20 Jahre Salzkammergut Trophy

Über die letzten Jahre ist die Salzkammergut Trophy in Bad Goisern zu dem bedeutendsten Rennen in Österreich und zu der ultimativen Herausforderung für den Rest der bikenden Welt geworden, zumindest der 200er. Ehrfürchtig machen andere Fahrer Platz, wenn die A-Strecke kommt, denn min. 200km und 7000HM sind die Eckdaten, welche man an dem Renntag zu bezwingen hat.

Ein Sponsor überredete mich  zum Start bei dieser Herausforderung, welche ich 2001 als Nobody aus Deutschland überraschend gewann. Seit diesem Sieg hat mich das Rennen in seinen Bann gezogen. Es ist einfach überwältigend dort zu fahren, sei es die Strecke, die Zuschauer, die Betreuung als auch die unbeschreibliche Zieleinfahrt.

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Trotz stetig gestiegener Starterzahlen, kämpft man sehr, sehr viel alleine gegen sich und die nie nachlassenden Höhenmeter. Während man nach dem Start die ersten 1000HM fast wie im Schlaf abspult, werden spätestens ab dem Salzberg die Anstiege endlos. Mehrere Male stand ich da schon neben dem Rad und schrie die Wurzeln an. Ist aber zwecklos, denn nach Hause bringt einen ja eh keiner. So bin ich bei meinen 11 Teilnahmen auch 10 mal angekommen. Der Schnee im Jahre 2009 war einfach zu kalt für mich, obwohl der Ausstieg auf Platz 3 liegend sehr schmerzte.

Unvergessen blieb die Trophy von 2006, wo zwei Deutsche (Jörg Hüter und ich) den späteren Sieger Stefan Kogler jagten und der „Betreuer der Deutschen“ neben Trinkflaschen auch Liveinterviews geben musste. Es lief an diesen Tag einfach rund und die Sonne lachte über Goisern, auch später nach einigen Bieren.

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Nicht ganz unschuldig an dieser Trophy ist natürlich Martin Huber, jetzt auch Ehrennadel in Gold Besitzer, der nicht nur die Gemeinde in Bad Goisern von seiner Idee überzeugte, sondern auch immer für interessante Sportler an der Startlinie sorgte. Das Rennen 2002 gegen Tinker Juarez oder 2008 gegen Thomas Dietsch waren echte Highlights für mich.

Natürlich hatte ich bei allen Rennen nach 2001 das Ziel nochmals das Ding zu gewinnen, was mir leider nicht gelang. 2011 war ich dicht dran, aber Wolfgang Krenn rettete die 90sec. ins Ziel, was mich bis heute noch wurmt. Ich bin dennoch mit meiner Bilanz (Sieg 2001, Zweiter 2006/2011, Dritter 2002/2007/2008 und Vierter 2004/2010/2014) sehr zufrieden, so dass es 2017 etwas entspannter in den Startblock ging.

800 Teilnehmer hatten 2017 für den 200er gemeldet. 5Uhr und es regnet stark bei ca 14°. Hier muss man schon eine gesunde Motivation haben und ein Kleidungsstück mehr anziehen. Geändert hat sich über die Jahre das Anfangstempo in der Startphase . Warum man in Einerreihe und 41km/h in den ersten Berg reinhämmern muss, muss Daniel Rubisoier beantworten, der zusammen mit den ganz eiligen in der Wolkendecke verschwand.

Ich hielt mich zurück und reihte mich zwischen Platz 16 und 25 in den ersten Rennstunden ein. Mit zunehmender Fahrzeit und anhaltendem Regen bogen wohl einige Schnelle eher ab und ich arbeitete mich nach der zweiten Durchfahrt in Weissenbach bis auf Platz 11 vor. Auf den Weg zum Salzberg versuchte ich Kräfte zu schonen um die 4.536 Kehren ohne Krämpfe zu bewältigen. Dies gelang mir gut und auch der darauffolgende Teeranstieg ging noch so. Danach war aber der Dano im Arsch.

