Stevens- und Deutschland Cup vor meinem Küchenfenster

So ein Wochenende mit zwei Rennen ist bei den Crossern sehr beliebt, denn die kurzen, schnellen Rennen schlauchen nicht zu doll und meistes läuft es am nächsten Tag noch besser. Was bei mir an diesem Wochenende besonders gut lief, war das Wasser aus meinem mobilen Hochdruckreiniger.

Samstag, 13:30Uhr, Kaltenkirchen hinter Möbel Dodenhof im Stadtwald: Dauerregen, aber die Stimmung ist gut und die Strecke trotz der massiven Feuchtigkeit gut zu befahren. Ein paar kleine Änderungen hatten die Leute des RSC Kattenberg vorgenommen um die Strecke zu entschärfen oder aus dem sturmverwüsteten Wald zu entfliehen. Die Strandpassage war aber dabei, so dass mit der Feuchtigkeit ein materialmordendes Schleifmittel entstand.

Mein Start war nicht ganz so gut, weshalb es an Position 8 in den Wald ging. Schnell hatte ich aber ein paar Leute eingefangen und es ging mit Max Lindenau und Yannick Gruner (Stevens) weiter. Die Jungs fahren echt ne Schippe anders um die Kurven, dennoch war irgendwann Schluß. Als Yannick wegen Defekt aus dem Rennen ging setzte ich mich von Max ab und kam als 5. ins Ziel. Glückwunsch an Jannick Geisler, Paul Lindenau und Tim Rieckmann.

Nach einer gründlichen Reinigung des Danos, des Rennanzuges und des Rades war die Welt wieder in Ordnung. Zwar hatte ich die Bremsklötze komplett weggerubbelt, aber Ersatz war da, so dass für den D-Cup in Norderstedt wieder Top-Material an der Startlinie stehen würde.

Geweckt wurde ich durch Sonnenschein am Morgen. Blauer Himmel und 16 Grad, da lachte das Radlerherz. Als ich dann aber am Stadtpark in Norderstedt auf die Runde ging, war es schnell vorbei mit der Euphorie. Die Wiesenpassagen, inkl. Rodelberg-anstieg waren knöcheltief durchgeweicht und extrem schwer zu befahren. Auch die steile Abfahrt war durch die Wurzelreste nicht ungefährlich. Hingegen hatte die Strand-passage irgendwie Urlaubsflair, da dort Leute im Liegestuhl lagen.

Der Start mit den U19-Jungs klappte gut und ich kam an Position 3 ans Ende der Promenade. Als es dann in den Anstieg ging, wurde es zäh und vorentscheidend. Einige liefen, andere wühlten sich durch und die Lücken gingen auf. Ich konnte mich vorne behaupten und folgte dem entflohenen Stevensjungen. Dieser war aber zu schnell, so dass ich dann doch wieder eingeholt wurde.

Mit zunehmender Rennlänge wurde der Untergrund noch tiefer und am Strand schrie das Material um Hilfe. Thomas Hannover (von Hacht) und ich schenkten uns an diesem Tag nichts. Seine kurze Führung konnte ich kontern. Leider sind meine Dackelbeine nicht fürs Springen über 50cm Hürden im Sand vorgesehen, so dass Giraffen-Thomas hier die Meter zwischen uns brachte. Er war heute der Bessere im Schlamm. Insgesamt war es aber eine sehr gute D-Cup Veranstaltung, da div. Zuschauer und Spaziergänger an der Strecke standen. Habe bislang kein Rennen im Rahmen des D-Cups erlebt, wo so ein Trubel war. Hier wird bestimmt noch „Größeres“ folgen.

