Laatste ronde voor de renners

Die Luft ist irgendwie immer raus, wenn die Meisterschaften abgehakt sind. Mit dem Finale des Stevens-Cups in Buchholz neigt sich eine vermeidlich erfolgreiche Saison dem Ende zu.

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Was bleibt sind zahlreiche Siege und Platzierungen. Zwei Ziele wurden nicht erreicht, aber wer erreicht schon alle Ziele im Leben? Bin Gesund durch die Rennen gekommen und meinen Crossrahmen habe ich schon vor der Saison zerstört. Hier ein Riesendank an Bergamont, die mir innerhalb von zwei Tagen einen neuen Rahmen zugesandt hatten.

Bei leichtem Schneefall am Samstag rollte ich so durch das Hamburger Umland. Ziel war es beim QPE (Quer Park Ein) in Wilhelmsburg vorbeizuschauen. Zeitlich habe ich es fast hinbekommen, bloß geografisch waren die Angaben nicht schlüssig genug. Ich suchte, wie der Name schon sagt, einen Park. Versteckt hatten sich aber die Fahrer unter Autobahn- und Eisenbahnbrücken. Jungs, da fährt man keine Rennen, sondern sprüht Graffity oder entsorgt irgendetwas, was keiner finden soll. Brauche beim nächsten Mal klarere Angaben.

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Finaltag in Buchholz. Leichter Schneefall und gefrorener Boden, aber beste Bodenhaftung im Buchholzer Stadtwald. Die leichten Streckenänderungen zwangen mich zunächst mal auf den Boden, im Rennen wurden sie aber problemlos gefahren. Mit dem Ausgang des Rennens hatte ich nach 5m nichts mehr zu tun, denn Stevens-Racing, hatte andere Pläne. Max Lindenau und Yannick Gruner fuhren die interne U23 WM-Vorbelastung und Ole Quast und Jannick Geisler hatte noch eine DM-Rechnung offen. Also kurvte ich mit Tim Rieckmann eine Runde zusammen, bevor er mich alleine zurück ließ.

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Es wurde ein einsames, aber unterhaltsames Rennen, da mich zahlreiche Leute irgendwie von der Seite “anmachten”. Ich weiß gar nicht wieso, denn ich hatte extra dezente Farbkombinationen gewählt. Freut mich aber, dass Ihr Euch gefreut habt. Es blieb also bei Platz 6 was auch den Gesamtrang 3 bei der Elite im Gesamtklassement bedeutete. Ein toller Abschluß wurde noch mit der Tombola gekrönt, auf die die zahlreichen Zuschauer und Fahrer bis 18.00Uhr hin fieberten. Bin gespannt, ob Uwe Varenkamp auf dem gewonnenen Kinder-Stevens-MTB über den Sommer noch Verbesserungen  an seiner Fahrtechnik erzielen wird. Werde berichten!

Für mich ist nun Pause, welche ich auch brauche. Um aber weiter am Puls der Radwelt zu bleiben, werde ich am Freitag zu Helmuts-Bambiverleihung gehen um auch gesellschaftlich nicht zu verrohren.

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Fluch oder Segen?

Ein Satz im Siegerinterview in Herford war für mich irgendwie alles sagend: „Unsere Brötchen werden in der Woche verdient“. Diese Worte von Thomas Hannöver beschreiben es treffend, obwohl ich mich in der glücklichen Lage sehe auch Aufschnitt zu den Brötchen zu verdienen. Die Master-Klassen stellen mittlerweile im Cross Bereich mit Abstand die größten Starterzahlen und einige „Rentner“ haben auch schon für reichlich Rennnachwuchs gesorgt (Lindenau, Wittwer, Karrasch etc.) Auch bei dieser Deutschen Meisterschaft in Vechta waren die Master wieder zahlreich vertreten. Dies heißt nicht Cyclocross ist „alt“, sondern die Master gehen mit der Zeit bringen die neueste Technik ins Gelände und bieten spannende Wettkämpfe.

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Die Stadt Vechta hatte vor dem Start bestimmt etwas Puls, denn mit Blitzeis, Schnee, Regen und überfrierender Nässe ist jeder Veranstalter kurz vom dem Herztod. Sie haben es aber perfekt gemeistert und dann kam auch die Sonne zum Entzücken der zahlreichen Zuschauer zu den Rennen raus. Bereits am Samstag nahm ich die Strecke bei einigen Proberunden unter die Räder, wohlwissend dass Wetteränderungen die Strecke erheblich beeinflussen konnten. Zuversichtlich sah ich dem Renntag entgegen, wo es eigentlich nur ein Ziel geben konnte: Gebt mir endlich das Meistertrikot.

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Am Sonntag kam es dann pünktlich um 13:15 Uhr zum Showdown der Master 2-Helden. Ein potentieller Anwärter musste leider aus der letzten Reihe starten, so dass die Karten unter uns Vier aufgeteilt werden sollten. Die Strecke war durch das Tauwetter und die zahlreichen Rennen schwerer geworden. Der Reiterplatz war wie ein Anker, der einen nicht loslassen wollte und die Kurven im Wald waren tief und bis zu den Wurzeln runtergerockt. Mein Start war Scheiße, was aber nach der Abfahrt und der Treppe wieder zurechtgeschüttelt war. Danach begannen 40min. Psychoterror mit wechselnden Akteuren.