Nach meinem Trümmerbruch der Hand im April wurde das Radtraining erst wieder vor 7 Wochen aufgenommen. Dies reichte wohl nicht so ganz um das Tempo über die komplette Distanz durchzustehen. So verlor ich in den beiden letzten Anstiegen ca. 10min und 3 Plätze. In diesem Jahr nahm ich es aber sportlich, denn ich hatte nur das Ziel anzukommen und nochmals den 200er zu finishen. Dies gelang mir dann in 11:40Std auf Gesamtrang 14.

Mit dieser Platzierung habe ich mich persönlich vom Salzkammergut und der Trophy verabschiedet. Es ist eine der besten Veranstaltungen überhaupt und sie hat mein sportliches Leben geprägt, aber nun ist Schluß als Aktiver! Mein Glückwunsch geht an den Sieger Konny Looser und allen 504 Finishern.

 

Jetzt wird es ernst: Salzkammergut Trophy 2017

Lange ist es her und ich weiß auch nicht, ob die Entscheidung richtig ist, aber am kommenden Samstag steht für mich die Salzkammergut Trophy an. Nach meinem Sieg in 2001 habe ich es etliche Male erneut versucht, aber ein weiterer Sieg blieb mir verwehrt. Dies wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern, aber beim 20-jährigen Jubiläum darf ich als Ex-Sieger nicht fehlen. Etliche Helden der vergangenen Jahre werden sich nochmals auf die 210km und 7000Hm Strecke wagen und schauen, ob die letzten Jahre spurlos an einem vorbeigezogen sind.

Dano vor Tinker Juarez, der MTB-Legende und Sieger 2002

Meine Vorbereitung stand unter keinem guten Zeichen und ich fahre der Form etwas hinterher. In den letzten Rennen zeigte die Kurve aber wieder etwas nach oben. In Biesenrode konnte ich zwei von drei Runden in der Spitzengruppe mitfahren. Auch wenn es nach hinten raus zäh und hart wurde, der Sieg in meiner Altersklasse war mir nicht mehr zu nehmen.

Beim Strassenrennen in Wernigerode spürte ich dann, wie viel noch fehlt zur Topform. Ich konnte zwar das C-Rennen im Feld beenden, aber es reichte nicht um ansatzweise ein Zeichen zu setzen. Der Kurs „Rund um das Leergutlager“ war auch nicht wirklich mein Profil.

Beim 59km Marathon in Saalhausen gab es dann die zweite Klatsche. Während Klaus Reinisch (Rapiro) das Feld von vorne wie ein Führungsmotorad zerpflückte, kämpfte ich um den Anschluß, bzw. um den Rückstand gering zu halten. Das regnerische Wetter war am Ende dann doch ziemlich kräfteraubend, allerdings auch bei den anderen. So wurde es dann doch der 5. Rang in der Gesamtwertung und der Zweite bei den Masters.

An diesem Wochenende wurde dann doch nochmals die Form auf der Langstrecke getestet. So legte ich den Weg zur Ostsee mit den MTB abseits der Strasse zurück. Hier merkt man erst, wie schön unser Norden ist.

Drückt mir nächsten Samstag ab 5:00Uhr die Daumen.

Zurück im Geschäft

Genau 8 Wochen nach meiner Hand-OP war es an diesem Sonntag mal wieder an der Zeit eine Startnummer an den Lenker zu montieren. Hatte mir für dieses Vorhaben den Marathon in Großalmerode herausgesucht. Hier standen 3 Runden a 35km an und das bei bestem Wetter. Ob es klug war gleich auf die Langstrecke zu gehen schoß mir erst beim ersten Berg in den Kopf, zusammen mit dem Schweiß.

