Der Rat vom Fachmann

Letzte Woche war auf dem Rückweg aus Schweden ein Stopp bei der Norddeutschen Meisterschaft der Nordverbände in Meck-Pom geplant. Irgendeine Wetter-App drohte Regen an, so dass der Dano auf das Strassenrennen verzichtete. Das schlechte Gewissen folgte am Montag, als der Fahrradhändler meines Vertrauens, Robert Karrasch, die einfache Frage stellte: Wo warst Du, ich habe Dich vermisst! Auf meine Bemerkung, dass Regen angedroht war lachte er und sagte, da wo er fahre regne es nicht.

Bähm, das saß. Mein schlechtes Gewissen hatte er voll getroffen und ich suchte mir sofort ein Rennen für das kommende, also dieses Wochenende aus, auch wenn ich Samstag noch ein paar Flugzeuge bauen musste. Die Wahl fiel auf den Marathon in Erndtebrück im sauerländischen Randgebiet bei Olpe. Das Gute an der Ländlichkeit ist die Netzlosigkeit, so dass die Wetter-App ohne mich auskommen musste.

Der Renntag begann mit einem guten und rechtzeitigen Frühstück und auch die Parkplatzsituation vor Ort war entspannt. Ein kurzer Blick zum Himmel und das Einfahren auf der Runde sagten mir aber, zieh was Wasserdichtes an. Mein Outfit machte einige Konkurrenten skeptisch und sie zogen sich auch noch mal was über,  denn bei einer 90km Runde ist frieren keine Alternative. Pünktlich machte sich der kleine aber hochkarätige Startblock auf ins Ungewisse.

Schnell setzten sich Mathias Frohn (Firebike) und Dominic Klemme (Stevens) ab, während mein Favorit (Robert Mennen / Firebike) wohl schon am reparieren war. Ich hielt mich an Position 4 auf und ärgerte meine Begleiter auf den Abfahrten. Es folgte im Ziel die Ansprache, dass man mir bergab nicht folgen konnte. Grins, liegt nur am Fastlane-Bike von Bergamont.

Die restlichen Kilometer genoß und litt ich im Wechsel. Die Strecke gefiel mir sehr gut, denn sie war abwechslungsreich, anspruchsvoll und nicht gewöhnlich. Auch der Untergrund hatte seinen Reiz, denn es war glitschig, matschig, rutschig und richtig dreckig. Mir gefiel es, auch wenn der zwischenzeitliche dritte Gesamtrang wieder verloren ging und die Führenden wieder aus meinem Blick verschwanden. Am Ende stand Rang 4 und der Sieg in der Masterklasse bei mir an und Ben Zwiehoff gewann mit unglaublichen 9min Vorsprung die 60km-Runde.

Zu guter Letzt gab es noch einen Fahrradständer und einen Fleischwurstkringel für den Sieg. Nette Kombination die diesmal tatsächlich auch Gebrauch bei mir findet, wenn nicht anderweitige Kühlschrankräuber zum Zuge kommen.

Die Geschichte wurde in Willingen geschrieben

Ich glaube es war mein 15. Besuch in Willingen beim legendären Ziener Bike-Festival. Neben den sportlichen Highlights gibt es auch abseits der Strecken immer viel zu sehen und zu bestaunen. Abends trafen dann die Sportler auf die feiernden Junggesellen-Abschiede und ähnliche Verfehlungen, so dass man am Montag immer gute Geschichten für die kopfschüttelnden Kollegen hat.

Relativ kurzentschlossen meldete ich mich zum erstmalig auf deutschem Boden ausgetragenem Gravel Race, dem Cannondale Road Riot powered by Panaracer. Natürlich war ich vorbereitet, denn Marc Seekircher von BERGAMONT hatte mir ein sogenanntes Gravel-Bike auf Mass geschraubt. Das Prime CX wurde mit der SRAM Force XC1 auf den hügeligen und steinigen Kurs angepasst. Die Sun-Ringle Laufräder bekamen Tubeless-Pneus und ich bekam die Startnummer 51.

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Etwas turbolent startete die erste von 5 Runden a 5,7km rund um das Festival-Gelände. Im Windschatten des Führungsmotorrades ging es durch die Downhiller und Zuschauer, da die Streckenposten noch nicht in Stellung waren. Ab Runde zwei war aber alles wie es sein soll, denn Fabian Brzezinski und ich führten das Feld an und auch die schöne Strecke war frei. Der Rest der 50 Starter folgte brav aufgereiht in unserer Staubspur.