Zunächst warf der Lokalmatador Thomas alles nach vorne und zog das Feld von 65-Mann in die Länge. Danach durfte ich etwas führen, bevor Ralph Berner und danach Vladi Riha das Tempo forcierten. Ich war stets auf der Höhe der Ausreißer. Während wir kurzzeitig mit Riha ein Loch hatten, war dies im Nachgang auch sein Verderben, denn nach Materialdefekt war Vladi raus aus den Medaillen. Nun ging es zu Dritt im Tiefflug weiter. Zwei Runden vor Schluß versuchte ich mit einer Attacke am Berg eine Vorentscheidung herbeizuführen. Dies scheiterte aber an mir selber, denn ich schaffte es an diesem Tag nicht das Tempo hoch genug zu halten. Das kalte Spritzwasser auf der Pferdebahn war wie eine Bremse für mich.

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In der letzten Runde musste nun die Entscheidung her. Ralph war schon etwas zurückgefallen, so dass es nun zwischen dem Brötchenverdienenden Thomas und dem Brötchen- und Aufschnittverdiener  Dano zur Entscheidung kommen sollte. Die Massen standen an jeder Kurve, die Trommler pfefferten alles auf die Bespannung und alle feuerten uns an. Von vorne fuhr ich auf die letzten Hürden zu, nahm den letzten Laufanstieg, bog als erster auf den Radweg und wurde hier auf den letzten Zentimetern von Thomas ausgebremst. Sportlich fair, aber ein Arschlochsportler hätte die Tür zugemacht. Danach gab es keine Möglichkeit mehr für mich zu Überholen, so dass es erneut der Deutsche Vizemeistertitel wurde.

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Nun kam man über Fluch oder Segen diskutieren. Ich kann nur Max Lindenau als U23-Sportler als Vorbild nehmen, der noch knapper den Vize-Titel eingefahren hat und danach den Sieger in den Arm nahm und sich über den zweiten Platz freute. Die Hamburger Fahrer von Bergamont oder Stevens sind halt die geilsten Sportler, egal ob Meister oder Vize. Hier wird Radsport gelebt und wir alle haben Bock auf den Sport und wollen spannende Rennen. Das ist das was uns auszeichnet. Meinen Glückwunsch an Thomas Hannöver: Du hast zwar mein Trikot an, wenn Du Dich aber benimmst, darfst Du es ein Jahr tragen!

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Das Finale des Deutschland-Cups in Queidersbach

Bevor wir das Auto für den Ritt in den Süden beluden, durfte ich mal allein außer Haus. Silvester-Vormittag hatte ich frei bekommen und ich fuhr kurzentschlossen nach Gesmold zum Weser-Ems-Cup. Die Runde um den Campingplatz und den angrenzenden Badesee kannte ich schon von einer vorherigen Teilnahme, so dass ich mich auf das Rennen trotz schlechten Wetters freute. Der Himmel war zum Start der Master zwar blau, dafür hatte die Wiese aber reichlich Wasser aufgesogen. So wurde es ein richtig schweres Rennen, denn im Matsch muss man mit vollem Einsatz am Lenker reißen um das Rad durch den Schlamm zu bewegen.

Frühzeitig konnte ich mich zwar von Michael Stenzel und Mirco Friese lösen, dennoch war es keine Spazierfahrt. Man musste einfach immer treten um nicht stecken zu bleiben oder umzukippen. Es lief gut an dem Tag, denn die Matschreifen mit geringem Luftdruck verhalfen zumindest zu etwas halt. Die beiden Hochdruckreiniger haben an diesem Tag bestimmt am meisten geleistet, dennoch fuhr ich als zufriedener Sieger entspannt nach Hause und verschlief selig den Mitternachtskrieg vor unserer Haustür. War seit langem mal wieder ein Neujahrstag ohne schwankenden Fußboden.

Zum Finale ging es dann im neuen Jahr nach Rheinland-Pfalz. Trotz der Anreise von 600km am Samstag wollte ich noch beim Abendrennen teilnehmen. Auch hier hatte es in den vergangenen Tagen etwas geregnet, so dass ich mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, was sich zum Glück nicht bewahrheitete. Die Runde fürs Hauptrennen, als auch der verkürzte Kurs um den beleuchteten Sportplatz, waren sehr gut zu befahren. Im Rennen der Master bildete sich schnell eine Dreiergruppe mit Armin Raible, Vladi Riha und mir. Während ich mehr an meiner Schaltung spielte, fuhren die beiden Jungs wirklich Radrennen. So wurde es eine dann doch sportliche Ausfahrt, insbesondere durch die Läufe über die Treppen. Am Ende fehlten mir ein paar Gänge und der Wille wirklich aktiv gegen die letzten Attacken gegenzuhalten. So gewann der Älteste (Armin), vor dem Rundstreckenexperten (Vladi) und dem Schaltungsexperten (Dano). Insgesamt war es eine tolle Idee, die auch andere Veranstalter gerne aufgreifen dürfen.

Bei gutem Wetter ging es am Sonntag weiter. Der hügelige Kurs war perfekt zu befahren und die Temperaturen hatten auch noch ein Plus als Vorzeichen. Der Start gelang mir gut und es ging schon mit etwas Luft aus dem ersten Anstieg raus. Im Anschluß konnte Ralph Berner aufschließen und wir drehten gemeinsam unsere Kurven durch den Wald. Im längsten Anstieg konterte er aber meine schnelle Fahrt und brachte ein paar Meter zwischen uns, welche ich nicht gleich schließen konnte. So hechelte ich etwas hinter den noch amtierenden Meister hinterher. Zwar wurde der Vorsprung am Ende geringer, dennoch war es ein ungefährdeter Sieg für Ralph. Auf Platz drei folgte im Sprint Vladi Riha.