Der Start lief eigentlich ganz gut, obwohl mich die Spitzengruppe ziemlich schnell zurückließ, im schönen Wald. Ich fand aber nette Begleiter aus dem Harz, welche mich zwei Runden über den Bilstein zogen. Die Runde war echt nett und auch sehr anstrengend bei gefühlten 35 Grad. So war warm es natürlich nicht, aber im ersten Rennen waren die Anstiege, wovon es einige gab, sehr zäh und einige Male musste ich den Rückstand zur Gruppe wieder zufahren.

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In die dritte Runde ging es dann nur noch zu zweit. Hier sackte unsere Geschwindigkeit mächtig ab, da wir beide nicht mehr wirklich konnten. Ich übernahm den Großteil der Führung in der Ebene, während der Kollege mich dann einfach am Ende der Runde am Berg zurückließ. Mir war es aber egal, denn ich kam ohne Krämpfe und ohne Probleme mit der Hand über die 105km. Am Ende reichte es trotz 20min Rückstand auf den überragenden Sieger Alex Rebs zum Sieg in meiner Altersklasse.

Da wir jetzt wissen, wo es noch fehlt, sind auch die nächsten Wochen verplant mit lustigen Trainingseinheiten. Nächsten Sonntag geht es dann nach Biesenrode.

 

 

Das Bikefestival Willingen von der anderen Seite

Mann, war das ein Wochenende! Ich bin geschaffter als wenn ich selber die 123km Schleife gefahren wäre, denn ein Festival auf der anderen Seite ist nicht ohne. Immerhin haben wir das Männerwochenende überlebt und haben dabei einen Sieg, einen Podestplatz bei der Enduro-DM und eine Top 20-Platzierung beim Marathon eingefahren. Leider liegen Erfolg und Leid sehr, sehr nah zusammen, so dass ein Versagen von 1mm Edelstahl den puren Frust hervorrufen können.

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Da Petra mal Ruhe zu Hause haben wollte, nahm mich André Zamponi als Edelbetreuer mit nach Willingen. Hier gab ich von Morgens um 5 Uhr bis zum Ende an der geleerten Minibar mein Bestes. Ich hatte wirklich Spaß auf der anderen Seite und quatschte die anderen Betreuer, Fahrer, Streckensprecher und Kommissäre voll, bis endlich Betreuungsaktionen für André anfielen. Da er sehr pflegeleicht war, war es ein Kinderspiel und sein 16. Platz auf der kleine Runde eine gute Ausbeute.

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Am Nachmittag wurde dann der Bergamontstand gestürmt und die Festival-Crew mit Rat und Tat unterstützt. Das Wetter war für Willingen unglaublich gut, so dass die Testräder kaum Zeit hatten am Stand zur Ruhe zu kommen. So soll es bei einem Bike-Event auch sein. Auch ich drehte die ersten Meter nach meiner OP mal wieder auf dem Rad. Es ging erstaunlich gut und schmerzfrei, so dass am Sonntag die erste kleine Ausfahrt im Willinger Umland folgte. Ab nun geht es bergauf.

André Kleindienst und Joseph Nation gingen am Sonntag auf die 6 Stages beim Enduro-Rennen, was in diesem Jahr auch die Deutsche Meisterschaft war. Da es nur bei der Elite um die DM-Krone ging, fuhr André in der Pro-Klasse und zeigte, wie man auf St.Pauli die Berge runterrockt. Am Ende war es ein voller Erfolg für BERGAMONT. Joseph gewann die Overall-Wertung und Andre Kleindienst wird sensationeller Dritter bei der Deutschen Meisterschaft in der Elite. Ihr seid die Geilsten!

Ein paar Meter weiter in Nove Mesto in der tschechischen Republik folgte das Leid nach einem großartigen Rennen für Ben Zwiehoff. Lange hatte Ben auf sein erstes Wolrdcuprennen in der Eliteklasse hingearbeitet und es begann sehr gut. Um die Positionen von Platz 20-30 agierte Ben in dem Rennen und er fühlte sich gut, als die Kette versagte. Kopf hoch, Ben. Deine Zeit wird kommen!

