Von der Küste bis zum Sauerland

In der letzten Saison hat mir die Kombination aus Straßenrennen und MTB-Marathon ziemlich gut gefallen, weshalb der Scanhaus-Cup in Marlow und in der Woche darauf der MEGA-Sport in Sundern wieder angesteuert wurden. Auch wettertechnisch war der Ausflug in den Norden die richtige Wahl. Wird ja immer wichtiger die alten Knochen bei Trockenheit zu bewegen.

Marlow der kleine Ort hinter Rostock bot wieder eine tolle Zweitagesveranstaltung mit einem Rundstreckenrennen und einem Rennen auf einer 16km-Schleife. Insbesondere der Rundkurs mit Berg und Kopfsteinpflaster fand dabei mein Gefallen. Leider reichte es in diesem Jahr nicht eine Ausreißergruppe zu formieren. Das hohe Tempo sorgte aber für ein Ausscheidungsfahren, so dass der Sieg zwischen 7-8 Fahrern ausgemacht wurde. Ich fühlte mich gut und hatte am Berg nie Probleme, lediglich in der entscheidenden letzten Runde kamen die Krämpfe. Man sollte doch mal was trinken und auch eine Trinkflasche mitnehmen ist die Erkenntnis des Tages zu Platz 5 und einer Prämie.

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Den Abend genossen wir am Strand von Graal Müritz mit lecker Fisch und lecker Bier bis die Sonne hinter dem Dünenhotel verschwand. Der neue Tag begann mit Sonne und einem Frühstück der Extraklasse. Wenn der Start um 11 Uhr erfolgt, dann geht auch Rührei auf dem Lachsbrötchen.

Das Rennen mit seinen 4 Runden startete verhalten, denn die Temperaturen waren kühl. Auf der Windkante wurde es immer etwas hektischer, aber auf der restlichen Runde lief es problemlos. Ende Runde zwei kam es dann auf der Windkante direkt vor mir zu einem Sturz. Als Crosser wählte ich die Geländeausfahrt auf´s Feld. Ohne einen Fuß auf die Erde setzen zu müssen fuhr ich durch den Winterweizen zurück zur Straße. Leider schaffte ich den Anschluß an die Gruppe nicht mehr.

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Die restliche Zeit des Rennens gaben wir zu viert zwar noch mächtig Gas, aber es reichte einfach nicht um näher zu kommen. Wir verloren in der letzten Runde zirka 3min. was nicht wirklich viel ist, wenn man fast nur zu zweit die Führung macht. Mir war es egal, denn als Training war es perfekt und wir hatten unseren Spaß. Was mir bei Straßenrennen immer auffällt ist die Herzlichkeit der Teilnehmer. Habe noch nie erlebt, das man die Polizisten als „Wichser“ betitelt, auch wenn sie etwas früh die Straßensperrung aufgemacht hatten. Ging ja um wirklich nichts mehr bei uns!

MEGA-Sport Marathon in Sundern ist eigentlich seit 10 Jahren eine Plichtveranstaltung für mich. Die Unterkunft direkt am Start, das beste Abendessen im Gasthaus Willecke und zuvor noch ca. eine Stunde auf der Runde trainiert. Da geht was am Renntag, war so meine Einschätzung der Gesamtlage am Freitag. Am Renntag war es dann doch etwas feucht von oben und kühl von allen Seiten. Ich wählte die Crossbekleidung mit Thermoüberschuhen und Winterhandschuhen, was auch richtig war.

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Nach DSC04134.JPGdem Start und auf den ersten 5 Kilometern hielt ich mich vorne im Feld auf, um bei der Geländeeinfahrt unter den ersten zu sein. Dies gelang und auch die folgenden Kilometer konnten ich mich in der Spitzengruppe behaupten. Hatte schon lange keine so große Gruppe mehr bei einem Marathon erlebt. Lag entweder an den Temperaturen oder der geänderten Streckenführung, welche einfach harmonischer war und mir sehr entgegen kam.

Alles lief für mich nach Plan, bis zum letzten Anstieg auf der ersten Runde, da hier das Tempo extrem hoch wurde und ich leider zurück fiel. An Position 8 ging es für mich auf die zweite Runde und an meinem Hinterrad hing Bram Rood, der Ex-Champion aus den Niederlanden. Heute war aber mein Tag und nicht seiner. Ich ekelte mich langsam aber bestimmt weg. Mehr passierte auf der zweiten Runde sonst nicht, denn Platz 7 war nie in Sicht und nach hinten war Luft. Gefühlt war es mit eines der besten Rennen, was ich hier gefahren bin, allerdings war die Konkurrenz noch nie so stark wie in diesem Jahr.

Am Tag der Arbeit geht es nun erneut auf die Straße zum Rennen „am Lindener Berg“. Auch hier gibt es einen Berg und auch Kopfsteinpflaster, also alles nach meinem Geschmack.

