Zilvermeer Master Cyclocross WM

Mensch hatte ich mich gefreut, als die Master WM ins belgische Mol vergeben wurde. Ich kannte den damaligen Kurs, welcher mir sehr gut gefiel und ich deshalb sofort auf „bestellen“ drückte und meinen Startplatz sicherte. Hinzu wurden schnell noch die Eintrittskarten für das Profirennen am Sonntag gebucht und das Zimmer im Designer B&B geordert. Es sollte ein tolles langes Wochenende werden.  Ob es so toll wurde folgt im nächsten Kapitel.

Die erste Streckenbesichtigung am Freitag war echt schweißtreibend, denn die Runde war anders und auch etwas sandiger. Ich hatte immer gedacht, dass ich im Sand gut fahren kann, was aber bei Strandlängen von 250m echt anstrengend, bzw. unmöglich wird. So ging der Puls beim Laufen extrem in die Höhe und das Beschleunigen nach dem Laufen war fast unmöglich. Dennoch war ich optimistisch, denn der Rest im Pinienwald war echt schön.

In diesem Jahr hatte ich mal kein Lospech, so dass ich aus Reihe drei ins Rennen gehen durfte. Zum Glück hatte ich noch einen Schnellstarter direkt vor mir, so dass ich als Zweiter ins Gelände bog. Auf der darauffolgenden ersten Sandpassage, welche ich fahrend bewältigen konnte, gelang es mir sogar die Spitze des WM-Rennens zu übernehmen. Unglaublich und ein sehr tolles Gefühl.

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Leider blieb es nicht so, denn am Ende der ersten Runde wurde ich im Sand überlaufen und reihte mich an Position drei wieder ein. So ging es zwei Runden auf einem Medaillenrang, bevor weitere Fahrer aufschließen und auch überholen konnten. Bis kurz vor Schluß war Platz 3 in Sichtweite, aber der letzte Punch fehlte um beim Laufen die Jungs in Schach zu halten. So wurde es ein undankbarer 7. Platz, denn aufs Podium wäre ich schon gerne gekommen.

Mit etwas Abstand zum Rennen ist aber auch Platz 7 mit 30Sec. auf den Sieger o.k., denn das Laufen zog mir den Stecker. Da ja im kommendem Jahr erneut dort die WM ausgetragen wird, wissen nun alle, wo man mehr trainieren muss. Beruhigend ist auch die Tatsache, dass bei Frost auch alles fahrbar sein kann, was uns die Profis am Sonntag vorgemacht haben. Es war also doch ein tolles Wochenende mit viel Sonne, viel Sport, viel Entertainment und der Gewissheit, dass Cross einfach die schönste Raddisziplin ist.

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Zum Schluß muss ich noch meine Beobachtung des UCI-Kommissärs bei der Reifenkontrolle zum Besten geben. Als die Lehre nicht über den Reifen eines Fahrers flutschte, wurde solange gedrückt, bis sie passte. So geht es auch. Pragmatisch Gut!

 

So beeindruckend kann Cross sein

Mit dem Worldcup im niedersächsischen Zeven hatten wir nach 14 Jahren endlich wieder die Weltelite im Cross vor unserer Haustür. Ich ließ es mir nicht nehmen und besuchte bereits am Donnerstag die Strecke. Wie sehr der erste Eindruck täuschen kann, musste ich am eigenen Leib erfahren. Hätte ein kleiner Verein diesen Wiesenkurs abgeflattert, dann hätten die Fahrer geflucht ohne Ende, denn es holperte überall und nicht mal das Laub aus dem Straßengraben wurde entfernt. Wenn man dann aber die Profis dort gesehen hat und selber auf der Runde gefahren ist, dann war es schon eine coole Strecke.

Rückblende:  Stevenscup Büdelsdorf – Bereits letzte Woche ging es an den Nord-Ostseekanal nach Büdelsdorf. Hier hatten bereits vor 2 Jahren auf einer sehr netten Waldrunde die Landesverbandsmeisterschaften stattgefunden. Der Veranstalter hatte nochmals Hand angelegt und den Kurs modifiziert. Insgesamt gefiel mir die Strecke gut und das Wetter spielte auch mit, aber nur bis kurz vor unserem Start!

Es goß auf einmal für 20min wie aus Eimern und meine Lust verschwand spürbar. Zum Start der Eliteklasse war zwar der Regen vorbei, aber die Strecke hatte sich total verändert. Jede Kurve war schmierig und man musste neue Linien fahren um bergauf noch Grip zu bekommen. Mir gelang ein guter Start und ich reihte mich hinter den Stevens-Sportsfreunden Ole, Max und Jannick ein. Leider spielte an diesem Tag die Technik nicht so ganz mit. So verlor ich einmal die Kette und musste Adrian Rips ziehen lassen. Dann verlor ich nochmal die Kette und der Vorsprung auf Armin war hin. Dann verlor ich wieder die Kette und Armin war vorbei. Als ich ihn überholt hatte fiel die Kette plötzlich runter, auch dies wiederholte sich nochmals. Am Ende konnte ich im Sprint zwar noch fast Adrian einholen, dennoch war’s heute mehr Basteln als Radeln.