Die Kiez-Kommune oder das BGM-Team

Es war mal wieder soweit alle Teamfahrer ins Hauptquartier nach St. Pauli zu schaffen um gemeinsam in die neue Saison zu starten. Da wir nun ein wirklich bunter Haufen aus der ganzen Welt sind, also von Neuseeland, Frankreich, Essen übern Harz und Hamburg ist alles dabei, muss man schon genau planen um alle rechtzeitig am Grill zu haben.

Dies gelang (fast), so dass wir nach einer kurzen Vorstellung des BGM-Teams vor Ort und den Fahrern ein Foto-Shooting begannen. Dies war natürlich in einer sehr bekannten und angesagten Location. Mehr wird nicht verraten, denn die 15.342 Fotos werden bald veröffentlicht und sprechen für sich. Wir hatten eine Menge Spaß und danach eine Menge Hunger, so dass  „Franzbrötchen“ sofort als offizielles Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen wurde. Beim abendlichen Bier zum Grillfleisch wurden die letzten Fachgespräche geführt, bevor es bereits am nächsten Tag für die Downhiller nach Frankreich ging.

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Während Ben Zwiehoff seinen Titel als Hochschulmeister bestätigte, André Zamponi in Bad Harzburg 5. wurde und die Downhiller in Frankreich in die Top 10 fuhren, blieb für mich nur das Rollentraining. Null Höhenmeter auf der Terrasse, Null Kilometer mit Aussicht und Null Spaß hat man dabei, aber man bewegt sich. Mittlerweile ist die Beweglichkeit in der Hand wieder gut und ich darf auch schon mal Laufen gehen, lediglich Stöße sind zu vermeiden, weshalb die Terrasse für die nächsten Wochen meine Rennstrecke ist.

Also bleibt alle fit und freut Euch auch bei schlechtem Wetter radeln zu können. Es geht auch anders.

  • Kommunen sind Gemeinschaften, in denen auch Menschen verbindlich zusammenleben, die weder verwandt noch Sexualpartner sind. Sie sind in und in der Nachfolge der 68er-Bewegung (speziell der so genannten Kommune I) gegründet worden und bei vielen aktuell noch bestehenden Kommune-Projekten eher aus dem Umfeld der neuen sozialen Bewegungen (BIKEN) heraus entstanden.
    Kommunen sind eine spezielle Form von Gemeinschaften, die meist gemeinsame Ökonomie praktizieren, nach dem Konsensprinzip (wo ist das nächste Rennen) entscheiden und an einem Platz leben, der in vielen Fällen Gemeinschaftseigentum (Team-Truck) ist. Ökologische Kriterien (Fahr mit dem Rad) der Lebensführung spielen eine große Rolle und es wird auf einen verständnisvollen, wertschätzenden Umgang untereinander Wert gelegt.

Der Wind weht auf St. Pauli auch mal von vorne

Nicht dass jemand von Euch denkt ich wäre nach der Cross Saison im Wald verschollen und warte dort bis der September endet….Es wurde die freie Zeit genutzt um Dinge zu tun, wozu sonst keine Zeit war. Schnell verging aber die Zeit bis zum Wiedereinstieg oder Wiederaufstieg auf´s Rad. Schön bei den ersten Ausfahrten waren die Touren mit den Freunden durch unsere Harburger Berge.

Ab Mitte März ging es dann für 15 Tage nach Mallorca. Hier wurde wieder das Lager an der Playa de Palma aufgeschlagen. Die ersten Tage drehte ich die Runden alleine für mich um ein paar Grundlagenkilometer zu sammeln. Die letzten 10 Tage ging es dann mit dem BM-Cycling- , Fichtel Mountains Racing Team und einigen anderen Bekannten schwer zur Sache. Wie im letzten Jahr wurde alles eingeholt und überholt.

Henning, Oswald, Ben, Andi, Rico, Michael und ich hatten dabei die Berge als vorrangiges Ziel ausgesucht, wobei wir in diesem Jahr an jeder Kreuzung an neuen Routen bastelten. Man verliert da zwar etwas Zeit, aber wir haben dafür wieder neue Strecken und Streckenteile entdeckt. Meine 200-er Einheit wurde auch erfolgreich absolviert, so dass ich mit einer guten Form zurück nach Hamburg reiste.

Bereits eine Woche später stand das erste Rennen auf dem Plan. Der Kyffhäuser Berglauf ist seit Jahren die Veranstaltung mit der ich in die Saison starte. Die Runde ist mit 56km nicht zu lang, das Einrollen auf der Strasse ist angenehm und das Drumherum ist sehr familiär. Auch André Zamponi nutzte dieses Rennen um wieder bei Bergamont die Flagge hochzuhalten.

Wie immer am Kyffhäuser ist der erste Anstieg die Messlatte für alle. Kommste hoch, bisste dabei. Wirste abgehängt, musste mehr trainieren. Für mich ging es unentschieden aus. Die erste Welle schaffte ich als 5. in der Spitzengruppe wegzuatmen um dabei zu bleiben. Allerdings brachten die folgenden Wellen eine Lücke zu den späteren Siegern, so dass wir zu Dritt die Verfolgergruppe bildeten.

Diese Gruppe mit Martin Knappe und Florian Anderle harmonierte gut und dennoch verloren wir Zeit gegenüber den 4 Spitzenreitern. Als jedoch einer von denen schiebend vor uns auftauchte, schöpften wir nochmals Hoffnung die Jungs einholen zu können. Dies war an diesem Tag auch auf der zweiten Schleife nicht möglich. Während Martin den Anschluß verlor, ließen Florian und ich nicht locker. Wir fuhren in Richtung Ziel, als ich eine Spurrille erwischte und über den Lenker ging.

Florian war weg und ich war mit Schmerzen in der Hand auf der Verfolgung. Ohne viel Zeit zu verlieren bog ich als 5. Gesamt und Sieger in meiner Altersklasse auf den Festplatz ein. Ich stoppte im Sanitätszelt um dort mal deren Einschätzung zu meinem Arm zu erhalten. Da ich noch viel Adrenalin im Körper hatte, konnte der Doktor ziehen und drücken ohne dass ich zusammenbrach. Also Salbe, Stützverband und ab zur Siegerehrung.

Am Sonntag ging ich dann doch in die IMG_3932.JPGNotaufnahme zum Röntgen und CT um dann am Dienstag operiert zu werden. Ich habe einen Trümmerbruch in der Elle mit Beeinflussung des Gelenkes, was nun mit einer Platte fixiert wurde. Natürlich sind jetzt die folgenden Rennen einfacher für die Konkurrenz, aber dies wird nur bis Mitte Mai so sein. Die Physio läuft bereits und die neuen BGM-Räder im Keller motivieren um so mehr.

Es gibt also in den nächsten Wochen eher Krankenberichte als Rennberichte, aber ich IMG_3931.JPGbrauche die Fingerfertigkeit wieder. André wurde im ersten Rennen nach 2 Jahren 6. auf der 42km-Runde und Ben Zwiehoff startet heute beim Volcat in Spanien, einem Etappenrennen.

 

Wie war Eure Deutsche Meisterschaft im Cross?

Etwas provokant stelle ich diese Frage, denn für mich lief es wie immer. Die meisten werden jetzt denken, dass der erneute Vize-Meistertitel in der Master 2 Klasse doch ein Superergebnis ist. Natürlich ist es schön zu bestätigen, dass man erneut der zweitschnellste Crosser in der Republik ist. Was mich aber etwas betrübt ist die Tatsache, dass es für mich als Quereinsteiger keine Chance auf den Titel gibt, wenn sich Ex-Profis konzentriert vorbereiten. Dies wurde mir gestern bewusst.

