Kraft reichte nicht aus um auf den letzten drei Runden die Lücke zu schließen.

Also geht mein Glückwunsch an Thomas und Sven, die heute echt harten Brocken waren. Wäre gerne mit Euch auf die Ziellinie gebogen, denn der Berg gefiel mir ganz gut. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass zum Siegen alles passen muss, nicht nur die Sprüche. André kam aus der letzten Reihe auch in die Top-10, so dass mit dem Sieg von Ben Zwiehoff am Samstag ein gutes Crosswochenende bei Regen zu Ende ging.

Nächste Woche geht es dann zum Stevens-Cup nach Mölln auf die Motocrossstrecke. Mal sehen was der Oberpirat Ron sich diesmal ausgedacht hat: „Fluch in der Sandbahn 2 oder Cross im Taka-Tuka-Land“?

Stevens- und Deutschland Cup vor meinem Küchenfenster

So ein Wochenende mit zwei Rennen ist bei den Crossern sehr beliebt, denn die kurzen, schnellen Rennen schlauchen nicht zu doll und meistes läuft es am nächsten Tag noch besser. Was bei mir an diesem Wochenende besonders gut lief, war das Wasser aus meinem mobilen Hochdruckreiniger.

Samstag, 13:30Uhr, Kaltenkirchen hinter Möbel Dodenhof im Stadtwald: Dauerregen, aber die Stimmung ist gut und die Strecke trotz der massiven Feuchtigkeit gut zu befahren. Ein paar kleine Änderungen hatten die Leute des RSC Kattenberg vorgenommen um die Strecke zu entschärfen oder aus dem sturmverwüsteten Wald zu entfliehen. Die Strandpassage war aber dabei, so dass mit der Feuchtigkeit ein materialmordendes Schleifmittel entstand.

Mein Start war nicht ganz so gut, weshalb es an Position 8 in den Wald ging. Schnell hatte ich aber ein paar Leute eingefangen und es ging mit Max Lindenau und Yannick Gruner (Stevens) weiter. Die Jungs fahren echt ne Schippe anders um die Kurven, dennoch war irgendwann Schluß. Als Yannick wegen Defekt aus dem Rennen ging setzte ich mich von Max ab und kam als 5. ins Ziel. Glückwunsch an Jannick Geisler, Paul Lindenau und Tim Rieckmann.

Nach einer gründlichen Reinigung des Danos, des Rennanzuges und des Rades war die Welt wieder in Ordnung. Zwar hatte ich die Bremsklötze komplett weggerubbelt, aber Ersatz war da, so dass für den D-Cup in Norderstedt wieder Top-Material an der Startlinie stehen würde.

Geweckt wurde ich durch Sonnenschein am Morgen. Blauer Himmel und 16 Grad, da lachte das Radlerherz. Als ich dann aber am Stadtpark in Norderstedt auf die Runde ging, war es schnell vorbei mit der Euphorie. Die Wiesenpassagen, inkl. Rodelberg-anstieg waren knöcheltief durchgeweicht und extrem schwer zu befahren. Auch die steile Abfahrt war durch die Wurzelreste nicht ungefährlich. Hingegen hatte die Strand-passage irgendwie Urlaubsflair, da dort Leute im Liegestuhl lagen.

Der Start mit den U19-Jungs klappte gut und ich kam an Position 3 ans Ende der Promenade. Als es dann in den Anstieg ging, wurde es zäh und vorentscheidend. Einige liefen, andere wühlten sich durch und die Lücken gingen auf. Ich konnte mich vorne behaupten und folgte dem entflohenen Stevensjungen. Dieser war aber zu schnell, so dass ich dann doch wieder eingeholt wurde.

Mit zunehmender Rennlänge wurde der Untergrund noch tiefer und am Strand schrie das Material um Hilfe. Thomas Hannover (von Hacht) und ich schenkten uns an diesem Tag nichts. Seine kurze Führung konnte ich kontern. Leider sind meine Dackelbeine nicht fürs Springen über 50cm Hürden im Sand vorgesehen, so dass Giraffen-Thomas hier die Meter zwischen uns brachte. Er war heute der Bessere im Schlamm. Insgesamt war es aber eine sehr gute D-Cup Veranstaltung, da div. Zuschauer und Spaziergänger an der Strecke standen. Habe bislang kein Rennen im Rahmen des D-Cups erlebt, wo so ein Trubel war. Hier wird bestimmt noch „Größeres“ folgen.