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Willkommen in der MTB-Saison

Das BERGAMONT Factory Team steht. Dies wurde am vergangenen Wochenende in Hamburg unter Beweis gestellt, denn Anfang April war der Wald in Harburg Türkis-Zyan gefärbt. Habe erneut gesehen, was so auf den BGM-Bikes geht, wenn der Ben mich mit Standgas  am Berg zerlegt oder Eddy beim Downhill lachend in seinen Diskoturnschuhen an mir vorbei schießt. Alles lächerlich, wenn man Pavel, unseren Slopestyler, beobachtet. Der springt über die kleinsten Hügel und streckt dabei seine Beine irgendwo in den Himmel. Einfach unglaublich, aber ist eine geile Combo. Neuseeland – Russland – Steele – Hamburg – BERGAMONT.

Kyffhäuser Berglauf Was soll man zu diesem Auftaktrennen noch sagen, außer dass das Starterfeld wohl noch nie so hochkarätig war. Entsprechend gelassen nahm ich den Start auf die 59km. Bei perfekten Bedingungen ging es auf dem Strassenstück sehr gesittet zu, bis zur letzten Kurve, wo auf einmal einige Fahrer lagen. Vom Sturz nicht betroffen fuhr ich relativ weit vorne in den Berg um möglichst noch unter den ersten Fahrern über die Kuppe zu kommen. An Position 5 musste ich meine Grenzen eingestehen. Der Plan nun in der zweiten Gruppe wieder nach vorne zu kommen scheiterte an Peter Hermann, der mich nie mitnimmt. Also ging es in der dritten Gruppe mit Norman Carl weiter auf die zweite Schleife.

Hier nutzte ich den langen Anstieg um mich nach vorne abzusetzen, denn die Hoffnung noch jemanden einzuholen sollte man nie aufgeben. Auf der Ebene war aber die Flucht vorbei, denn Oliver Vonhausen zog vorbei, später folgte noch der Europameister Klaus Reinisch. Ich war nicht in der Lage zu kontern, so dass ich mit Platz 10 mentalen Frieden schloss. Im Ziel staunte ich nicht schlecht, dass ich doch vor Oliver und Klaus gewertet wurde. Das Wohnen in der Stadt zahlte sich aus, denn ich war mit den zahlreichen Straßen nicht überfordert, was wohl bei den anderen Jungs der Fall war.

25. Helmuts Höllenritt Zum Jubiläum durfte ich nicht fehlen, auch wenn es erst meine dritte Teilnahme war. Der Rundkurs, der 5 mal zu bewältigen war, war gut zu befahren und machte Spaß mit dem neuen vollgefederten Fastlane. Während der Oberpirat Ronny das Feld in die Länge zog, übernahm Fabo im ersten Anstieg die Führung. Danach waren wir zu dritt und ich freute mich auf eine gesellige Radtour unter Freunden, denn Thomas Zühlke vervollständigte das Trio.

Unsere gemeinsame Fahrt fand aber ein plötzliches Ende, als Fabo erneut das Tempo am Steilstück erhöhte. Hier war für mich und Thomas Schluss mit der Dreisamkeit und jeder fuhr sein eigenes Rennen. Während ich mit einer Minute vor meinem Verfolger das Ziel und den Kuchen erreichte, hatte Fabo mir auf 2.5 Runden 5min. aufgedrückt. Kein feiner Zug meines Ex-Teamkollegen, aber er hatte es echt druff an diesem Tag.

Als Fazit bleibt festzuhalten. Das neue BERGAMONT-Fastlane läuft, das Dove-Trikot sitzt, der ABUS-Helm schützt auch vor Sonne, die ANSWER-Handschuhe passen perfekt zum ANSWER-Lenker und die MAXXIS-Reifen führten mich sicher zum 4.5qm großen Kuchenplattenbüffet. Der Rest kommt von alleine. Nächste Woche dann wieder in Marlow beim Scan-Haus-Cup.

Der ganze Bus muss Pipi

Zur Vorbereitung auf kommende Rennen hatten wir uns dieses Jahr erneut Mallorca ausgesucht. Auch beim Hotel war es wieder das Barcelo Pueblo Park, da man hier weiß, was man bekommt und zwei Flachbildschirme pro Appartement müssen es schon sein. Trainingstechnisch war ich auf mich alleine gestellt, zumindest bis zur ersten Kreuzung.

Bevor ich die Playa erreichen konnte hatten mich die erzgebirgischen Buben aufgegriffen und sie führten mich am ersten Trainingstag in die Berge. Scheiß auf einrollen, Malle ist nur einmal im Jahr. Es wurde eine tolle erste Woche, denn die Buben kannten tolle Wege und jeder Überholversuch anderer Fahrer wurde gnadenlos gekontert.