Nach dem Start zu unserem Rennen am Sonntag bei kühlen Bedingungen und einer etwas rutschigen Strecke lief es zunächst gut. Ich erwischte einen guten Start und bog als Erster auf die schneebedeckte Wiese um fortan meine Linie und mein Tempo zu fahren. Der lange Anstieg hatte genug Grip um meine Kraft umzusetzen und auf den Abfahrten und den Kurven konnte ich konzentriert die Ideallinie suchen.

Als Ralf Berner gegen Ende der 3 Runde aufschloß, konnte ich fast eine Runde noch das Tempo mitgehen, bevor er mir wieder enteilte. Es war wie in den vergangenen Jahren auch, dass mich Ralf einfach stehen ließ und sein sehr hohes Tempo umsetzen konnte. Mir gelang es nicht die benötigten 115% zu gehen. Dem Rest der Jungs waren wir schon weit enteilt, so dass es wieder ein Kampf gegen einen selber und die erneute Niederlage wurde. Glückwunsch an Ralf für das gute Rennen, genauso auch an Michael Stenzel, der ein starkes Finale fuhr. Ich nahm den Vize-Titel zum fünften Mal in Folge in Würde entgegen.

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Ein Glückwunsch geht natürlich auch an alle anderen Sieger und Platzierten in den anderen Rennklassen. Es gab Favoritensiege, genauso wie Sieger, die man nicht so auf dem Schirm hatte. Die Veranstalter hatten in Queidersbach eine tolle und erstklassige Meisterschaft ausgerichtet. Trotz wechselnder Wetterbedingungen mit Frost und Schnee war die Strecke immer gut befahrbar und sicher. Am Finaltag fanden sich etliche Zuschauer ein um die Fahrer anzufeuern. Es war eine gute Deutsche Meisterschaft.

15941704_1398838860127011_2056783601_n.jpg DSC00691.JPGMein Dank geht nochmals an meine Petra, Marc, sowie Dirk und Telse für die Rundumbetreuung während der Tage. Ohne Support läuft im Cross nur das Bier in den Becher. Das aber auch bei -11°C. Und nicht dass hier jetzt einer denkt ich stecke die Luftpumpe in die Trikottasche. Das Rennfahren und always Vollgas bleiben weiterhin meine Begleiter auf dem Crossrad und den Mountainbike!

Hier die neusten Bilder (Siegerehrung: Heike Acki): always Vollgas

Das Finale im Deutschland Cup

Bevor es die Crosser zum Finale nach Herford verschlug, stand bei uns in Harburg-Appelbüttel der Weihnachtscross im Rahmen des Stevens-Cyclocross Cups an. Es ist immer was Besonderes nach den ganzen Feiertagen mal wieder richtig in die Pedale treten zu müssen. Typisch für diesen Weihnachtscross ist das tolle Wetter. Diesmal hatten wir einen schlammigen Kurs bei leichtem Regen und Temperaturen, welche echt unangenehm waren.

Erneut hatte das Rennen internationalen Flair, da ein paar dänische Jungs den Weg in die Hansestadt fanden. Die Strecke war erneut etwas angepasst worden, wobei wieder der lange Anstieg mit dabei war. Wirklich gut zu fahren ging er nicht, andere sind da aber auch gelaufen. Ich reihte mich hinter den Stevens Jungs (Ole, Max, Paul und Jannick) ein, bevor ein paar Dänen und Tim Rieckmann mich auch nach hinten verbannten.

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Nach zwei Runden hatte ich aber den Dreh raus mit dem rutschigen Untergrund und den zahlreichen Kurven mit unzähligen Wurzeln. Nach und nach wurden die Jungs wieder eingesammelt. So ging es an einem Dänen und Ole am Berg vorbei, bevor Paul gestellt wurde. Tim hingegen leistete lange Widerstand, bevor er sich geschlagen gab und mich vorbei ließ. Am Ende wurde es ein guter 4.Platz in der Eliteklasse hinter Sebastian Fini aus Dänemark, Jannick und Max. 

Sylvester Vormittag wird immer in Herford verbracht. Diesmal hatte ich Fabian Rexhausen als Betreuer dabei, denn ich wollte in der Gesamtwertung des Deutschlandcups nichts mehr anbrennen lassen. Der neue Kurs um eine Schule hatte erneut ein paar neue Wiesenschleifen bekommen, welche genau so gut zu befahren waren, wie die auf dem Kuh-Acker in Magstadt. Der gefrorene Boden machte den Fahrkomfort auch nicht besser.

Von Position eins ging es ins Rennen, wobei Martin Neffgen als Sprinter so richtig am Horn riss. Am höchsten Punkt des Kurses hatte ich aber die Führung übernommen und konnte in den rutschigen Ecken auf der besten Linie fahren. Relativ schnell war eine kleine Lücke da, welche immer wieder schrumpfte und dann wieder wuchs. Ich kam relativ fehlerfrei um die Ecken und mit viel Zug den Berg hoch, so dass gegen Rennmitte dann doch ein passabler Vorsprung auf Maarten Nijland und Vladi Riha entstanden war.

Zwei Runden vor Schluß gab es dann nochmals eine Schrecksekunde, als ich auf dem Schulhofpflaster eine ungewollte 360 Grad Drehung machte. Zum Sturz kam es nicht, aber die Konzentration war wieder da. Mit dem Sieg beim letzten Rennen sicherte ich mir den Sieg der Gesamtwertung des Deutschland Cups vor Sven Kuschla und Vladi Riha. Genau so stelle ich mir einem schönen Ausklang des Jahres vor.

Nächste Woche geht es dann zur Deutschen Meisterschaften nach Queidersbach. Da wird dann erneut abgerechnet.

Kurz vor der Weihnachtsgans

Bevor ich Euch ein frohes, besinnliches und vor allem ein friedliches Weihnachtsfest wünsche, berichte ich mal kurz, was man so an den Adventssonntagen machen kann. Ihr werdet es bestimmt erahnen, oder?

3. Advent in Vechta. Der vorletzte Lauf des Deutschland-Cups fand auf der DM-Strecke vom Januar 2016 statt. Nicht nur die Strecke war gleich, auch der Untergrund war durch den Regen in rutschiger Konsistenz wiederzufinden. Bei den Startern waren bis auf Vladi Riha auch alle Protagonisten vertreten, so dass die Spiele beginnen konnten.

Ich erwischte aus Reihe eins einen Bilderbuchstart und bog mit einigen Metern Vorsprung ins Reiterstadion ein. Bis zu dem Slalom durch den Birkenwald wollte ich vorne bleiben um eine gute Linie zu erwischen. Da die Jungs allerdings nicht so wirklich aufschließen konnten, blieb ich einfach vorne. Ab Runde 4 war es dann aber vorbei, denn der Ex-Profi Maarten Nijland schloß auf.

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Ohne wirkliche Attacke seinerseits brachte er immer ein paar Meter zwischen sich und einem kämpfenden Dano. So war es nicht verwunderlich, dass er irgendwann entwischte und mich auf Platz 2 zurück ließ. Von nun an schaute ich mehr in den „Rückspiegel“ als nach vorne um den nie aufgebenden Thomas Hannöver auf Distanz zu halten. Dies gelang mir locker mit 2sek. Vorsprung. So freute ich mich für die gelungene Revanche  und den Sieg in der Kombi-Wertung der Rennen in Lohne und Vechta.

Zum vierten Adventswochenende hatte ich mir dann was ganz abgefahrenes ausgetüftelt: Zwei Radrennen. So stand ich am Samstag in Didderse in Braunschweig am Start um am Sonntag in Bad Harzburg. Das besondere daran war, das wir dazwischen den netten Weihnachtsmarkt in Quedlinburg besuchten.

Während am Samstag das Rennen in der Eliteklasse mit einem Sieg nach Hause geschaukelt wurde, hatte ich am Sonntag das Nachsehen gegen Michael Schuchardt. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit den Ergebnissen, denn in Braunschweig war es ein spannender Kampf gegen Thomas Hannover. Dieser wurde beendet, als Thomas einen Defekt erlitt und somit eher kampflos auf Platz 2 rollte.