In Runde 3 konnte Fabian am Anstieg zum Tierpark nicht mehr folgen. Ich ließ es in den darauffolgenden Abfahrten nochmals richtig laufen, denn meine dickere Bereifung und die Scheibenbremsen brachten einfach wertvolle Sekunden. In den beiden letzten Runden konnte Fabian die Lücke nicht mehr schließen, so dass ich nach 1:09 Std. als Sieger des ersten Gravel-Races auf heimischen Boden ins Ziel bog. Nun soll ich damit Geschichte geschrieben haben?! Wir werden sehen, wohin der neue Trend führt. BERGAMONT und ich sind zumindest schon da, wo andere noch hin wollen. Einziges Manko der Veranstaltung war die Streckensicherung, denn auch Fabian wurde Opfer einer Downhillerin, die Ihn aus dem Rennen dropte….

Soweit das Positive aus Willingen. Der Marathon, also meine Paradedisziplin, war am nächsten Morgen dann doch etwas zu viel für den alten Mann. Schon am ersten Berg war es schwer. Es gelang mir danach aber in der zweiten Gruppe Fuß zu fassen, auch wenn ich am Limit war. Schon hier zweifelte ich an meinem Vorhaben die 130km-.Runde zu fahren. Als dann noch mein Hinterrad mit Dichtmilch umherspritzte, stand für mich der Entschluss fest zurück zum Frühstücksbüffet zu fahren. Pünktlich um 9:30Uhr war das Rennen für mich auf der 50km-Runde beendet. Es war zwar der Sieg bei den Masters, dennoch war ich nicht zufrieden, denn die lange Runde ist eigentlich die meine. Schnell war der Frust verflogen und ich genoss das Festival, denn auch alte Weggefährten finden immer den Weg Richtung Sauerlandstern, nicht wahr Ronny und Jens?!

Nun ist Urlaub angesagt in der Einsamkeit Schwedens, bevor es mit ein paar Strassenrennen weiter geht.

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Wie versenkt man das Preisgeld im Dixi-Klo?

Den Mai begann ich mal wieder mit dem Traditionsrennen in Hannover, wo es über den Lindener Berg ging. Hatte bestimmt 8 Jahre das Strassenrennen ausgelassen um in diesem Jahr bei bestem Frühlingswetter eifrig um die Punktewertung zu fahren. Da ich taktisch eine Null bin, im Rennen nicht zuhören kann und Zählen auch in normalem Zustand nicht zu Stande bringe, sprang auch lediglich eine kleine Prämie heraus.

Es war aber ein schönes Rennen mit vielen Zuschauern und einem kopfsteingepflasterten Anstieg, welcher von Runde zu Runde steiler wurde. Es werden nicht erneut 8 Jahre vergehen, bevor ich da wieder starte.

Am Vaddertag geht es immer zum Großen Preis von Buchholz. Erneut war das Wetter toll, so dass die Anreise per Rad erfolgte. Die geänderte Runde war etwas technischer, so dass mir die Neuerung mit zusätzlichem Anstieg sehr gefiel. Der lange Zielhügel hat es dann ja sowieso in sich, so dass es ein rundum schönes Rennen ist.

Die Hoffnung auch hier mal mit einer Gruppe fliehen zu können ging trotz einiger Versuche leider nicht in Erfüllung. Bei den Zwischensprints hingegen machte der Dollar-Dano seinem Namen alle Ehre und er sammelt einige Umschläge ein. Am Ende des Rennens reichte es sogar noch für den 11. Platz. Auch den Rückweg schaffte ich noch ohne Alkohol um dann beim Spargelessen mit Freunden die Gerstenkaltschalen zu verhaften.

Endlich wieder auf dem MTB hieß es dann an diesem Wochenende. Nachdem der Marathon in Hohegeiß für Lizenzfahrer abgesagt wurde, wählte ich die Alternative in Bad Salzdetfurth – und das war gut so! Olaf Nütsche und seine Helfer haben den geilen MTB-Kurs nochmals verbessert, so dass mein Bergamont Fastlane vor Freude aus dem Auto sprang.