Olafs „tough mudder“ beim D-Cup

Den Auftakt des Deutschland-Cups machte die Veranstaltung in Bad Salzdetfurth, der Sole-Stadt mit den orangenen Sportlern. Wer die Leute um Cheforganisator Olaf Nützsche kennt, der weiß, es kommt immer etwas Besonderes, bzw. Neues auf die Teilnehmer zu. In diesem Jahr wurden meine Erwartungen aber übertroffen. Ob mir es gefiel, werdet Ihr in den kommenden Zeilen erfahren.
 22219316_1671281766237896_127126827_o.jpgDa wir unser langes Wochenende vorverlegt hatten, genoß ich ein paar sonnige Tage auf dem Crossrad im Harz, bevor es nach Bad Salzdetfurth ging. Später als erwartet erreichten wir den Veranstaltungsort und quetschten den Glänz-Benz in die letzte Ecke. Durch die Sonne geblendet, merkte ich erst jetzt, wie die Fahrer nach ihren Rennen aussahen….Modderrich!
 

22219433_1671285856237487_1729041373_o.jpgWas mich früher nicht so sehr störte, ist im höheren Alter schon etwas unangenehm…Matsch, Dreck, tiefe Pfützen usw. Dennoch nahm ich die Strecke unter die Stollenräder, um mal zu schauen, wo der Olaf in diesem Jahr die Pflöcke reingerammt hatte. Bis zur neuen Brücke (Scheiß auf Fehmarn-Belt-Querung) war alles so wie immer, doch danach kamen die Neuerungen. Diese Änderungen machten die Runde kürzer und auch etwas runder zu Fahren, wenn man Grip am Hinterrad hatte.

 22199027_1671284849570921_1840981213_o.jpgSo wurde vor dem Start nochmals der Luftdruck reduziert und sich artig in Startreihe 3 gestellt. Da die U19 und die Master 2-Fahrer in einem Rennen starten, war es zum Auftakt etwas voll vor meiner Nase. Ich erwischte einen guten Start und fuhr kurzzeitig hinter Vladi Riha in der ersten Gruppe der U19. Durch die Wahl einer anderen Fahrspur konnte ich mich aber schnell von ihm lösen und mich mit dem „jungen Gemüse“ beschäftigen.

DSC01737.JPGDie Jungs sind echt schnell und haben keine Respekt vor den alten Männern, so dass man in jeder Kurve schauen musste, ob da nicht noch ein U19-Fahrer durch möchte. Gegen Rennmitte auf dem sehr schweren Boden war es aber um die jungen Sportler geschehen, denn die Kräfte schwanden. Durch den Wechsel auf ein sauberes Rad hatte ich schnell eine Lücke gerissen. Die beiden Führenden erreichte ich zwar nicht, dennoch fuhr ich einen ungefährdeten Sieg in der Masterklasse ein. Der Ex-Meister Thomas Hannöver wurde Zweiter vor dem Bären, Klaus Reinisch, die Lokomotive aus dem MTB-Marathonbereich.
 
Auch wenn ich den Matsch nicht mag, war es eine schöne Veranstaltung. Olaf hatte eine super Runde gezaubert und für Wasser von oben kann er am wenigsten. Nächste Woche geht es weiter mit dem D-Cup in Norderstedt und dem Stevens-Cup in Kaltenkirchen.

Im Herbst wird Cross gefahren

Wahrscheinlich hat schon jeder das Ende des Sommers wahrgenommen, bzw. den Übergang vom Frühling zum Jetzt. Egal, die Blätter fallen runter und die Wege im Wald oder Park werden rutschiger. Es ist die Zeit des Crossrades gekommen und eine kleine eingeschworene Gemeinschaft freut sich wie Bolle auf die nächsten 3 Monate voller Dreck, Matsch, Kälte und Spaß.

Heute beim Auftakt des Stevens-Cyclocross Cups in Norderstedt gab es aber nur Spaß. Die vielen fleißigen Helfer des RV Germania hatten den Forst wieder auf Links gedreht und alle Blätter entfernt, die Wurzeln artig angemalt und der Nässe mit einem Laub-Sand-Gemisch die Feuchtigkeit entzogen. Sowas passiert halt, wenn Zahntechniker den bunten Helferhaufen kommandieren. Die Strecke bekommt von mir eine pädagogische Doppelsonne.