Worldcup in Zeven – Den Heim-WC musste man sich natürlich live anschauen, was wir auch mit einigen Freunden machten. Das erwartete Verkehrschaos blieb aus, da wohl leider wenige Belgier und Niederländer den Weg nach Zeven fanden. So hatte man aber als  Zuschauer eine freie Platzwahl und konnte sowohl bei den Rennen als auch im Fahrerlager alles bestens beobachten. Es wurden spannende Rennen in allen Klassen geboten und es war schon ein Wahnsinn wie schnell die Leute um die Kurven heizten.

Das sehr kompakte Gelände machte es einem auch möglich während des Rennen zig verschiedene Passage anzuschauen, ohne die Fahrer aus den Augen zu verlieren, denn zwei Leinwände zeigten die Live-TV-Bilder. Das Eliterennen war dann wirklich ein Highlight, wenn der amtierende Weltmeister von vorne das Feld anführt und der Ex-Weltmeister von Position 20 durch das Feld pflügt.  Matthieu van der Poel hatte so einen Dampf drauf, dass er nach der 60m Sandpassage eine Vollbremsung machen musste – unglaublich. Es hat uns sehr gut gefallen, auch wenn man sich als Nicht-VIP gerne irgendwo aufgewärmt hätte. Ich hoffe ich darf im nächsten Jahr dort erneut die Besten der Besten sehen.

Landesverbandsmeisterschaften auf WM-Kurs in Zeven – Wie bestellt hatte sich der Nebel des Vortages verzogen und bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Strecke unter besten Bedingungen. Ich hatte gehofft, dass nach den diversen Rennen die Strecke ebener geworden ist, was nicht der Fall war. So musste man schon sehr auf dem Rad arbeiten um richtig nach den Kurven zu beschleunigen. Insgesamt brachte aber die Fahrspur mir Sicherheit. Zum Rennen der Masters 2 standen nun die schnellen aus BRE, HAM, SCH und MEV an der langen Startgeraden nebeneinander.

Mein Start war so lala, denn es ging als Dritter oder Vierter in die schmierige erste Kurve. Nach dieser Kurve lag ich auf zwei um danach direkt zu attackieren. Schnell hatte ich ein paar Meter Luft, welche ich nutzen wollte um als erster in die Sandpassage zu fahren. Ich erwischte eine gute Spur und musste lediglich ein paar Meter laufen, während der Rest die halbe Passage zu Fuß bewältigen musste. Danach lief es zumindest bei mir rund. Ohne Fahrfehler konnte ich meine Runden drehen und den Vorsprung stets vergrößern.

Die Sandpassage konnte ich viermal durchfahren und auch den steilsten Laufanstieg schaffte ich einmal fahrend. Da nächste Woche die Master-WM ansteht ließ ich auch zum Schluß nicht locker. Mit Rundenzeiten bei 7:05 (Elite beim WC 6:07) hätte ich auf die Weltspitze zwar etliche Meter verloren, gegen Vladi Riha (BRE) und Lars Kneller (HAM) aber etliche Meter gewonnen. So bin ich erneut Nord- und Hamburger Meister in meiner Klasse. Glückwunsch an die Platzierten, wobei Lars Kneller und Thomas Zühlke (HAM) sich einen spannenden Kampf um Platz 3 lieferten.

Nächste Woche starte ich also bei der Master Weltmeisterschaft in Mol. Der Kurs ist bekannt aus vergangenen Jahren und sollte mir durch zahlreiche Sandpassagen eigentlich liegen. Spannend wird wieder die Startaufstellung sein, denn hier wird wohl gelost und da kann man schnell mal ganz hinten stehen.

 

Die Stille tut weh

In der vergangenen Woche ist die Stimme des Radsportes für immer verstummt. Fassungslos und starr verfolgte man die Nachrichten über den plötzlichen Tod von Peter Rohde. Peter war ein leidenschaftlicher Rennfahrer, der diese Begeisterung scheinbar mühelos bei seinen Moderationen auf die Rennen projizierte. Es gelang keinem anderen Sprecher so viele Emotionen und Spannung in die Kommentare zu legen wie Ihm, wobei er zu jedem Fahrer in allen Klasse etwas berichten konnte.

Schon vor den jeweiligen Starts entstand immer eine explosive Stimmung, die er durch seine Anmoderation auf die Zuschauer und Fahrer übertrug und welche er bis zum letzten Fahrer aufrecht erhielt. Peter war einer von uns und er „lebte“ das Rennen am Mikro mit. Dies wird mir fehlen. Der Familie und den Freunden bleibt die Erinnerung an diesen leidenschaftlichen Sportler, die hoffentlich über den ersten Schmerz hinweg helfen wird.

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Der Übergang zu den beiden Deutschlandcup Rennen fällt mir sehr schwer, da man hier merkte, wie einzigartig Peter´s Moderation war. Beide Rennen wurden quasi im Sprint gewonnen und an beiden Tagen wurde dies vom Sprecher ignoriert.