Es wurden sportliche Einheiten absolviert und auch nach dem Training kam die Kultur der Insel nicht zu kurz. Wir haben diesmal wieder neue tolle Ecken entdeckt und auch meine sportliche Leiterin hatte überraschend weiblichen Beistand aufgegabelt. So verging die erste Woche rasend.

In Woche zwei nahm ich die flachen Teile der Insel auch nur zum Verlängern der Runde. Meistens hatte ich pro Einheit 2000Hm und 150km auf dem Rennradtacho. Da das Wetter nun etwas wärmer wurde, blieb die Thermojacke im Hotel und auch die Beinlinge konnten ab Mittags in die Trikottasche.  Es war wieder spannend zu sehen, was sich morgens so an radelnden Massen aus Arenal schob um sich großzügig auf der Insel zu verteilen. Große Gruppen sah man allerdings nur auf den Marktplätzen um Pause zu machen.

Der letzte Block war dann aber auch sehr zäh, denn die Kraft war nicht mehr da und Erschöpfung machte sich breit. Da half dann auch die Happyhour im Bierkönig nicht, obwohl hier alle sangen:…..wir fahren nach Mallorca und der ganze Bus muss Pipi!

Nun ist Ruhe und Erholung angesagt, bevor am kommenden Wochenende unser Bergamont Teammeeting bestimmt wieder Kräfte zehrt. Der Teamchef wird bestimmt unsere Downhiller und Slopestyler zu entsprechende Location locken und da sehe ich meistens „alt“ aus, zumindest beim Vernichten von Höhenmetern.

 

Die letzte Tour

Lieber Helmut,

Deine letzte Tour wird die längste Fahrt für Dich werden. Die Nachricht über Deinen plötzlichen Aufbruch hat die Norddeutsche Rad-Szene zutiefst getroffen und erschüttert, denn eigentlich kann das Leben ohne unseren Admin nicht weitergehen.

Du hast mir gezeigt, dass nicht nur Pokale zählen, sondern dass das Radfahren und die Leute auf den Rädern was Besonderes sind. Ich habe durch Dich und Dein Forum neue tolle Menschen kennengelernt, was ohne Deinen unermüdlichen Einsatz in Sachen Radfahren nie möglich gewesen wäre. DSC03728.JPG

Ich werde unser letztes Gespräch auf dem QPE immer in meiner Erinnerung behalten, dann neben der Fachsimpelei war stets Ironie und etwas Philosophie dabei. Du warst Einzigartig in Deiner Art, in Deinem Auftreten, in Deinem Engagement  und in Deinem Werk, den HFS. Es trifft immer die Falschen und stets zu früh. Unsere Gedanken sind bei Deinen Lieben, Verwandten und engsten Freunden.

Dein Windschatten wird dem Norden für immer fehlen.

Dano  und die Junge Petra

Laatste ronde voor de renners

Die Luft ist irgendwie immer raus, wenn die Meisterschaften abgehakt sind. Mit dem Finale des Stevens-Cups in Buchholz neigt sich eine vermeidlich erfolgreiche Saison dem Ende zu.

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Was bleibt sind zahlreiche Siege und Platzierungen. Zwei Ziele wurden nicht erreicht, aber wer erreicht schon alle Ziele im Leben? Bin Gesund durch die Rennen gekommen und meinen Crossrahmen habe ich schon vor der Saison zerstört. Hier ein Riesendank an Bergamont, die mir innerhalb von zwei Tagen einen neuen Rahmen zugesandt hatten.

Bei leichtem Schneefall am Samstag rollte ich so durch das Hamburger Umland. Ziel war es beim QPE (Quer Park Ein) in Wilhelmsburg vorbeizuschauen. Zeitlich habe ich es fast hinbekommen, bloß geografisch waren die Angaben nicht schlüssig genug. Ich suchte, wie der Name schon sagt, einen Park. Versteckt hatten sich aber die Fahrer unter Autobahn- und Eisenbahnbrücken. Jungs, da fährt man keine Rennen, sondern sprüht Graffity oder entsorgt irgendetwas, was keiner finden soll. Brauche beim nächsten Mal klarere Angaben.

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Finaltag in Buchholz. Leichter Schneefall und gefrorener Boden, aber beste Bodenhaftung im Buchholzer Stadtwald. Die leichten Streckenänderungen zwangen mich zunächst mal auf den Boden, im Rennen wurden sie aber problemlos gefahren. Mit dem Ausgang des Rennens hatte ich nach 5m nichts mehr zu tun, denn Stevens-Racing, hatte andere Pläne. Max Lindenau und Yannick Gruner fuhren die interne U23 WM-Vorbelastung und Ole Quast und Jannick Geisler hatte noch eine DM-Rechnung offen. Also kurvte ich mit Tim Rieckmann eine Runde zusammen, bevor er mich alleine zurück ließ.

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Es wurde ein einsames, aber unterhaltsames Rennen, da mich zahlreiche Leute irgendwie von der Seite “anmachten”. Ich weiß gar nicht wieso, denn ich hatte extra dezente Farbkombinationen gewählt. Freut mich aber, dass Ihr Euch gefreut habt. Es blieb also bei Platz 6 was auch den Gesamtrang 3 bei der Elite im Gesamtklassement bedeutete. Ein toller Abschluß wurde noch mit der Tombola gekrönt, auf die die zahlreichen Zuschauer und Fahrer bis 18.00Uhr hin fieberten. Bin gespannt, ob Uwe Varenkamp auf dem gewonnenen Kinder-Stevens-MTB über den Sommer noch Verbesserungen  an seiner Fahrtechnik erzielen wird. Werde berichten!

Für mich ist nun Pause, welche ich auch brauche. Um aber weiter am Puls der Radwelt zu bleiben, werde ich am Freitag zu Helmuts-Bambiverleihung gehen um auch gesellschaftlich nicht zu verrohren.

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Fluch oder Segen?

Ein Satz im Siegerinterview in Herford war für mich irgendwie alles sagend: „Unsere Brötchen werden in der Woche verdient“. Diese Worte von Thomas Hannöver beschreiben es treffend, obwohl ich mich in der glücklichen Lage sehe auch Aufschnitt zu den Brötchen zu verdienen. Die Master-Klassen stellen mittlerweile im Cross Bereich mit Abstand die größten Starterzahlen und einige „Rentner“ haben auch schon für reichlich Rennnachwuchs gesorgt (Lindenau, Wittwer, Karrasch etc.) Auch bei dieser Deutschen Meisterschaft in Vechta waren die Master wieder zahlreich vertreten. Dies heißt nicht Cyclocross ist „alt“, sondern die Master gehen mit der Zeit bringen die neueste Technik ins Gelände und bieten spannende Wettkämpfe.

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Die Stadt Vechta hatte vor dem Start bestimmt etwas Puls, denn mit Blitzeis, Schnee, Regen und überfrierender Nässe ist jeder Veranstalter kurz vom dem Herztod. Sie haben es aber perfekt gemeistert und dann kam auch die Sonne zum Entzücken der zahlreichen Zuschauer zu den Rennen raus. Bereits am Samstag nahm ich die Strecke bei einigen Proberunden unter die Räder, wohlwissend dass Wetteränderungen die Strecke erheblich beeinflussen konnten. Zuversichtlich sah ich dem Renntag entgegen, wo es eigentlich nur ein Ziel geben konnte: Gebt mir endlich das Meistertrikot.

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Am Sonntag kam es dann pünktlich um 13:15 Uhr zum Showdown der Master 2-Helden. Ein potentieller Anwärter musste leider aus der letzten Reihe starten, so dass die Karten unter uns Vier aufgeteilt werden sollten. Die Strecke war durch das Tauwetter und die zahlreichen Rennen schwerer geworden. Der Reiterplatz war wie ein Anker, der einen nicht loslassen wollte und die Kurven im Wald waren tief und bis zu den Wurzeln runtergerockt. Mein Start war Scheiße, was aber nach der Abfahrt und der Treppe wieder zurechtgeschüttelt war. Danach begannen 40min. Psychoterror mit wechselnden Akteuren.

Zunächst warf der Lokalmatador Thomas alles nach vorne und zog das Feld von 65-Mann in die Länge. Danach durfte ich etwas führen, bevor Ralph Berner und danach Vladi Riha das Tempo forcierten. Ich war stets auf der Höhe der Ausreißer. Während wir kurzzeitig mit Riha ein Loch hatten, war dies im Nachgang auch sein Verderben, denn nach Materialdefekt war Vladi raus aus den Medaillen. Nun ging es zu Dritt im Tiefflug weiter. Zwei Runden vor Schluß versuchte ich mit einer Attacke am Berg eine Vorentscheidung herbeizuführen. Dies scheiterte aber an mir selber, denn ich schaffte es an diesem Tag nicht das Tempo hoch genug zu halten. Das kalte Spritzwasser auf der Pferdebahn war wie eine Bremse für mich.

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In der letzten Runde musste nun die Entscheidung her. Ralph war schon etwas zurückgefallen, so dass es nun zwischen dem Brötchenverdienenden Thomas und dem Brötchen- und Aufschnittverdiener  Dano zur Entscheidung kommen sollte. Die Massen standen an jeder Kurve, die Trommler pfefferten alles auf die Bespannung und alle feuerten uns an. Von vorne fuhr ich auf die letzten Hürden zu, nahm den letzten Laufanstieg, bog als erster auf den Radweg und wurde hier auf den letzten Zentimetern von Thomas ausgebremst. Sportlich fair, aber ein Arschlochsportler hätte die Tür zugemacht. Danach gab es keine Möglichkeit mehr für mich zu Überholen, so dass es erneut der Deutsche Vizemeistertitel wurde.

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Nun kam man über Fluch oder Segen diskutieren. Ich kann nur Max Lindenau als U23-Sportler als Vorbild nehmen, der noch knapper den Vize-Titel eingefahren hat und danach den Sieger in den Arm nahm und sich über den zweiten Platz freute. Die Hamburger Fahrer von Bergamont oder Stevens sind halt die geilsten Sportler, egal ob Meister oder Vize. Hier wird Radsport gelebt und wir alle haben Bock auf den Sport und wollen spannende Rennen. Das ist das was uns auszeichnet. Meinen Glückwunsch an Thomas Hannöver: Du hast zwar mein Trikot an, wenn Du Dich aber benimmst, darfst Du es ein Jahr tragen!

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Das Finale des Deutschland-Cups in Queidersbach

Bevor wir das Auto für den Ritt in den Süden beluden, durfte ich mal allein außer Haus. Silvester-Vormittag hatte ich frei bekommen und ich fuhr kurzentschlossen nach Gesmold zum Weser-Ems-Cup. Die Runde um den Campingplatz und den angrenzenden Badesee kannte ich schon von einer vorherigen Teilnahme, so dass ich mich auf das Rennen trotz schlechten Wetters freute. Der Himmel war zum Start der Master zwar blau, dafür hatte die Wiese aber reichlich Wasser aufgesogen. So wurde es ein richtig schweres Rennen, denn im Matsch muss man mit vollem Einsatz am Lenker reißen um das Rad durch den Schlamm zu bewegen.

Frühzeitig konnte ich mich zwar von Michael Stenzel und Mirco Friese lösen, dennoch war es keine Spazierfahrt. Man musste einfach immer treten um nicht stecken zu bleiben oder umzukippen. Es lief gut an dem Tag, denn die Matschreifen mit geringem Luftdruck verhalfen zumindest zu etwas halt. Die beiden Hochdruckreiniger haben an diesem Tag bestimmt am meisten geleistet, dennoch fuhr ich als zufriedener Sieger entspannt nach Hause und verschlief selig den Mitternachtskrieg vor unserer Haustür. War seit langem mal wieder ein Neujahrstag ohne schwankenden Fußboden.

Zum Finale ging es dann im neuen Jahr nach Rheinland-Pfalz. Trotz der Anreise von 600km am Samstag wollte ich noch beim Abendrennen teilnehmen. Auch hier hatte es in den vergangenen Tagen etwas geregnet, so dass ich mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, was sich zum Glück nicht bewahrheitete. Die Runde fürs Hauptrennen, als auch der verkürzte Kurs um den beleuchteten Sportplatz, waren sehr gut zu befahren. Im Rennen der Master bildete sich schnell eine Dreiergruppe mit Armin Raible, Vladi Riha und mir. Während ich mehr an meiner Schaltung spielte, fuhren die beiden Jungs wirklich Radrennen. So wurde es eine dann doch sportliche Ausfahrt, insbesondere durch die Läufe über die Treppen. Am Ende fehlten mir ein paar Gänge und der Wille wirklich aktiv gegen die letzten Attacken gegenzuhalten. So gewann der Älteste (Armin), vor dem Rundstreckenexperten (Vladi) und dem Schaltungsexperten (Dano). Insgesamt war es eine tolle Idee, die auch andere Veranstalter gerne aufgreifen dürfen.

Bei gutem Wetter ging es am Sonntag weiter. Der hügelige Kurs war perfekt zu befahren und die Temperaturen hatten auch noch ein Plus als Vorzeichen. Der Start gelang mir gut und es ging schon mit etwas Luft aus dem ersten Anstieg raus. Im Anschluß konnte Ralph Berner aufschließen und wir drehten gemeinsam unsere Kurven durch den Wald. Im längsten Anstieg konterte er aber meine schnelle Fahrt und brachte ein paar Meter zwischen uns, welche ich nicht gleich schließen konnte. So hechelte ich etwas hinter den noch amtierenden Meister hinterher. Zwar wurde der Vorsprung am Ende geringer, dennoch war es ein ungefährdeter Sieg für Ralph. Auf Platz drei folgte im Sprint Vladi Riha.

Ich war mit dem Ergebnis zufrieden, denn mit Platz 6 in der Gesamtwertung ist ein Startplatz bei der DM aus Reihe 1 möglich. Nächsten Sonntag wissen wir nach dem Deutschen Meisterschaftsrennen mehr! Drückt die Daumen, denn es wird spannend.

 

Der Endspurt

Nach dem Weihnachtsspurt folgt nun der Endspurt bis zur Deutschen Meisterschaft im Cross. Der Dezember hatte andere Prioritäten, so dass erst in den letzten zwei Wochen wieder Rennen bestritten wurden. Der Wiedereinstieg machte mir schon zu schaffen, denn das Spinning-Rad auf der AIDAblu ist kein wirklicher Ersatz für einen „Draußensportler“.

Braunschweig Didderse Das Finale der Serie konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn die Strecke im Waldgebiet ist sehr schön und leider auch anstrengend. Aus den hinteren Reihen gelang mir der Start noch problemlos, danach wurde es aber richtig hart. Kurzzeitig konnte ich zu Tim Rieckmann aufschließen um ihn dann doch im Wald entschwinden zu sehen. Ich hatte nach den Kurven, wovon Herr Berger einige in den Wald und in die Wiese gebaut hatte, einfach nicht den nötigen Druck um am Hinterrad zu bleiben.

DSC02586.JPGIch ließ nicht locker und kurzzeitig gewann ich wieder etwas Boden zu Tim, der wohl mal vom Rad musste. Der Kurs war gut zu befahren, denn der Sandboden schluckt jede Wassermenge und die kurzen knackigen, teils sandigen Anstiege machten ab Runde 10 erst richtig Spaß. So war ich am Ende mit Platz 2 sehr zufrieden, obwohl die Beine richtig brannten.

Weihnachtscross Rosengarten Nach langer Zeit war das Rennen am 2. Weihnachtstag mal wieder ein Deutschlandcup. Die Strecken in Appenbüttel oder Rosengarten ist natürlich was anderes als das Traditionstrennen in der Haake. Was soll´s, die Anreise ist kurz und auch hier war der Untergrund gut zu befahren. Ein richtiger Berg fehlte mir aber.

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Mit etwas zu wenigen Punkte in der Gesamtwertung ging es aus Reihe 2 ins Gefecht. Als die Führenden auf der Wurzelpassage Luft holten, übernahm ich die Führung um als erster in die Laubsenke zu tauchen. Nach dem folgenden Laufanstieg war die Lücke da und ich konnte die Verfolger gut beobachten.

In Runde zwei wurde die Laubsenke mein Verhängnis, denn ich tauchte mal richtig ein und verdrehte Sattel und Lenker. Mit Laub im Helm und Wut auf dem Pedal ging es an Position 2 weiter. Nach dem Wechsel im Depot bei meinem 8-köpfigen Betreuerstab ging es etwas zu hektisch und verkrampft auf die Verfolgung von Sven Kuschla. Es war somit auch keine Überraschung dass die nachfolgenden Fahrfehler den Rückstand nicht kleiner werden ließen. Gegen Rennende war der „Zug“ wieder da, aber die 40min um. Somit blieb, etwas enttäuscht, der zweite Rang hinter Sven Kuschla und vor Vladi Riha.

Herford Auch hier ist ein Traditionsrennen an eine andere Stelle gewandert. Statt dem Elisabethsee war nur eine Schule in Herford zu umrunden. Natürlich gibt es zur Strecke wahrscheinlich unterschiedliche Meinungen, aber mir hat es dort gefallen, denn neben Anstiegen, gab es zahlreiche Kurven, einige Wurzelpassagen und auch Streckenteile zum Ausruhen. Auch die Zuschauer hatte kurze Wege und der Kurs war gut einsehbar.

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Diesmal stellte ich mich hinter die beiden Führenden um möglichst weit vorne ins Gelände zu gehen. Als sich nach dem Start aber eine Lücke auftat, da zog ich durch und bog nach dem Startberg als Erster ins Gelände. Nun erfolgte ein sehr konzentriertes und spannendes Rennen. Während in den technischen Passagen die Verfolger um Thomas Hannover, Sven Kuschla und Stefan Knopf den Rückstand stets verkürzten, konnte ich in den Anstiegen meinen Vorsprung immer wieder vergrößern.

Die Frage war bloß, wie lange das Spiel funktionieren würde? Der Sprecher verkündigte kenntnisreich, dass ich von den Verfolger „zurechtgelegt“ und „gar gekocht“ werde. Das war natürlich eine völlige Fehlinterpretation! So zog ich erneut den Startberg voll hoch um einen sicheren Vorsprung für die letzten Runden zu haben. Da man immer sehr gut sehen konnte, wo die Verfolger sind, war der Rest relativ einfach, wenn man keinen Fahrfehler macht. Fahrfehler waren an diesem Tag „aus“, so dass ich endlich mal wieder einen Sieg einfahren konnte. Dieser Sieg war ein hartes Stück Arbeit, denn alle Titelanwärter waren am Start und das Tempo entsprechend hoch. Neben mir auf dem Podium standen Thomas und Sven.

Nächste Woche geht es wohl noch nach Gesmold zum Weser-Ems-Cup, bevor Anfang Januar das Finale der Deutschlandcups in Queidersbach folgt. Euch allen einen guten Rutsch in die neue Saison und immer 2bar Druck in den Reifen.

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Die Trilogie des Matsches

Eigentlich rechnet man immer damit, aber es freut einen wenn es nicht kommt. Wie mit der Steuernachzahlung ist es auch mit dem schlechten Wetter und dem norddeutschen Matsch. Keiner hat ihn vermisst und nun ist er da  und zwar in seiner vollen Vielseitigkeit und Hartnäckigkeit.

Der Kieler Flüssigmatsch zeigte sich beim Stevenscup mit fließender Wucht. Irgendwelche Zwerge, kleine Strolche, verwöhnte Gören oder coole Kids hatten einfach einen Bachlauf aufgestaut und auf die Rennstrecke geleitet. So hatte man nach dem Start erst mal richtig nasse Füße und die Kette kreischte um Gnade. Diese gab es nicht den Jannick Geisler war schon enteilt und Tim Rieckmann und ich wollten den Anschluss schaffen.

Wir gaben richtig Gas und schenkten uns nichts, so dass Jannick wieder in Sichtweite kam. Zur Rennhälfte nutzte ich den langen Anstieg um Tim abzuhängen und evtl. zum Führenden aufzuschließen. Leider machte ich ein paar Fahrfehler, so dass es nach vorne nichts wurde und ich eher nach hinten schauen musste. Es reichte dann aber doch zum zweiten Rang. Um mich herum standen die beiden anderen Jungs, auch etwas dreckig, aber zufrieden, denn so schlimm war es dann doch nicht.

Der Bad Doberaner Brockendreck klebte an den Rädern bereits eine Woche später. Ehrlich gestanden hatte der Dauerregen der bekannten Strecke wenig ausgemacht, denn nur an einigen Anstiegen war Grip kaum noch zu finden. An Position 5 ging ich ins Gelände, während Tim Rieckmann und Jan Büchmann schon mächtig am Horn zogen. Mein Mann von Bergamont, Marc, meinte nach dem Rennen: Man sah schon in der ersten Runde, dass Du kein Bock hattest.

Harte Worte, denn lange hielt ich den Rückstand konstant, bevor mir die Jungs richtig einen einschenkten. O.k, der Wille war gebrochen, ich lag zweimal im Matsch und meine treuesten Fans zwängten mir ein Gespräch auf, weshalb man schnell ein paar Minuten verlieren kann. War dennoch zufrieden am Ende doch noch aufs Treppchen gerutscht zu sein, denn bei dem Sauwetter wäre ich sonst keinen Meter gefahren.

Der Neumünsteraner Schneematsch war die Krönung des Dreckes. 5cm Schnee auf einem lockeren Waldboden mit einigen Laubpassagen hat wirklich Driftpotential. Ohne Luftdruck und mit viel Profil hatte man teilweise kaum die Gewalt über sein Rad. Die Temperatur um den Gefrierpunkt und die dicke Kleidung machten da einen auch nicht beweglicher. So saß ich auf dem Rad wie der Michelin-Mann mit einem Korb voller roher Eier.

Erneut erwischte ich einen matschigen Start, so dass ich sofort in der Defensive war. Als ich dann freie Fahrt hatte, waren Jannick und Tim schon weit genug weg um vor mir sicher zu sein. Ich hingegen hatte einen Jungspunt am Hinterrad, der mich nicht einfach aufs Podest lassen wollte. Er hatte sogar den Mut mich zu überholen. Nun kam aber doch das Rennfahrerherz zurück aus der warmen Trikottasche. Kurz vor Ende des Rennens zwang in ihn in der Matschpassage zurück auf Platz 4. Na das habe ich ja gerade noch verhindern können, dass mich ein 20 Jahre jüngerer Fahrer überholt.

Nächste Woche geht es um die Norddeutsche Meisterschaft in Bremen. Bin gespannt auf den neuen Kurs. Fotos gibt es übrigens erst wieder, wenn das Wetter nicht matschig ist.

Das gab es alles im Oktober!

Hier mal ein kurzer und kompakter Abriss der letzten Wochen. Die Zeit war etwas zu knapp für wöchentliche Berichte. Einige Male fehlte auch die Motivation die Ereignisse niederzuschreiben. Nun es ist aber genug mit dem Vorspiel, da sonst die Kraft fürs Eigentliche nicht mehr reicht. Bin ja schon ein Master 2.

Stevens Cup in Mölln Die Piraten wollten und durften mal zeigen, wie sich Freibeuter eine Crossveranstaltung vorstellen. Captain Hook hätte bestimmt seinen zweiten Arm verloren, denn der Ort war echt was Neues. Auf der Motorcrossstrecke hatte der Oberpirat Ron mit seinem Gefolge wohl die zuschauerfreundlichste Strecke der Welt abgesteckt. Auf der Strecke gab es auch alles was man braucht. Wald, Wiese, Anlieger, Sand und eine Menge Kurven. Ach ja und auch Nässe war am Start.

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Nasser Sand und feinste Radtechnik verstehen sich dabei allerdings nicht so gut. So kostet wohl eine Kurbelumdrehung 50 Cent an Verschleiß. Das ist nach dem Startschuß egal, denn auf Platz 6 hatte ich plötzlich andere Sorgen. Es dauerte eine Runde, bis ich fast am Hinterrad von Tim Rieckmann und Jan Büchmann war. Die Kraft reichte aber nicht um dran zu bleiben. So blieb mir am Ende mit reichlich Rückstand dann nur Platz 3.

Deutschland-Cup Lohne Ich mag die Strecke um den Aussichtsturm und auch der Regen hatte der bekannten Runde nichts angetan, weshalb ich es mir auch nicht erklären konnte, warum es so kam wie es kam. Mein bescheidener Start versetzte mich in die Defensive, so dass der Local-Hero Sebastian Hannover vorne entkam, während ich mich auf Platz 2 vorkämpfen musste. Danach ging es einige Runden so weiter, allerdings verkürzte sich nach vorne nix und Sven Kuschla schloss zu mir auf.

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Gemeinsam ging es dann aber richtig zur Sache. Der Neu-Master wollte es mir zeigen und ich wollte es mir nicht zeigen lassen. Also schenkten wir uns nichts und auf einmal war Sebastian wieder vor uns. Leider war die Spielzeit schon um und Sebastian gewann mit 10sec, vor dem Sieger des Sprints. Da ich aus dem Pedal flog, war es auch relativ eindeutig für Sven. Hätte ihn wohl aber auch ohne den Ausrutscher nicht abgehängt. Der hat noch jugendlichen Siegeswillen.

Deutschland-Cup Bad Salzdetfurth Hier war natürlich Revanche angesagt, denn die Niederlage in Lohne kratzte schon am Ego. Olaf, der Streckenbauer, Nützsche hatte wieder im Fernsehen Cross-Worldcup geschaut und einige Neuerungen integriert. Sehr gelungene Aktion für Fahrer und Beifahrer, äh Zuschauer. Ich erwischte endlich einen guten Start und fuhr als Erster in die rutschigen Passagen.

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Mit etwas Überspeed rutschte ich in einer harmlosen Kurve weg und lag am Boden. Ich verlor zwar nur einen Platz, aber gewann wohl einen Defekt, welchen ich nicht gleich realisierte. Beim nächsten Gangwechsel ging es dann ganz schnell: Schaltwerk rein in die Speichen und 500€ waren weg. Toll, halbe Runde geschafft und raus aus dem Rennen. Mehr Frust geht nicht.

Deutschland-Cup Kleinmachnow und Luckenwalde waren die nächsten Stationen in meiner Crosssaison. Dass Berlin schon immer eine Reise wert war, weiß man, wenn man eine Runde auf der Strecke gedreht hat. Für mich ist es mit die schönste Strecke, denn auf den Naturwegen bockt es zu ballern und die Sandberge ziehen einem förmlich die Schuhe aus. Aus Reihe zwei ging es an Position 20 in den Sand. Hier erwischte ich die freie Bahn und reihte mich an Position 5 hinten den üblichen Verdächtigen (Riha, Stenzel, Kuschla und Hannöver) ein.

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Zwei Runden beobachte ich das Treiben und nutzte das kurzzeitige Durchatmen von Sebastian um einen Vorsprung rauszufahren. Danach wurde es hart. Sebastian ließ nicht locker und somit fuhren wir beide am Limit die restlichen Runden. Mal kam er näher, dann legte ich wieder zu. Die Zuschauer waren begeistert und ich konnte kaum noch die Kurbeln bewegen. Es reichte aber für den Sieg, der mir viel bedeutet. Geil.

Am folgenden Tag ging es schon weiter in Luckenwalde, einem neuen Standort. Gespannt nahm ich den Streckencheck schon vor dem Frühstück vor. Aufgebaut war eine Strecke wie beim Worldcup. Komplette Strecke eingezäumt, kompakt gebaut und einige Sandpassagen. Auf meinen ersten beiden Runden lag ich zweimal auf der Nase und ich kam mit den unzähligen Richtungswechsel überhaupt nicht zurecht.

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Im Rennen hingegen wandelte sich meine Einstellung zur Runde. Da ich am ersten Sandberg bereits vorne lag, konnte ich mir meine Linie suchen. Und auf einmal merkte ich, wie man auch hier schnell und geschmeidig rumschmettern kann. Dementsprechend wuchs auch mein Vorsprung auf Volker Simonsen und Vladi Riha von Runde zu Runde. Petra meinte, dass es ein langweiliges Rennen war, da es sehr souverän aussah. Wer aber Crossrennen kennt, der weiß, dass immer etwas passieren kann und das man bis zur letzten Sekunde konzentriert sein muss. Ohne Fahrfehler und ohne Schwäche genoß ich meinen Sieg. Luckenwalde sollte im Rennkalender bleiben.

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