Olafs „tough mudder“ beim D-Cup

Den Auftakt des Deutschland-Cups machte die Veranstaltung in Bad Salzdetfurth, der Sole-Stadt mit den orangenen Sportlern. Wer die Leute um Cheforganisator Olaf Nützsche kennt, der weiß, es kommt immer etwas Besonderes, bzw. Neues auf die Teilnehmer zu. In diesem Jahr wurden meine Erwartungen aber übertroffen. Ob mir es gefiel, werdet Ihr in den kommenden Zeilen erfahren.
 22219316_1671281766237896_127126827_o.jpgDa wir unser langes Wochenende vorverlegt hatten, genoß ich ein paar sonnige Tage auf dem Crossrad im Harz, bevor es nach Bad Salzdetfurth ging. Später als erwartet erreichten wir den Veranstaltungsort und quetschten den Glänz-Benz in die letzte Ecke. Durch die Sonne geblendet, merkte ich erst jetzt, wie die Fahrer nach ihren Rennen aussahen….Modderrich!
 

22219433_1671285856237487_1729041373_o.jpgWas mich früher nicht so sehr störte, ist im höheren Alter schon etwas unangenehm…Matsch, Dreck, tiefe Pfützen usw. Dennoch nahm ich die Strecke unter die Stollenräder, um mal zu schauen, wo der Olaf in diesem Jahr die Pflöcke reingerammt hatte. Bis zur neuen Brücke (Scheiß auf Fehmarn-Belt-Querung) war alles so wie immer, doch danach kamen die Neuerungen. Diese Änderungen machten die Runde kürzer und auch etwas runder zu Fahren, wenn man Grip am Hinterrad hatte.

 22199027_1671284849570921_1840981213_o.jpgSo wurde vor dem Start nochmals der Luftdruck reduziert und sich artig in Startreihe 3 gestellt. Da die U19 und die Master 2-Fahrer in einem Rennen starten, war es zum Auftakt etwas voll vor meiner Nase. Ich erwischte einen guten Start und fuhr kurzzeitig hinter Vladi Riha in der ersten Gruppe der U19. Durch die Wahl einer anderen Fahrspur konnte ich mich aber schnell von ihm lösen und mich mit dem „jungen Gemüse“ beschäftigen.

DSC01737.JPGDie Jungs sind echt schnell und haben keine Respekt vor den alten Männern, so dass man in jeder Kurve schauen musste, ob da nicht noch ein U19-Fahrer durch möchte. Gegen Rennmitte auf dem sehr schweren Boden war es aber um die jungen Sportler geschehen, denn die Kräfte schwanden. Durch den Wechsel auf ein sauberes Rad hatte ich schnell eine Lücke gerissen. Die beiden Führenden erreichte ich zwar nicht, dennoch fuhr ich einen ungefährdeten Sieg in der Masterklasse ein. Der Ex-Meister Thomas Hannöver wurde Zweiter vor dem Bären, Klaus Reinisch, die Lokomotive aus dem MTB-Marathonbereich.
 
Auch wenn ich den Matsch nicht mag, war es eine schöne Veranstaltung. Olaf hatte eine super Runde gezaubert und für Wasser von oben kann er am wenigsten. Nächste Woche geht es weiter mit dem D-Cup in Norderstedt und dem Stevens-Cup in Kaltenkirchen.

Im Herbst wird Cross gefahren

Wahrscheinlich hat schon jeder das Ende des Sommers wahrgenommen, bzw. den Übergang vom Frühling zum Jetzt. Egal, die Blätter fallen runter und die Wege im Wald oder Park werden rutschiger. Es ist die Zeit des Crossrades gekommen und eine kleine eingeschworene Gemeinschaft freut sich wie Bolle auf die nächsten 3 Monate voller Dreck, Matsch, Kälte und Spaß.

Heute beim Auftakt des Stevens-Cyclocross Cups in Norderstedt gab es aber nur Spaß. Die vielen fleißigen Helfer des RV Germania hatten den Forst wieder auf Links gedreht und alle Blätter entfernt, die Wurzeln artig angemalt und der Nässe mit einem Laub-Sand-Gemisch die Feuchtigkeit entzogen. Sowas passiert halt, wenn Zahntechniker den bunten Helferhaufen kommandieren. Die Strecke bekommt von mir eine pädagogische Doppelsonne.