Deutschland-Cup Vaihingen – Für mich war der Kurs eine Premiere, denn der Weg nach Baden Württemberg ist ja für einen Norddeutschen schon eine Tagesaufgabe. Ich wollte mir aber selber mal einen Eindruck machen, wie man im Süden so den Cross interpretiert. Hier war auf einem kompakten Gelände ein gut einsehbarer Parcour abgesteckt der Wiesen, Asphalt, ein paar Treppen und einige Hürden aufwies. Durch die Regenfälle des Vortages war es dann auch rutschig, aber fahrbar.

Der Start bei den Master 2 gelang wieder gut und ich führte die Meute auf die Wiese. Ich fuhr zunächst zurückhaltend, da die Kurven schon relativ seifig waren. Dies nutzte die Konkurrenz gnadenlos aus. Christoph Müller war der erste, der das Tempo erhöhte. Auf einem Metallgitter wurde seine schnelle Fahrt abrupt unterbrochen, an Position 4 nahm er die Verfolgung wieder auf.

Im Anschluß übernahm dann Sven Kuschla die Initiative. Ihm lag dieser schmierige Boden, der mir so gar nicht gefällt. Es wurde dann auch zum Rennende hin ein Kampf auf Biegen und Brechen, wo ich allerdings an führender Position in die letzten Kurven fuhr. So konnte ich dann auch früher beschleunigen und mir den engsten Sieg im Deutschlandcup holen. Dritter wurde dann doch noch der leider gestürzte Christoph Müller.

Deutschland-Cup Magstadt – Diesen Traditionsrennen hatte ich mit einem schlechten Abschneiden bei der DM 2010 in keiner guten Erinnerung. Umso positiver war ich gestimmt, als nach der Streckenbesichtigung klar war, dass man sehr gut runter- und hochfahren kann. Da lachte das MTB´ler Herz in mir. Die Sonne kam auch noch raus und zahlreiche Zuschauer warteten auf einen spannenden Wettkampf. Die Kursführung war nur leicht verändert zur DM-Strecken, wo der Wiesenanstieg und die Wiesenschleifen schon ziemlich kraftraubend waren.

Mit etwas Starthemmung zog ich und die Masterfahrer den unendlichen Starthügel hoch. Hinter Vladi Riha ging es dann ins Gelände und zum ersten Mal die Waldabfahrt runter. Untern angekommen war das Feld schon sehr aufgereiht. Die folgende Wiesenauffahrt nutzte ich um mich an die Spitze zu setzen und das Tempo hoch zu halten. Im anschließenden Teeranstieg waren wir zusammen mit Vladi und Robert Gorgos schon etwas dem Rest enteilt.

Also wieder gleiches Spiel am kommenden Wiesenanstieg., diesmal blieb nur Vladi übrig, der dann aber nach der Waldabfahrt stürzte. Somit war der Weg frei und ich fuhr einen sicheren Vorsprung raus. Zwei Runden vor Schluß fuhr ich so dämlich gegen einen Baum, das ich gefühlte 20Sek. Benötigte um unterm Rad und dem Flatterband durchzukommen. Somit war der Vorsprung fast weg und die letzten beiden Runden hieß es nochmals Vollgas. Am Ende reichte es mit einem Ausrollen auf dem Zielstrich und 2 Sek. Vorsprung vor Vladi Riha und Stefan Knopf.

Nun folgen ein paar Rennen in Norddeutschland, insbesondere auf den Worldcup in Zeven als Zuschauer freue ich mich. Das wir am Tag darauf dort auch unsere Landesverbandsmeisterschaften haben ist einfach geil.

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Mein Tätigkeitsnachweis

Wie jeder normale Arbeitnehmer bin auch ich verpflichtet einen monatlichen Tätigkeits-nachweis bei meinem Arbeitgeber BERGAMONT vorzulegen. Also folgendes wurde in dem vergangenen Monat erbracht:

Stevens Cyclocrosscup Neumünster – Der Kurs in Neumünster ist eigentlich nicht nach meinem Geschmack, aber das Wetter war trocken, so dass es keine Schlammschlacht werden sollte. Hinter der Stevensarmada, bestehend aus Ole, Jannick, Max und Paul, sowie Tim ging es geschmeidig ins Rennen. Bei der einzigen Anhöhe des Kurses (2,45m) musste ich vom Rad. Danach kämpfte ich um den Anschluß an die jungen Wilden.

Das gelang an diesem Tag nicht mal ansatzweise, weshalb ich etwas resigniert so vor mich hinstrampelte. Kurz vor Ende kam dann doch noch etwas Dynamik in den Tag, denn Armin Raible näherte sich von hinten. Und eins kann ich bei Radrennen absolut nicht leiden, wenn Frauen und alte Männer vor mir ins Ziel kommen. Also wurde nochmals die Kette nach rechts geworfen und Platz 7 eingefahren.

Deutschlandcup Lohne – Der zweite Lauf für mich im D-Cup sollte mal endlich einen Sieg bringen auf heimischem Boden des Meisters Thomas Hannover. Schnell wurde klar, dass der Sieg erst im nächsten Jahr folgen wird, denn nach dem blendenden Start zeigt mir der Hausherr sein Revier.