Leichte Veränderungen im Streckenverlauf taten dem Charakteristik gut, denn die Runde war etwas schneller und harmonischer. Manche Leute munkeln, dass die letztjährige Schüttelrunde soviel Zahngold und Gebissüberarbeitungen zur Folge hatten, dass der Zahntechniker dieses Jahr die Zusatzeinnahmen eindämmen musste…..

Nun endlich zum Sportlichen in der Eliteklasse. Erster Start beim Crossrennen und dann aus Reihe eins. Mit einem Raketenstart ging es an Position zwei ins Gelände. Kurz keimte Hoffnung auf eine schnelle Flucht auf, als der Lokalmatador Paul Lindenau (RV Germania/ Stevens) mit Warp 8 den Wald pulverisierte. Jannick Geisler, Philipp Becker und mich lies er dabei staunend zurück. Ich staunte sogar solange, bis Jannick und Philipp ein paar Kurven enteilt waren.

Die restliche Renndauer versuchte ich den Rückstand zu verringern, was nicht wirklich gelang. Dennoch genoss ich jede Runde, denn es machte einfach nur Spaß an diesem Tag. Der sandige Boden machte superschnelle Kurven möglich und die „Bunkerpassage“ forderte auch die Steuerkunst heraus. Am Ende war es zwar die Holzmedaille, aber ein guter Einstand.

Mein Teamkollege André Zamponi fuhr beim Warm-Up in Celle auf einen hervorragenden 2. Rang bei den Masters 2. In Norderstedt verlor er leider den Sprint um Platz 2, so dass der Dritte Platz erreicht wurde. Am nächsten Wochenende geht es dann für uns beide zum Start des Deutschland Cups nach Bad Salzdetfurth.

 

Der Weg zur Deutschen Meisterschaft und wieder zurück

Momentan genieße ich die rennfreie Zeit, denn nach den Deutschen Meisterschaften in Gruibingen beendete ich die MTB-Saison 2017. Man kann ziemlich schnell zusammen-fassen, wie es so war. Mit dem Trümmerbruch in der Hand ging es los und mit einem dicken Knie hörte sie auf. Tolle Erfahrungen auf die man gerne verzichten kann.

Zur Vorbereitung auf die Meisterschaften unternahmen wir mit André Zamponi ein paar nette Ausflüge mit guten Ergebnissen und noch mehr Spaß. So drückten wir dem Rennen in Schönigen den BGM-Stempel auf. Ein teilweise sehr matschiger Kurs machte das Rennen hart und dreckig, dennoch behielten wir den Überblick und taktierten richtig um einen Doppelsieg einzufahren. André siegte bei den Masters 1 und ich bei den Masters 2.

Am folgenden Tag standen dann die Cyclassics an, wo ich aus Startblock „F“ (Frauen-startblock) starten durfte. Ich dachte, ich bin dort eindeutig der Schnellste, was aber nicht so war. Ein Ex-Profi aus dem Haarwaschteam zog einen roten Streifen auf den Asphalt. Ich sprang in den Windschatten und staunte die restlichen 180km. Ich fuhr 150km im Schlepptau und wir erreichten einen Schnitt von 39km/h. Das reichte zwar nicht für eine Top-Platzierung, doch sportlich war es allemal.

Eine Woche später gab es dann ein Männerwochenende im Harz. Bei dem Endurothon in Schierke wird dem Teilnehmer eine MTB-Strecke der Extraklasse geboten. Auch das Wetter war perfekt, so dass wir mit ordentlich Schub auf die verschiedenen Runden gingen. Während ich schon in der ersten Runde die Führenden verlor, kämpfte André bis zuletzt ums Podium. Leider war es der erste Nichtpodestplatz. Mir ging es ab Runde zwei besser, so dass der 5. Gesamtrang erreicht wurde und ich die Literflasche Schierker Feuerstein als Mastersieger mitnehmen durfte.