Es lief im Rennen der Master 1+2 einfach vom Anfang bis Ende. Aus Reihe drei dauerte es 3sec. bevor ich in Schlagweite war. Seppel Mordmüller fuhr das Rennen zwar wie ein Mann an, aber das ist für reife Männer einfach zu zurückhaltend. So übernahm ich früh die Führung um meine Linie zu fahren und die Vorteile eines Fully´s nutzen zu können. Ich genoss jeden Meter, auch eine zusätzliche Runde war da kein Problem. War halt zu schnell für den Streckensprecher. Egal, geiler Sieg und ein wirklich ganz großer MTB-Parcour.

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Etwas euphorisch stimmte ich dann auch zu, als Olaf für die Nachschicht einlud. So hieß es ab 19.00Uhr nochmals 3 Stunden Vollgas auf einem leicht veränderten Kurs mit genau so viel Spaß. Es begann gut, denn ich konnte mich vorne behaupten und den Kontakt zur Spitze halten. Alles lief nach Plan und ich wollte schon ansetzen die schnellsten Runde in den Acker zu knallen, als mein Magen seinen Zeigefinger hob.

Was wollte er mir sagen, dachte ich noch so, als meine Blicke schon das Gebüsch nach einem Fluchtweg abscannten. Nun hieß es Ausstieg oder Dixi-Klo Nr. 2. Ich wählte Nr. 2 und hörte nun Peter Rohde die Fahrer anmoderieren, welche mich gerade überholten. Nach meiner erleichterten Rückkehr lief es etwas besser, aber der Zug vom Vormittag und somit das Preisgeld waren weg.

Die Nachschicht ist ein neues Format, insbesondere mit einem CC-Rennen am Vormittag, welches Potential haben könnte. Die Runde war für so eine Veranstaltung bestens geeignet und auch die Stimmung war gut. Mir hat das Rennen hingegen den Magen einmal völlig auf Links gedreht, so dass meine SpoLei nun ein Nacktfahrverbot, äh Nachtfahrverbot ausgesprochen hat.

In Willingen geht es nun weiter. Da ist beim Start die Nacht ja schon fast um.

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Von der Küste bis zum Sauerland

In der letzten Saison hat mir die Kombination aus Straßenrennen und MTB-Marathon ziemlich gut gefallen, weshalb der Scanhaus-Cup in Marlow und in der Woche darauf der MEGA-Sport in Sundern wieder angesteuert wurden. Auch wettertechnisch war der Ausflug in den Norden die richtige Wahl. Wird ja immer wichtiger die alten Knochen bei Trockenheit zu bewegen.

Marlow der kleine Ort hinter Rostock bot wieder eine tolle Zweitagesveranstaltung mit einem Rundstreckenrennen und einem Rennen auf einer 16km-Schleife. Insbesondere der Rundkurs mit Berg und Kopfsteinpflaster fand dabei mein Gefallen. Leider reichte es in diesem Jahr nicht eine Ausreißergruppe zu formieren. Das hohe Tempo sorgte aber für ein Ausscheidungsfahren, so dass der Sieg zwischen 7-8 Fahrern ausgemacht wurde. Ich fühlte mich gut und hatte am Berg nie Probleme, lediglich in der entscheidenden letzten Runde kamen die Krämpfe. Man sollte doch mal was trinken und auch eine Trinkflasche mitnehmen ist die Erkenntnis des Tages zu Platz 5 und einer Prämie.

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Den Abend genossen wir am Strand von Graal Müritz mit lecker Fisch und lecker Bier bis die Sonne hinter dem Dünenhotel verschwand. Der neue Tag begann mit Sonne und einem Frühstück der Extraklasse. Wenn der Start um 11 Uhr erfolgt, dann geht auch Rührei auf dem Lachsbrötchen.

Das Rennen mit seinen 4 Runden startete verhalten, denn die Temperaturen waren kühl. Auf der Windkante wurde es immer etwas hektischer, aber auf der restlichen Runde lief es problemlos. Ende Runde zwei kam es dann auf der Windkante direkt vor mir zu einem Sturz. Als Crosser wählte ich die Geländeausfahrt auf´s Feld. Ohne einen Fuß auf die Erde setzen zu müssen fuhr ich durch den Winterweizen zurück zur Straße. Leider schaffte ich den Anschluß an die Gruppe nicht mehr.