Mir am Hinterrad hing Vladi Riha, der aus der letzten Reihe bis auf Platz 3 aufgeschlossen hatte, als ich versuchte den Abstand zu verringern. Dies gelang aber nicht wirklich, so dass ich eher zum Rennende darauf setzte Herrn Riha hinter mir zu lassen. Zumindest dies gelang an diesem Tag und ein zweiter Rang ist ja auch ziemlich weit vorne.

Stevens Cyclocrosscup Kiel – Hier nahm ich spontan einen Gleittag,  fuhr etwas durchs Gelände und tat was für die Grundlagenausdauer. An diesem Tage wäre das „Schnellfahren“ auch total in die Hose gegangen.

Deutschlandcup Kleinmachnow Tag 1 – Berlin ist ja bekanntlich eine Reise wert, weshalb wir rechtzeitig über das Outletcenter in Kleinmachnow landeten. Die Strecke am ersten Tag war die bekannte Runde aus den Vorjahren. Sie war perfekt geharkt und hatte Grip ohne Ende. Auch die Sandpassagen waren gut zu meistern, so dass alles bereitet war für ein spannendes Rennen.

Zur ersten Engstelle führte ich die Meute an und fuhr auf Ideallinie in den Sandanstieg. Hier sprintete ich hoch und hatte bereits einen kleinen Vorsprung. Dieses freie Fahren war der Grundstein für die Führung, denn das Überholen der U19-Jungs ist teilweise heikel, der Kurs hat viele enge Passagen.

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So baute ich meinen Vorsprung kontinuierlich aus und belohnte mich für eine fehlerfreie Fahrt mit dem ersten Sieg im D-Cup vor Michael Stenzel und Vladi Riha. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, weshalb der sonnige Nachmittag noch mit einer kleinen Tour an der Harvel bis zur Siegerehrung überbrückt wurde.

Deutschlandcup Kleinmachnow Tag 2 – Gleiche Leute, gleiche Location aber doch alles anders. Der Veranstalter, der über beide Tage einen tollen Job machte, ließ am Sonntag die Runde einfach andersherum abfahren. Zwei oder drei Kurven wurden anders gesteckt, aber der Kurs war auf einmal ungewohnt, irgendwie jedoch noch schneller und runder.

Diesmal wollte der Start nicht so klappen und ich bog als Vierter ins Gelände. Nach der Schneckendurchfahrt lag ich aber schon auf zwei und trieb Vladi vor mir her. Da er im Rennen eher nach hinten schaut als nach vorne, fuhr ich lieber vorbei um erneut meine Linie fahren zu können.

Nach zwei Runden war ich in Mitten der U19 Fahrer und mein Vorsprung war schon angewachsen. Sportlich lief es mit den jungen Fahrern und ich kam von Runde zu Runde weiter nach vorne. Auch den ersten Sandanstieg konnte ich einige Male fahrend überwinden, was jedes mal einige Meter mehr Vorsprung brachte. Am Ende wurde es der zweite Sieg, erneut vor Michael Stenzel und Thomas Hannover.

Es war ein tolles Wochenende auf der besten Crossstrecke in Deutschland. Das ist für mich Cyclocross. Freue mich schon auf das nächste Jahr und ich hoffe, das am kommenden Wochenende die Wiesen nicht zu tief werden.

Meine Saison 2016

Wie immer gegen Ende des Jahres stellt sich die Frage: „Na, wie lief denn Deine Saison?“ Meine Antwort lautet dann auch wie immer: „So wie immer!“ Für die meisten ist nun klar, dass ich erneut Deutscher Vizemeister geworden bin und zwar bei den Masters im Cross und den Masters im Marathon. Mit diesen beiden Titeln bin ich sehr zufrieden, denn das Crossrennen war Spannung pur und ein wahrer Kampf unter Männern. Auch die DM im Marathon war ein gutes Rennen, denn erst auf den letzten Kilometern konnte ich in die Podiumsränge mit dem Fastlane reindriften.

Neben diesen offiziellen BDR-Titeln gab es auch einen Titel für die Ewigkeit: Gewinner des ersten Gravelraces in Deutschland. Willingen hat halt immer was zu bieten. Der folgende Marathon war dagegen mein schlechtestes Rennen der vergangenen Saison.

Ein Dank geht in dieser Jahreslaudatio an BGM und toMotion, die mir eine Teilnahme an der Mountainbike-Transalp boten. Hier konnte wir den dritten Rang in der Masterklasse erfahren, wobei ich keinen Defekt zu beklagen hatte, gell Max!

Was mich am Ende der MTB-Saison besonders freudig stimmte, war mein Sieg in der Eliteklasse beim Endurothon in Schierke. Die Strecke, welche mehr einem Endurorennen, als einem Marathon entspricht, war perfekt für das BGM-Fastlane. Am Anfang lachte der Moderator als ich ihm prophezeite, dass ein Fully gewinnt. Am Ende musste er das Bier bezahlen.

Manchmal läuft es einfach….