Leichte Veränderungen im Streckenverlauf taten dem Charakteristik gut, denn die Runde war etwas schneller und harmonischer. Manche Leute munkeln, dass die letztjährige Schüttelrunde soviel Zahngold und Gebissüberarbeitungen zur Folge hatten, dass der Zahntechniker dieses Jahr die Zusatzeinnahmen eindämmen musste…..

Nun endlich zum Sportlichen in der Eliteklasse. Erster Start beim Crossrennen und dann aus Reihe eins. Mit einem Raketenstart ging es an Position zwei ins Gelände. Kurz keimte Hoffnung auf eine schnelle Flucht auf, als der Lokalmatador Paul Lindenau (RV Germania/ Stevens) mit Warp 8 den Wald pulverisierte. Jannick Geisler, Philipp Becker und mich lies er dabei staunend zurück. Ich staunte sogar solange, bis Jannick und Philipp ein paar Kurven enteilt waren.

Die restliche Renndauer versuchte ich den Rückstand zu verringern, was nicht wirklich gelang. Dennoch genoss ich jede Runde, denn es machte einfach nur Spaß an diesem Tag. Der sandige Boden machte superschnelle Kurven möglich und die „Bunkerpassage“ forderte auch die Steuerkunst heraus. Am Ende war es zwar die Holzmedaille, aber ein guter Einstand.

Mein Teamkollege André Zamponi fuhr beim Warm-Up in Celle auf einen hervorragenden 2. Rang bei den Masters 2. In Norderstedt verlor er leider den Sprint um Platz 2, so dass der Dritte Platz erreicht wurde. Am nächsten Wochenende geht es dann für uns beide zum Start des Deutschland Cups nach Bad Salzdetfurth.

 

Der Weg zur Deutschen Meisterschaft und wieder zurück

Momentan genieße ich die rennfreie Zeit, denn nach den Deutschen Meisterschaften in Gruibingen beendete ich die MTB-Saison 2017. Man kann ziemlich schnell zusammen-fassen, wie es so war. Mit dem Trümmerbruch in der Hand ging es los und mit einem dicken Knie hörte sie auf. Tolle Erfahrungen auf die man gerne verzichten kann.

Zur Vorbereitung auf die Meisterschaften unternahmen wir mit André Zamponi ein paar nette Ausflüge mit guten Ergebnissen und noch mehr Spaß. So drückten wir dem Rennen in Schönigen den BGM-Stempel auf. Ein teilweise sehr matschiger Kurs machte das Rennen hart und dreckig, dennoch behielten wir den Überblick und taktierten richtig um einen Doppelsieg einzufahren. André siegte bei den Masters 1 und ich bei den Masters 2.

Am folgenden Tag standen dann die Cyclassics an, wo ich aus Startblock „F“ (Frauen-startblock) starten durfte. Ich dachte, ich bin dort eindeutig der Schnellste, was aber nicht so war. Ein Ex-Profi aus dem Haarwaschteam zog einen roten Streifen auf den Asphalt. Ich sprang in den Windschatten und staunte die restlichen 180km. Ich fuhr 150km im Schlepptau und wir erreichten einen Schnitt von 39km/h. Das reichte zwar nicht für eine Top-Platzierung, doch sportlich war es allemal.

Eine Woche später gab es dann ein Männerwochenende im Harz. Bei dem Endurothon in Schierke wird dem Teilnehmer eine MTB-Strecke der Extraklasse geboten. Auch das Wetter war perfekt, so dass wir mit ordentlich Schub auf die verschiedenen Runden gingen. Während ich schon in der ersten Runde die Führenden verlor, kämpfte André bis zuletzt ums Podium. Leider war es der erste Nichtpodestplatz. Mir ging es ab Runde zwei besser, so dass der 5. Gesamtrang erreicht wurde und ich die Literflasche Schierker Feuerstein als Mastersieger mitnehmen durfte.

In Rinteln stand bereits am folgenden Tag ein City-MTB-Rennen an. Mit Inge Schöne, ein weiterer Verrückter aus der Hamburger Unterwelt, ging es gemeinsam aus den Harz in die Kreisstadt. Hier hatte der Veranstalter einen echt eckigen Kurs in den Stadtpark gerammt, den man sich nicht einprägen konnte. So kam es pro Runde min. einmal vor, das man bremsend Richtung Flatterband driftete. Die Passage durchs Stadtfest war hingegen sehr gelungen, denn dort war die Stimmung beeindruckend.