Ich war mit dem Ergebnis zufrieden, denn mit Platz 6 in der Gesamtwertung ist ein Startplatz bei der DM aus Reihe 1 möglich. Nächsten Sonntag wissen wir nach dem Deutschen Meisterschaftsrennen mehr! Drückt die Daumen, denn es wird spannend.

 

Der Endspurt

Nach dem Weihnachtsspurt folgt nun der Endspurt bis zur Deutschen Meisterschaft im Cross. Der Dezember hatte andere Prioritäten, so dass erst in den letzten zwei Wochen wieder Rennen bestritten wurden. Der Wiedereinstieg machte mir schon zu schaffen, denn das Spinning-Rad auf der AIDAblu ist kein wirklicher Ersatz für einen „Draußensportler“.

Braunschweig Didderse Das Finale der Serie konnte ich mir nicht entgehen lassen, denn die Strecke im Waldgebiet ist sehr schön und leider auch anstrengend. Aus den hinteren Reihen gelang mir der Start noch problemlos, danach wurde es aber richtig hart. Kurzzeitig konnte ich zu Tim Rieckmann aufschließen um ihn dann doch im Wald entschwinden zu sehen. Ich hatte nach den Kurven, wovon Herr Berger einige in den Wald und in die Wiese gebaut hatte, einfach nicht den nötigen Druck um am Hinterrad zu bleiben.

DSC02586.JPGIch ließ nicht locker und kurzzeitig gewann ich wieder etwas Boden zu Tim, der wohl mal vom Rad musste. Der Kurs war gut zu befahren, denn der Sandboden schluckt jede Wassermenge und die kurzen knackigen, teils sandigen Anstiege machten ab Runde 10 erst richtig Spaß. So war ich am Ende mit Platz 2 sehr zufrieden, obwohl die Beine richtig brannten.

Weihnachtscross Rosengarten Nach langer Zeit war das Rennen am 2. Weihnachtstag mal wieder ein Deutschlandcup. Die Strecken in Appenbüttel oder Rosengarten ist natürlich was anderes als das Traditionstrennen in der Haake. Was soll´s, die Anreise ist kurz und auch hier war der Untergrund gut zu befahren. Ein richtiger Berg fehlte mir aber.

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Mit etwas zu wenigen Punkte in der Gesamtwertung ging es aus Reihe 2 ins Gefecht. Als die Führenden auf der Wurzelpassage Luft holten, übernahm ich die Führung um als erster in die Laubsenke zu tauchen. Nach dem folgenden Laufanstieg war die Lücke da und ich konnte die Verfolger gut beobachten.

In Runde zwei wurde die Laubsenke mein Verhängnis, denn ich tauchte mal richtig ein und verdrehte Sattel und Lenker. Mit Laub im Helm und Wut auf dem Pedal ging es an Position 2 weiter. Nach dem Wechsel im Depot bei meinem 8-köpfigen Betreuerstab ging es etwas zu hektisch und verkrampft auf die Verfolgung von Sven Kuschla. Es war somit auch keine Überraschung dass die nachfolgenden Fahrfehler den Rückstand nicht kleiner werden ließen. Gegen Rennende war der „Zug“ wieder da, aber die 40min um. Somit blieb, etwas enttäuscht, der zweite Rang hinter Sven Kuschla und vor Vladi Riha.

Herford Auch hier ist ein Traditionsrennen an eine andere Stelle gewandert. Statt dem Elisabethsee war nur eine Schule in Herford zu umrunden. Natürlich gibt es zur Strecke wahrscheinlich unterschiedliche Meinungen, aber mir hat es dort gefallen, denn neben Anstiegen, gab es zahlreiche Kurven, einige Wurzelpassagen und auch Streckenteile zum Ausruhen. Auch die Zuschauer hatte kurze Wege und der Kurs war gut einsehbar.

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Diesmal stellte ich mich hinter die beiden Führenden um möglichst weit vorne ins Gelände zu gehen. Als sich nach dem Start aber eine Lücke auftat, da zog ich durch und bog nach dem Startberg als Erster ins Gelände. Nun erfolgte ein sehr konzentriertes und spannendes Rennen. Während in den technischen Passagen die Verfolger um Thomas Hannover, Sven Kuschla und Stefan Knopf den Rückstand stets verkürzten, konnte ich in den Anstiegen meinen Vorsprung immer wieder vergrößern.

Die Frage war bloß, wie lange das Spiel funktionieren würde? Der Sprecher verkündigte kenntnisreich, dass ich von den Verfolger „zurechtgelegt“ und „gar gekocht“ werde. Das war natürlich eine völlige Fehlinterpretation! So zog ich erneut den Startberg voll hoch um einen sicheren Vorsprung für die letzten Runden zu haben. Da man immer sehr gut sehen konnte, wo die Verfolger sind, war der Rest relativ einfach, wenn man keinen Fahrfehler macht. Fahrfehler waren an diesem Tag „aus“, so dass ich endlich mal wieder einen Sieg einfahren konnte. Dieser Sieg war ein hartes Stück Arbeit, denn alle Titelanwärter waren am Start und das Tempo entsprechend hoch. Neben mir auf dem Podium standen Thomas und Sven.

Nächste Woche geht es wohl noch nach Gesmold zum Weser-Ems-Cup, bevor Anfang Januar das Finale der Deutschlandcups in Queidersbach folgt. Euch allen einen guten Rutsch in die neue Saison und immer 2bar Druck in den Reifen.