Ein Beispiel gefällig? Lest aufmerksam den Bericht zum Stevens Cyclocross Cup in Kaltenkirchen und Ihr erfahrt, wann es läuft. Auch den Bericht zum Rennen im Ratzauer Forst lege ich euch nahe, denn hier erfährt man, wenn es nicht läuft. So wie das Leben ist auch das Crossgeschehen, ein ständiges Auf- und Ab, nicht nur im Gelände.

Kaltenkirchen: Die Veranstalter in Kaki hatte sich erneut ein paar Gedanken gemacht und die Strecke leicht modifiziert. Diese kleinen kosmetischen Änderungen hatten es aber in sich, denn sowohl die Sandkiste am See, als auch die Kurven im Anstieg haben das Rennen eindeutig schwerer gemacht. Aus Reihe eins, aufgestellt wird nach der D-Cup-Wertung, ging es direkt hinter den beiden Stevens-Junge Ole Quast und Jannick Geisler ins benachbarte Waldgebiet. Das Tempo war sportlich und es entstand schnell eine Lücke zum Rest.

Während auf der Ebene meine Zunge in der Canti-Bremse hing, konnte ich im Sand und in den Anstiegen die Lücke immer wieder schließen. So verliefen die 9 Runden relativ unspektakulär für die Zuschauer, denn dieses Dreier-Pack riss nicht auseinander. Ich war froh dabei zu sein und wäre auch mit Platz 3 mehr als zufrieden gewesen. An diesem Tag aber war ich auf Angriff gepolt. Den letzten Anstieg nutzte ich zur Attacke und zog somit das Tempo an. Auf den verbleibenden 250m wollte oder konnte keiner von den Beiden vorbeifahren, so dass ich das Elite-Rennen gewann. Selten habe ich mich so gefreut, denn Ole und Jannick in einem Rennen zu bezwingen war echt cool.

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Norderstedt: Das Stevens-Racing Team reagierte sofort. Ole und Jannick kamen nicht nach Norderstedt, stattdessen wurden Paul und Max Lindenau, sowie Yannick Gruner eingesetzt um die Schmach aus Kaki zu egalisieren. Während am Samstag noch die Sonne schien und es warm war, wurden am Sonntag leichter Regen und Kälte angesagt. Der RV Germania hatte wieder den Wald geharkt, so dass perfekte Bedingungen herrschten. Ich hatte schon beim Einfahren meine liebe Mühe mir jede Wurzel und jede Kurve zu merken, was aber eher an mir lag.

Der Start aus Reihe 1 gelang mir wie Hamilton und schon befand ich mich an Position 6. Nachdem ich auf 5 vorgefahren war, versperrte auf einmal ein liegender Yannick den Weg. Ich erwischte auf der Ausweichspur eine Wurzel und legte mich daneben. Auf Position 10 ging es dann auf die Verfolgung. Leider kam ich nicht wirklich in  Tritt und ein erneuter Bodenkontakt raubte mir die letzte Motivation. So ging es dann bis zwei Runden vor Schluß eher mässig vorwärts. In den beiden letzten Runden konnte ich noch zwei Kollegen distanzieren und Platz 7 kam auch schon in Sichtweite als der Zielstrich das Rennen beendete. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber für Platz 8 gibt es auch ein paar Punkte und am kommenden WoEn in Neumünster werden wir sehen, wie das Training so anschlägt.

Glückwunsch dem Stevens-Trio zum Dreifachsieg beim Iron-Man für Nicht-Schwimmer und -Läufer.

 

Eins, zwei, g’suffa!

Bevor es wieder sportlich wird, werde ich hier einen Geburtstagswunsch erfüllen. Mein treuester Fan, Peter der Borusse, wollte unbedingt mal eine Widmung im Newsletter haben. Peter hatte sich damals einfach ein Mädel unserer Jugendclique geschnappt. Das ging natürlich gar nicht, insbesondere wenn man Borussen-Fan ist. 30 Jahre später habe ich ihm aber verziehen, denn er war absolut die richtige Wahl und ich genoß die Feier im Garten.

Bevor es aber zum Feiern ging, stand der Crossauftakt der neuen Saison an. Ron der Oberpirat hatte seine Motorcrossrunde in Mölln für die Geländefreunde neu abgesteckt. Diesmal war das Innenfeld komplett genutzt und die Zuschauer konnten bei Crosswetter fast die ganze Runde einsehen. Da ich ja noch zu Peters Geburtstagsfeier wollte, wurde kurzerhand von der Eliteklasse auf Master 2 umgemeldet.

Am Start staunte ich nicht schlecht, als der Deutsche Meister der Master 3 neben mir stand. Armin Raible wollte zwar nicht zu Peter, dennoch wollte er Master 2 fahren. Aus Reihe 2 ging es für uns ins Reihen. Vorne zog Thomas Zühlke am Gas um möglichst schnell von uns wegzukommen. Dies gelang eine halbe Runde lang, bevor ich im Zwischensprint den beiden Jungs ein paar Meter einschenkte. Die folgenden zwei Runden wurde dann hart gefahren, bevor der Vorsprung relativ stabil blieb. Ungefährdet gelang mir der Saisonstart mit einem Sieg beim Steven Crosscup vor Armin und Thomas.