Ich erwischte einen Blitzstart (also Frühstart) und reihte mich hinter einem Stevens-Crossfahrer ein. Yannik Gruner war schnell enteilt und ich bekam kaum Luft auf den schnellen Kurs. Als die Kräfte schwanden, kam Sven Pieper (Bad Salzdetfurth) und versetzte mich auf Platz 3. Diesen konnte ich bis zum Ziel retten, auch wenn André in der Verfolgergruppe mächtig Dampf machte. Inge hatte aber den Punch des Tages und fuhr auf vier, während André 7. wurde.

Bevor es dann endlich zur DM ging, fuhr ich noch das Straßenrennen in Volksdorf. Der Rundkurs mit dem kleinen Anstieg lag mir schon mal besser als an diesem Renntag. Es mag an der 150km Runde am Vortag gelegen haben oder einfach nur an der guten Form der anderen Fahrer. An diesem Tag sah ich keinen Stich und kam nicht einmal wirklich in den Rennflow. Was bliebt, war ein gutes Training.

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Gruibingen, ein kleiner Ort zwischen Stuttgart und Ulm , war der Veranstaltungsort für die diesjährige Meisterschaft. Wir reisten bereits am Donnerstag an um die Strecke zu besichtigen. Die Strecke nach Metzingen zum Boss-Outlet war gut ausgeschildert und wir hatten alle Tüten voll zu tun. Das Training hatte ich bereits etwas eingeschränkt, da nach ca. 1 Stunde auf dem Rad die Knieschmerzen begannen.

 

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So ging es dann am Sonntag ohne Strecken-Kenntnisse auf die Strecke. Ist nicht wirklich klug, aber am ersten Berg waren die direkten Konkurrenten sowieso schon enteilt. Es war einfach nicht mein Tag und ich kämpfte auch in der Verfolgergruppe ums überleben. Die Strecke überraschte aber und war wirklich schön, insbesondere weil auf den 96km keine Teile doppelt gefahren wurden. Gegen Ende wurden die Schmerzen zwar immer mehr, dennoch konnte ich noch ein paar Fahrer einholen. So war mein 8. Rang zwar keine Ruhmesleistung, dennoch war ich nicht wirklich enttäuscht. Das Rennen war halt wie das Spiegelbild meiner Saison.

Also werde ich jetzt die Ruhe genießen und entspannt mit dem Radcross Ende des Monats beginnen.

So schön kann Mountainbiking sein

In den letzten Wochen waren die Erfahrungen auf dem MTB eher durchwachsen. Mal lief es besser, dann wieder echt zäh und ich fing schon an den eingeschlagenen Weg anzuweifeln. Dementsprechend unsicher war ich auch bzgl. meines Startes bei den Landesverbands-Meisterschaften NDS und HH in Buchholz. Großspurig hatte ich mich bei der Elite gemeldet um dann etwas überrascht auf die Focus-Rapiro Starter zu schielen. Die Unsicherheit wurde aber mit eckigen Sprüchen übertönt, so dass der Startpfiff die Situation schnell klärte.

DSC01208.JPGRelativ zügig ging es auf die erste Runde. Der Buchholzer Stadtwald hatte in diesem Jahr auch seine ersten Drops und Sprünge. Ferner wurde jede Erhebung mehrfach genutzt, so dass man auf 100Hm pro Runde und 10min. Fahrzeit kam. Die Überholmöglichkeiten waren beschränkt, so dass man vorne sein musste um vorne zu sein. Schnell hatten Marvin Augustyniak (Fokus Rapiro) und ich eine kleine Lücke zum Rest gerissen. Marvin blieb hart am Gas und ich folgte nur.
DSC01276.JPGAn einem Steilstück ging ich dann vorbei um auch mal zu führen. Dieser kleine Rhythmuswechsel brachte ein paar Meter zwischen Marvin und mich. Nun musste die Entscheidung fallen: warten oder durchziehen!? Da ein Bergamont-Fahrer nur „always Vollgas“ kennt, sprintete ich die folgenden Anstiege hoch, um in den Abfahrten etwas Luft zu holen und auf dem rutschigen Boden nicht zu stürzen. Dies gelang gut.
 DSC01296.JPGIn Runde 3 wurde es dann nochmals spannend, als der Local-Hero Johannes Albers bis auf 20sek. aufschloß. Der Buchholzer Ultra-Fanblock schrie seinen Fahrer nach vorne, während ich schon im roten Bereich drehte. Ich konnte aber den Vorstoß abwehren und fuhr die verbleibenden Runden sicher dem Sieg entgegen.
 
Es war einer dieser Tage, wo es einfach lief. Gutes Wetter, ein wirklich sehr gute Strecke und ein gutes Körpergefühl. Man konnte sich quälen, auch wenn es schmerzte und man freute sich auf den nächsten Streckenabschnitt. Gut gelaunt nahm ich dann auch die Ehrung als Hamburger Meister Elite CC an, denn die Schnellsten fahren Bergamont Fastlane. Andre Zamponi wurde Dritter Niedersachse, nachdem er sich der Verfolgergruppe ergeben musste. Der Lokalmatador erreichte als Zweiter das Ziel vor Phillip Becker (HRV). 
Nun geht es weiter mit den Cyclassics auf einer leicht geänderten Strecke. Die zusätzlichen 20km sind aber eher flach, so dass es wohl wieder zum Sprintfinale kommen wird. Dank später Meldung stehe ich wohl sehr weit hinten, so dass es eine sportliche Trainingstour wird. Ich glaube ich nehme den neuen Crosser.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

 
 

Hart, Alt und Kult! Das war mein Wochenende

Hart, Alt, Kult – hätte eigentlich mein Motto sein müssen. Leider ist der Erfinder dieses Leidspruches der Erzgebirgsbikemarathon (EBM) in Seiffen. Seit nun 25 Jahren richten die Edelhelfer um Albrecht Dietze diese Veranstaltung nun aus und es lohnt sich immer noch. Natürlich durfte ich bei dieser Geburtstagsfeier nicht fehlen.

Dass man im Alter nicht rosten muss, zeigte der EBM wieder eindrucksvoll. Neben dem obligatorischen Bergsprint und der Unterhosenfahrt gab es in diesem Jahr ein 300km-Rennen. Unglaublich 10-Runden á 30km und 9000Hm standen für die 17 Starter an. Wenn das Rennen nicht über die Nacht gehen würde, dann hätte ich evtl…..aber nachts schlafe ich und fahre nicht MTB-Rennen.

Für mich standen also nur 100km an. Schon kurz nach dem Start wurde es zügig. Eigentlich dachte ich, dass ich gut drauf wäre, aber das Gefühl täuschte. Schon beim ersten Anstieg war ich weit weg von den Leuten, an denen ich dran bleiben wollte, aber ein Marathon beginnt erst nach 3 Stunden Fahrzeit. So fuhr ich mit Christan Gross die erste Runde um dann ab Runde zwei besser in Tritt zu kommen.

Die geänderte Runde hatte einige technische Leckerbissen, welche bei dem guten Wetter bestens zu fahren waren. Die neuen Anstiege waren mir etwas zu lang, da ich das Sägezahnprofil eher mag, dennoch konnte ich auf der letzten Runde einige Mitstreiter überholen.

Gegen Ende war ich aber auch platt und freute mich auf die letzte Abfahrt. Nach diesem schönen Streckenabschnitt, folgt aber noch der Anstieg des Bergsprintes. Hier war es um mich geschehen und ein Platz ging noch verloren. Am Ende wurde es der 11. Gesamtrang und der Sieg in meiner Altersklasse.

 

In der nächsten Woche geht es in Buchholz um die Hamburger Meisterschaft auf der Cross Country Distanz. Mal sehen, ob die gewonnenen erzgebirgischen Holzschnitzereien die Motivation beflügeln?!

 

20 Jahre Salzkammergut Trophy

Über die letzten Jahre ist die Salzkammergut Trophy in Bad Goisern zu dem bedeutendsten Rennen in Österreich und zu der ultimativen Herausforderung für den Rest der bikenden Welt geworden, zumindest der 200er. Ehrfürchtig machen andere Fahrer Platz, wenn die A-Strecke kommt, denn min. 200km und 7000HM sind die Eckdaten, welche man an dem Renntag zu bezwingen hat.

Ein Sponsor überredete mich  zum Start bei dieser Herausforderung, welche ich 2001 als Nobody aus Deutschland überraschend gewann. Seit diesem Sieg hat mich das Rennen in seinen Bann gezogen. Es ist einfach überwältigend dort zu fahren, sei es die Strecke, die Zuschauer, die Betreuung als auch die unbeschreibliche Zieleinfahrt.

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Trotz stetig gestiegener Starterzahlen, kämpft man sehr, sehr viel alleine gegen sich und die nie nachlassenden Höhenmeter. Während man nach dem Start die ersten 1000HM fast wie im Schlaf abspult, werden spätestens ab dem Salzberg die Anstiege endlos. Mehrere Male stand ich da schon neben dem Rad und schrie die Wurzeln an. Ist aber zwecklos, denn nach Hause bringt einen ja eh keiner. So bin ich bei meinen 11 Teilnahmen auch 10 mal angekommen. Der Schnee im Jahre 2009 war einfach zu kalt für mich, obwohl der Ausstieg auf Platz 3 liegend sehr schmerzte.

Unvergessen blieb die Trophy von 2006, wo zwei Deutsche (Jörg Hüter und ich) den späteren Sieger Stefan Kogler jagten und der „Betreuer der Deutschen“ neben Trinkflaschen auch Liveinterviews geben musste. Es lief an diesen Tag einfach rund und die Sonne lachte über Goisern, auch später nach einigen Bieren.

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Nicht ganz unschuldig an dieser Trophy ist natürlich Martin Huber, jetzt auch Ehrennadel in Gold Besitzer, der nicht nur die Gemeinde in Bad Goisern von seiner Idee überzeugte, sondern auch immer für interessante Sportler an der Startlinie sorgte. Das Rennen 2002 gegen Tinker Juarez oder 2008 gegen Thomas Dietsch waren echte Highlights für mich.

Natürlich hatte ich bei allen Rennen nach 2001 das Ziel nochmals das Ding zu gewinnen, was mir leider nicht gelang. 2011 war ich dicht dran, aber Wolfgang Krenn rettete die 90sec. ins Ziel, was mich bis heute noch wurmt. Ich bin dennoch mit meiner Bilanz (Sieg 2001, Zweiter 2006/2011, Dritter 2002/2007/2008 und Vierter 2004/2010/2014) sehr zufrieden, so dass es 2017 etwas entspannter in den Startblock ging.

800 Teilnehmer hatten 2017 für den 200er gemeldet. 5Uhr und es regnet stark bei ca 14°. Hier muss man schon eine gesunde Motivation haben und ein Kleidungsstück mehr anziehen. Geändert hat sich über die Jahre das Anfangstempo in der Startphase . Warum man in Einerreihe und 41km/h in den ersten Berg reinhämmern muss, muss Daniel Rubisoier beantworten, der zusammen mit den ganz eiligen in der Wolkendecke verschwand.

Ich hielt mich zurück und reihte mich zwischen Platz 16 und 25 in den ersten Rennstunden ein. Mit zunehmender Fahrzeit und anhaltendem Regen bogen wohl einige Schnelle eher ab und ich arbeitete mich nach der zweiten Durchfahrt in Weissenbach bis auf Platz 11 vor. Auf den Weg zum Salzberg versuchte ich Kräfte zu schonen um die 4.536 Kehren ohne Krämpfe zu bewältigen. Dies gelang mir gut und auch der darauffolgende Teeranstieg ging noch so. Danach war aber der Dano im Arsch.

Nach meinem Trümmerbruch der Hand im April wurde das Radtraining erst wieder vor 7 Wochen aufgenommen. Dies reichte wohl nicht so ganz um das Tempo über die komplette Distanz durchzustehen. So verlor ich in den beiden letzten Anstiegen ca. 10min und 3 Plätze. In diesem Jahr nahm ich es aber sportlich, denn ich hatte nur das Ziel anzukommen und nochmals den 200er zu finishen. Dies gelang mir dann in 11:40Std auf Gesamtrang 14.

Mit dieser Platzierung habe ich mich persönlich vom Salzkammergut und der Trophy verabschiedet. Es ist eine der besten Veranstaltungen überhaupt und sie hat mein sportliches Leben geprägt, aber nun ist Schluß als Aktiver! Mein Glückwunsch geht an den Sieger Konny Looser und allen 504 Finishern.