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Die Trilogie des Matsches

Eigentlich rechnet man immer damit, aber es freut einen wenn es nicht kommt. Wie mit der Steuernachzahlung ist es auch mit dem schlechten Wetter und dem norddeutschen Matsch. Keiner hat ihn vermisst und nun ist er da  und zwar in seiner vollen Vielseitigkeit und Hartnäckigkeit.

Der Kieler Flüssigmatsch zeigte sich beim Stevenscup mit fließender Wucht. Irgendwelche Zwerge, kleine Strolche, verwöhnte Gören oder coole Kids hatten einfach einen Bachlauf aufgestaut und auf die Rennstrecke geleitet. So hatte man nach dem Start erst mal richtig nasse Füße und die Kette kreischte um Gnade. Diese gab es nicht den Jannick Geisler war schon enteilt und Tim Rieckmann und ich wollten den Anschluss schaffen.

Wir gaben richtig Gas und schenkten uns nichts, so dass Jannick wieder in Sichtweite kam. Zur Rennhälfte nutzte ich den langen Anstieg um Tim abzuhängen und evtl. zum Führenden aufzuschließen. Leider machte ich ein paar Fahrfehler, so dass es nach vorne nichts wurde und ich eher nach hinten schauen musste. Es reichte dann aber doch zum zweiten Rang. Um mich herum standen die beiden anderen Jungs, auch etwas dreckig, aber zufrieden, denn so schlimm war es dann doch nicht.

Der Bad Doberaner Brockendreck klebte an den Rädern bereits eine Woche später. Ehrlich gestanden hatte der Dauerregen der bekannten Strecke wenig ausgemacht, denn nur an einigen Anstiegen war Grip kaum noch zu finden. An Position 5 ging ich ins Gelände, während Tim Rieckmann und Jan Büchmann schon mächtig am Horn zogen. Mein Mann von Bergamont, Marc, meinte nach dem Rennen: Man sah schon in der ersten Runde, dass Du kein Bock hattest.

Harte Worte, denn lange hielt ich den Rückstand konstant, bevor mir die Jungs richtig einen einschenkten. O.k, der Wille war gebrochen, ich lag zweimal im Matsch und meine treuesten Fans zwängten mir ein Gespräch auf, weshalb man schnell ein paar Minuten verlieren kann. War dennoch zufrieden am Ende doch noch aufs Treppchen gerutscht zu sein, denn bei dem Sauwetter wäre ich sonst keinen Meter gefahren.

Der Neumünsteraner Schneematsch war die Krönung des Dreckes. 5cm Schnee auf einem lockeren Waldboden mit einigen Laubpassagen hat wirklich Driftpotential. Ohne Luftdruck und mit viel Profil hatte man teilweise kaum die Gewalt über sein Rad. Die Temperatur um den Gefrierpunkt und die dicke Kleidung machten da einen auch nicht beweglicher. So saß ich auf dem Rad wie der Michelin-Mann mit einem Korb voller roher Eier.

Erneut erwischte ich einen matschigen Start, so dass ich sofort in der Defensive war. Als ich dann freie Fahrt hatte, waren Jannick und Tim schon weit genug weg um vor mir sicher zu sein. Ich hingegen hatte einen Jungspunt am Hinterrad, der mich nicht einfach aufs Podest lassen wollte. Er hatte sogar den Mut mich zu überholen. Nun kam aber doch das Rennfahrerherz zurück aus der warmen Trikottasche. Kurz vor Ende des Rennens zwang in ihn in der Matschpassage zurück auf Platz 4. Na das habe ich ja gerade noch verhindern können, dass mich ein 20 Jahre jüngerer Fahrer überholt.

Nächste Woche geht es um die Norddeutsche Meisterschaft in Bremen. Bin gespannt auf den neuen Kurs. Fotos gibt es übrigens erst wieder, wenn das Wetter nicht matschig ist.

Das gab es alles im Oktober!

Hier mal ein kurzer und kompakter Abriss der letzten Wochen. Die Zeit war etwas zu knapp für wöchentliche Berichte. Einige Male fehlte auch die Motivation die Ereignisse niederzuschreiben. Nun es ist aber genug mit dem Vorspiel, da sonst die Kraft fürs Eigentliche nicht mehr reicht. Bin ja schon ein Master 2.

Stevens Cup in Mölln Die Piraten wollten und durften mal zeigen, wie sich Freibeuter eine Crossveranstaltung vorstellen. Captain Hook hätte bestimmt seinen zweiten Arm verloren, denn der Ort war echt was Neues. Auf der Motorcrossstrecke hatte der Oberpirat Ron mit seinem Gefolge wohl die zuschauerfreundlichste Strecke der Welt abgesteckt. Auf der Strecke gab es auch alles was man braucht. Wald, Wiese, Anlieger, Sand und eine Menge Kurven. Ach ja und auch Nässe war am Start.

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Nasser Sand und feinste Radtechnik verstehen sich dabei allerdings nicht so gut. So kostet wohl eine Kurbelumdrehung 50 Cent an Verschleiß. Das ist nach dem Startschuß egal, denn auf Platz 6 hatte ich plötzlich andere Sorgen. Es dauerte eine Runde, bis ich fast am Hinterrad von Tim Rieckmann und Jan Büchmann war. Die Kraft reichte aber nicht um dran zu bleiben. So blieb mir am Ende mit reichlich Rückstand dann nur Platz 3.

Deutschland-Cup Lohne Ich mag die Strecke um den Aussichtsturm und auch der Regen hatte der bekannten Runde nichts angetan, weshalb ich es mir auch nicht erklären konnte, warum es so kam wie es kam. Mein bescheidener Start versetzte mich in die Defensive, so dass der Local-Hero Sebastian Hannover vorne entkam, während ich mich auf Platz 2 vorkämpfen musste. Danach ging es einige Runden so weiter, allerdings verkürzte sich nach vorne nix und Sven Kuschla schloss zu mir auf.

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Gemeinsam ging es dann aber richtig zur Sache. Der Neu-Master wollte es mir zeigen und ich wollte es mir nicht zeigen lassen. Also schenkten wir uns nichts und auf einmal war Sebastian wieder vor uns. Leider war die Spielzeit schon um und Sebastian gewann mit 10sec, vor dem Sieger des Sprints. Da ich aus dem Pedal flog, war es auch relativ eindeutig für Sven. Hätte ihn wohl aber auch ohne den Ausrutscher nicht abgehängt. Der hat noch jugendlichen Siegeswillen.

Deutschland-Cup Bad Salzdetfurth Hier war natürlich Revanche angesagt, denn die Niederlage in Lohne kratzte schon am Ego. Olaf, der Streckenbauer, Nützsche hatte wieder im Fernsehen Cross-Worldcup geschaut und einige Neuerungen integriert. Sehr gelungene Aktion für Fahrer und Beifahrer, äh Zuschauer. Ich erwischte endlich einen guten Start und fuhr als Erster in die rutschigen Passagen.

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Mit etwas Überspeed rutschte ich in einer harmlosen Kurve weg und lag am Boden. Ich verlor zwar nur einen Platz, aber gewann wohl einen Defekt, welchen ich nicht gleich realisierte. Beim nächsten Gangwechsel ging es dann ganz schnell: Schaltwerk rein in die Speichen und 500€ waren weg. Toll, halbe Runde geschafft und raus aus dem Rennen. Mehr Frust geht nicht.

Deutschland-Cup Kleinmachnow und Luckenwalde waren die nächsten Stationen in meiner Crosssaison. Dass Berlin schon immer eine Reise wert war, weiß man, wenn man eine Runde auf der Strecke gedreht hat. Für mich ist es mit die schönste Strecke, denn auf den Naturwegen bockt es zu ballern und die Sandberge ziehen einem förmlich die Schuhe aus. Aus Reihe zwei ging es an Position 20 in den Sand. Hier erwischte ich die freie Bahn und reihte mich an Position 5 hinten den üblichen Verdächtigen (Riha, Stenzel, Kuschla und Hannöver) ein.

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Zwei Runden beobachte ich das Treiben und nutzte das kurzzeitige Durchatmen von Sebastian um einen Vorsprung rauszufahren. Danach wurde es hart. Sebastian ließ nicht locker und somit fuhren wir beide am Limit die restlichen Runden. Mal kam er näher, dann legte ich wieder zu. Die Zuschauer waren begeistert und ich konnte kaum noch die Kurbeln bewegen. Es reichte aber für den Sieg, der mir viel bedeutet. Geil.

Am folgenden Tag ging es schon weiter in Luckenwalde, einem neuen Standort. Gespannt nahm ich den Streckencheck schon vor dem Frühstück vor. Aufgebaut war eine Strecke wie beim Worldcup. Komplette Strecke eingezäumt, kompakt gebaut und einige Sandpassagen. Auf meinen ersten beiden Runden lag ich zweimal auf der Nase und ich kam mit den unzähligen Richtungswechsel überhaupt nicht zurecht.

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Im Rennen hingegen wandelte sich meine Einstellung zur Runde. Da ich am ersten Sandberg bereits vorne lag, konnte ich mir meine Linie suchen. Und auf einmal merkte ich, wie man auch hier schnell und geschmeidig rumschmettern kann. Dementsprechend wuchs auch mein Vorsprung auf Volker Simonsen und Vladi Riha von Runde zu Runde. Petra meinte, dass es ein langweiliges Rennen war, da es sehr souverän aussah. Wer aber Crossrennen kennt, der weiß, dass immer etwas passieren kann und das man bis zur letzten Sekunde konzentriert sein muss. Ohne Fahrfehler und ohne Schwäche genoß ich meinen Sieg. Luckenwalde sollte im Rennkalender bleiben.

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Ein guter Start und ein toller Ausklang

Immer am ersten Oktober-Wochenende startet die Cross-Saison, die so viele von Euch sehnsüchtig erwartet haben. Wie im vergangen Jahr schob ich den Cross-Auftakt in Hamburg Horn noch vor mein MTB-Abschlussrennen in Frankreich. Lasst es Euch gesagt sein, man kann Beides bestens kombinieren.

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Um vor dem Heimrennen etwas in den Tritt zu finden fuhr ich noch den Auftakt des Stevens-Cups in Kaltenkirchen tags zuvor. Natürlich holte ich mir wieder die Nummer für die Männerklasse, denn auf mein „Älterwerden“ muss der Stevens-Cup noch warten. Erneut haben die Kattenberger eine tolle Strecke in den Wald und in den Strand gepflockt. Da der Kurs auch einige Anstiege enthält, war ich guter Dinge, auch wenn ich mich beim Abfahren der Strecke gegen das Springen über die Hürden entschied.

Allerdings trennte sich an diesen Hürden auch immer das Feld. Ich kam gut ins Rennen und reihte mich hinter den drei Stevens-Jungs Jannick, Paul und Ole ein. Direkt in meinem Schaltwerk hing dann auch noch Jan Büchmann. Nach vorne war relativ schnell nichts mehr zu holen, da Paul und Jannick einfach zu schnell waren. Ole, Jan und ich kämpften aber verbissen um den verbleibenden Platz auf dem Podest. Nachdem Ole irgendwie ohne Gegenwehr das Rennen verließ, war der Weg für uns frei. Es war ein harter Kampf, den ich am Berg in der vorletzten Runde für mich gewinnen konnte. War ein super Einstand ins Crossgeschehen.

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Tags darauf war dann der Auftakt des Deutschlandcups auf unserer Pferderennbahn in Horn. Die Stevensjungs hatten erneut alles gegeben um die Strecke noch anspruchsvoller zu machen. Es waren da einige neue Ecken drin, die man wirklich gekonnt anfahren musste um nicht vom Rad zu fallen. Da das Wetter, die Stimmung und die Zuschauer gut drauf waren, machte es wieder Spaß zu fahren. Mein Start war perfekt, denn ich fuhr als Erster ins Gelände und kam deshalb ohne Probleme durchs Geschlängel. Mit dem gewonnenen Vorsprung ging es dann in die nächsten Runden.

Mit viel Zug und hoch konzentriert nahm ich die folgenden Runden in Angriff, angefeuert von den zahlreichen Zuschauern. Gut an der Runde in Horn ist, dass man seine Verfolger im Auge behalten konnte. So nahm  ich auch zur Kenntnis, dass sich zwei neue Sportsfreunde näherten. Sebastian Hannover und Sven Kuschla sind neu bei den Masters 2 und auch entsprechend schnell. Der Vorsprung reichte aber aus um den Heimsieg nach Hause zu fahren. Guter Tag und schnell die Sachen gepackt für…

DSC01311.JPG..eine Woche mit sehr viel Spaß an der Côte d’Azur. Wer in der Gegend um Frejus mal durch den Wald genagelt ist, der weiß, warum man vollgefederte Mountainbikes hat. Wir genossen die Woche bei sommerlichen Temperaturen in den Cafés von St. Tropez oder Frejus, je nachdem wo wir unsere 80m-Yacht einparken konnte. Nebenbei erkundete ich die Umgebung mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf den endlosen Trails und den verblockten Abfahrten.

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Den Marathon und das XC-Rennen durfte ich aus dem ersten Startblock in Angriff nehmen. Da ca. 800 Leute das gleiche Glück hatten, war es wie ein Start aus der letzten Reihe bei einem deutschen Marathon. Egal, denn auf den ersten Metern hatte ich bereits 200 Leute überholt und den Rest des Tages war ich auch der Überholende der sowohl bergauf als auch auf den Abfahrten immer wieder Leute abhängte. Am Ende war es Platz 42 beim Marathon und Platz 74 bei XC-Rennen. Da wirklich alle Guten da waren, ist das Ergebnis in Ordnung, insbesondere da ich in meiner Altersklasse zweimal Rang 4 belegte. Dass der Sieger mir ca. 30min abnahm ist eher nebensächlich.

Nun geht es mit Halbgas in der Cross-Saison weiter. Es kommen halt schöne Rennen, wo man nicht fehlen kann / mag / soll / darf.

Deutsche Meisterschaft in Arnstadt?

Nanu, was ist das denn für eine Überschrift? Meine Sportpsychologin hat mir aber geraten, ich solle negative mit positiven Erlebnissen mental verbinden. Na dann, nichts leichter als das. Nicht so tolle Veranstaltung versus sehr geile Veranstaltung. 120km Wald- und Wiesenautobahn oder doch lieber endlose flowige Trails? Wer die Deutsche Meisterschaft im Schwarzwald gefahren oder bei den Bewegungswelten Arnstadt gestartet ist, der weiß was gemeint ist.

Meine Deutsche Meisterschaft in Furtwangen im Schwarzwald war ein Desaster. Schon die Begutachtung der Strecke in den beiden Tagen vor dem Rennen war eher zufälliger Natur, denn eine durchgängige Ausschilderung war nicht vorhanden. Am Renntag stand aber die Strecke und mit der Startzeit um 7:00Uhr morgens hatten wohl alle ihre Probleme. Nach 7km im großen Feld auf einem Radweg ging die DM dann los.

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Rein in den ersten Anstieg kam ich noch gut um dann festzustellen, dass ich Betonbeine habe. Mann lief das schwer und die ersten Kollegen aus meiner Klasse fuhren an mir vorbei. Ab nun begann der Kampf gegen sich selber und die Hoffnung auf ein „Öffnen“ der schweren Oberschenkel. Dies wollte aber nicht so richtig gelingen, so dass ich zur Hälfte des Rennens auch Platz 2 ziehen lassen musste.

Froh war ich dann, als auch der dritte Rang 20km vor dem Ziel an jemand anders vergeben wurde. Ich hatte wirklich starke Krämpfe und null Motivation noch zu fighten. Hatte ja auf den letzten 100km Zeit über die vergebene Chance nachzudenken. Es ging einfach nicht, was man auch mal hinnehmen muss. Lieber einen schlechten Tag haben, als mit Bombenform am Material zu scheitern. Glückwunsch an alle Sieger der DM. Besonders freut es mich, dass Karl Platt es bei den Männern nochmals geschafft hat.

DSC09811.JPGIm völligen Gegensatz zur DM zeigte sich die Veranstaltung in Arnstadt. Beim Bergzeitfahren setzte ich auf mein neues Crossrad. Schon beim Start war es eigentlich vorbei, denn ich verfuhr mich in der ersten Kurve. Danach half aber das dann doch etwas leichtere Rad um mich auf Platz 4 zu katapultieren.

Im Eliminator, also dem Rennen der vier Besten, war es nicht wirklich spannend, denn mit Steffen Thum, Simon Gegenheimer und Markus Werner waren nur wirklich Superschnelle am Start. Dass der Worldcupsprinter Simon vor Steffen gewann war dann keine Überraschung. Mein Platz vier mit ein paar Sekunden Rückstand war o.k und stimmte mich zuversichtlich.

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 Am Samstag folgte dann das Cross Country Rennen im Rahmen des Mitteldeutschlandcups, was direkt über und um den Marktplatz und in den Stadtwald ging. Wer mehr von der geilen Runde mit etlichen Höhenmetern und einigen kniffligen Stellen sehen möchte, der sollte hier meinen Kampf miterleben. Ich glaube es war mein erster Sieg, denn ich in einer Abfahrt holte. Während der Europameister Klaus Reinisch (Fokus Rapiro) die Mädchenspur wählte, polterte ich mit dem Bergamont Fastlane über die Northshore-Rampe. Hier gewann ich die Meter, die zum Sieg führten.

Mit den besten Wetteraussichten ging es dann am Sonntag auf die verschiedenen Schleifen. Einmal A und dreimal B macht 75km puren Spaß. Nach dem Start suchte ich mir das Hinterrad von Marcel Kittel aus, der tatsächlich auf dem MTB die lange Schleife in Angriff nahm. Während Markus Werner und Christian Kreuchler die Flucht nach vorne antraten, musste ich auf der ersten Abfahrt zunächst das Loch zu Marcel wieder zufahren, da einige Sportsfreunde eine Lücke haben entstehen lassen.

DSC00601.JPGDanach ging es sportlich zügig mit Klaus und einigen anderen Fahrern auf die Verfolgung. Während ich auf den Trails stets fluffig eine Lücke reißen konnte, rollten die Jungs auf der Ebene wieder ran. So hatten wir alle einen Riesenspaß bis zur dritten Ortsdurchfahrt, da zwei Begleiter ins Ziel fuhren. Hier wurde mir auch zugerufen, dass ich nun auf Platz 2 liege, da Christian wieder ein paar Platten hatte. Nun musste nur noch Robin Oster abgehängt werden. Der war aber eine wirklich harte Nuss, da er sich zahlreichen Attacken erfolgreich widersetzen konnte. Am Ende konnte ich aber den letzten tollen Trail genießen und freudig als Gesamtzweiter ins Ziel einbiegen.

Hinter mir lagen drei schöne Tage auf einer toll organisierten Veranstaltung mit einer der besten Strecken auf deutschem Boden. Hier stehe ich im nächsten Jahr erneut am Start, ob mit oder ohne DM. Bewegungswelten 2016 ist schon gebucht.

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Endurothon in Schierke

Der Name Endurothon ergibt sich einfach aus der Strecke, denn eigentlich ist es eine Aneinanderreihung von Enduro-Stages, also wirklich schönen Downhillpassagen, die einem alles abverlangen. Dazwischen gibt es natürlich nur Bergaufstücke, denn wer runter will, muss noch mehr hoch.

Wir hatten uns für Schierke ein Männer-WoEn ausgesucht. So hatte die Anreise mit André Zamponi und Torben Saßnick am Freitag Klassenfahrtcharakter, denn in dem Stau begannen wir das Fahrbier zu uns zu nehmen. Mit einer Astra Rakete war der Rest der Tour bis Altenau schnell geschafft.

Am wahrscheinlich letzten sommerlichen Samstag dieses Sommers ging es für das Bergamont Factory Team auf drei verschiede Runden. André Kleindienst startete mit mir, allerdings nahm er die Heavy-Runde nur einmal, ich hingegen drei Mal. André Zamponi nahm die mittlere Distanz unter die Stollen. Alle waren guter Stimmung an dem herrlichen Tag am Fuße des Brockens.

Einige schnelle Leute waren dabei, so dass nach der neutralisierten Klapprad-Phase das Rennen voll entbrannte. Taktisch klug bog ich als erster in den steinigen Downhill mit voll geöffneten Federwegen meines Bergamont Fastlanes. Schnell hatte ich einen Vorsprung herausgerockt, als André K. pfeifend auf einer nichtexistierenden Fahrlinie an mir vorbeischoss. Erst im folgenden Anstieg waren wir zusammen mit Christoph und Felix zu viert und begannen die Alleinfahrt.

Na ja, also alleine war ich mit André K., während die anderen Beiden entspannt an den Bergen enteilten. Wir konnten zwar nochmals bergab die Lücke schließen, doch kurz vor dem berüchtigten Plattenweg war André K. nicht mehr in der Lage zu folgen. Ich schaffte den Anschluß erst wieder nach der ersten Zieldurchfahrt, um dann an den folgenden Bergen endgültig abgehängt zu werden. So nahm ich die restlichen 1.5 Runde als Solofahrt, bzw. Genußfahrt unter die Räder. Es ist einfach der pure Wahnsinn diese Abfahrten in Schierke runterzuhämmern.

Eigentlich zufrieden mit dem dritten Rang in der Herrenklasse freute ich mich schon auf die letzte Abfahrt, denn die machte wirklich Spaß, insbesondere nach gefühlten 600Hm am Stück auf dem Plattenweg. Doch da entdeckte ich Christoph vor mir, der wohl mit dem Material und mich sich selber kämpfte. Dankend nahm ich den geschenkten Platz an und pflügte nun als Zweiter durch die letzten Felsspalten.