Am Sonntag ging es dann zum Auftakt des Deutschlandcups nach Bad Salzdetfurth. Hier hatte Olaf auch an der Strecke gefeilt und einen richtig schönen Kurs abgeflattert. Die Strecke war trocken und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, so dass die aufgeregten Master 2 nervös im Startblock zappelten. Sie zappelten noch nervöser als klar wurde, dass wir gemeinsam mit den 30 Fahrern der U19-Klasse auf den Kurs geschickt werden sollten, die vor uns standen.

Mir gelang ein relativ guter Start direkt am Hinterrad vom Thomas Hannover. Wir fuhren kontrolliert und ohne merkliche Probleme nach vorne zu den Führenden der U19-Klasse. Hier angekommen mussten aber auch wir mal Luftholen, denn die zwei jungen Kollegen hatten richtig Dampf und hielten das Tempo hoch. Generell ging es bei mir rund, insbesondere in den Anstiegen sah ich gut aus. Leider sah in den restlichen Abschnitten der Deutsche Meister etwas besser aus.

DSC06829.JPGDSC07026.JPG DSC07009.JPG  DSC06924.JPG DSC06838.JPGDSC07053.JPG  Während ich also bergauf immer eine Lücke riss, schloß Thomas sie auf dem Rest der Runde. Weitere Konkurrenten waren nicht in Sichtweite, so dass in der letzten Runde die Entscheidung her musste. Ich gab erneut in der Sandpassage alles und eröffnete den Kampf. Die Lücke war da, aber sie war nicht groß genug. Also konterte Thomas 500m vorm Ziel und ich nahm die Beide hoch, denn nichts ging mehr. Platz 2 hinterm Meister ist vollkommen in Ordnung und es werden noch spannende Rennen folgen. Versprochen!

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Ist ja Hammer, Hammer, Hammerharz, da ist einiges am Start!

Zum Abschluß meiner MTB Saison ging es „straight from St. Pauli“ in den schönen Harz nach Schierke. Viele denken jetzt wieder, jaja der olle Harz ist doch bloß ein nadelbewaldetes Mittelgebirge. Geografisch hat er Recht, aber von der Intensität der Strecke kann man sich mit einem Alpenrennen durchaus vergleichen. Man hat 2300Hm auf 69km verteilt, wobei die eigentliche Herausforderung in den Extremen besteht.

Schon am Start bewunderte ich die Fahrer, die mit Hardtails (also nur Federgabel) am Start standen und sich auf die Runde machten. Bei bestem Sommerwetter ging es sportlich los und ich bog als 7. in die ruppige Abfahrt. Hier flogen die ersten Trinkflaschen und die Ideallinie war auf einmal für mich frei. Ich  flog an meinen Begleitern mit meinen Fastlane von BERGAMONT vorbei um auch die folgende, sehr verwurzelte Auffahrt von vorne zu nehmen. Auf den kurzen Forstwegpassagen, waren die Verfolger zwar zu sehen, einen Anschluss schafften Peter Hermann & Co aber erst kurz vorm höchsten Punkt am Wurmberg.

Da die Jungs aber auch nicht mehr entspannt schauten, bog ich erneut als Erster in die verblockte, wurzelige Abfahrt. Ich ließ es laufen und kam erneut mit deutlichem Vorsprung in der ersten Zieldurchfahrt an. Die beiden weiteren Runden konnte ich meine Verfolger auf Distanz halten, denn in den Downhillpassagen wuchs der Vorsprung immer an.

In der letzten Runde brannte aber auch bei mir der Helm, denn 30°C und Rampen bei 18% sind echt hart. Bergab konnte ich entweder den Lenker umklammern oder Bremsen. Ich entschied mich fürs Klammern, denn den Rest übernahmen die Rockshox-Dämpfer. So siegte ich etwas unerwartet mit deutlichem Vorsprung vor Peter (Firebike Drössinger)  und Thommy Galle (Stevens). Guter Ausklang einer guten Saison, denn Schierke im Sonnenschein ist Hammerharz.

Nun geht es evtl. noch zu einem Straßenrennen, bevor Ruhe in meinem Leben eintritt. Hoch die Hände, Saison-Ende!

Familie, Freunde, Kultur, Wein und die Cyclassics

Nach der Transalp war die Luft etwas raus und ich trat mal kürzer. Musste feststellen, dass das auch wunderbar funktioniert. Habe mir dabei schon mal den Crosser geschnappt, damit man sich auf neue Ziele konzentrieren kann. Ferner ist das norddeutsche Wetter auch schon eher herbstlich.

Bevor es aber wieder auf die schmaleren Geländereifen geht, stand noch ein schöner Marathon im Süden auf dem Programm. Wir hatten Asyl bei meiner Cousine in Darmstadt bekommen, so dass wir dort einen netten Zwischenstopp einlegten und ich die Trails der Burg Frankenstein für mich entdeckte.

Von dort fuhren wir dann weiter nach Neustadt an der Weinstraße. Alle hatten von den tollen Singletrails geschwärmt, so dass ich das mit meinem BERGAMONT Fastlane ausprobieren musste. Zuvor trafen wir uns aber noch mit Freunden in Karlsruhe um mal die heimische Küche zu testen. Ja, Essen kann man da gut!