Beim Bike-Store Superprestige in Bad Harzburg sah auch alles nach einem schönen Kampf gegen Michael aus, bis mir in der Sandpassage das Hinterrad aus dem Rahmen fiel. Leider flutschte es nicht wirklich schnell wieder rein, so dass es an Platz 4 wieder ins Rennen ging. Da ich nochmals das Hinterrad richten musste, war mehr als Platz 2 hinter Michael und vor Marvin Augustyniak nicht drin.

Beide Rennen waren sehr schöne Crossveranstaltungen mit sehr unterschiedlichen Kursen. Der schöne Naturkurs im Waldgebiet in Didderse und der sehr belgische Wiesenparcours in Bad Harzburg zeigen die Vielseitigkeit diesen Sportes.

Wünsche Euch nun ein paar schöne Weihnachtstage.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

Zilvermeer Master Cyclocross WM

Mensch hatte ich mich gefreut, als die Master WM ins belgische Mol vergeben wurde. Ich kannte den damaligen Kurs, welcher mir sehr gut gefiel und ich deshalb sofort auf „bestellen“ drückte und meinen Startplatz sicherte. Hinzu wurden schnell noch die Eintrittskarten für das Profirennen am Sonntag gebucht und das Zimmer im Designer B&B geordert. Es sollte ein tolles langes Wochenende werden.  Ob es so toll wurde folgt im nächsten Kapitel.

Die erste Streckenbesichtigung am Freitag war echt schweißtreibend, denn die Runde war anders und auch etwas sandiger. Ich hatte immer gedacht, dass ich im Sand gut fahren kann, was aber bei Strandlängen von 250m echt anstrengend, bzw. unmöglich wird. So ging der Puls beim Laufen extrem in die Höhe und das Beschleunigen nach dem Laufen war fast unmöglich. Dennoch war ich optimistisch, denn der Rest im Pinienwald war echt schön.

In diesem Jahr hatte ich mal kein Lospech, so dass ich aus Reihe drei ins Rennen gehen durfte. Zum Glück hatte ich noch einen Schnellstarter direkt vor mir, so dass ich als Zweiter ins Gelände bog. Auf der darauffolgenden ersten Sandpassage, welche ich fahrend bewältigen konnte, gelang es mir sogar die Spitze des WM-Rennens zu übernehmen. Unglaublich und ein sehr tolles Gefühl.

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Leider blieb es nicht so, denn am Ende der ersten Runde wurde ich im Sand überlaufen und reihte mich an Position drei wieder ein. So ging es zwei Runden auf einem Medaillenrang, bevor weitere Fahrer aufschließen und auch überholen konnten. Bis kurz vor Schluß war Platz 3 in Sichtweite, aber der letzte Punch fehlte um beim Laufen die Jungs in Schach zu halten. So wurde es ein undankbarer 7. Platz, denn aufs Podium wäre ich schon gerne gekommen.

Mit etwas Abstand zum Rennen ist aber auch Platz 7 mit 30Sec. auf den Sieger o.k., denn das Laufen zog mir den Stecker. Da ja im kommendem Jahr erneut dort die WM ausgetragen wird, wissen nun alle, wo man mehr trainieren muss. Beruhigend ist auch die Tatsache, dass bei Frost auch alles fahrbar sein kann, was uns die Profis am Sonntag vorgemacht haben. Es war also doch ein tolles Wochenende mit viel Sonne, viel Sport, viel Entertainment und der Gewissheit, dass Cross einfach die schönste Raddisziplin ist.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

Zum Schluß muss ich noch meine Beobachtung des UCI-Kommissärs bei der Reifenkontrolle zum Besten geben. Als die Lehre nicht über den Reifen eines Fahrers flutschte, wurde solange gedrückt, bis sie passte. So geht es auch. Pragmatisch Gut!