So war es ein voller Erfolg für Bergamont, denn André K. gewann die Kurzdistanz, André Z. fuhr in die Top-Ten auf der mittleren Distanz und ich schaffte den Sprung auf Platz 2. Toll für uns, toll für Bergamont und toll dass die Duschen direkt am Auto waren. Nicht toll war eine Wartezeit auf die Siegerehrung von bis zu 5 (fünf) Stunden. Ich habe jetzt einen Sonnenbrand und Stress mit Petra, da sie nicht glauben wollte, dass man um 20.30 Uhr noch auf der Autobahn ist.

Jetzt ist erst mal Urlaub und dann geht es zur Deutschen Meisterschaft nach Furthwangen.

Vattenfall Cyclassics

Wir sind auf dem Weg nach Olympia und das nicht nur weil der HSV und St.Pauli gewonnen haben, sondern weil die schönste Stadt Deutschlands bei einer Radrennübertragung eine sehr gute Figur macht. So genoß ich das Weltcuprennen, wo der André seinen Sprint souverän gewann, vorm Fernsehen anstatt wie der Rest der Bevölkerung am Streckenrand zu stehen. Entschuldigt mein Fehlen am Waseberg, aber auf der Couch war es so schön.

Bevor ich aber auf dem Sofa zum Erliegen kam, war auch für mich etwas Sport angesagt. 155km entsprachen zwar 161km, aber im Kalkulieren waren die Hanseaten in den letzten Jahren nie so toll, was mir im Rennen aber nicht auffiel. Um 8:20 Uhr startete ich mit 500 Leuten aus Block A durch die Hafencity Richtung Köhlbrandbrücke. Das Tempo war wie immer: schnell fahren um dann mit einer Vollbremsung die Sinne der Fahrer aufzuwecken. Hatte sich aber alles schnell eingeschwungen und es ging relativ zivilisiert in den Anstieg. Obwohl ich nicht wollte, zog ich doch das Tempo an der Brücke an, oder wurden die anderen nur langsamer? Egal, denn flüchten, wie zwei andere Weggefährten, wollte ich nicht.

So ging es dann in schönem Tempo in die Harburger Berge, wo meine erste Trinkflasche wartete (Danke Rexe) um dann weiter durch das niedersächsische Hinterland nach Buchholz und Jesteburg zu fahren. Insgesamt war es eine angenehme Schleife, da das Wetter toll war und viele Leute an der Strecke standen, und das obwohl die Profis die südliche Schleife gar nicht fuhren.

Nach 90km ging es dann erneut über die Köhlbrandbrücke. Erneut ließen alle Ihre Beine hängen, so dass 19345 Leute bei mir im Windschatten fuhren. Wenn eine Person im Windschatten ca. 5% an Energieeinsparung für den Vordermann bewirkt, dann hätte ich theoretisch bei einem Krafteinsatz für 25km/h mit ca. 24.181 km/h über die Kuppe bügeln können und wäre dann ins Ziel geflogen. Da dies nicht so war, stelle ich auch die Theorie mit dem Windschatten und so in Frage.

Mir ist bei der ganzen Runde aufgefallen, dass die Veranstalter sich wirklich Gedanken um die Streckenführung im Detail gemacht haben. Scharfe Kurven wurden, so weit wie möglich, durch den Wechsel von Fahrbahnseiten, vermieden. Es gab keine Begegnungen mit anderen Starterfeldern und auch die Zieleinfahrt war ohne dramatisches Zusammentreffen zweier Geschwindigkeitswelten (55km-Runde = 25km/h; 155km-Runde = siehe oben 24.181Km/h).

Bevor es aber für uns ins Ziel ging, war noch die Schnelsener-Pinneberger-Wedeler-Elbhang-Runde zu drehen. Diesmal ließen die anderen nicht die Beine hängen, als ich am Kösterberg mal den Bergfloh machte. Schnell hatte ich eine Lücke und ich schoß in die Blankeneser Landstraße. Mir war natürlich klar, dass ich alleine gegen den Wind null Chance habe allein ins Ziel zu kommen. Dennoch gönnte ich mir den Spaß. Danach ging es dann gemeinsam dem Ziel entgegen. Wir hatten Jahre, wo die Zielankunft wirklich chaotisch war. Dieses Jahr war sie relativ schnell und wohl auch deshalb ohne große brenzliche Situationen. Schon am Rödingsmarkt fuhren wir in Einerreihe mit kleinen Lücken Richtung Mönckebergstrasse.

Ich habe überhaupt nicht mit einem Sprint für mich selber gerechnet, da es in der Vergangenheit eher ums nicht stürzen ging, so hob ich meinen Arsch nicht mal aus dem Sattel. Ich fuhr mein hohes Tempo bis zum Ziel durch und versenkte somit einige Leute, bei denen die Beine schwer wurden. Mit einer Sekunde Rückstand auf Daniel Knyss kam ich als 5. Overall und zweiter Senior 2 ins Ziel. Da war selbst ich sprachlos, denn mit dem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Habe mich wirklich gefreut in meiner Stadt vorne dabei gewesen zu sein. Insgesamt war die Jubiläumsausgabe der Cyclassics mit die beste Auflage.

Das nächste Wochenende haben André Zamponi, Torben Saßnick und ich ein Männerwochenende. Es geht bereits am Freitag nach Altenau zum Malzbiertrinken um dann am Samstag den Endurothon in Schierke zu bestreiten. Werde damit mein Versprechen brechen dort nie wieder zu fahren, aber wer nett fragt und mir eine Dusche organisiert, den darf man dann auch nicht hängenlassen. Wir freuen uns.