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Natürlich standen beim Rennen , dem Sigma-Marathon Neustadt, für mich zwei Runden a 45km an. Wenn man schon da runter fährt, dann bitte jeden Trail zwei mal. Es war die richtige Entscheidung, denn die Runde war echt galaktisch. Selten ein Rennen gefahren, wo es einen so großen Trailanteil gibt. Technisch war es auch nicht ohne, so dass das Fully schon die richtige Wahl war. Kurzzeitig gelang mir der Sprung in die Spitzengruppe zu Karl Platt, bevor ich mich wieder auf der Verfolgung befand.

In der zweiten Runde wurde es dann echt hart. Ich kämpfte mit Krämpfen und musste Platz 5 und 6 schweren Herzens ziehen lassen. Den siebten Rang konnte ich aber behaupten und bog völlig ausgepumpt ins Ziel. Eine wirkliche tolle Runde mit einer sehr guten Organisation. Da muss man einfach gewesen sein.

An diesem Wochenende war Hamburg wieder unter Kontrolle der Rennradfahrer. Bei den Euro Eyes Cyclassics wurden wieder an die 20.000 Radsportbegeisterte in die schönste Stadt Deutschland gelockt. Für mich standen die 155km an, während sich die BERGAMONT Deerns und mein Vater die 60km ausgesucht hatten. Bei besten Bedingungen standen wir alle gespannt in den Blocken.

Auf der langen Schleife ging es sportlich, aber ohne Hektik und Stürze los Richtung Köhlbrandtbrücke, Harburg, Buchholz, Jesteburg, Harburg und zurück in die Innenstadt. Ich konnte mich gut im vorderen Feld aufhalten, da manche Windkanten kurzzeitig Gruppen entstehen ließen, welche das Feld sporadisch teilten. Nach der Innenstadtdurchfahrt gab mir Petra noch eine Trinkflasche um die letzten 60km mit einigen Hügel zu überleben.

Beim letzten Anstieg versuchte ich dann mein Glück. Mit dem späteren Sieger  zerflückten wir die Gruppe und es entstand ein kleines Loch. Leider war man sich danach mit den aufgeschlossenen Fahrern nicht einig, so dass wir wieder in einer geschlossenen Gruppe auf die Zieleinfahrt zurollten. Hier verhakten sich zwei Jungs und ich musste etwas abbremsen, so dass der Sprint eher eine schnelle Alleinfahrt wurde. Am Ende war es Platz 7 in der Altersklasse und 22 Gesamt. Was mich aber noch mehr freute war der Gewinn der Kösterbergwertung. Ist halt typisch BERGAMONT, dass der Hanseat die Bergwertung gewinnt.

Die Bike-TRANSALP 2016

Lange hatte ich mich gesträubt, doch Max Friedrich hat mich doch dazu bekommen mit ihm und dem Support von toMotion das Thema Alpenüberquerung in Renntempo anzugehen. Nun standen 7 Etappen mit 519km und 17.736Hm an. Die Orte zum Erholen waren Imst- Nauders- Scoul- Livgnio- Bormio- Mezzana- Trento- Arco, welche wir über sehr, sehr geile Strecken und teilweise fürchterlich lange Anstiege anfuhren, während der Betreuerstab über kurvige und enge Passtrassen musste. Mein Ziel war klar, denn ich bin Rennfahrer: Einmal Podium wurde angepeilt, denn mit Max hatte ich einen guten Partner.

Nach einer sehr seriösen Planung von Andrea, Uli und Max Eltern bzgl. Betreuung, nahmen wir voller Freude das Rennen auf. Am ersten Tag wusste man nicht wirklich wo man steht, weshalb vorne fahren immer eine gute Wahl ist. Dies gelang uns perfekt, denn zum Ende der Etappe überrollten wir alles und fuhren als zweites Master-Team ins Ziel. Mensch war das toll, schon am ersten Tag das Soll erfüllt. Da geht doch mehr war unsere Meinung um am zweiten Tag vom führenden Weltmeister-Team und zwei Bergflöhen aus Costa Rica geerdet zu werden. Platz 3 in der Tageswertung mit ordentlichem Rückstand.