In Rinteln stand bereits am folgenden Tag ein City-MTB-Rennen an. Mit Inge Schöne, ein weiterer Verrückter aus der Hamburger Unterwelt, ging es gemeinsam aus den Harz in die Kreisstadt. Hier hatte der Veranstalter einen echt eckigen Kurs in den Stadtpark gerammt, den man sich nicht einprägen konnte. So kam es pro Runde min. einmal vor, das man bremsend Richtung Flatterband driftete. Die Passage durchs Stadtfest war hingegen sehr gelungen, denn dort war die Stimmung beeindruckend.

Ich erwischte einen Blitzstart (also Frühstart) und reihte mich hinter einem Stevens-Crossfahrer ein. Yannik Gruner war schnell enteilt und ich bekam kaum Luft auf den schnellen Kurs. Als die Kräfte schwanden, kam Sven Pieper (Bad Salzdetfurth) und versetzte mich auf Platz 3. Diesen konnte ich bis zum Ziel retten, auch wenn André in der Verfolgergruppe mächtig Dampf machte. Inge hatte aber den Punch des Tages und fuhr auf vier, während André 7. wurde.

Bevor es dann endlich zur DM ging, fuhr ich noch das Straßenrennen in Volksdorf. Der Rundkurs mit dem kleinen Anstieg lag mir schon mal besser als an diesem Renntag. Es mag an der 150km Runde am Vortag gelegen haben oder einfach nur an der guten Form der anderen Fahrer. An diesem Tag sah ich keinen Stich und kam nicht einmal wirklich in den Rennflow. Was bliebt, war ein gutes Training.

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Gruibingen, ein kleiner Ort zwischen Stuttgart und Ulm , war der Veranstaltungsort für die diesjährige Meisterschaft. Wir reisten bereits am Donnerstag an um die Strecke zu besichtigen. Die Strecke nach Metzingen zum Boss-Outlet war gut ausgeschildert und wir hatten alle Tüten voll zu tun. Das Training hatte ich bereits etwas eingeschränkt, da nach ca. 1 Stunde auf dem Rad die Knieschmerzen begannen.

 

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So ging es dann am Sonntag ohne Strecken-Kenntnisse auf die Strecke. Ist nicht wirklich klug, aber am ersten Berg waren die direkten Konkurrenten sowieso schon enteilt. Es war einfach nicht mein Tag und ich kämpfte auch in der Verfolgergruppe ums überleben. Die Strecke überraschte aber und war wirklich schön, insbesondere weil auf den 96km keine Teile doppelt gefahren wurden. Gegen Ende wurden die Schmerzen zwar immer mehr, dennoch konnte ich noch ein paar Fahrer einholen. So war mein 8. Rang zwar keine Ruhmesleistung, dennoch war ich nicht wirklich enttäuscht. Das Rennen war halt wie das Spiegelbild meiner Saison.

Also werde ich jetzt die Ruhe genießen und entspannt mit dem Radcross Ende des Monats beginnen.

So schön kann Mountainbiking sein

In den letzten Wochen waren die Erfahrungen auf dem MTB eher durchwachsen. Mal lief es besser, dann wieder echt zäh und ich fing schon an den eingeschlagenen Weg anzuweifeln. Dementsprechend unsicher war ich auch bzgl. meines Startes bei den Landesverbands-Meisterschaften NDS und HH in Buchholz. Großspurig hatte ich mich bei der Elite gemeldet um dann etwas überrascht auf die Focus-Rapiro Starter zu schielen. Die Unsicherheit wurde aber mit eckigen Sprüchen übertönt, so dass der Startpfiff die Situation schnell klärte.

DSC01208.JPGRelativ zügig ging es auf die erste Runde. Der Buchholzer Stadtwald hatte in diesem Jahr auch seine ersten Drops und Sprünge. Ferner wurde jede Erhebung mehrfach genutzt, so dass man auf 100Hm pro Runde und 10min. Fahrzeit kam. Die Überholmöglichkeiten waren beschränkt, so dass man vorne sein musste um vorne zu sein. Schnell hatten Marvin Augustyniak (Fokus Rapiro) und ich eine kleine Lücke zum Rest gerissen. Marvin blieb hart am Gas und ich folgte nur.
DSC01276.JPGAn einem Steilstück ging ich dann vorbei um auch mal zu führen. Dieser kleine Rhythmuswechsel brachte ein paar Meter zwischen Marvin und mich. Nun musste die Entscheidung fallen: warten oder durchziehen!? Da ein Bergamont-Fahrer nur „always Vollgas“ kennt, sprintete ich die folgenden Anstiege hoch, um in den Abfahrten etwas Luft zu holen und auf dem rutschigen Boden nicht zu stürzen. Dies gelang gut.
 DSC01296.JPGIn Runde 3 wurde es dann nochmals spannend, als der Local-Hero Johannes Albers bis auf 20sek. aufschloß. Der Buchholzer Ultra-Fanblock schrie seinen Fahrer nach vorne, während ich schon im roten Bereich drehte. Ich konnte aber den Vorstoß abwehren und fuhr die verbleibenden Runden sicher dem Sieg entgegen.
 
Es war einer dieser Tage, wo es einfach lief. Gutes Wetter, ein wirklich sehr gute Strecke und ein gutes Körpergefühl. Man konnte sich quälen, auch wenn es schmerzte und man freute sich auf den nächsten Streckenabschnitt. Gut gelaunt nahm ich dann auch die Ehrung als Hamburger Meister Elite CC an, denn die Schnellsten fahren Bergamont Fastlane. Andre Zamponi wurde Dritter Niedersachse, nachdem er sich der Verfolgergruppe ergeben musste. Der Lokalmatador erreichte als Zweiter das Ziel vor Phillip Becker (HRV). 
Nun geht es weiter mit den Cyclassics auf einer leicht geänderten Strecke. Die zusätzlichen 20km sind aber eher flach, so dass es wohl wieder zum Sprintfinale kommen wird. Dank später Meldung stehe ich wohl sehr weit hinten, so dass es eine sportliche Trainingstour wird. Ich glaube ich nehme den neuen Crosser.

Hier die neusten Bilder: always Vollgas

 
 

Hart, Alt und Kult! Das war mein Wochenende

Hart, Alt, Kult – hätte eigentlich mein Motto sein müssen. Leider ist der Erfinder dieses Leidspruches der Erzgebirgsbikemarathon (EBM) in Seiffen. Seit nun 25 Jahren richten die Edelhelfer um Albrecht Dietze diese Veranstaltung nun aus und es lohnt sich immer noch. Natürlich durfte ich bei dieser Geburtstagsfeier nicht fehlen.

Dass man im Alter nicht rosten muss, zeigte der EBM wieder eindrucksvoll. Neben dem obligatorischen Bergsprint und der Unterhosenfahrt gab es in diesem Jahr ein 300km-Rennen. Unglaublich 10-Runden á 30km und 9000Hm standen für die 17 Starter an. Wenn das Rennen nicht über die Nacht gehen würde, dann hätte ich evtl…..aber nachts schlafe ich und fahre nicht MTB-Rennen.

Für mich standen also nur 100km an. Schon kurz nach dem Start wurde es zügig. Eigentlich dachte ich, dass ich gut drauf wäre, aber das Gefühl täuschte. Schon beim ersten Anstieg war ich weit weg von den Leuten, an denen ich dran bleiben wollte, aber ein Marathon beginnt erst nach 3 Stunden Fahrzeit. So fuhr ich mit Christan Gross die erste Runde um dann ab Runde zwei besser in Tritt zu kommen.

Die geänderte Runde hatte einige technische Leckerbissen, welche bei dem guten Wetter bestens zu fahren waren. Die neuen Anstiege waren mir etwas zu lang, da ich das Sägezahnprofil eher mag, dennoch konnte ich auf der letzten Runde einige Mitstreiter überholen.

Gegen Ende war ich aber auch platt und freute mich auf die letzte Abfahrt. Nach diesem schönen Streckenabschnitt, folgt aber noch der Anstieg des Bergsprintes. Hier war es um mich geschehen und ein Platz ging noch verloren. Am Ende wurde es der 11. Gesamtrang und der Sieg in meiner Altersklasse.

 

In der nächsten Woche geht es in Buchholz um die Hamburger Meisterschaft auf der Cross Country Distanz. Mal sehen, ob die gewonnenen erzgebirgischen Holzschnitzereien die Motivation beflügeln?!

 

20 Jahre Salzkammergut Trophy

Über die letzten Jahre ist die Salzkammergut Trophy in Bad Goisern zu dem bedeutendsten Rennen in Österreich und zu der ultimativen Herausforderung für den Rest der bikenden Welt geworden, zumindest der 200er. Ehrfürchtig machen andere Fahrer Platz, wenn die A-Strecke kommt, denn min. 200km und 7000HM sind die Eckdaten, welche man an dem Renntag zu bezwingen hat.

Ein Sponsor überredete mich  zum Start bei dieser Herausforderung, welche ich 2001 als Nobody aus Deutschland überraschend gewann. Seit diesem Sieg hat mich das Rennen in seinen Bann gezogen. Es ist einfach überwältigend dort zu fahren, sei es die Strecke, die Zuschauer, die Betreuung als auch die unbeschreibliche Zieleinfahrt.

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Trotz stetig gestiegener Starterzahlen, kämpft man sehr, sehr viel alleine gegen sich und die nie nachlassenden Höhenmeter. Während man nach dem Start die ersten 1000HM fast wie im Schlaf abspult, werden spätestens ab dem Salzberg die Anstiege endlos. Mehrere Male stand ich da schon neben dem Rad und schrie die Wurzeln an. Ist aber zwecklos, denn nach Hause bringt einen ja eh keiner. So bin ich bei meinen 11 Teilnahmen auch 10 mal angekommen. Der Schnee im Jahre 2009 war einfach zu kalt für mich, obwohl der Ausstieg auf Platz 3 liegend sehr schmerzte.

Unvergessen blieb die Trophy von 2006, wo zwei Deutsche (Jörg Hüter und ich) den späteren Sieger Stefan Kogler jagten und der „Betreuer der Deutschen“ neben Trinkflaschen auch Liveinterviews geben musste. Es lief an diesen Tag einfach rund und die Sonne lachte über Goisern, auch später nach einigen Bieren.

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Nicht ganz unschuldig an dieser Trophy ist natürlich Martin Huber, jetzt auch Ehrennadel in Gold Besitzer, der nicht nur die Gemeinde in Bad Goisern von seiner Idee überzeugte, sondern auch immer für interessante Sportler an der Startlinie sorgte. Das Rennen 2002 gegen Tinker Juarez oder 2008 gegen Thomas Dietsch waren echte Highlights für mich.

Natürlich hatte ich bei allen Rennen nach 2001 das Ziel nochmals das Ding zu gewinnen, was mir leider nicht gelang. 2011 war ich dicht dran, aber Wolfgang Krenn rettete die 90sec. ins Ziel, was mich bis heute noch wurmt. Ich bin dennoch mit meiner Bilanz (Sieg 2001, Zweiter 2006/2011, Dritter 2002/2007/2008 und Vierter 2004/2010/2014) sehr zufrieden, so dass es 2017 etwas entspannter in den Startblock ging.

800 Teilnehmer hatten 2017 für den 200er gemeldet. 5Uhr und es regnet stark bei ca 14°. Hier muss man schon eine gesunde Motivation haben und ein Kleidungsstück mehr anziehen. Geändert hat sich über die Jahre das Anfangstempo in der Startphase . Warum man in Einerreihe und 41km/h in den ersten Berg reinhämmern muss, muss Daniel Rubisoier beantworten, der zusammen mit den ganz eiligen in der Wolkendecke verschwand.

Ich hielt mich zurück und reihte mich zwischen Platz 16 und 25 in den ersten Rennstunden ein. Mit zunehmender Fahrzeit und anhaltendem Regen bogen wohl einige Schnelle eher ab und ich arbeitete mich nach der zweiten Durchfahrt in Weissenbach bis auf Platz 11 vor. Auf den Weg zum Salzberg versuchte ich Kräfte zu schonen um die 4.536 Kehren ohne Krämpfe zu bewältigen. Dies gelang mir gut und auch der darauffolgende Teeranstieg ging noch so. Danach war aber der Dano im Arsch.

Nach meinem Trümmerbruch der Hand im April wurde das Radtraining erst wieder vor 7 Wochen aufgenommen. Dies reichte wohl nicht so ganz um das Tempo über die komplette Distanz durchzustehen. So verlor ich in den beiden letzten Anstiegen ca. 10min und 3 Plätze. In diesem Jahr nahm ich es aber sportlich, denn ich hatte nur das Ziel anzukommen und nochmals den 200er zu finishen. Dies gelang mir dann in 11:40Std auf Gesamtrang 14.

Mit dieser Platzierung habe ich mich persönlich vom Salzkammergut und der Trophy verabschiedet. Es ist eine der besten Veranstaltungen überhaupt und sie hat mein sportliches Leben geprägt, aber nun ist Schluß als Aktiver! Mein Glückwunsch geht an den Sieger Konny Looser und allen 504 Finishern.

 

Jetzt wird es ernst: Salzkammergut Trophy 2017

Lange ist es her und ich weiß auch nicht, ob die Entscheidung richtig ist, aber am kommenden Samstag steht für mich die Salzkammergut Trophy an. Nach meinem Sieg in 2001 habe ich es etliche Male erneut versucht, aber ein weiterer Sieg blieb mir verwehrt. Dies wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern, aber beim 20-jährigen Jubiläum darf ich als Ex-Sieger nicht fehlen. Etliche Helden der vergangenen Jahre werden sich nochmals auf die 210km und 7000Hm Strecke wagen und schauen, ob die letzten Jahre spurlos an einem vorbeigezogen sind.

Dano vor Tinker Juarez, der MTB-Legende und Sieger 2002

Meine Vorbereitung stand unter keinem guten Zeichen und ich fahre der Form etwas hinterher. In den letzten Rennen zeigte die Kurve aber wieder etwas nach oben. In Biesenrode konnte ich zwei von drei Runden in der Spitzengruppe mitfahren. Auch wenn es nach hinten raus zäh und hart wurde, der Sieg in meiner Altersklasse war mir nicht mehr zu nehmen.

Beim Strassenrennen in Wernigerode spürte ich dann, wie viel noch fehlt zur Topform. Ich konnte zwar das C-Rennen im Feld beenden, aber es reichte nicht um ansatzweise ein Zeichen zu setzen. Der Kurs „Rund um das Leergutlager“ war auch nicht wirklich mein Profil.

Beim 59km Marathon in Saalhausen gab es dann die zweite Klatsche. Während Klaus Reinisch (Rapiro) das Feld von vorne wie ein Führungsmotorad zerpflückte, kämpfte ich um den Anschluß, bzw. um den Rückstand gering zu halten. Das regnerische Wetter war am Ende dann doch ziemlich kräfteraubend, allerdings auch bei den anderen. So wurde es dann doch der 5. Rang in der Gesamtwertung und der Zweite bei den Masters.

An diesem Wochenende wurde dann doch nochmals die Form auf der Langstrecke getestet. So legte ich den Weg zur Ostsee mit den MTB abseits der Strasse zurück. Hier merkt man erst, wie schön unser Norden ist.

Drückt mir nächsten Samstag ab 5:00Uhr die Daumen.

Zurück im Geschäft

Genau 8 Wochen nach meiner Hand-OP war es an diesem Sonntag mal wieder an der Zeit eine Startnummer an den Lenker zu montieren. Hatte mir für dieses Vorhaben den Marathon in Großalmerode herausgesucht. Hier standen 3 Runden a 35km an und das bei bestem Wetter. Ob es klug war gleich auf die Langstrecke zu gehen schoß mir erst beim ersten Berg in den Kopf, zusammen mit dem Schweiß.

Der Start lief eigentlich ganz gut, obwohl mich die Spitzengruppe ziemlich schnell zurückließ, im schönen Wald. Ich fand aber nette Begleiter aus dem Harz, welche mich zwei Runden über den Bilstein zogen. Die Runde war echt nett und auch sehr anstrengend bei gefühlten 35 Grad. So war warm es natürlich nicht, aber im ersten Rennen waren die Anstiege, wovon es einige gab, sehr zäh und einige Male musste ich den Rückstand zur Gruppe wieder zufahren.

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In die dritte Runde ging es dann nur noch zu zweit. Hier sackte unsere Geschwindigkeit mächtig ab, da wir beide nicht mehr wirklich konnten. Ich übernahm den Großteil der Führung in der Ebene, während der Kollege mich dann einfach am Ende der Runde am Berg zurückließ. Mir war es aber egal, denn ich kam ohne Krämpfe und ohne Probleme mit der Hand über die 105km. Am Ende reichte es trotz 20min Rückstand auf den überragenden Sieger Alex Rebs zum Sieg in meiner Altersklasse.

Da wir jetzt wissen, wo es noch fehlt, sind auch die nächsten Wochen verplant mit lustigen Trainingseinheiten. Nächsten Sonntag geht es dann nach Biesenrode.

 

 

Das Bikefestival Willingen von der anderen Seite

Mann, war das ein Wochenende! Ich bin geschaffter als wenn ich selber die 123km Schleife gefahren wäre, denn ein Festival auf der anderen Seite ist nicht ohne. Immerhin haben wir das Männerwochenende überlebt und haben dabei einen Sieg, einen Podestplatz bei der Enduro-DM und eine Top 20-Platzierung beim Marathon eingefahren. Leider liegen Erfolg und Leid sehr, sehr nah zusammen, so dass ein Versagen von 1mm Edelstahl den puren Frust hervorrufen können.

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Da Petra mal Ruhe zu Hause haben wollte, nahm mich André Zamponi als Edelbetreuer mit nach Willingen. Hier gab ich von Morgens um 5 Uhr bis zum Ende an der geleerten Minibar mein Bestes. Ich hatte wirklich Spaß auf der anderen Seite und quatschte die anderen Betreuer, Fahrer, Streckensprecher und Kommissäre voll, bis endlich Betreuungsaktionen für André anfielen. Da er sehr pflegeleicht war, war es ein Kinderspiel und sein 16. Platz auf der kleine Runde eine gute Ausbeute.

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Am Nachmittag wurde dann der Bergamontstand gestürmt und die Festival-Crew mit Rat und Tat unterstützt. Das Wetter war für Willingen unglaublich gut, so dass die Testräder kaum Zeit hatten am Stand zur Ruhe zu kommen. So soll es bei einem Bike-Event auch sein. Auch ich drehte die ersten Meter nach meiner OP mal wieder auf dem Rad. Es ging erstaunlich gut und schmerzfrei, so dass am Sonntag die erste kleine Ausfahrt im Willinger Umland folgte. Ab nun geht es bergauf.

André Kleindienst und Joseph Nation gingen am Sonntag auf die 6 Stages beim Enduro-Rennen, was in diesem Jahr auch die Deutsche Meisterschaft war. Da es nur bei der Elite um die DM-Krone ging, fuhr André in der Pro-Klasse und zeigte, wie man auf St.Pauli die Berge runterrockt. Am Ende war es ein voller Erfolg für BERGAMONT. Joseph gewann die Overall-Wertung und Andre Kleindienst wird sensationeller Dritter bei der Deutschen Meisterschaft in der Elite. Ihr seid die Geilsten!

Ein paar Meter weiter in Nove Mesto in der tschechischen Republik folgte das Leid nach einem großartigen Rennen für Ben Zwiehoff. Lange hatte Ben auf sein erstes Wolrdcuprennen in der Eliteklasse hingearbeitet und es begann sehr gut. Um die Positionen von Platz 20-30 agierte Ben in dem Rennen und er fühlte sich gut, als die Kette versagte. Kopf hoch, Ben. Deine Zeit wird kommen!