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Die restliche Zeit des Rennens gaben wir zu viert zwar noch mächtig Gas, aber es reichte einfach nicht um näher zu kommen. Wir verloren in der letzten Runde zirka 3min. was nicht wirklich viel ist, wenn man fast nur zu zweit die Führung macht. Mir war es egal, denn als Training war es perfekt und wir hatten unseren Spaß. Was mir bei Straßenrennen immer auffällt ist die Herzlichkeit der Teilnehmer. Habe noch nie erlebt, das man die Polizisten als „Wichser“ betitelt, auch wenn sie etwas früh die Straßensperrung aufgemacht hatten. Ging ja um wirklich nichts mehr bei uns!

MEGA-Sport Marathon in Sundern ist eigentlich seit 10 Jahren eine Plichtveranstaltung für mich. Die Unterkunft direkt am Start, das beste Abendessen im Gasthaus Willecke und zuvor noch ca. eine Stunde auf der Runde trainiert. Da geht was am Renntag, war so meine Einschätzung der Gesamtlage am Freitag. Am Renntag war es dann doch etwas feucht von oben und kühl von allen Seiten. Ich wählte die Crossbekleidung mit Thermoüberschuhen und Winterhandschuhen, was auch richtig war.

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Nach DSC04134.JPGdem Start und auf den ersten 5 Kilometern hielt ich mich vorne im Feld auf, um bei der Geländeeinfahrt unter den ersten zu sein. Dies gelang und auch die folgenden Kilometer konnten ich mich in der Spitzengruppe behaupten. Hatte schon lange keine so große Gruppe mehr bei einem Marathon erlebt. Lag entweder an den Temperaturen oder der geänderten Streckenführung, welche einfach harmonischer war und mir sehr entgegen kam.

Alles lief für mich nach Plan, bis zum letzten Anstieg auf der ersten Runde, da hier das Tempo extrem hoch wurde und ich leider zurück fiel. An Position 8 ging es für mich auf die zweite Runde und an meinem Hinterrad hing Bram Rood, der Ex-Champion aus den Niederlanden. Heute war aber mein Tag und nicht seiner. Ich ekelte mich langsam aber bestimmt weg. Mehr passierte auf der zweiten Runde sonst nicht, denn Platz 7 war nie in Sicht und nach hinten war Luft. Gefühlt war es mit eines der besten Rennen, was ich hier gefahren bin, allerdings war die Konkurrenz noch nie so stark wie in diesem Jahr.

Am Tag der Arbeit geht es nun erneut auf die Straße zum Rennen „am Lindener Berg“. Auch hier gibt es einen Berg und auch Kopfsteinpflaster, also alles nach meinem Geschmack.

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Willkommen in der MTB-Saison

Das BERGAMONT Factory Team steht. Dies wurde am vergangenen Wochenende in Hamburg unter Beweis gestellt, denn Anfang April war der Wald in Harburg Türkis-Zyan gefärbt. Habe erneut gesehen, was so auf den BGM-Bikes geht, wenn der Ben mich mit Standgas  am Berg zerlegt oder Eddy beim Downhill lachend in seinen Diskoturnschuhen an mir vorbei schießt. Alles lächerlich, wenn man Pavel, unseren Slopestyler, beobachtet. Der springt über die kleinsten Hügel und streckt dabei seine Beine irgendwo in den Himmel. Einfach unglaublich, aber ist eine geile Combo. Neuseeland – Russland – Steele – Hamburg – BERGAMONT.

Kyffhäuser Berglauf Was soll man zu diesem Auftaktrennen noch sagen, außer dass das Starterfeld wohl noch nie so hochkarätig war. Entsprechend gelassen nahm ich den Start auf die 59km. Bei perfekten Bedingungen ging es auf dem Strassenstück sehr gesittet zu, bis zur letzten Kurve, wo auf einmal einige Fahrer lagen. Vom Sturz nicht betroffen fuhr ich relativ weit vorne in den Berg um möglichst noch unter den ersten Fahrern über die Kuppe zu kommen. An Position 5 musste ich meine Grenzen eingestehen. Der Plan nun in der zweiten Gruppe wieder nach vorne zu kommen scheiterte an Peter Hermann, der mich nie mitnimmt. Also ging es in der dritten Gruppe mit Norman Carl weiter auf die zweite Schleife.

Hier nutzte ich den langen Anstieg um mich nach vorne abzusetzen, denn die Hoffnung noch jemanden einzuholen sollte man nie aufgeben. Auf der Ebene war aber die Flucht vorbei, denn Oliver Vonhausen zog vorbei, später folgte noch der Europameister Klaus Reinisch. Ich war nicht in der Lage zu kontern, so dass ich mit Platz 10 mentalen Frieden schloss. Im Ziel staunte ich nicht schlecht, dass ich doch vor Oliver und Klaus gewertet wurde. Das Wohnen in der Stadt zahlte sich aus, denn ich war mit den zahlreichen Straßen nicht überfordert, was wohl bei den anderen Jungs der Fall war.

25. Helmuts Höllenritt Zum Jubiläum durfte ich nicht fehlen, auch wenn es erst meine dritte Teilnahme war. Der Rundkurs, der 5 mal zu bewältigen war, war gut zu befahren und machte Spaß mit dem neuen vollgefederten Fastlane. Während der Oberpirat Ronny das Feld in die Länge zog, übernahm Fabo im ersten Anstieg die Führung. Danach waren wir zu dritt und ich freute mich auf eine gesellige Radtour unter Freunden, denn Thomas Zühlke vervollständigte das Trio.

Unsere gemeinsame Fahrt fand aber ein plötzliches Ende, als Fabo erneut das Tempo am Steilstück erhöhte. Hier war für mich und Thomas Schluss mit der Dreisamkeit und jeder fuhr sein eigenes Rennen. Während ich mit einer Minute vor meinem Verfolger das Ziel und den Kuchen erreichte, hatte Fabo mir auf 2.5 Runden 5min. aufgedrückt. Kein feiner Zug meines Ex-Teamkollegen, aber er hatte es echt druff an diesem Tag.

Als Fazit bleibt festzuhalten. Das neue BERGAMONT-Fastlane läuft, das Dove-Trikot sitzt, der ABUS-Helm schützt auch vor Sonne, die ANSWER-Handschuhe passen perfekt zum ANSWER-Lenker und die MAXXIS-Reifen führten mich sicher zum 4.5qm großen Kuchenplattenbüffet. Der Rest kommt von alleine. Nächste Woche dann wieder in Marlow beim Scan-Haus-Cup.

Der ganze Bus muss Pipi

Zur Vorbereitung auf kommende Rennen hatten wir uns dieses Jahr erneut Mallorca ausgesucht. Auch beim Hotel war es wieder das Barcelo Pueblo Park, da man hier weiß, was man bekommt und zwei Flachbildschirme pro Appartement müssen es schon sein. Trainingstechnisch war ich auf mich alleine gestellt, zumindest bis zur ersten Kreuzung.

Bevor ich die Playa erreichen konnte hatten mich die erzgebirgischen Buben aufgegriffen und sie führten mich am ersten Trainingstag in die Berge. Scheiß auf einrollen, Malle ist nur einmal im Jahr. Es wurde eine tolle erste Woche, denn die Buben kannten tolle Wege und jeder Überholversuch anderer Fahrer wurde gnadenlos gekontert.

Es wurden sportliche Einheiten absolviert und auch nach dem Training kam die Kultur der Insel nicht zu kurz. Wir haben diesmal wieder neue tolle Ecken entdeckt und auch meine sportliche Leiterin hatte überraschend weiblichen Beistand aufgegabelt. So verging die erste Woche rasend.

In Woche zwei nahm ich die flachen Teile der Insel auch nur zum Verlängern der Runde. Meistens hatte ich pro Einheit 2000Hm und 150km auf dem Rennradtacho. Da das Wetter nun etwas wärmer wurde, blieb die Thermojacke im Hotel und auch die Beinlinge konnten ab Mittags in die Trikottasche.  Es war wieder spannend zu sehen, was sich morgens so an radelnden Massen aus Arenal schob um sich großzügig auf der Insel zu verteilen. Große Gruppen sah man allerdings nur auf den Marktplätzen um Pause zu machen.

Der letzte Block war dann aber auch sehr zäh, denn die Kraft war nicht mehr da und Erschöpfung machte sich breit. Da half dann auch die Happyhour im Bierkönig nicht, obwohl hier alle sangen:…..wir fahren nach Mallorca und der ganze Bus muss Pipi!

Nun ist Ruhe und Erholung angesagt, bevor am kommenden Wochenende unser Bergamont Teammeeting bestimmt wieder Kräfte zehrt. Der Teamchef wird bestimmt unsere Downhiller und Slopestyler zu entsprechende Location locken und da sehe ich meistens „alt“ aus, zumindest beim Vernichten von Höhenmetern.

 

Die letzte Tour

Lieber Helmut,

Deine letzte Tour wird die längste Fahrt für Dich werden. Die Nachricht über Deinen plötzlichen Aufbruch hat die Norddeutsche Rad-Szene zutiefst getroffen und erschüttert, denn eigentlich kann das Leben ohne unseren Admin nicht weitergehen.

Du hast mir gezeigt, dass nicht nur Pokale zählen, sondern dass das Radfahren und die Leute auf den Rädern was Besonderes sind. Ich habe durch Dich und Dein Forum neue tolle Menschen kennengelernt, was ohne Deinen unermüdlichen Einsatz in Sachen Radfahren nie möglich gewesen wäre. DSC03728.JPG

Ich werde unser letztes Gespräch auf dem QPE immer in meiner Erinnerung behalten, dann neben der Fachsimpelei war stets Ironie und etwas Philosophie dabei. Du warst Einzigartig in Deiner Art, in Deinem Auftreten, in Deinem Engagement  und in Deinem Werk, den HFS. Es trifft immer die Falschen und stets zu früh. Unsere Gedanken sind bei Deinen Lieben, Verwandten und engsten Freunden.

Dein Windschatten wird dem Norden für immer fehlen.

Dano  und die Junge Petra

Laatste ronde voor de renners

Die Luft ist irgendwie immer raus, wenn die Meisterschaften abgehakt sind. Mit dem Finale des Stevens-Cups in Buchholz neigt sich eine vermeidlich erfolgreiche Saison dem Ende zu.

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Was bleibt sind zahlreiche Siege und Platzierungen. Zwei Ziele wurden nicht erreicht, aber wer erreicht schon alle Ziele im Leben? Bin Gesund durch die Rennen gekommen und meinen Crossrahmen habe ich schon vor der Saison zerstört. Hier ein Riesendank an Bergamont, die mir innerhalb von zwei Tagen einen neuen Rahmen zugesandt hatten.

Bei leichtem Schneefall am Samstag rollte ich so durch das Hamburger Umland. Ziel war es beim QPE (Quer Park Ein) in Wilhelmsburg vorbeizuschauen. Zeitlich habe ich es fast hinbekommen, bloß geografisch waren die Angaben nicht schlüssig genug. Ich suchte, wie der Name schon sagt, einen Park. Versteckt hatten sich aber die Fahrer unter Autobahn- und Eisenbahnbrücken. Jungs, da fährt man keine Rennen, sondern sprüht Graffity oder entsorgt irgendetwas, was keiner finden soll. Brauche beim nächsten Mal klarere Angaben.

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Finaltag in Buchholz. Leichter Schneefall und gefrorener Boden, aber beste Bodenhaftung im Buchholzer Stadtwald. Die leichten Streckenänderungen zwangen mich zunächst mal auf den Boden, im Rennen wurden sie aber problemlos gefahren. Mit dem Ausgang des Rennens hatte ich nach 5m nichts mehr zu tun, denn Stevens-Racing, hatte andere Pläne. Max Lindenau und Yannick Gruner fuhren die interne U23 WM-Vorbelastung und Ole Quast und Jannick Geisler hatte noch eine DM-Rechnung offen. Also kurvte ich mit Tim Rieckmann eine Runde zusammen, bevor er mich alleine zurück ließ.

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Es wurde ein einsames, aber unterhaltsames Rennen, da mich zahlreiche Leute irgendwie von der Seite “anmachten”. Ich weiß gar nicht wieso, denn ich hatte extra dezente Farbkombinationen gewählt. Freut mich aber, dass Ihr Euch gefreut habt. Es blieb also bei Platz 6 was auch den Gesamtrang 3 bei der Elite im Gesamtklassement bedeutete. Ein toller Abschluß wurde noch mit der Tombola gekrönt, auf die die zahlreichen Zuschauer und Fahrer bis 18.00Uhr hin fieberten. Bin gespannt, ob Uwe Varenkamp auf dem gewonnenen Kinder-Stevens-MTB über den Sommer noch Verbesserungen  an seiner Fahrtechnik erzielen wird. Werde berichten!

Für mich ist nun Pause, welche ich auch brauche. Um aber weiter am Puls der Radwelt zu bleiben, werde ich am Freitag zu Helmuts-Bambiverleihung gehen um auch gesellschaftlich nicht zu verrohren.

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Fluch oder Segen?

Ein Satz im Siegerinterview in Herford war für mich irgendwie alles sagend: „Unsere Brötchen werden in der Woche verdient“. Diese Worte von Thomas Hannöver beschreiben es treffend, obwohl ich mich in der glücklichen Lage sehe auch Aufschnitt zu den Brötchen zu verdienen. Die Master-Klassen stellen mittlerweile im Cross Bereich mit Abstand die größten Starterzahlen und einige „Rentner“ haben auch schon für reichlich Rennnachwuchs gesorgt (Lindenau, Wittwer, Karrasch etc.) Auch bei dieser Deutschen Meisterschaft in Vechta waren die Master wieder zahlreich vertreten. Dies heißt nicht Cyclocross ist „alt“, sondern die Master gehen mit der Zeit bringen die neueste Technik ins Gelände und bieten spannende Wettkämpfe.

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Die Stadt Vechta hatte vor dem Start bestimmt etwas Puls, denn mit Blitzeis, Schnee, Regen und überfrierender Nässe ist jeder Veranstalter kurz vom dem Herztod. Sie haben es aber perfekt gemeistert und dann kam auch die Sonne zum Entzücken der zahlreichen Zuschauer zu den Rennen raus. Bereits am Samstag nahm ich die Strecke bei einigen Proberunden unter die Räder, wohlwissend dass Wetteränderungen die Strecke erheblich beeinflussen konnten. Zuversichtlich sah ich dem Renntag entgegen, wo es eigentlich nur ein Ziel geben konnte: Gebt mir endlich das Meistertrikot.

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Am Sonntag kam es dann pünktlich um 13:15 Uhr zum Showdown der Master 2-Helden. Ein potentieller Anwärter musste leider aus der letzten Reihe starten, so dass die Karten unter uns Vier aufgeteilt werden sollten. Die Strecke war durch das Tauwetter und die zahlreichen Rennen schwerer geworden. Der Reiterplatz war wie ein Anker, der einen nicht loslassen wollte und die Kurven im Wald waren tief und bis zu den Wurzeln runtergerockt. Mein Start war Scheiße, was aber nach der Abfahrt und der Treppe wieder zurechtgeschüttelt war. Danach begannen 40min. Psychoterror mit wechselnden Akteuren.

Zunächst warf der Lokalmatador Thomas alles nach vorne und zog das Feld von 65-Mann in die Länge. Danach durfte ich etwas führen, bevor Ralph Berner und danach Vladi Riha das Tempo forcierten. Ich war stets auf der Höhe der Ausreißer. Während wir kurzzeitig mit Riha ein Loch hatten, war dies im Nachgang auch sein Verderben, denn nach Materialdefekt war Vladi raus aus den Medaillen. Nun ging es zu Dritt im Tiefflug weiter. Zwei Runden vor Schluß versuchte ich mit einer Attacke am Berg eine Vorentscheidung herbeizuführen. Dies scheiterte aber an mir selber, denn ich schaffte es an diesem Tag nicht das Tempo hoch genug zu halten. Das kalte Spritzwasser auf der Pferdebahn war wie eine Bremse für mich.

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In der letzten Runde musste nun die Entscheidung her. Ralph war schon etwas zurückgefallen, so dass es nun zwischen dem Brötchenverdienenden Thomas und dem Brötchen- und Aufschnittverdiener  Dano zur Entscheidung kommen sollte. Die Massen standen an jeder Kurve, die Trommler pfefferten alles auf die Bespannung und alle feuerten uns an. Von vorne fuhr ich auf die letzten Hürden zu, nahm den letzten Laufanstieg, bog als erster auf den Radweg und wurde hier auf den letzten Zentimetern von Thomas ausgebremst. Sportlich fair, aber ein Arschlochsportler hätte die Tür zugemacht. Danach gab es keine Möglichkeit mehr für mich zu Überholen, so dass es erneut der Deutsche Vizemeistertitel wurde.

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Nun kam man über Fluch oder Segen diskutieren. Ich kann nur Max Lindenau als U23-Sportler als Vorbild nehmen, der noch knapper den Vize-Titel eingefahren hat und danach den Sieger in den Arm nahm und sich über den zweiten Platz freute. Die Hamburger Fahrer von Bergamont oder Stevens sind halt die geilsten Sportler, egal ob Meister oder Vize. Hier wird Radsport gelebt und wir alle haben Bock auf den Sport und wollen spannende Rennen. Das ist das was uns auszeichnet. Meinen Glückwunsch an Thomas Hannöver: Du hast zwar mein Trikot an, wenn Du Dich aber benimmst, darfst Du es ein Jahr tragen!

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Das Finale des Deutschland-Cups in Queidersbach

Bevor wir das Auto für den Ritt in den Süden beluden, durfte ich mal allein außer Haus. Silvester-Vormittag hatte ich frei bekommen und ich fuhr kurzentschlossen nach Gesmold zum Weser-Ems-Cup. Die Runde um den Campingplatz und den angrenzenden Badesee kannte ich schon von einer vorherigen Teilnahme, so dass ich mich auf das Rennen trotz schlechten Wetters freute. Der Himmel war zum Start der Master zwar blau, dafür hatte die Wiese aber reichlich Wasser aufgesogen. So wurde es ein richtig schweres Rennen, denn im Matsch muss man mit vollem Einsatz am Lenker reißen um das Rad durch den Schlamm zu bewegen.

Frühzeitig konnte ich mich zwar von Michael Stenzel und Mirco Friese lösen, dennoch war es keine Spazierfahrt. Man musste einfach immer treten um nicht stecken zu bleiben oder umzukippen. Es lief gut an dem Tag, denn die Matschreifen mit geringem Luftdruck verhalfen zumindest zu etwas halt. Die beiden Hochdruckreiniger haben an diesem Tag bestimmt am meisten geleistet, dennoch fuhr ich als zufriedener Sieger entspannt nach Hause und verschlief selig den Mitternachtskrieg vor unserer Haustür. War seit langem mal wieder ein Neujahrstag ohne schwankenden Fußboden.

Zum Finale ging es dann im neuen Jahr nach Rheinland-Pfalz. Trotz der Anreise von 600km am Samstag wollte ich noch beim Abendrennen teilnehmen. Auch hier hatte es in den vergangenen Tagen etwas geregnet, so dass ich mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, was sich zum Glück nicht bewahrheitete. Die Runde fürs Hauptrennen, als auch der verkürzte Kurs um den beleuchteten Sportplatz, waren sehr gut zu befahren. Im Rennen der Master bildete sich schnell eine Dreiergruppe mit Armin Raible, Vladi Riha und mir. Während ich mehr an meiner Schaltung spielte, fuhren die beiden Jungs wirklich Radrennen. So wurde es eine dann doch sportliche Ausfahrt, insbesondere durch die Läufe über die Treppen. Am Ende fehlten mir ein paar Gänge und der Wille wirklich aktiv gegen die letzten Attacken gegenzuhalten. So gewann der Älteste (Armin), vor dem Rundstreckenexperten (Vladi) und dem Schaltungsexperten (Dano). Insgesamt war es eine tolle Idee, die auch andere Veranstalter gerne aufgreifen dürfen.

Bei gutem Wetter ging es am Sonntag weiter. Der hügelige Kurs war perfekt zu befahren und die Temperaturen hatten auch noch ein Plus als Vorzeichen. Der Start gelang mir gut und es ging schon mit etwas Luft aus dem ersten Anstieg raus. Im Anschluß konnte Ralph Berner aufschließen und wir drehten gemeinsam unsere Kurven durch den Wald. Im längsten Anstieg konterte er aber meine schnelle Fahrt und brachte ein paar Meter zwischen uns, welche ich nicht gleich schließen konnte. So hechelte ich etwas hinter den noch amtierenden Meister hinterher. Zwar wurde der Vorsprung am Ende geringer, dennoch war es ein ungefährdeter Sieg für Ralph. Auf Platz drei folgte im Sprint Vladi Riha.

Ich war mit dem Ergebnis zufrieden, denn mit Platz 6 in der Gesamtwertung ist ein Startplatz bei der DM aus Reihe 1 möglich. Nächsten Sonntag wissen wir nach dem Deutschen Meisterschaftsrennen mehr! Drückt die Daumen, denn es wird spannend.