Na gut, dann muss uns halt der dritte Tag nach vorne spülen. Dieser Tag wurde dann aber doch unser härtester Tag, da Max nicht richtig in Schwung kam. Ich kam zwar in Schwung, aber nur, weil ich es 5min. vorm Start noch schaffte mein Ersatzrad aus dem Auto zu zerren. Mit einem gebrochenen Bremshebel ist halt nicht gut Höhenmeter auf Bergpässen zu vernichten. So schrieben wir den Tag als Tagesvierter ab und genossen das ruhige Abendessen ohne Siegerehrung. Für die nachfolgenden Tage habe ich mal ein paar Tagesberichte eingefügt:
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20.07.16: Diesmal war unser Start in Livigno etwas entspannter, da jede Schraube nochmals vom Fachmann begutachtet wurde und somit ohne Hektik losgefahren werden konnte. Die 6km neutralisierte Phase kam uns auch zu Gute, so dass Max und ich vor der ersten Frau in der Berg fuhren. Ego gut, Beine gut! Wir kurbelten erneut unseren Stiefel den ersten Pass hoch. In der Ebene übernahm ich wieder die Führung und führte uns in eine schöne 6er Gruppe. In der folgenden Abfahrt griff unsere neue Taktik. Max mit Vollgas runter, während ich das Feld nach hinten absichere. So bleibt er in der Gruppe bis weit in den nächsten Anstieg und ich kann im Anstieg mein Tempo fahren. Am Schlussanstieg, irgendwie 1300Hm am Stück, fuhr ich erneut einen Vorsprung heraus um Max nicht aufzuhalten. Der Plan ging voll auf, trotz Platten bei Max, da unsere Betreuerin genau dort einen LRS bereit hielt. Im Ziel-Downhill griff ich dann noch ein Team an, um möglichst viel Vorsprung ins Ziel zu bringen. Es wurde der dritte Gesamtrang bei den Master und zusätzlich ein ordentliches Zeitpolster auf unsere Verfolger. Es war ein toller Ritt auf einer schönen Strecke nach Bormio.

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22.07.16: Tag des Handwerks in Italien! Eigentlich begann der Tag schön, denn die Dichtmilch wirkt auch bei 245er Breitreifen am Benz. Voller Zuversicht ging es in die 12km neutralisierte Phase. Da Karl Platt pullern musste, stoppte der ganze Tross. Ich verlor hierbei Max aus den Augen und knallte mit den ersten Masterfahrern in den Berg. Zu spät bemerkte ich, dass Max nicht mehr vor mir war! Zeitgleich wurde ich auch von anderen Fahrern informiert, dass Max mit nachpumpen beschäftigt ist. Kurze Zeit später nahmen wir die Fahrt aber wieder auf. Bis zu ersten Betreuung sammelten wir etliche Leute wieder ein. Uli gab uns dann nach 18km ein frisches Laufrad und die sportliche Fahrt ging weiter. Kurz vor der Passhöhe hatten wir das dritte Masterteam bereits eingeholt und ich hoffte nun auf etwas Entspannung! Leider ging die Hoffnung schnell flöten, denn Max war nicht mehr im Windschatten. Also umgedreht und Max beim Geradebiegen eines Kettenblattzahnes  geholfen. Danach lief es dann rund. Max tauschte zwar noch zweimal ein Laufrad, aber das brachte mich nicht mehr aus der Ruhe. Sobald er im Windschatten war ging die Tachonadel nie unter 30km/h, egal ob Gegenwind oder Gegenanstieg. Wer im Rennen basteln möchte, der muss die Zeit woanders rausholen. Die Zielgerade nahmen wir dann mit 45km/h, da sie nur leicht ansteigend war, um unseren Zeitverlust in Grenzen zu halten. Haben wohl nur 3 min auf unsere Rivalen von Rockymountain verloren. Puh! Ach ja, nun darf Max nochmals in Ruhe basteln.
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23.07.16: Letzter Tag der Transalp ist immer was Besonderes. Der Weg von Trento nach Arco war kurz, 52km, steil, da 1500Hm am Stück und nass. Diesmal vom Regen und nicht vom Schweiß! Wir kamen gut in Tritt und schlossen sogar auf das führende Mixteam auf. Natürlich überholte ich sofort, denn die Führung in meinem Leben kann ja nicht komplett von Frauen übernommen werden. Max sah das anders, denn er ließ sogar noch eine Frau vor. Als dann die richtig alten Männern noch vorbeizogen, musste ich bei Max Hand anlegen um unseren Vorsprung abzusichern. Der Plan ging auf, denn wir erreichten den Pass vor den Verfolgern. Die Abfahrt nahmen wir sehr vorsichtig, da rutschig und der Tag des Handwerks ja gestern war. Allmählich wurde uns bewusst, dass es jetzt doch der dritte Gesamtrang in der Masterklasse bei der Transalp sein wird. Nach Kilometer 52 war es dann Gewissheit, Max und ich stehen auf dem Podium. Ist schon ziemlich toll bei solchen internationalen Rennen das Podest zu besteigen.

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Mein persönlicher Dank geht erstmal an Petra, die ihren Urlaub für diesen Spass geopfert hat. Bergamont, Hayes, Maxxis, Sun Ringle, Magura, Abus  und Sram haben perfektes Material, da hier nicht ein Ausfall zu geklagten war. Mit Andrea, Uli und Max-Eltern hatten wir die besten Betreuer! Ohne deren Support hätten wir nicht mal unsere Nummern, geschweige den Rest auf die Kette bekommen! Mit toMotion läuft so eine sportliche Alpenüberquerung quasi von allein. Danke Andrea!

Nun trinke ich auf jeden Höhenmeter ein Bierchen!

Das war unsere erfolgreiche Transalp. Ich trinke immer noch auf die Höhenmeter und freue mich auf etwas Rennabstand. Wenn ich am Sonntag nicht arbeiten muss, dann geht es zur Helmut Niemeier-RTF. Es gibt schönere Anlässe als eine Gedenkfahrt, aber das bin ich und viele andere Helmut einfach schuldig.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas